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E-Book

Enterprise Architecture, BPM und SOA für Business-Analysten

Leitfaden für die Praxis

AutorDirk Stähler, Ingo Meier, Rolf Scheuch, Christian Schmülling, Daniel Somssich
VerlagCarl Hanser Fachbuchverlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl280 Seiten
ISBN9783446421431
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis31,99 EUR

PRAXISLEITFADEN FÜR BUSINESS-ANALYSTEN

- Erläutert, wie ein integriertes Gesamtmodell für Enterprise Architecture, Business Process Management und SOA erstellt wird
- Beschreibt den Weg vom Meta-Modellentwurf bis zur Werkzeugumsetzung mit ausführlichen Anleitungen und zahlreichen Praxistipps
- Anleitung zur praktischen Umsetzung am Beispiel der Oracle BPA Suite und der ARIS-Methode

In einer idealen Welt sind die Inhalte der Enterprise Architecture, der Geschäftsprozesse, des IT-Fachkonzepts und der Service-orientierten Architektur in einem einzigen Modell integriert. Doch die Realität sieht leider anders aus. Modelle entstehen in Unternehmen immer noch auf verschiedenen Ebenen, weisen Redundanzen und Widersprüche auf und können meist nur mühsam miteinander in Einklang gebracht werden.
In diesem Buch finden Sie ein integriertes Konzept zur betriebswirtschaftlichen und fachlichen IT-Modellbildung in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Sie erfahren, wie Sie die Basis für ein zentrales Unternehmensmodell entwickeln und dafür einsetzen, um die Herausforderungen bei der Einführung und Verwaltung von IT-Lösungen zu bewältigen.
Die Autoren bieten Ihnen einen Leitfaden mit Arbeitshilfen und Praxistipps zum Aufbau eines eigenen integrierten Fach- und IT-Modells. Die Umsetzung zeigen sie konkret am Beispiel der Oracle BPA Suite. Neben der effizienten Gestaltung einzelner Modellierungsaspekte können Sie damit vor allem eine redundanzfreie Beschreibung verschiedener Modellierungsszenarien erreichen.

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Leseprobe
6 Modellgestützte fachliche Konzeption individueller IT-Systeme (S. 117-118)

6.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet

- Warum sollte die IT in der Regel den Geschäftsprozessen folgen und nicht umgekehrt?
- Welche Vorteile bringt eine strukturierte Anforderungserhebung auf Basis eines durchgängigen Fachprozesses?
- Wie nehme ich am besten Fachprozesse im Rahmen einer Fachkonzepterstellung auf?
- Wie stelle ich Fachprozesse, Systemverhalten und statische Systemkomponenten im Modell dar?
- Welche Teile eines Fachkonzepts sollte ich im Modell darstellen und welche nicht?
- Wie funktioniert eine modellgestützte Fachkonzeption mit der Oracle BPA Suite?

6.2 Die Bedeutung fachlicher Anforderungen

Es existieren zahlreiche Studien zu den Gründen des Scheiterns von IT-Projekten. Dabei kann mit dem Begriff „Scheitern“ sowohl gemeint sein, dass ein IT-Projekt abgebrochen wird, als auch, dass der Projektzeitplan nicht eingehalten oder das finanzielle Budget überzogen worden ist. Auch die Realisierung eines Systems, das sich anschließend in der Praxis als untauglich herausstellt, muss als gescheitertes IT-Projekt angesehen werden. Die große Anzahl solcher Studien lässt bereits vermuten, dass das Scheitern von IT-Projekten ein häufiges Problem in Unternehmen darstellt. Dies wiederum ist für den Business-Analysten eine große Chance, Unternehmen einen Mehrwert anzubieten, indem ein Vorgehen entwickelt wird, das dem Scheitern von IT-Projekten entgegenwirkt.

Ein solches Vorgehen zur fachlichen Konzeption individueller IT-Systeme wird in diesem Kapitel vorgestellt. Nicht nur die Anzahl der Studien, auch ihr Inhalt bietet eine interessante Erkenntnis: Als wichtigster Grund für das Scheitern von IT-Projekten wird fast durchgehend die unklare Definition bzw. das unzureichende Verständnis der fachlichen Anforderungen identifiziert. Dies wiederum resultiert aus der in Kapitel 2 beschriebenen Problematik der unterschiedlichen Sichten, die die verschiedenen an einem IT-Projekt beteiligten Personenkreise haben. Das in diesem Kapitel vorgestellte Vorgehen sieht diese fachlichen Anforderungen als Basis für die Konzeption eines IT-Systems und hilft bei deren Identifikation, Beschreibung und Kommunikation zwischen allen an einem IT-Projekt Beteiligten.

Unternehmen haben über die letzten Jahre hinweg gelernt, dass ihre Geschäftsprozesse und deren Qualität entscheidenden Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Die eigentlich logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis, auch die IT nach den Geschäftsprozessen auszurichten, ist dagegen noch nicht sehr verbreitet. Besonders in der Vergangenheit wurde häufig der Fehler gemacht, Systeme einzuführen, die bestimmte Arbeitsabläufe (Fachprozesse) vorgeben. An dieser Stelle sei zunächst gesagt, dass ein solches Vorgehen nicht immer falsch sein muss. Je standardisierter die Prozesse sind, um die es geht, desto sinnvoller kann die Einführung einer Standardsoftware sein. Für Standardprozesse wie Rechnungsprüfung oder Finanzbuchhaltung wird es in den wenigsten Fällen sinnvoll sein, eine vollständige Individuallösung zu entwickeln. In solchen Fällen ist der Aufwand, der bei der Einführung einer Standardsoftware anfällt, sicherlich geringer als der Entwicklungsaufwand einer neuen Lösung.

Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass eine Softwareeinführung, durch die neue Fachprozesse vorgegeben werden, bestimmte Konsequenzen für alle am Projekt Beteiligten und darüber hinaus mit sich bringt: Ein solches Vorgehen hat zur Folge, dass die Mitarbeiter in der Fachabteilung ihre ggf. seit Jahren praktizierten und bis ins kleinste Detail beherrschten Abläufe aufgrund einer neuen Standardsoftware grundlegend ändern müssen. Dies erhöht nicht gerade die Akzeptanz der neuen Lösung. Tatsächlich unterschätzen Unternehmen den enormen Aufwand einer solchen organisatorischen Veränderung. Organisatorische Veränderungen stellen in sich eigene Change-Management- Projekte dar, deren Umsetzung über die technischen Aspekte einer Systemeinführung weit hinausgeht.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort10
Die Autoren12
1 Einleitung14
1.1 Warum Modellierung?14
1.2 Was ist eigentlich ein Modell?15
1.3 Warum Standards und Regeln?15
1.4 Was Sie in diesem Buch finden16
1.5 Was Sie in diesem Buch nicht finden17
1.6 Welches Vorwissen sollten Sie besitzen?17
1.7 Das integrierte Beispiel18
2 Integrierte Modellierung für EA, BPM und fachliche SOA20
2.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet20
2.2 Management, Fachbereiche und IT – jeder ist anders20
2.2.1 Inhalte für die Enterprise-Architecture-Modellierung24
2.2.2 Inhalte für die BPM-Modellierung27
2.2.3 Inhalte für die fachliche SOA-Modellierung29
2.3 Grundsätzliche Gliederung eines integrierten Modells31
2.3.1 Artefakttypen der Modellierung32
2.3.2 Schnittmengen und symmetrische Differenz der Modellierungsbereiche34
2.3.3 Semantische Zuordnung verschiedener Inhaltstypen39
2.3.4 Dynamische und statische Unterteilung41
2.3.5 Horizontale und vertikale Unterteilung42
2.4 Zusammenfassung43
3 Aufbau des Metamodells46
3.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet46
3.2 Der werkzeugneutrale Modellentwurf46
3.2.1 Modellierungsgrundsätze und deren Bewertung47
3.2.2 Ermittlung und Bewertung essenzieller Fragestellungen50
3.2.3 Entwurf einer Domain-Level-Matrix53
3.2.4 Erstellung eines Metamodells58
3.2.5 Abschätzung des Modellumfangs und Erstellungsaufwands66
4 Die Umsetzung des Metamodells70
4.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet70
4.2 Die Oracle BPA Suite als Modellierungswerkzeug70
4.3 Methodische Einschränkungen der Oracle BPA Suite71
4.4 Analyse der Oracle BPA Suite Methode75
4.5 Vorgehensweise zur Ermittlung Ihrer individuellen Oracle BPA Suite-Methode79
4.6 Analyse und Bewertung der semantischen Abdeckung89
5 Das Grundmodell92
5.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet92
5.2 Aufbau des Grundmodells92
5.2.1 Ermittlung der Übersichtsartefakte der Prozessarchitektur93
5.2.2 Modellierung dynamischer Inhalte in der Oracle BPA Suite96
5.2.3 Die Instanzgranularitäten 1 bis 3 im Zusammenhang108
5.2.4 IT-neutrale Detaillierung der Prozesse und ihrer Aktivitäten109
5.2.5 Die statischen Objektbibliotheken des Grundmodells112
5.2.6 Aufbau der Grundstruktur eines integrierten Modells in der Oracle BPA Suite124
6 Modellgestützte fachliche Konzeption individueller IT-Systeme130
6.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet130
6.2 Die Bedeutung fachlicher Anforderungen130
6.3 Die IT-Sicht und ihr Zusammenhang mit der Fachsicht134
6.3.1 Modellierung und Analyse der Ist-Prozesse136
6.3.2 Entwicklung und Modellierung der Soll-Prozesse138
6.3.3 Systemablauf – das fachliche Systemverhalten140
6.3.4 Beschreibung statischer Systemkomponenten143
6.4 Vom Modell zum Fachkonzept150
6.4.1 Anforderungen an ein Fachkonzept150
6.4.2 Nicht modellierte Bestandteile eines Fachkonzepts151
6.4.3 Gliederungsvorschlag für ein Fachkonzept152
6.5 Erstellung eines Fachkonzepts mit der Oracle BPA Suite153
6.5.1 Fachprozess153
6.5.2 Systemablauf155
6.5.3 Statische Systemkomponenten159
7 Identifizierung und Modellierung fachlicher Services für SOA166
7.1 Zentrale Fragen dieses Kapitels166
7.2 Services und SOA166
7.2.1 Was ist ein Service?167
7.2.2 Missverständnis Service168
7.2.3 Atomare und zusammengesetzte Services169
7.2.4 Was ist eine SOA?169
7.2.5 SOA und Services im Prozessmodell170
7.2.6 Services in der BPA Suite175
7.2.7 Der Nutzen einer SOA180
7.3 Aufbau eines Serviceportfolios183
7.3.1 Aufgaben des Serviceportfolios184
7.3.2 Nutzen und Herausforderungen eines Serviceportfolios186
7.3.3 Die BPA Suite als Serviceportfolio187
7.4 Serviceidentifikation189
7.4.1 Verschiedene Wege der Serviceidentifikation189
7.4.2 Serviceidentifikation über den prozessorientierten Ansatz190
7.5 Serviceklassifikation und Servicespezifikation194
7.5.1 Struktur durch die Domänendekomposition195
7.5.2 Arten der Serviceklassifikation196
7.5.3 Vervollständigen der Servicebeschreibung durch die Servicespezifikation199
7.6 Das Wichtigste in Kürze202
8 Der prozessgetriebene SOA-Ansatz204
8.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet204
8.2 BPM, SOA: Teamwork in der Prozessautomatisierung204
8.2.1 Fachliche SOA-Ansätze: Autobahn oder Sackgasse?204
8.2.2 Gründe für das Team „BPM und SOA“205
8.2.3 Serviceorientierte Prozessautomatisierung206
8.3 Modellierung SOA-geeigneter Prozessmodelle208
8.3.1 Begrifflichkeiten definieren208
8.3.2 Zielsetzung klären und festlegen211
8.3.3 Zielgruppen und Zuständigkeiten abgrenzen213
8.3.4 Informationsbedarf der Zielgruppen ermitteln214
8.3.5 Methodik und Notation auswählen218
8.4 SOA-Prozessmodellierung in der Oracle BPA Suite221
8.4.1 Stets zu Diensten: Fachliche Services im Prozessablauf221
8.4.2 Vorstufe zum automatisierten Prozess: Das fachliche IT-Modell225
8.4.3 Überblick Objekttypen der SOA-Prozessmodellierung232
9 Entwurf und Aufbau prozess getriebener Kennzahlensysteme234
9.1 Fragen, die dieses Kapitel beantwortet234
9.2 Die Herausforderung im Process Controlling234
9.3 Die zentralen Begriffe237
9.3.1 Process Controlling238
9.3.2 Abgrenzung241
9.4 Ziel des Process Controlling242
9.4.1 Anforderungen an die IT-Systeme242
9.4.2 Rollen243
9.4.3 IT-Systeme für das Process Controlling245
9.5 Architektur245
9.5.1 IT-Systeme zur Extraktion und Transformation245
9.5.2 IT-Systeme für die Analyse247
9.6 Prozesskennzahlen248
9.6.1 Ermittlung von Prozesskennzahlen249
9.6.2 Prozessdurchlaufzeit (PDauer)250
9.7 Modellierung des Prozess Controlling mit der Oracle BPA Suite250
9.7.1 Modellierung der statischen Inhalte254
9.7.2 Prozesse für das Process Controlling258
9.7.3 Modellierung der IT-Systeme für das Process Controlling264
9.8 Fazit271
Literatur274
Register276

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