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Entrepreneurial Signaling

Eine theoretische und empirische Analyse des Einflusses von höheren Bildungssignalen und Patenten auf innovative Unternehmensgründungen

AutorArndt Werner
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl172 Seiten
ISBN9783866181830
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR

Unternehmensgründungen allgemein und innovative Unternehmensgründungen im Besonderen werden oft als Hoffnungsträger der wirtschaftlichen Entwicklung angesehen. Damit innovative Neugründungen jedoch erfolgreich am Markt agieren können, müssen sie typische Probleme überwinden, die sich aus den asymmetrisch verteilten Informationen zu den wichtigsten Marktpartnern ergeben. Mit diesem theoretisch spannenden und wirtschaftspolitisch wichtigen Problem beschäftigt sich die vorliegende Arbeit von Arndt Werner.

Der Autor geht vor allem der Frage nach, inwieweit Signaling seit Spence (1973) als eines der wichtigsten Instrumente zur Behebung von Informationsasymmetrien bekannt helfen kann, Informationsprobleme innovativer Neugründungen beim Zugang zur Startfinanzierung, aber auch bei der Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften zu lösen. Im Ergebnis zeigen die theoretischen und empirischen Analysen, dass mit Hilfe von höheren Bildungssignalen sowohl der Rekrutierungserfolg als auch der Zugang zu Gründungskrediten verbessert werden kann.

Gleichzeitig reduziert der Besitz eines Patentes die Schwierigkeit der Kreditbeschaffung im Segment innovativer Neugründungen. Wesentliche Erkenntnis der Arbeit ist, dass Informationsasymmetrien für innovative Unternehmensgründungen ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellen und dass Unternehmensgründer durch das Senden von Bildungssignalen zur Reduktion dieser Informationsasymmetrien und damit zur Verminderung von Finanz- und Arbeitsmarktproblemen beitragen können.

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Leseprobe

3. Entrepreneurial Signaling mit Hilfe von Bildungssignalen: Theoretische Überlegungen (S. 73-74)

3.1 Grundlagen der Signaling-Theorie
Wie im letzten Kapitel dargestellt, befasst sich der Teilbereich der Informationsökonomik mit den Konsequenzen und Möglichkeiten zur Überwindung von Informationsasymmetrien. Bezogen auf die Fragestellung der vorliegenden Arbeit treten zum einen Interessenskonflikte zwischen kapitalnachfragendem Unternehmensgründer und externen Kapitalgebern auf, wenn der Unternehmer vor Vertragsabschluss über private Informationen zur Qualität des Gründungsprojektes verfügt, die dem Kapitalgeber nicht (kostenlos) zugänglich sind (SCHULZ 2000: 64). Zum anderen bestehen solche Interessenskonflikte zwischen Arbeitnehmern, die einen Arbeitsplatz suchen, und Unternehmensgründern, welche Arbeitsplätze anbieten, da potenzielle Arbeitnehmer ex ante schlechter über die Arbeitsplatzcharakteristika des angebotenen Arbeitsplatzes informiert sind als die Unternehmensgründer innovativer Unternehmen (SCHMIDTKE 2002: 63).

Signaling nach SPENCE (1973) stellt nun einen Lösungsmechanismus dar, welcher bei der Lösungssuche direkt an der Ursache der Verhaltensrisiken ansetzt und unmittelbar die Informationsasymmetrie mildert bzw. beseitigt. Damit die Anbieter guter und schlechter Qualitäten am Markt separiert werden können, müssen die Marktsignale die Bedingung der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit erfüllen. Ein Signal gilt als schlüssig (erstes Validitätskriterium) bezogen auf das untersuchte Anforderungsprofil bzw. die Vorhersage der Produktivität in der relevanten Tätigkeit. Ein Marktsignal gilt als zuverlässig (zweites Validitätskriterium), wenn die individuellen Kosten zur Erlangung des Signals negativ korreliert sind mit der Produktivität des Gründers. Entscheidend ist, dass es sich für Anbieter schlechter Qualitäten nicht lohnen darf, Signale besserer Anbieter zu imitieren.

Für die Anbieter schlechter Qualitäten muss der Signalerwerb demnach mit prohibitiv hohen Kosten verbunden sein. Das Vorhandensein des Signals drückt eine hohe Produktivität aus und gleichzeitig muss das Nichtvorhandensein desselben Signals eine geringe Produktivität anzeigen. Sind beide Bedingungen gegeben, zeigt das Vorhandensein eines bestimmten Marktsignals eine hohe Produktivität bzw. das Nichtvorhandensein desselben Signals eine geringe Produktivität an, und Anbieter guter Qualität lassen sich von schlechten Anbietern eineindeutig diskriminieren.

3.2 Entrepreneurial Signaling als theoretische Basis zur Überwindung von Informationsasymmetrien auf innovativen Gründermärkten
Im Folgenden wird ein Signaling-Modell nach SPENCE (1973) skizziert, welches die Wirksamkeit höherer Bildungsabschlüsse für innovative Gründungen zur Überwindung der Informationsasymmetrie auf den beschriebenen Teilmärkten zum Gegenstand hat. Dazu werden zunächst die Bedingungen der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit potenzieller Bildungssignale auf innovativen Gründermärkten diskutiert.79 In diesem Zusammenhang gilt es zunächst zu klären, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten innovative Gründer aufweisen müssen, um mit ihrem Gründungsprojekt erfolgreich am Markt operieren zu können. Zweitens muss eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie solche spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf innovativen Gründermärkten in der Weise signalisiert werden können, dass eine Separierung der Gründungsqualitäten gewährleistet ist.

Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort9
Inhaltsübersicht10
Verzeichnis der Abbildungen13
Verzeichnis der Tabellen13
Verzeichnis der Anhänge14
1. Fragestellung: Wie können innovative Unternehmensgründungen Engpässe beim Startkapital und bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter überwinden?16
1.1 Ausgangsbeobachtung: Das besondere Chancen- Risiko-Profil innovativer Unternehmensgründungen16
1.2 Ausmaß und Bedeutung des Untersuchungsgegenstands: Finanz- und Humankapitalengpässe innovativer Unternehmensgründungen19
1.2.1 Kapitalstruktur und Startkapitalzugang innovativer Unternehmensgründungen20
1.2.2 Rekrutierung qualifizierter Arbeitnehmer durch innovative Unternehmensgründungen25
1.3 Engpässe am Arbeits- und Kapitalmarkt als zentrales Problem für den Erfolg innovativer Neugründungen29
1.4 Konkretisierung der Fragestellung und Gang der Arbeit34
2. Auswertung des Forschungstandes: Engpässe am Arbeits- und Kapitalmarkt als Hauptproblem von innovativen Unternehmensgründern und die Relevanz von Signalen zur Entschärfung dieses Problems37
2.1 Vorgehen37
2.2 Begriffliche Grundlagen38
2.2.1 Innovative Unternehmensgründung38
2.2.2 Unternehmerperson40
2.3 Instrumente aus der Finanzierungspraxis zur Qualitätsbewertung innovativer Unternehmensgründungen44
2.4 Theoretische Grundlagen zur Erklärung und Überwindung von Kreditrestriktionen unter asymmetrisch verteilter Information49
2.4.1 Kreditmarktmodelle mit kreditrationierenden Gleichgewichtslösungen50
2.4.2 Kreditmarktmodelle mit separierenden Gleichgewichtslösungen53
2.5 Kreditrestriktionen als Forschungsgegenstand in der Gründungsliteratur58
2.5.1 Ausgangspunkt: Ableitung der Rationierungshypothese im Modell von EVANS und JOVANOVIC (1989)58
2.5.2 Studienergebnisse zur Untermauerung der Rationierungshypothese im Gründungskontext60
2.5.3 Studienergebnisse zur Widerlegung der Rationierungshypothese im Gründungskontext63
2.5.4 Studienergebnisse zur Rationierungshypothese unter besonderer Berücksichtigung höherer Bildungsgrade der Gründerperson64
2.5.5 Studienergebnisse zu den direkten Einflussfaktoren auf die Kreditvergabeentscheidung68
2.6 Engpässe am Arbeitsmarkt als zweites zentrales Problem innovativer Unternehmensgründungen71
2.7 Abschließende Beurteilung des Forschungsstandes und Konkretisierung der Fragestellung74
3. Entrepreneurial Signaling mit Hilfe von Bildungssignalen: Theoretische Überlegungen77
3.1 Grundlagen der Signaling-Theorie77
3.2 Entrepreneurial Signaling als theoretische Basis zur Überwindung von Informationsasymmetrien auf innovativen Gründermärkten79
3.2.1 Erstes Validitätskriterium: Vorhersage der Produktivität auf innovativen Gründermärkten79
3.2.2 Zweites Validitätskriterium: Die negative Korrelation der Kosten zur Erzeugung des Marktsignals81
3.3 Ableitung der Arbeitshypothesen zur Wirkung von Bildungssignalen und Patenten auf innovativen Gründermärkten84
4. Empirische Evidenz zur Überwindung von Kapital- und Rekrutierungsengpässen durch Signale am Beispiel innovativer Unternehmen88
4.1 Beschreibung der Datengrundlage: Die Kölner Gründerstudie aus dem Forschungsprojekt „GrünCol!- Gründungen aus Kölner Hochschulen“88
4.2 Messung und Beschreibung des Innovationsgrades junger Unternehmen92
4.3 Empirische Befunde zur Wirkung von Signalen auf dem Arbeitsmarkt99
4.3.1 Operationalisierung der abhängigen Variable: Der Überauslastungsgrad der Belegschaft99
4.3.2 Operationalisierung des Bildungssignals für den Arbeitsmarkt: Der Hochschulabschluss der Gründerperson101
4.3.3 Operationalisierung der Kontrollvariablen für den Arbeitsmarkt102
4.3.4 Spezifikation der Schätzgleichung für den Arbeitsmarkt und Begründung der Modellwahl106
4.3.5 Multivariate Befunde zu den Determinanten der Arbeitskräftebeschaffung junger innovativer Unternehmen107
4.4 Empirische Befunde zur Wirkung von Signalen auf dem Fremdkapitalmarkt113
4.4.1 Operationalisierung der abhängigen Variable: Die subjektive Einschätzung des Gründers zum Kreditzugang113
4.4.2 Operationalisierung des Bildungssignals für den Kreditmarkt: Die Studiendauer der Gründerperson118
4.4.3 Operationalisierung der Kontrollvariablen für den Kreditmarkt120
4.4.4 Spezifikation der Schätzgleichung für den Kreditmarkt und Begründung der Modellwahl127
4.4.5 Multivariate Befunde zu den Determinanten der Fremdkapitalbeschaffung in der Gründungsphase junger innovativer Unternehmen130
5. Zusammenfassung der Befunde und Ausblick auf die zukünftige Forschung144
5.1 Zusammenfassung der Befunde144
5.2 Implikationen für zukünftige innovative Unternehmer und Forschungsausblick146
Anhang148
Literaturverzeichnis152

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