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Evaluation der Schmerzausschaltung bei der Kastration männlicher Saugferkel unter CO2-Betäubung

AutorMaren Hoppe
VerlagCuvillier Verlag
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl145 Seiten
ISBN9783736937680
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,50 EUR
Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Evaluation der automatisierten Betäubung von Saugferkeln mit CO2/O2 für die Kastration. Zusätzlich sollte hierfür der optimale Applikationszeitpunkt eines NSAIDs (Finadyne RPS®, 2,2mg/kg Körpergewicht i.m.) ermittelt werden. Dazu wurden 162 bis zu sieben Tage alte Ferkel mit dem automatisierten CO2-Narkosegerät „Pigsleeper“ der Fa. Schippers, Kerken, Niederlande, betäubt. Dieses arbeitete mit einem Gasgemisch aus 70% CO2 und 30% O2, mit dem die Ferkel 75 Sekunden insuffliert wurden. Ein Teil der Tiere wurde dabei chirurgisch kastriert, der andere lediglich in der Apparatur fixiert. Ebenso wurde mit Kontrolltieren verfahren. Ein Teil der Kontrolltiere wurde ohne Anschluss an das Gassystem in dem Gerät lediglich fixiert, der andere Teil wurde zusätzlich kastriert. Des Weiteren erhielten Teilgruppen dieser vier Gruppen entweder kein NSAID, 20 Minuten ante operationem NSAIDs oder 60 Minuten ante operationem NSAIDs. Während des Vorgangs der Betäubung und/oder Kastration bzw. Fixation wurden EEG-Aufzeichnungen durchgeführt. Zudem wurde ein fortlaufendes EKG registriert. Des Weiteren erfolgten Messungen des Pulses und der Sauersättigung vor und nach Behandlung. Die Lautäußerungen und Abwehrbewegungen der Ferkel während der Versuchsdurchführung wurden mittels eines Scoresystems bewertet, ebenso wie die Reaktionsheftigkeit während der Kastration. Nach der Entnahme des Ferkels aus dem Gerät wurde der Kreislaufzustand beurteilt. In den folgenden drei Wochen wurden Wundheilungskontrollen durchgeführt. Bei den CO2-betäubten Tieren ließ sich eine gewisse Verringerung der Schmerzreaktionen auf die Kastration erkennen. Allerdings konnte im EEG kein operationsfähiges Stadium nachgewiesen werden. Die meisten Tiere zeigten lediglich eine geringe Depression des Wach-EEGs. Bei einigen wenigen Tieren flachte das EEG allerdings ab zu langen Phasen von Isoelektrizität, welche eine zu tiefe Betäubung kennzeichnen. Während der CO2-Insufflation kam es zudem bei allen Ferkeln zu einem starken Absinken der Herzfrequenz. Im EKG ließen sich Frequenzen von bis zu 20 QRS-Komplexen pro Minute erkennen. Zudem nahm die Anzahl der auftretenden Herzarrhythmien im Vergleich zu den unbetäubten Tieren signifikant zu. Im EKG zeigten sich Veränderungen in Form einer zackenartigen Erhöhung der T-Welle. Das lässt auf eine Hyperkaliämie infolge einer eintretenden Azidose schließen. Bei den Kreislaufbeobachtungen der CO2-insufflierten Tiere zeigten sich regelmäßig Ferkel mit zunächst verlangsamter und dann erhöhter Herz- und Atemfrequenz. Häufig trat in dieser Gruppe Maul- und Schnappatmung auf. Zudem war die Hautfarbe oft blass-gräulich verändert. Diese Parameter zeigten einen für das Ferkel in der CO2-Betäubung lebensbedrohlichen Zustand, der aufgrund seiner Wirkungsweise im ZNS nicht mit der eines Narkotikums verglichen werden kann. Zudem war die Schmerzausschaltung unzureichend. Eine Schmerzreduktion intra operationem durch Finadyne RPS® konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden. Es ist daher dringend davon abzuraten, die CO2-Betäubung flächendeckend für die Saugferkelkastration einzusetzen. Auch als Übergangslösung bis zur Einführung einer langfristigen Alternativmethode ist sie nicht geeignet. Zum einen ist das Risiko der Verluste hoch, zum anderen sind eine Verbesserung der Tiergerechtheit und die Minderung von Schmerzen und Leiden mit dieser Methode nicht gegeben.

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