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Fremdkontrolle als Dienstleistung für Kontrollierte

Eine Fallstudienanalyse

AutorTanja Brettel
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl317 Seiten
ISBN9783835090132
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis79,99 EUR
Basierend auf dem Grundmodell ökonomischer Akteure arbeitet Tanja Brettel vier Typen der Fremdkontrolle heraus, die unterschiedliche Zielsetzungen von Kontrollierten widerspiegeln: Fremdkontrolle als spezifischer Lernprozess, als Signalling zur Überzeugung Dritter, zur eigenen Disziplinierung und als Signalling zum Schutz gegen Dritte. Anschließend entwickelt sie Ansätze zur Optimierung der Gestaltung der Fremdkontrolldienstleistung aus der Sicht von Kontrollierten.

Dr. Tanja Brettel promovierte bei Prof. Dr. Utz Schäffer am Lehrstuhl für Controlling der European Business School, Oestrich-Winkel. Sie ist bei Bain & Company, München & Düsseldorf, tätig.

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Leseprobe
2. Methodik und Vorgehensweise (S. 3)

2.1 Wissenschaftstheoretische Einordnung

Eine wissenschaftstheoretische Einordnung bezweckt die Qualitat der Aussagen von wissenschaftlicher Arbeiten zu steigern und eine kritische Beurteilung dieser zu ermöglichen. „Die Methodologie ist gewissermaßen der Schatten der Wissenschaft. In der Wissenschaftstheorie bestehen unterschiedliche Möglichkeiten bspw. hinsichtlich Wissenschaftszielen (wozu wird untersucht?) sowie Forschungsstrategien (wie wird untersucht?).  ,Im Folgenden werden Wissenschaftsziele sowie Forschungsstrategien erläutert und eine Einordnung der vorliegenden Arbeit vorgenommen.

Wissenschaftsziel

Als Wissenschaftsziele werden in der Literatur in der Regel theoretische (auch: explanative oder „Wissensmotiv") von pragmatischen (auch technologischen oder „Gestaltungsmotiv") unterschieden, auf der einen Seite stellt also die Erklärung, auf der anderen Seite die Gestaltung, die einer Werturteilsproblematik unterliegt, das Ziel dar." In der betriebwirtschaftlichen Forschung scheint insbesondere das pragmatische Wissenschaftsziel vorherrschend zu sein, d.h. die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Praxis. „Die Erfahrungen mit Handlungsvorschlägen ... haben jedoch gezeigt, dass eine "direkte" Pragmatik, die unmittelbar zu Empfehlungen vorzustoßen versucht, kraftlos bleibt, da sie den kritischen Pragmatiker nicht überzeugen kann. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit,... theoretische Forschungsleistungen voranzustellen."

Die vorliegende Arbeit verfolgt im Wesentlichen ein Wissensmotiv, da sich die Wissenschaft bisher nur wenig mit dem Phänomen der Fremdkontrolle als Dienstleistung für Kontrollierte beschäftigt hat. Folglich sind weder eine umfassende Beschreibung noch Erklärungen vorhanden, auf deren Basis Gestahungsaussagen getroffen werden können. In der Betriebswirtschaftslehre gibt es Fragestellungen wie die vorliegende, für die bereits Lösungen in der Praxis entwickelt wurden, wöhrend sich die Wissenschaft noch nicht oder kaum damit befasst hat. So existieren für das zu untersuchende Phänomen zwar Praxisbeispiele, jedoch keine umfassende Theorie. Bestehende Theorien decken nur einzelne Aspekte des Phänomens ab.

„In gesellschaftlicher Sicht ist es daher die Funktion der Wissenschaft, für Menschen nutzliches Wissen zu produzieren, ein Seibstzweck kommt ihr ebenso wenig zu wie etwa der Unternehmung, die ja auch Leistungen für andere produziert."" Die Arbeit und deren Aussagen ist aus diesem Grund zukunftsgerichtet: Sie soll die Ableitung von normativen Aussagen ermöglichen und vorbereiten.

Forschungsstrategie

Zur Unterscheidung alternativer Forschungsstrategien wird in der Literatur häufig auf Grochla (1976) verwiesen. Er differenziert sachlich-analytische, formal-analytische und empirische Strategien. Die ersten beiden analytischen Strategien bezwecken das Verständnis von komplexen Zusammenhängen sowie die Schaffung einer Basis für Handlungen. Dabei bezweckt die formal-analytische Forschungsstrategie eine abstrakte, häufig mathematische Darstellung von Problemstrukturen, die empirische" Forschungsstrategie dagegen in Abgrenzung zu den analytischen Strategien eine systematische Erfahrungsgewinnung, bei der die wahrgenommene Realität im Vordergrund steht.

Hinsichtlich der Rolle empirischer Forschung in der Theorieentwicklung wird zwischen Exploration (Theoriegenerierung) und Konfirmation (Theorieüberprüfung) unterschieden. Über die Überlegenheit des einen oder des anderen Ansatzes zur Theorieentwicklung wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Radikale Vertreter explorativer Forschung sind insbesondere Glaser und Strauss ("Grounded Theory")- oder auch Eisenhardt (1989). Tatsächlich besteht dieser Konflikt jedoch nicht, denn "Complete loops of this inductive-deductive cycle, theory generation and theory testing, can contribute to the progressive shift spoken of by Karl Popper (1963)." Die beiden Ansätze ergänzen sich sinnvoll. Weder allein explorative noch allein konfirmatorische Forschung erscheint zweckmäßig oder realisierbar.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
lnhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Abkürzungsverzeichnis16
A Einführung18
1. Motivation und Zielsetzung18
2. Methodik und Vorgehensweise20
B Konzeptioneller Bezugsrahmen26
1. Grundmodell ökonomischer Akteure26
2. Kontrolle31
C Konzeptionelle Analyse der Fremdkontrolle als Dienstleistung für Kontrollierte48
1. Typologisierung der Erscheinungsformen48
2. Entscheidung des Kontrollierten über den Einsatz von Fremdkontrolle102
3. Gestaltung der Fremdkontrolle als Dienstleistung für Kontrollierte124
D Fallstudienanalyse der Fremdkontrolle als Dienstleistung für Kontroilierte160
1. Methodische Grundlagen160
2. Ergebnisse der Fallstudienuntersuchung180
E Zusammenfassung und Implikationen250
1. Zusammenfassung250
2. Implikationen für die Praxis253
3. Implikationen und Ausblick für die Forschung258
Quellenverzeichnis262

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