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Führer durch die moderne Literatur

AutorHanns Heinz Ewers
VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl315 Seiten
ISBN9783849642778
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis0,99 EUR
Zu Ewers' bekanntesten Werken gehört zweifelsohne der 'Führer durch die moderne Literatur'. Auf vielen Seiten beschreibt der Autor, zusammen mit Co-Autoren wie z.B. René Schickele, über 300 Schriftsteller, teilweise pointiert bis satirisch. Neben vielen anderen sind enthalten: Juhanni Aho Conrad Alberti Peter Altenberg Gerhart von Amyntor Lou Andreas-Salome Gabriele d'Annunzio Kurt Aram Wilhelm Arent Raoul Auernheimer Ferdinand Avenarius Hermann Bahr Hermann Bang Maurice Barrès Charles Baudelaire Hans Benzmann Richard Beer-Hoffmann Hans Bethge Margarethe Beutler Franz Adam Beyerlein Otto Julius Bierbaum Björnstjerne Björnson ...

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Leseprobe

Giosuè Carducci


 


Giosuè Carducci, geb. 1836 zu Valdicastello in Toscana, lebt in Florenz. Dieser große italienische Dichter verdient deshalb hier besondere Beachtung, weil sein Einfluß auf die moderne deutsche Literatur, wie auf Hoffmannsthal, St. George und viele andere ein außerordentlich tiefer war. Schon Ende der fünfziger Jahre erschienen seine ersten Gedichtbände »Reime«, »Leviagravia«, »I Decennali«, die eine starte Eigenart und einen hohen, kühnen Gedankenflug, offenbarten. Unter dem Decknamen Enotrio Romano gab er 1865 als Flugblatt seine berühmte »Hymne an den Satan« heraus, die einen außerordentlichen Erfolg hatte und nicht wenig dazu beitrug, dem modernen Gedanken den Weg zu ebnen. Der Geist, der »Nein!« sagt, der Empörer, der auf seine Fahne ein stolzes »Etiamsi omnes – ego non!« schreibt, ist der Held dieser urgewaltigen Dichtung. Er, der Herr der Rebellion, der siegreiche Kämpfer des menschlichen Verstandes, ist das große Agens allen Seins, ist der Held aller Freiheit, der Feind aller Knechtschaft, der mächtige Förderer allen Fortschritts. – So ist dieser schon 1836 geborene geniale Dichter heute noch der allermodernste unter den Jungen! – In den »Dichtungen des Enotrio Romano« sind 1887 alle bisher erschienenen Arbeiten vereinigt; in den siebziger Jahren kamen »Die neuen Lieder«, die »Jamben und Epoden« und die »Neuen Reime« hinzu. Deutsch ist eine Auswahl seiner Gedichte durch B. Jakobson herausgegeben worden. Als Gelehrter schrieb Carducci – er ist Universitätsprofessor, auch Senator des Königreichs Italien – eine Reihe ausgezeichneter Abhandlungen auf literarhistorischem und philologischem Gebiete. Glänzend sind auch seine drei Gedichtbände »Barbarische Oden«, »Neue barbarische Oden« und »Dritte barbarische Oden«, in denen er sich der horazischen Versformen bediente. – Carducci ist neben Leopardi der größte italienische Dichter des neunzehnten Jahrhunderts; er ist derjenige, der Wohl den größten Einfluß auf die Schaffung dessen geübt hat, was man als den »modernen Gedanken« zu bezeichnen pflegt.

 

Dr. H. E.

 

 

Houston Stewart Chamberlain


 


Houston Stewart Chamberlain, geb. 1855 in Portsmouth, lebt in Wien. Chamberlain schreibt, obwohl englischer Abstammung, wie der Schotte John Henry Mackay, in deutscher Sprache und machte sich zuerst durch seine ausgezeichneten Schriften über Richard Wagner bekannt, die unter den Titeln »Das Drama Richard Wagners«, »Richard Wagner« (Biographie), und »Die ersten 20 Jahre der Bayreuther Bühnenfestspiele« erschienen. Er veröffentlichte dann drei Dichtungen unter dem Namen »Parsifalmärchen«. – Seinen Weltruhm verdankt er seinem großangelegten geschichtsphilosophischen Werke »Das neunzehnte Jahrhundert« in dem er den Rassenstandpunkt vertritt und – im Gegensatz zu seinem großen Landsmann, dem englischen Premierminister Lord Beaconsfield-Disraeli (vergl. dessen Roman »Coningsby«) – die Hegemonie der germanischen Rasse verkündet.

 

Dr. H. E.

 

 

Vincenz Chiavacci


 


Vincenz Chiavacci, geb. 1847 in Wien, lebt ebenda. Ein Humorist der alten Wiener Schule mit ihrem drastischen, aber liebenswürdigen Tone. Er schrieb eine große Anzahl von lustigen Plaudereien und Skizzen, von denen keine über den Tag ihres Erscheinens hinaus lebte.

 

Dr. B.

 

 

Michael Georg Conrad


 


Michael Georg Conrad. Was die Brüder Hart für den literarischen Norden waren, wurde der Franke Michael Georg Conrad (geb. 1846 in Knotstadt in Franken, lebt in München), der Herold des neuen Sturms und Drangs, für Süddeutschland mit der Metropole München. 1885 begründete er, von Paris, wo er die persönliche Bekanntschaft Zolas gemacht hatte, zurückgekehrt, mit Wolfgang Kirchbach zusammen »Die Gesellschaft«, in der er für die Revolution der Literatur Propaganda machte und sich bemühte, deren Wesen weiteren Kreisen zum Verständnis zu bringen. Er war eine Sergeantennatur im liebenswürdigeren Sinne des Wortes, ein Organisationstalent ohne den großen Blick, der zum Feldherrn befähigt. Trotzdem behauptete er sich durch das Draufgeherische, das Naturburschenhafte seiner Art lange Zeit im Vordergrunde der modernen Phalanx. Daß er der modernen Bewegung innerlich wenig geben konnte, lag vor allem in einer Begrenztheit der künstlerischen Begabung des »teutonisierenden Journalisten«. Seine Romane und Novellen füllen Bände, ohne die Literatur eigentlich um ein wirkliches Kunstwerk bereichert zu haben. Er begann als Unterhaltungsschriftsteller mit der Novelle »Lutetia«, 1883. Es folgten dann in rascher Folge die Romane »Was die Isar rauscht«, »Die klugen Jungfrauen«, »Die Beichte des Narren« und die Novellen »Raubzeug«, »Bergfeuer«, »Der Übermensch«. Der charakteristische Zug in diesen Arbeiten ist neben derber Satire eine unter den geistigen Auspizien Nietzsches stehende Einseitigkeit der Weltbetrachtung. Zum sozialen Roman schreitet er in dem Roman »In purpurner Finsternis«, 1895, in welchem er sein Bild vom Zukunftsstaat auf Grundlage einer Art von Idealanarchismus schildert. Ein zweiter Roman verwandter Gattung ist »Majestät«, 1902. Hier schildert er das Schicksal des Bayernkönigs Ludwig II. – Seine Lyrik ( »Salve regina«, 1899) enthält manches Schlichte und auch tief Empfundene, ohne eine besondere Linie und Gedankenform zu finden.

 

V. H.

 

 

Hermann Conradi


 


Hermann Conradi, geb. 1862 zu Jeßnitz in Anhalt, starb 1890 in Würzburg. Conradi war der eigentliche künstlerische Vorläufer der Moderne, und als solcher ein Opfer der Zeit, der er entgegenging. Seine ersten Skizzen veröffentlichte er als Vierundzwanzigjähriger unter dem Titel »Brutalitäten«, künstlerisch noch ziemlich wertlose Arbeiten, in denen aber schon das Blut des Gehetzten, Suchenden, groß Wollenden brandete. Es folgte der Roman »Phrasen«, ein leidenschaftliches Buch, das in aphoristischer Abgerissenheit das Ringen einer Seele zeigt, die unter dem neuen, hinreißenden Eindruck der Schriften Nietzsches mit Gewalt von der überkommenen Moral, von den gesellschaftlichen Konventionen und Lügen loszukommen sucht, und die einer nur geahnten, ganz unklaren Zukunft der Freiheit und des menschenwürdigen Gebens zustrebt. Seine Gedichte »Die Lieder eines Sünders« sind auf denselben Ton gestimmt. Brutale Selbstanklagen wechseln mit ekstatischen Zukunftshoffnungen und verzweifelter Entsagung. Das Hauptwerk Conradis ist sein letzter Roman »Adam Mensch«. Er schildert einen Menschen, der rücksichtslos seinen Weg geht, der all das Alte, Schlechte, Morsche der Vergangenheit erkannt hat und sich als neue Persönlichkeit, als Apostel der Neuzeit fühlt, ohne doch den Weg zu kennen, der zur Zukunft führt. Ist auch dichterisch manches ungefügig und ungegoren, so ist doch menschlich und kulturgeschichtlich der »Adam Mensch« ein Buch von sehr großer und bleibender Bedeutung. Conradi litt an der Gärung seiner Zeit, an dem Werden des Neuen, Großen, das er herannahen fühlte, ohne zu wissen, wann es kommen soll, und wie es beschaffen sein wird. So tastete er unter dem Einfluß Dostojewskys und Nietzsches nach einem philosophischen und künstlerischen Halt, bis er im Alter von 28 Jahren starb, ob durch Selbstmord oder infolge seiner nervösen Ausschweifungen, steht dahin; jedenfalls aber, um seinen eigenen Ausdruck zu gebrauchen, als ein »Opfer der Zukunft«. Er selbst hat das Werden der jungdeutschen Literatur nicht mehr miterlebt, aber sein Einfluß auf all diejenigen, die die »Moderne« gestalten halfen, ist unbestritten. Johannes Schlaf wäre ohne Conradi kaum denkbar, und auch Gerhart Hauptmann wurde durch Conradis Einfluß in die naturalistische Bahn gedrängt. Unter den Vorkämpfern für die sogenannte literarische Revolution Deutschlands steht somit der Name Hermann Conradi an erster Stelle.

 

Dr. H. E.

 

 

Louis Couperus


 


Louis Couperus, geb. 1863 in 'sGravenhage, lebt ebenda. Zweifellos der bedeutendste lebende niederländische Schriftsteller, der auch auf die moderne deutsche Literatur nicht ohne Einfluß geblieben ist. Ein Stilkünstler allerersten Ranges, errang er, nachdem er einige Lyrikbände, u. a. »Orchideen«, herausgegeben, seinen ersten durchschlagenden Erfolg mit dem Roman »Eline Vere«, der das gesellschaftliche Leben seiner Vaterstadt, des Haag, famos wiedergibt....

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