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Erfolgreich kooperieren

Best-Practice-Beispiele ausgezeichneter Zusammenarbeit

AutorArne Engelbrecht, Carsten Dreher, Hans-Peter Wiendahl
VerlagPhysica-Verlag
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl192 Seiten
ISBN9783790816273
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis62,99 EUR

In den letzten Jahren hat sich der Wettbewerb in vielen Branchen und Märkten drastisch verschärft. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten dabei zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Einige Unternehmen reagieren auf diese Herausforderungen, indem sie verstärkt Kooperationen und Netzwerke eingehen. Daneben bestehen bei der Mehrzahl mittelständischer Unternehmen immer noch Vorbehalte gegenüber den Chancen kooperativer Zusammenarbeit. Ein hemmender Faktor ist der Mangel an fundiertem Erfahrungswissen über die Potenziale und Risiken der Vernetzung.

Die Autoren stellen ausgezeichnete Unternehmensnetzwerke aus dem Wettbewerb 'Die beste Kooperation' vor, analysieren deren Erfolgsmuster und entwickeln daraus allgemeingültige Handlungsrichtlinien für die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Ein Buch für Praktiker in Industrie-, Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen ebenso wie für Wissenschaftler, die sich mit Kooperationen und Unternehmensnetzwerken beschäftigen.

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Leseprobe

5.1 Übertragbare Erfolgsmuster der besten Kooperationen

5.1.1 Allgemeingültige Erfolgsmuster

„Gute" Kooperationen zeichneten sich im Wettbewerb durch überdurchschnittliche Ergebnisse sowohl bei weichen als auch bei harten Bewertungsfaktoren aus. Diese Kooperationen überzeugen in beiden Feldern, die durch den Bewerbungsbogen des Wettbewerbs zur Bewertung herangezogen wurden: Zum einen verfügen sie über hervorragende Kompetenzen als Bündel aus Fähigkeiten und Ressourcen, die sie sich durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit erschlossen haben. Zum anderen können sie auch überdurchschnittliche Ergebnisse vorweisen, die durch diese Kompetenzenerzielt werden konnten.

Die Analyse und Bewertung der teilnehmenden Kooperationen lässt auf einige grundsätzliche Erfolgsfaktoren und Erfolgsmuster schließen. Ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zwischen den Partnerunternehmen wird dabei als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Kooperation am häufigsten genannt. Offenheit, zahlreiche Kontakte und eine transparente Vorgehensweise sind Möglichkeiten, Vertrauen zu erzeugen. Das Vertrauen kann dabei auch als Maß für den Entwicklungsgrad einer Kooperation angesehen werden. Hier zeigt sich: Je weiter die Kooperation vorangeschritten ist, desto stärker stellt sich auch der Erfolg der Zusammenarbeit zwischen den Partnerunternehmen ein.

Etwas differenzierter lässt sich dieses Vertrauen als Basis der Kooperation noch weiter untergliedern. Es bieten sich dreierlei Sichtweisen auf den Erfolgsfaktor Vertrauen aus Sicht der Partnerunternehmen an, die jede für sich genommen erfüllt sein müssen:

  • Vertrauen in sich selbst: Die Partner müssen zunächst ein hohes Maß an „Selbst-"Vertrauen mit in die Kooperation bringen. Erst wenn die Partner zu Recht von ihrer Kompetenz und Leistungsfähigkeit überzeugt sind, sind sie auch als Kooperationspartner interessant für andere leistungsfähige Unternehmen. Kooperationen sind kein letzter Strohhalm für schwache Unternehmen, die alleine keine Überlebenschance besitzen.
  • Vertrauen in die Partner: Starke Unternehmen suchen nur dann die Partnerschaft zu anderen Unternehmen, wenn sie sich von dieser Zusammenarbeit eine Verbesserung erwarten, die vielfältiger Natur sein kann. Somit steigt entsprechend die Kooperationsbereitschaft in der Kooperation mit dem Niveau der beteiligten Partnerunternehmen.
  • Vertrauen in die Kooperation: Letztlich müssen die Partnerunternehmen vor allem von der Kooperationsidee überzeugt sein. Sie müssen sicher sein, dass sie in der Partnerschaft mit den anderen in der Kooperation befindlichen Unternehmen mehr erreichen können als es ihnen alleine jemals möglich wäre. Gerade der Aspekt des Vertrauens in die Kooperation hängt sehr stark von einem Erfolgsfaktor ab, der gleichermaßen den Ausschlag für Erfolg oder Misserfolg jedes Unternehmens gibt: die Güte der Geschäftsidee. Die zukunftsrobuste Geschäftsidee einer Kooperation zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Vorteilhaftigkeit der Zusammenarbeit für alle Interessensgruppen in einfachen und verständlichen Worten beschreibt. Dabei muss der Nutzen sowohl für die Partner der Kooperation als auch für die Zielgruppen klar ersichtlich sein. Man spricht in diesem Kontext auch von einer Win-win-Situation für alle Beteiligten (vgl. Abb. 5.1-2). Das beste Vertrauensverhältnis zwischen den Partnern bleibt jedoch wertlos, wenn aus Sicht der Beteiligten nicht sichergestellt ist, dass der seitens der Partner eingebrachte Aufwand höher ist als der entsprechende Nutzen den die Partner durch die Zusammenarbeit erzielen. Dabei kann der Nutzen für die Partner allerdings auch durchaus erst auf längere Sicht und damit zeitverzögert entstehen. (folgt  Abbildung 5.1-2)
Darüber hinaus zeigen die Analysen der besten Kooperationen sehr deutlich, dass gute Kooperationen auch immer über einen starken Treiber verfügen. Für das Gelingen von Kooperationen sind starke Persönlichkeiten erforderlich, die erfolgreich unternehmensübergreifende Koordinierungsprobleme lösen und den Aufbau der Kooperation aktiv vorantreiben. Sie sind zugleich die Treiber bzw. „Kümmerer" der Kooperation.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis7
1 Kooperation – Gründe und Typologisierung10
1.1 Begriffsbestimmung: Netzwerke zwischen Markt und Hierarchie12
1.2 Gestaltungsmerkmale und Klassifizierungsansätze15
1.2.1 Intention und Intensität der Kooperation15
1.2.2 Koordination der Kooperation17
1.2.3 Lebenszyklus der Kooperation19
1.3 Fazit21
2 Verbreitung und Erfolg von Kooperationen im Verarbeitenden Gewerbe22
2.1 Kooperationen im Verarbeitenden Gewerbe23
2.2 Messung des Kooperationserfolgs26
2.3 Wirtschaftlichkeit von Produktionskooperationen28
2.4 Ansätze eines ganzheitlichen Kooperationscontrollings30
2.5 Fazit32
3 Der Wettbewerb Die beste Kooperation34
3.1 Zielsetzung und Durchführung35
3.2 Kooperationen bewertbar machen – Vorstellung des Modells38
3.3 Ergebnisse der ersten beiden Wettbewerbsrunden40
3.4 Fazit: Transfer in die Wirtschaft42
4 Die Sieger des Wettbewerbs – Praxisbeispiele44
4.1 Die Mitarbeiter im Mittelpunkt – Kooperation Metall Nord46
4.1.1 Kompetenzen48
4.1.2 Kooperationserfolg53
4.1.3 Überblick56
4.2 Regionale Stärken bündeln – QIC Systemverbund Kunststofftechnik GmbH57
4.2.1 Kompetenzen58
4.2.2 Kooperationserfolg61
4.2.3 Überblick64
4.3 Erfolgreiche Reorganisation – ISOLAR65
4.3.1 Kompetenzen66
4.3.2 Kooperationserfolg71
4.3.3 Überblick74
4.4 Durch Modularität zum Systemangebot – ST.E.P Stein Expertenpool75
4.4.1 Kompetenzen77
4.4.2 Kooperationserfolg81
4.4.3 Überblick84
4.5 Gemeinsamer Service in China – GMS German Machine Tool Service85
4.5.1 Kompetenzen87
4.5.2 Kooperationserfolg91
4.5.3 Überblick93
4.6 Kooperierend zur Marktführerschaft – REISSWOLF Akten- und Datenvernichtung GmbH94
4.6.1 Kompetenzen94
4.6.2 Kooperationserfolg98
4.6.3 Überblick102
4.7 Handwerk mit Ideen – Raumfabrik GmbH103
4.7.1 Kompetenzen104
4.7.2 Kooperationserfolg108
4.7.3 Überblick111
4.8 Ein Start-Up-Netzwerk in der Biotechnologie – Gene Team112
4.8.1 Kompetenzen114
4.8.2 Kooperationserfolg118
4.8.3 Überblick120
4.9 Dank Kooperation zum Turnaround – Maschinenbaukooperation Wuppertal121
4.9.1 Kompetenzen123
4.9.2 Kooperationserfolg127
4.9.3 Überblick129
4.10 Das Konzept der virtuellen Fabrik – Virtuelle Fabrik Baden-Württemberg130
4.10.1 Kompetenzen131
4.10.2 Kooperationserfolg135
4.10.3 Überblick137
5 Erfolgsmuster und Erfolgsfaktoren der Sieger138
5.1 Übertragbare Erfolgsmuster der besten Kooperationen140
5.1.1 Allgemeingültige Erfolgsmuster140
5.1.2 Erfolgsmuster typspezifischer Kooperationen143
5.2 Übertragbare Erfolgsmuster der besten Partnerunternehmen150
5.3 Methodik zur Suche nach Kooperationsansätzen152
5.3.1 Kernkompetenzanalyse: Welche Kompetenzen sind die richtigen?154
5.3.2 Kooperationsbenchmarks: Welche Partner sind die richtigen?156
5.3.3 Kooperationsnutzenanalyse: Welche neuen Ansätze sind vielversprechend?157
5.4 Fazit159
6 Ausblick: Sind Kooperationen kleiner und mittlerer Unternehmen noch ein Thema für die angewandte Forschung?160
Anhang164
A.1 Mitglieder der Jury164
A.2 Bewerbungsbogen165
A.3 Selbstcheck Kooperation181
A.4 Glossar187
Literaturverzeichnis192
Abbildungsverzeichnis196
Autorenverzeichnis200

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