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E-Book

Fertigungsorganisation nach dem Chaku-Chaku-Prinzip

AutorDaniel Eberhard
VerlagBachelor + Master Publishing
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl44 Seiten
ISBN9783955498221
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Unternehmen des produzierenden Gewerbes sehen sich in der heutigen Zeit mit immer komplexeren Herausforderungen von der Nachfrageseite aus konfrontiert. Aus einem Markt, dessen Angebot von den Produkten der Unternehmen bestimmt wurde, ist ein an den oft differenzierten und variantenreichen Kundenwünschen orientierter Markt entstanden. Die Globalisierung bringt eine immer weitergehende Intensivierung des nunmehr globalen Wettbewerbs unter zunehmender Individualisierung der Kundenwünsche mit sich. Unter diesem Wettbewerbsdruck sind produzierende Unternehmen zu einer entsprechenden Elastizität und Nachfragekonformität ihrer Produktion gezwungen. Eine Möglichkeit dieser Produktionsumstellung stellt dabei die Zellenfertigung im Rahmen der Lean Production dar, deren fortschrittlichste Variante die Fertigungsorganisation nach dem sogenannten Chaku-Chaku-Prinzip ist. Ziel dieser Betrachtung ist es, diese Form der Produktion unter den oben genannten Gesichtspunkten näher zu beleuchten und letztlich die Frage zu beantworten, welche Chancen sich im Hinblick auf eine Anpassung an die modernen Herausforderungen bieten und welche Grenzen den Anwendungsbereich dieses Prinzips eventuell einschränken.

Daniel Eberhard, M.Sc. wurde 1987 in Tübingen geboren. Sein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt in Wertschöpfung (insbesondere Marketing und Produktion) an der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr) in Hamburg, schlos

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 4.3.1, Lean Manufacturing Cells als Grundlage: Wie schon angesprochen, stellen Lean Manufacturing Cells die Grundlage dar, aus denen schrittweise Chaku-Chaku-Linien gebildet werden. Nachfolgend werden Prinzipien von Lean Manufacturing Cells erläutert und im Lichte der Chaku-Chaku-Linien dargestellt. One-Piece-Flow: In Chaku-Chaku-Produktionslinien wird, wie schon in Lean Manufacturing Cells, im sogenannten One-Piece-Flow produziert. Dieses bereits nach Ohnos Lean-Production-Konzept ideale Prinzip einer kontinuierlichen Fließfertigung mit der Losgröße eins stellt ein entscheidendes Instrument zur Realisierung einer Produktion qualitativ hochwertiger Endprodukte zu akzeptablen Preisen in kurzer Zeit dar. Die Bearbeitung soll im Rahmen des One-Piece-Flow möglichst ohne Zwischenlagerung stattfinden, was auch durch die U-förmige Produktionsanordnung realisiert wird. Diese ermöglicht, dass Beginn und Ende des Fertigungsprozesses eines Werkstückes sehr nahe beieinanderliegen. Notwendigerweise wird der One-Piece-Flow mit standardisierten Puffern realisiert, die im Idealfall jeweils ein Stück beinhalten. Eine Produktion erfolgt dann jeweils bei Entnahme, was dem bereits erwähnten und in der Lean Production wichtigen Kanban- beziehungsweise Supermarktprinzip entspricht. In der Praxis finden sich oft weitere Bestände zum Ausgleich von Unregelmäßigkeiten. Es ist wichtig zu verstehen, dass im Rahmen von One-Piece-Flow menschliche unabhängig von maschineller Arbeit betrachtet wird. Es wird versucht, ein gegebenes Pensum an Arbeit mit möglichst wenigen, jedoch ausgelasteten Mitarbeitern zu erledigen, anstatt die vorhandenen Maschinen auszulasten. Die Mitarbeiter arbeiten dabei in standardisierten Arbeitsabläufen. Sie werden innerhalb der Produktionszellen an mehreren Maschinen gleichzeitig eingesetzt und sollten daher für Arbeit an diesen ausgebildet sein. Da sie darüber hinaus auch für die Anregung von Kaizen-Maßnahmen und die Qualität der Produkte verantwortlich sind, ist eine genauere Personalauswahl vonnöten. Durch die Produktion in Sequenzen sollten die beschafften Maschinen schnell umrüstbar sein und die Mitarbeiter in der schnellen Umrüstung trainiert werden. Diese verkürzten Umrüstzeiten erhöhen die Fähigkeit, in vielen Varianten zu fertigen und in Verbindung mit den in den Lean Manufacturing Cells variabel einsetzbaren Mitarbeiterzahlen die Flexibilität der Produktion als Ganzes zu steigern. Allerdings stellt die Berechnung des optimalen Mitarbeitereinsatzes ein komplexes, von Produktmix und Ausbringungsmenge abhängiges Problem dar und sollte nicht unterschätzt werden. Der Grad der Automatisierung im Rahmen von One-Piece-Flow-Produktionen ist im Grunde variabel. Nach Scharf / Kissing sind Automatisierungsgrade in einem Kontinuum von reiner manueller Tätigkeit bis hin zu Systemen, in denen Mitarbeiter nur noch 'für das Beschicken und Starten der Maschine zuständig sind' denkbar - Chaku-Chaku-Linien finden sich in diesem Sinne an letztgenanntem Ende dieses Kontinuums wieder. Nach Schlick et al. stellt das Chaku-Chaku-Prinzip dementsprechend sogar eine Form von One-Piece-Flow dar. Es fällt wiederum auf, dass eine komplette Automatisierung im Sinne flexibler Fertigungszellen nicht in dieses Kontinuum passt, menschliche Mitarbeiter also in jedem Fall Teil des Produktionsprozesses sind. Produktion im Kundentakt: Auch im Rahmen der Chaku-Chaku-Linien wird dem Lean-Production-Konzept entsprechend im Takt produziert, wobei dieser Produktionstakt idealerweise dem Kundentakt entsprechen sollte, sodass nur produziert wird, was auch bestellt wurde. Dieser Produktionstakt wird mit dem eben beschriebenen One-Piece-Flow realisiert, bei dem Kontinuität der Produktion vor Geschwindigkeit geht. Durch den Takt wird eine möglichst gleichmäßige Auslastung der zum Einsatz kommenden Maschinen angestrebt, um eine Abkehr vom Rhythmus und eventuelle Bestände durch Stauungen zu verhindern. Durch die Möglichkeit, den Personaleinsatz zu skalieren, eignen sich Lean Manufacturing Cells, insbesondere in Form von Chaku-Chaku-Linien, für eine Annäherung des Produktionstaktes an den Kundentakt. Dieser gibt die Personalstärke jeweils vor. In der Praxis wird die Nachfrage allerdings geglättet, um die Gefahr eines 'Bullwhip-Effektes', also sehr kurzfristiger Nachfrageänderungen, deren Folgen sich durch den gesamten Produktionsprozess ziehen, abzufangen. Diese Glättung sieht eine konstante Produktion bestimmter Produktsequenzen über eine kurze Zeitperiode vor. Layout: Grundsätzlich werden die Arbeitsplätze in Chaku-Chaku-Linien im Hinblick auf ergonomische und die Reduktion nicht wertschöpfender Arbeit hin gestaltet. Sie besitzen als Weiterentwicklung der klassischen Lean Manufacturing Cells deren U-Form, wobei der Abstand der Maschinen zueinander und zu den Mitarbeitern ein noch geringerer ist. Eventuelle Standardpuffer zwischen den Maschinen sollten nach Möglichkeit abgeschafft werden. Anstatt in einer losen Anordnung die reine räumliche Nähe zu realisieren, werden im Zuge der Chaku-Chaku-Linien die Maschinen untereinander mithilfe von Einfachautomatisierung gekoppelt.
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