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E-Book

Führen mit bleibendem Eindruck

Impact-Techniken für Führungskräfte

AutorHorst Lempart
VerlagHaufe Verlag
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl211 Seiten
ISBN9783648132852
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis25,99 EUR
Aktuelle Studien zeigen, dass sich multisensorische Eindrücke nachhaltiger im Gedächtnis verankern. Je mehr Sinne miteinbezogen werden, desto höher die Erinnerungsquote. Führungskräfte, die mit Impact-Techniken unternehmerische Ziele vermitteln, Mitarbeiter motivieren und Teams führen, sind effektiver und erfolgreicher. Das Buch zeigt, wie Führungskräfte mit kreativen Bildern, Symbolen und Metaphern einprägsame Erlebnisse generieren und durch markante Inszenierungen Veränderungsimpulse setzen. Inhalte: - Was sind Impacts? - Wie sind Impacts aufgebaut? - Wie können Sie selbst Impacts entwickeln? - Impacts für diverse Führungssituationen 

Horst Lempart ist freiberuflich tätig als systemischer Coach, Supervisor und Speaker. Er hat eine Ausbildung zum Personal Coach / psychologischen Berater mit Diplom der Studiengemeinschaft Darmstadt, zum systemischen Coach mit Zertifizierung der DGSF und zum Heilpraktiker für Psychotherapie (HPG).

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Leseprobe

2 Impact-Techniken-Sammlung


Nun habe ich Ihre Geduld vielleicht schon strapaziert und Sie möchten endlich loslegen mit der Impact-Arbeit. Das sieht in etwa so aus, als würde man ans Ende eines dünnen Fadens ein immer größeres (Neugier-)Gewicht hängen, das den Faden unter Spannung setzt. Bis zu einem gewissen Grad ist das möglich, dann reißt der Geduldsfaden. Der reißt allerdings auch durch Materialermüdung, wenn sich am Gewicht gar nichts ändert. Sie kennen das vielleicht: Wenn die Einleitung zu lange dauert, verliert das Publikum das Interesse. Mit dem Faden-Impact möchte ich also Ihren Geduldsfaden noch einen Moment »entspannen«.

Wenn ich Sie mit der Lust auf Impacts anstecke, werden Ihnen zukünftig mehr und mehr Möglichkeiten für Aha-Effekte einfallen – die Welt ist voller Impacts! Ob Sie diese dann in Ihre beruflichen oder privaten Gespräche einbauen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Es gibt Menschen, die schöpfen aus der Fülle, andere klagen über die Leere des Lebens. Die Fülle des Lebens finden Sie überall: in der Natur, im Büro, im Supermarkt, im Keller oder auf dem Dachboden. In meinen Impact-Seminaren schütte ich einfach einen ganzen Koffer voller Utensilien in den Raum und stimuliere damit die Kreativität der Teilnehmer. Wenn Sie den Aufbau und die Einsatzmöglichkeiten der Technik verstanden haben, »wirken« die Dinge auf Sie fast automatisch. Lassen Sie sich von Ihrer Umwelt beeindrucken, weil Sie sie aus einer anderen Haltung heraus betrachten. Eine hilfreiche Frage: Wenn Sie nicht wüssten, was das für ein Objekt da vor Ihnen ist, was könnte das sein? Über diese Frage eröffnen sich Ihnen kreative neue Einsatzmöglichkeiten für Alltagsgegenstände in der Impact-Arbeit.

Sammeln Sie also solche Denkanstöße in Ihrem Notizheft, als Foto in einer separaten Impact-Ideen-Datei oder ganz traditionell in einer Trödel-Kiste. Letztlich ist es völlig Wurst, welcher Sammlertyp Sie sind. Hauptsache, Sie haben Ihr Angebot im entscheidenden Moment rechtzeitig zur Hand.

So, genug der einleitenden Worte. Der erste Impact ist gleich ein Klassiker. Ich eröffne damit meine Sammlung, weil er einen hervorragenden Eintritt in die Welt der Aha-Effekte liefert. »Die großen Steine« wurden schon als Metapher verwendet, lange bevor mir der Begriff »Impact« als stilistisches Mittel in der Kommunikation überhaupt begegnete. Ich bin überzeugt, dass Impacts schon eine lange Tradition haben, ohne dass wir ihnen explizit einen Namen gaben. Nun haben sie einen und können noch bewusster große Wirkung entfalten.

2.1 Die großen Steine – Die wirklich wichtigen Dinge im Leben


Ziele & Einsatzmöglichkeiten


Manchmal verzetteln wir uns in Details. Wir verlieren den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge. Wir funktionieren nur, bewältigen, ohne gewichten zu können. Die Zeit arbeitet gegen uns, weil sie uns keine Chance zu geben scheint, innezuhalten und zu priorisieren. Gefühlt geht es ums nackte Überleben. Irgendwie in Bewegung bleiben, damit wir nicht untergehen. In Fällen hoher Arbeitsdichte ist diese Gefahr besonders groß. Aber auch Menschentypen, die sehr gewissenhaft arbeiten, sich schlecht abgrenzen können oder schnell begeistert neue, zusätzliche Aufgaben übernehmen, sind anfällig für Überlastung. Bei ihnen ist die Gefahr besonders groß, dass sie sich »voll« fühlen, sich übernehmen, sie sich fremdgesteuert erleben. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Arbeit mit Impacts, dass Menschen nicht automatisch Hurra schreien, wenn man sie mit einer Wahrnehmung konfrontiert, die sie bisher selber ausgeblendet haben. Daher bieten diese Techniken ja weitgehend tretminenfreies Gelände. Hier können Wahrnehmungen einander gegenübergestellt werden, um ihren »Gehalt« einzuschätzen. Gute Impacts sind in der Tat wertvolles Gehalt, denn ihr Wert kann sich auszahlen.

Die Technik kann sowohl im Einzelsetting als auch vor größeren Gruppen zum Einsatz kommen, wie das Beispiel zeigt.

Ablauf


Eines Tages trat ein alter Professor vor seine Studenten und blickte andächtig in die Runde. »Wir werden heute ein kleines Experiment machen!«, verkündete er verheißungsvoll. Der alte Professor stellte vorsichtig einen großen Glaskrug auf den Tisch und füllte ihn bedächtig nach und nach mit großen Steinen, bis der Krug randvoll gefüllt war.

Der Professor hob den Kopf. »Ist der Krug voll?«, fragte er. Die Studenten zögerten nicht lange und antworteten mit einem lauten »Ja!«. Da blitzten die Augen des Professors auf und er fragte noch einmal nach: »Tatsächlich?« Darauf bückte er sich, holte ein Gefäß mit Kieselsteinen hervor und füllte bedächtig den Glaskrug, rührte um und füllte nach, bis die Kieselsteine alle Lücken füllten.

Der alte Professor hob erneut den Kopf und fragte: »Ist der Krug voll?« Die Studenten waren verunsichert, doch einer traute sich und antwortete mit fragender Stimme: »Wahrscheinlich nicht?« Dem Professor huschte ein leises Lächeln über die Lippen. »Gut«, schmunzelte er. Er neigte sich nach unten und hob einen Eimer mit Sand auf den Tisch. Bedächtig goss er den Sand in den Glaskrug. Der Sand rutschte zwischen den Steinen hindurch und füllte die Räume zwischen den großen Steinen und dem Kies.

Noch einmal fragte der Professor: »Ist der Krug voll?« Nun kam die Antwort aller Studenten, ohne zu zögern: »Nein!«, riefen sie dem Professor förmlich entgegen. Das Schmunzeln des Professors wurde breiter. »Gut!«, erwiderte er zufrieden. Nun blickte der Professor verheißungsvoll in die Gesichter seiner Studenten. Diese konnten kaum erwarten, wie das Experiment nun weitergehen sollte. Der Professor griff gemächlich unter seinen Tisch und beförderte eine Flasche Bier ans Tageslicht. Nachdem er die Flasche mit einem lauten Plopp geöffnet hatte, schüttete er den Inhalt in das Gefäß. Das Bier verteilte sich schäumend in den verbliebenen Zwischenräumen zwischen dem Sand.

Nun erhob sich der Professor und fragte die Gruppe: »Was will uns dieses Experiment sagen?« Der Vorwitzigste unter den Studenten erhob sich und sagte mich selbstsicherer Stimme: »Es zeigt uns, dass wir sogar dann, wenn wir meinen, dass wir keine Zeit mehr haben, noch weitere Termine vereinbaren und Dinge erledigen können, wenn wir es nur wollen!« »Nein«, sagte der alte Professor mit ernstem Blick. »Dieses Experiment soll uns zeigen, dass, wenn man nicht zuallererst die großen Steine in das Glas legt, sie später keinen Platz mehr finden!« Die Studenten verstummten und dachten andächtig über das Gesagte nach.

»Was sind die großen Steine in Ihrem Leben?«, unterbrach der Professor die Stille. »Gesundheit? Familie? Freunde? Die Verwirklichung Ihrer Träume? Die Freiheit, tun zu können, was Ihnen gefällt? Oder vielleicht etwas ganz anderes? Nehmen Sie aus unserem kleinen Experiment mit, dass es wichtig ist, zuerst die großen Steine im Leben zu platzieren, sonst laufen wir Gefahr, erfolglos und unglücklich zu sein. Wenn wir den Nebensächlichkeiten den Vorrang geben, also etwa dem Kies und dem Sand, dann füllen wir unser Leben damit auf und am Ende fehlt uns die kostbare Zeit, um uns den Dingen zu widmen, die uns am wichtigsten sind. Vergessen Sie daher nicht die Frage: Was sind die großen Steine in Ihrem Leben?«

Der Vorlauteste unter den Studenten erhob sich und fragte mit neugieriger Stimme: »Aber was hat es mit dem Bier auf sich?« Der alte Professor freute sich, dass nun endlich diese Frage an ihn gerichtet wurde und antwortete mit einem breiten Grinsen im Gesicht: »Es soll uns zeigen, dass für ein Bier mit guten Freunden immer Zeit ist«. Das leuchtete nun auch dem letzten Studenten ein.

Wie einleuchtend ist Ihnen die Wirkung dieser Impact-Technik? Der gute alte Professor hat beispielhaft einen Spannungsbogen gebaut und seine Studenten damit gefesselt. Und mit einem Augenzwinkern stellte er die Verbindung her zwischen dem Glaskrug und einem Glas Bier unter Freunden. Das nenne ich zielgruppengerechte Kommunikation.

Sie können den Impact gut in Ihren Arbeitsalltag übertragen. Mit einer Glasvase, ein paar Steinen, Sand und Wasser ist das Gespräch leicht vorbereitet. Wenn Sie im Einzelsetting arbeiten, reicht ein kleines Glasgefäß. Das reduziert die Menge an Material erheblich und ist völlig ausreichend für eine »Büro-Demo«.

Varianten


Die Technik ist wunderbar dafür geeignet, über das Thema »Prioritätenmanagement« zu sprechen. Was sind die wirklich wichtigen Dinge, die »großen Brocken«? Wenn Sie mit einem Mitarbeiter über die Wirkungen von »dringend« und »wichtig« sprechen, kann dieser Impact eine gute Einführung ins Thema bieten.

Sie können das Glas auch voll Wasser machen und ihn dann bitten, nun noch die »großen Brocken« unterzubringen. Natürlich wird das...

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