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Erfolgsfaktoren von Banken im Firmenkundengeschäft

Empirische Analyse und konzeptionelle Anwendung

AutorMarc-R. Strauß
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl348 Seiten
ISBN9783835091740
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis76,99 EUR
Marc-R. Strauß zeigt, dass der Führungspotenzialbereich, insbesondere die Erfolgsfaktoren Risikomanagement, Organisation und (Vertriebs-)Steuerung, deutlich stärker mit dem Erfolg korreliert als der Leistungspotenzialbereich und dass das Risikomanagement eine universelle Einflussgröße ist.



Dr. Marc-R. Strauß promovierte bei Prof. Dr. Christoph J. Börner am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzdienstleistungen, der Universität Düsseldorf. Er ist Senior Consultant im Bereich Banken bei einer Düsseldorfer Unternehmensberatung.

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Leseprobe
"3 Stand der Forschung (S. 59-61)

Das folgende Kapitel gibt einen generellen Überblick über die Forschungsrichtung ,,Erfolgsfaktorenforschung"" im Hinblick auf Grundlagen, Zielsetzung, historische Entwicklung und Teilgebiete. Insbesondere wird der bankspezifische Forschungsstand in einer Gesamtschau empirischer Studien der letzten fast vier Jahrzehnte dargestellt. Die Ergebnisse der Gesamtübersicht werden anschließend mit zentralen Problemfeldem der allgemeinen Forschungsrichtung abgeglichen, um deren konzeptionelle Reife zu ermitteln. Die Einordnung der eigenen Untersuchung in die bestehende Studienlandschaft legt die Basis für Ansätze zur Schließung eventuell bestehender konzeptioneller und inhaltlicher Forschungslücken.

3.1 Allgemeiner Überblick über die Forschungsrichtung

3.1.1 Grundlagen und Ziele

In der betriebswirtschaftlichen Praxis nimmt die Diskussion über Erfolgsfaktoren seit geraumer Zeit einen breiten Raum ein. Das Ziel der Erfolgsfaktorenforschung besteht in der Identifikation der zentralen Einflussgrößen des Untemehmenserfolgs. Auf Basis einer empirischen Ermittlung der ,,wesentlichen, langfristig gültigen Determinanten (Schlüsselfaktoren) des Untemehmenserfolgs '' soll deren Wirkung, Beeinflussbarkeit und potenzielle Beherrschbarkeit untersucht werden.

3.1.2 Historie und Teilgebiete

Die Anfänge der Forschungsrichtung lassen sich bis zum Anfang der 60er Jahre zurückverfolgen. Zu dieser Zeit begann man, sich mit der Gestaltung effizienter Informations- und Kontrollsysteme für das Management von Untemehmen zu befassen. In diesem Kontext wurde erstmalig der Gedanke aufgegriffen, dass die Komplexität der zu verarbeitenden Informationen auf wenige, relevante Variablen reduzierbar ist. Man nahrn an, dass die herausragende Beherrschung dieser als ,,Erfolgsfaktoren"" bezeichneten Größen den Erfolg einer Untemehmung am Markt beeinflusst. , Aufbauend auf den Arbeiten von DANIEL entwickelten sich weitere Forschungsaktivitäten im Rahmen des Aufbaus effektiver Management-Informationssysteme. Hierzu zählen insbesondere die von ROCKART durchgeführten Untersuchungen von Schlüsselvariablen (sog. ,,Critical Success Factor""-Approach). Mit Hilfe der identifizierten Einflussgrößen verfügten die Entscheidungsträger über reine Erfolgsgrößen hinaus über Informationen, die in herausragender Weise erfolgsbestimmend wirkten und im Rahmen der Planung, im operativen Geschäft oder bei Kontrollmaßnahmen eingesetzt werden konnten.

Seit den 60er Jahren werden in den USA und mit einiger Verzögerung auch in Europa hauptsächlich Industrieuntemehmen systematisch auf strategische Erfolgsfaktoren hin analysiert. In den 80er Jahren erfolgte dann eine stärkere Fokussierung innerhalb der Forschungsrichtung, erst auf branchenübergreifende, dann auf branchen- bzw. marktspezifische Untersuchungen. Diese frühen Studien mit dem Ziel der Identifikation von Gesetzmäßigkeiten lieferten sehr allgemeingültige Aussagen mit hoher Reichweite, ihnen kann eine Geltung für nahezu jedes Untemehmen zugesprochen werden. Der Beginn der empirischen Erfolgsfaktorenforschung lässt sich auf die Auflegung des PIMS-Programms (Profit Impact of Market Strategies) zur Identifizierung von branchenübergreifenden Erfolgsfaktoren zurückführen. , In jüngerer Zeit werden vermehrt themenspezifische bzw. funktionalbereichsbezogene Studien durchgeführt, welche sehr viel spezifischere Ergebnisse generieren, als dies in den branchenübergreifenden Untersuchungen möglich ist.

Studien, die den Erfolg von Untemehmen analysieren, lassen sich grob in zwei Teilgebiete gliedern: Zum einen erfolgt die Unterteilung abhängig davon, ob der Erfolg oder der Misserfolg untemehmerischen Handelns Gegenstand der Betrachtungen ist, zum anderen, ob im Rahmen der Analyse ein singulärer Faktor untersucht wird oder eine Vielzahl von Variablen analysiert werden. Erfolgsfaktorenstudien, die speziell den negativen Erfolg (Misserfolg) i.S.d. Ergründens eines Scheiterns untemehmerischer Tätigkeit untersuchen, sind dem Teilgebiet der Krisen- oder Insolvenzforschung zuzuordnen und werden nicht weiter berücksichtigt. Daneben existieren ,,erfolgsorientierte"" Varianten der Studienrichtung, die den positiven Erfolg und seine Ursachen erklären. Nach Anzahl der analysierten Variablen lassen sich darüber hinaus Einzelaspekt-bezogene bzw. einfaktorielle Studien- wie beispielsweise Untersuchungen der Organisations- oder Entscheidungsforschung und bereichstibergreifende, multifaktorielle Untersuchungen, in denen simultan mehrere Einflussgrößen aus mehr als einem Faktorbereich analysiert werden, identifizieren."

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