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E-Book

Freikirchliche Pfingstbewegung in Deutschland

Innenansichten 1945-1985. E-BOOK

AutorLudwig David Eisenlöffel
VerlagV&R Unipress
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl444 Seiten
ISBN9783862340248
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis59,99 EUR

Die freikirchliche Pfingstbewegung in Deutschland wurde von den evangelischen Kirchenleitungen und Theologischen Fakultäten lange Zeit nicht wahrgenommen oder als schwärmerische Sekte abgelehnt. Sie entwickelte sich aber »im Hinterhof der Kirchen« dynamisch und konsequent zu einer neuen evangelischen Freikirche, die von Anfang an ein bemerkenswertes Wachstum zu verzeichnen hatte. Ihre Repräsentanten suchten erst ab 1960 den Dialog mit den anderen Kirchen und Freikirchen, die mittlerweile wahrnahmen, dass sich die Pfingstbewegung innerhalb des 20. Jahrhunderts unerwartet zu einer »dritten kirchlichen Macht« mit einer ökumenischen Dimension entwickelt und mit etwa einer halben Milliarde Anhänger (Pfingstler und Charismatiker zusammen) die orthodoxen Ostkirchen zahlenmäßig übertroffen hat. Die Arbeit würdigt die an dieser Entwicklung beteiligten Personen und ist ein wichtiger Beitrag für eine neue Sicht der Kirchengeschichte in Deutschland.



Pastor Dr. Ludwig David Eisenlöffel war 30 Jahre lang im »Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden« tätig.

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Leseprobe
"Teil D: Die ACD auf dem Weg zu ihren kirchlichen Nachbarn (S. 229-230)

Dieser vierte Teil des Buches ist eine wichtige Ergänzung, die auch ohne die Kenntnis der vorherigen drei Teile (Dissertation) eine vollständige historisch- wissenschaftliche Beschreibung der »zwischenkirchlichen Beziehungen « der Pfingstkirchen in Deutschland darstellt.

Einleitung

Wer die Kirchengeschichte kennt, weiß um die langen Zeiträume, die eine neue spirituelle Strömung für die Herausbildung ihres eigenen kirchlichen Profils in der Regel braucht. An ihrem Anfang wird sie gewöhnlich als Konkurrenz bekämpft oder einfach ignoriert. Fehler, die den Repräsentanten jeder neuen kirchlichen Strömung unterlaufen, werden gerne in diskriminierender Weise aufgebauscht, als wären sie typisch für die jeweils neue Bewegung. Ihr berechtigtes und eigentliches Anliegen wird im Argwohn eher verschwiegen, um die eigenen Leute nicht erst neugierig zu machen.

Ein anderes beliebtes Argument gegen einen neuen geistlichen Aufbruch in einer Kirche – und alle geistlichen Aufbrüche sind ja zunächst innerhalb einer Kirche entstanden! – sind die Ähnlichkeiten mit früheren Aufbrüchen, die sich in der Geschichte der Kirchen leider öfter zu Irrlehren entwickelt haben. Obwohl sie am Anfang vom Heiligen Geist gewirkt waren, wurden sie von ihren jeweiligen Repräsentanten später fehlgeleitet.

Andere wurden von der offiziellen Kirche oder ihrem verlängerten weltlich-obrigkeitlichen Arm mundtot gemacht oder von einer tendenziösen Geschichtsschreibung als gefährliche Häresien abgetan, obwohl sie auf dem Boden der Heiligen Schrift entstanden und geblieben waren, bis sie nach dem Tode ihrer Gründer langsam wieder eingeschlafen oder von der geschichtlichen Plattform ganz verschwunden sind. So ähnlich war also am Anfang des 20. Jahrhunderts auch diese irritierende »Pfingstbewegung«. Störten die Pfingstler nicht schlichtweg die Ruhe und Einheit der anderen Kirchen, die sich ganz gut eingerichtet hatten?

Auf diesem leider als normal geltenden historischen Hintergrund ist die nur vierzigjährige Geschichte der ACD(BFP) von 1945 bis 1985 eine sehr kurze Zeit für die hier beschriebene Entwicklung und geistliche Profilierung einer neuen evangelischen Freikirche in Deutschland. Die Pfingstbewegung hat nie den Anspruch erhoben, besser zu sein als andere Kirchen. Sie mag aber aus ihrer spirituellen Erfahrung heraus geglaubt haben, dass es durch ihr Zeugnis auch allen anderen Kirchen besser gehen könnte. Darum sind die »unverzagten Streiter Gottes« auf ihrem Posten geblieben."
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt7
Vorwort von Reinhard Hempelmann15
Zur Entstehungsgeschichte einer pentekostalen Freikirche15
Neutestamentliche und kirchengeschichtliche Anknüpfungen17
Die Globalisierung des Pentekostalismus20
Das Konzept der Geistestaufe21
Die ACD im Kontext der deutschen Pfingstbewegung22
Ökumenische Perspektiven25
Vorwort des Verfassers27
Einleitung: Die deutschen Pfingstler im Getto29
Teil A: Die verstreuten Pfingstgläubigen finden sich35
I. Die Folgen eines schwierigen Anfangs35
II. Die Freien Pfingstler sammeln sich46
III. Die Pfingstgemeinden in Deutschland vereinen und trennen sich62
IV. Unter dem sanften Joch der Liebe71
Teil B: Ein Fundament für das neue Haus87
I. Die Bibelschule Beröa87
II. Die pfingstkirchliche AG wird zur »ACD«96
III. Die ACD wird ein Verein98
IV. Die kirchlichen Nachbarn der ACD107
V. Eine Rückschau: Wie die ACD am Anfang war111
Teil C: Die ACD wächst wie ein Baum121
I. Die Bedeutung des Theologischen Seminars »Beröa« (TSB)121
II. Das zweite Standbein der ACD: Ihre Konferenz (Brüdertagung)143
III. Themen der biblischen Theologie148
IV. Themen der praktischen Theologie157
V. Themen der Moraltheologie164
VI. Themen der ökumenischen Theologie173
VII. Themen der missiologischen Theologie181
VIII. Adiaphora und umstrittene Glaubensfragen185
IX. Die Arbeitszweige der ACD192
X. Die Anziehungskraft der ACD216
XI. Eine hoffnungsvolle Bilanz221
Teil D: Die ACD auf dem Weg zu ihren kirchlichen Nachbarn231
Einleitung231
I. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)234
II. Die Annäherung an die Deutsche Evangelische Allianz (DEA)247
III. ACD und »Innerkirchliche Charismatische Bewegung« (ICB)281
IV. Entstehung des »Forum Freikirchlicher Pfingstgemeinden« (FFP)321
V. Der Weg in die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)357
Ein unsentimentaler Epilog401
Bibliographie405
Dokumentation Wichtige Texte aus Geschichte und Gegenwart der ACD/ BFP413
1. Appell zum verbindlichen Zusammenschluss 1951:413
2. Die Verantwortung für die Weltmission 1951413
3. Brief an die theologische Nachwuchsgeneration. 1952413
4. Erstes Credo der freikirchlichen Pfingstbewegung von 1926414
5. Grundsätze der Arbeitsweise der ACD 1954415
6. Kirchenverständnis und Glaubensbekenntnis der ACD/BFP415
7. Das missionarische und soziale Engagement der ACD/ BFP416
8. Unsere Gottesdienste417
9. AVC – Aktionskomitee für verfolgte Christen418
10. Empfehlungen der leitenden Vorstände des FFP an die Pfingstgemeinden419
11. 70 Jahre »Berliner Erklärung«420
12. Stellungnahme der DEA über das Verhältnis zu den Pfingstgruppen425
13. Zwischenbericht über Gespräche zwischen der DEA und der ACD426
14. Verlautbarung über Abschluss der Gespräche DEA- ACD427
15. Stellungnahme der deutschen Pfingstgemeinden zur charismatischen Bewegung429
16. Thesen der ICB in der evangelischen Kirche – »Würzburger Leitlinien « von 1976430
17. Auszüge aus dem Dekret des II. Vatikanischen Konzils über den Ökumenismus432
18. Stellungnahme des FFP und die Antworten der ICB.434
19. Eine konkrete Anfrage des FFP-Vorstandes an die Brüder der Großkirchen437
Personenverzeichnis439

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