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E-Book

Führen mit Humor

Ein gruppendynamisches Erfolgskonzept

AutorGerhard Schwarz
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl208 Seiten
ISBN9783834997944
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Mit Humor erträgt sich vieles leichter. Wie man mit Humor besser führt, zeigt Gerhard Schwarz in dieser spannenden und aufschlussreichen Lektüre. Ein echtes Lesevergnügen. Der Autor unterscheidet folgende Formen des Komischen: Ironie, Schadenfreude, Satire, Sarkasmus, Zynismus und Humor. Jetzt in der 2., überarbeiteten Auflage. Neu sind nützliche Ergänzungen zur Rolle des Humors bei der Konsensfindung in Gruppen und Organisationen sowie zur reinigenden Funktion des Humors in stark emotional aufgeladenen Situationen.

Dr. Gerhard Schwarz, Universitätsdozent für Philosophie (Universität Wien) und Gruppendynamik (Universität Klagenfurt), arbeitet seit mehr als dreißig Jahren auf den Gebieten Organisationsentwicklung, Gruppendynamik und Konfliktmanagement. Er ist Berater namhafter Unternehmen vor allem in Deutschland und Österreich und gefragter Referent auf Kongressen. Außerdem moderierte er mehrere Fernsehsendungen im ORF. Sein erfolgreiches Buch 'Konfliktmanagement' erschien 2005 in der 7. Auflage bei Gabler.

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Leseprobe
3. Humor als Führungs- und Interventionsinstrument (S. 85-86)

In Hierarchien

Der Chef erzählt einen Witz. Alle lachen bis auf einen. Der Chef runzelt die Stirn und fragt ihn: „Sie finden den Witz wohl nicht gut?" „Nein", sagt der Mitarbeiter, „ich habe nämlich gerade gekündigt."

Über- und Unterordnungsstrukturen sind heute sehr kränkungsanfällig. Sowohl Vorgesetzte, die merken, wenn ihnen die Mitarbeiter nicht wirklich folgen, als auch Mitarbeiter, die den Eindruck haben, dass der Chef nicht wirklich auf sie hört, bekommen Identitätsprobleme. Es gibt nicht sehr viele Möglichkeiten, diese Identitätsprobleme zu bearbeiten und trotzdem das Organisationsprinzip der Hierarchie aufrechtzuerhalten. Witze können ein Instrument der Bearbeitung von Über- und Unterordnungssituationen sein. Witze leben natürlich unter anderem von Übertreibungen, dennoch können die Bonmots, die man sich beim Bier über den Chef erzählt, ein Gradmesser für das Ausmaß der empfundenen Unterdrückung sein. Die Skala reicht hier von harmlos bis aggressiv:

Der Mitarbeiter stürzt herein zur Sekretärin des Chefs und sagt: „Können Sie bitte das Papier noch schnell austauschen, ich habe Ihnen vorher nicht den Brief an den Vorstand gegeben, sondern den Prospekt der Beerdigungsfirma." „Zu spät", sagt die Sekretärin, „der Chef hat schon unterschrieben."

Einigermaßen aggressiv ist dagegen die Geschichte mit dem Totengräber: Ein Totengräber kommt ganz erschöpft nach Hause, zwei Stunden später als normal. Seine Frau fragt ihn, was denn los war. „Wir haben heute ein Vorstandsmitglied der Firma XY beerdigt. Da haben wir so einen Applaus bekommen, dass wir den Sarg zwölf Mal wieder hochkurbeln mussten."

Da jeder Mensch Schwächen hat, kann man sich natürlich über diese lustig machen. Das Lachen in hierarchisch differenzierten Strukturen dient aber dazu, diese zu nivellieren und damit einen Unterschied deutlich zu machen, den wir oben beschrieben haben: Als Menschen sind Vorgesetzte und Mitarbeiter gleichwertig, als Funktionäre haben sie über- und untergeordnete Positionen. Dieser Unterscheidung dient das Lachen und insofern ist es auch destruktiv. Es kratzt an der funktionalen Autorität des Vorgesetzten. Viele Chefs reagieren auf diese Situation in den Augen der Mitarbeiter ambivalent, indem diese im informellen Bereich eine Gleichstellung anstreben (Duzen, Bierabende, Betriebsausflüge etc.), im beruflichen Kontext aber den formellen Umgang pflegen.

Der beste Weg für den Umgang mit dieser Differenz ist wohl die Selbstironie: Stoßseufzer eines Vorgesetzten Kommt man morgens zu spät, ist man ein schlechtes Vorbild, kommt man pünktlich, ist man ein Aufpasser. Ist man zu seinen Mitarbeitern freundlich, will man sich anbiedern, ist man zurückhaltend, gilt man als hochnäsig. Kümmert man sich um die Arbeit seiner Leute, ist man ein Schnüffler, tut man es nicht, hat man von der Sache überhaupt keine Ahnung. Geht man oft zum Chef, ist man ein Radfahrer, geht man selten, traut man sich nicht. Hält man Konferenzen ab, ist man ein Schwätzer, hält man keine ab, ist man ein „Mann der einsamen Beschlüsse". Ist man schon etwas älter, gilt man als verkalkt, ist man noch jung, fehlt die Erfahrung des Alters. Bleibt man abends länger, markiert man den Überbeschäftigten, geht man pünktlich, fehlt das Firmeninteresse.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur 2. Auflage7
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Einleitung14
1. Das Komische: Wann lachen wir?18
Was kann Lachen bewirken?20
Formen des Lachens27
Humor, Komisches, Lustiges32
Analyse des Komischen33
2. Die Formen des Komischen42
Ironie42
Schadenfreude, Spott und Hohn45
Parodie und Satire50
Sarkasmus52
Zynismus53
Kleine Philosophie des Führens mit Zynismus58
Realitätsbezug und Humor63
Führungspraxis mit Humor65
3. Humor als Führungs- und Interventionsinstrument86
In Hierarchien86
In Gruppen97
Humor in Mediation und Konfliktmanagement117
Humor in der Organisationsberatung122
Humor im Produkt: „Komische“ Produkte129
Mann-Frau-Humor137
Humor-Training146
4. Ein Ausflug in die Mythologie, Religion und Literatur162
Gott und die Welt oder Transzendenz und Komik166
Humor in den Erlösungsreligionen169
Religiöse Karikaturen188
Noch eine neue Gottheit: das Internet203
Ein persönliches Nachwort204
Literaturverzeichnis210
Der Autor216
Stichwortverzeichnis218

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