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E-Book

Von ganzem Herzen lieben

Die innerste Kraft des Lebens geben und empfangen

AutorChuck Spezzano
VerlagIntegral
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl528 Seiten
ISBN9783641206697
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Der Wegweiser zu einer starken, tiefen Liebe
Die wunderbare Kraft dieses Buches hat weltweit unzählige Menschen berührt und inspiriert. Mit einer einzigartigen Sammlung heilender Übungen für praktisch alle Beziehungsprobleme bietet es ein schier unerschöpfliches Reservoir, um frischen Schwung in die Partnerschaft zu bringen, Auswege in Problemsituationen zu finden und neue Dimensionen der Liebesfähigkeit zu erschließen.

Die Bibel der modernen Paartherapie - vom weltberühmten Beziehungstherapeuten.


Der Bestsellerautor Chuck Spezzano ist als Referent, Seminarleiter, spiritueller Wegbegleiter und visionärer Lebenslehrer international bekannt. Gemeinsam mit seiner Frau Lency hat er die bahnbrechende Methode der »Psychology of Vision« entwickelt und arbeitet seit über fünfundvierzig Jahren als Berater und Therapeut sehr erfolgreich vor allem mit Menschen in Europa, Nordamerika und Asien.

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Leseprobe

BEZIEHUNGEN VERSTEHEN LERNEN


Obwohl jede Beziehung einzigartig ist und eigene Antriebskräfte und Fallgruben hat, verläuft jede Beziehung in einer Reihe von Entwicklungsphasen und -stufen. Wenn wir diese besser verstehen, werden wir auch besser in der Lage sein, sie zu bewältigen. In jeder Phase und auf jeder Stufe tauchen bestimmte Themen auf, die der Heilung bedürfen, und wenn wir diese Lektionen lernen, können wir uns sowohl als Individuum als auch als Paare weiterentwickeln.

Allen Beziehungen sind außerdem bestimmte Merkmale gemein, die hier erklärt werden sollen, damit Sie besser mit auftauchenden Problemen umgehen können. Um herauszufinden, auf welche Weise wir ein Problem heilen können, ist es notwendig, überhaupt erst einmal zu wissen, warum und auf welche Weise eine Beziehung eine bestimmte Phase erreicht hat. Solchermaßen gewappnet, können wir die Problembereiche in unseren Beziehungen identifizieren, erkennen, welche davon phasenspezifisch sind, verstehen, warum und wie sie entstanden sind, und mit den richtigen Antworten voranschreiten, um unsere Lebensaufgabe zu erfüllen.

Die Phasen und Stufen einer Beziehung


Die romantische Phase


Die romantische Phase findet gleich zu Beginn einer Beziehung statt und gibt uns einen Vorgeschmack darauf, wie wunderbar unsere Beziehung sein kann. Wir erleben die Schönheit, den Spaß und die Glückseligkeit einer Beziehung, und später – wenn bereits alles aus dem Ruder gelaufen ist – schauen wir oft wehmütig auf diese Phase zurück. Die romantische Phase kann uns als Ideal dienen, weil sie zeigt, was wir uns von einer Beziehung erhoffen und was wir erreichen können, wenn wir die Beziehung vollständig transformieren.

Wenn wir eine Beziehung eingehen wollen, suchen wir nach einem Menschen, der uns auf ganz besondere Weise behandelt. Da jeder von uns bestätigt haben möchte, dass er tatsächlich etwas ganz Besonderes ist, erfüllt die romantische Phase dieses Bedürfnis. Wir behandeln einander zu Beginn einer Beziehung so gut, weil alles neu ist, weil wir glauben, unsere »fehlende Hälfte« gefunden zu haben, und weil wir so furchtbar verliebt sind. Aber da wir den fehlenden Teil unseres Selbst im Partner suchen, mischen sich in die Anziehung auch Angst und sogar ein gewisser Druck. Wenn wir eine neue Beziehung eingehen, tun wir dies immer in der Hoffnung, ganz zu werden. Deshalb liegt im Herzen der Romantik die Illusion verborgen, der Partner könne uns erfüllen und ganz machen. Und genau aus diesem Grund – der natürlich der falsche Grund ist – gehen wir häufig Beziehungen ein. Aber immerhin stellt er den Leim dar, der uns anfangs zueinander hinzieht und unsere Beziehung zusammenhält. Wenn dann die Beziehung nicht so läuft, wie wir es uns vorgestellt hatten, fürchten wir, festzukleben. Sollte die Beziehung aber weitergehen, kann sie nur dann Erfolg haben, wenn wir aus den richtigen Gründen zusammenbleiben wollen. Dazu gehören Liebe und Glück als Hauptziele, aber auch der Wunsch nach Heilung durch Bindung, Vergebung und Hingabe, um den Frieden, die Liebe und das Glück zu entdecken, die in uns sind und immer in uns waren.

Wo Romantik und Illusion ist, da wird auch Enttäuschung und Frustration sein – es sei denn, es gelingt uns, uns auf ein neues Ziel hin zu orientieren, um unsere Beziehung ganz zu machen. Das setzt natürlich voraus, dass wir uns bewusst der eigenen Heilung und der des Partners verpflichten.

Genießen Sie alle Aspekte der romantischen Phase, aber seien Sie nicht überrascht oder gar enttäuscht, wenn sie in die nächste Phase übergeht. Das Ende der romantischen Phase ist noch lange nicht das Ende der Beziehung oder der Liebe. Verliebtheit ist nicht gleich Liebe, sondern eine idealisierte Vorstellung von Beziehung, die uns mit starken, häufig sogar leidenschaftlichen Gefühlen erfüllt, welche wir mit Liebe verwechseln. Immerhin können diese Gefühle der Treibstoff sein, der uns durch die schwierigeren Phasen der Beziehung, die noch von uns liegen, bringt.

Die Machtkampfphase


Diese Phase kommt gleich im Anschluss an die romantische Phase, obwohl Streitereien natürlich jederzeit stattfinden können. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass unsere Ängste und Bedürfnisse und die Unterschiede zum Partner sichtbar werden, weil die Fassade unserer scheinbar so »perfekten« Beziehung einige Risse bekommen hat. Oft werden gerade die Dinge zu Konfliktpunkten, die uns an unserem Partner so gefallen haben – eben die Unterschiede. Vielleicht erkennen wir in dieser Phase, dass unsere Bedürfnisse nicht in der Weise erfüllt werden, wie wir es uns vorgestellt hatten, oder wir entdecken, dass wir die Weltsicht des Partners nicht unbedingt teilen können. Und hier beginnt der Kampf. Jeder von uns kämpft, um seine Bedürfnisse durchzusetzen und um dafür zu sorgen, dass alles so getan wird, wie es unserem Verständnis von der Welt und dem Leben entspricht. Höchstwahrscheinlich manövrieren wir uns so in eine Situation, in der keiner gewinnen kann.

Die Herausforderung liegt nun darin, die Trennung zu heilen, sobald sie sichtbar wird. Wenn wir im Partner Dinge sehen, die wir nicht mögen, liegt das daran, dass er Teile von uns auslebt, die wir in uns selbst ablehnen und vor uns selbst versteckt haben. Das hört sich zwar kompliziert an, ist es aber nicht. Wir gehen Beziehungen ein, weil unsere Partner etwas von uns verkörpern, das wir brauchen oder versteckt haben. Sie repräsentieren sozusagen einen fehlenden Teil, der uns ganz zu machen verspricht. Das Problem ist nur, dass wir diesen Teil aus gutem Grund versteckt haben. Es mag sein, dass wir beim Ausleben dieses Teils in unserer Kindheit verletzt worden sind und daher beschlossen haben, ihn irgendwo zu verbergen; er kann aber auch aufgrund eines Traumas oder eines starken Schmerzes irgendwann in unserem Leben von uns abgespalten worden sein. Unabhängig davon, worin der Grund für diese Abspaltung liegen mag, konfrontiert uns die Beziehung erneut damit, und wir müssen uns zunächst durch Angst und Schmerz hindurchwagen, um unsere Partner wirklich lieben zu können und eine erfüllende Beziehung zu ihnen aufzubauen. Wenn wir eine echte Verbindung mit einem Partner eingehen, eignen wir uns diesen verlorenen Teil wieder an und integrieren ihn. Auf diese Weise verbindet sich auch unsere eigene Energie mit der des Partners. Aber dieser Schritt ist nicht leicht, und die Mauern, die wir um uns errichtet haben, bilden das Fundament des Machtkampfes.

In dieser Phase kämpfen wir für das, was wir für unsere Ängste und Bedürfnisse halten – was natürlich zu größeren Konflikten führen muss. Aber immer, wenn wir geben, vergeben, uns hingeben und die Nähe zum anderen suchen, entsteht eine neue Brücke zwischen uns, und die Beziehung wird in tieferem Verständnis, größerer Nähe und stärkerem Vertrauen erblühen.

Heilung bedeutet in dieser Phase aber nicht, Kompromisse zu finden, da dies bei beiden Partnern nur dazu führen würde, dass sie frustriert werden und glauben, etwas verloren zu haben. Wenn wir Kompromisse eingehen, opfern wir etwas, an das wir glauben, um eine von beiden Partnern akzeptierte Lösung zu finden. Aber wahre Kommunikation macht Kompromisse überflüssig. Wir müssen lernen, reifer zu werden und Freundschaft zu schließen, und wir müssen von Herzen geben, ohne dabei auf eine Belohnung zu hoffen. Wir müssen jedes Festhalten aufgeben, uns dem anderen öffnen und all unser Vertrauen in den Partner und die Beziehung setzen. Nur auf diese Weise wird wahre Kommunikation entstehen und mit ihr Liebe. Nur auf diese Weise wird unser Herz heilen. Jedes Mal, wenn wir gemeinsam mit unserem Partner Heilung erfahren oder einen Durchbruch erleben, werden wir wieder eine Phase der Romantik genießen können, die so lange anhält, bis die nächste Schicht eines Machtkampfs oder einer Beziehungsflaute zum Vorschein kommt.

 

Die Schattenstufe

Die Schattenstufe ist die erste Stufe der Machtkampfphase und folgt der Romantik auf dem Fuß. Diese Stufe repräsentiert häufig den Punkt, an dem viele Beziehungen und Ehen bereits scheitern. Manche von uns meistern diese Stufe leichten Fußes, aber für andere kann dies die schwierigste Zeit der ganzen Beziehung überhaupt sein.

Wie aus heiterem Himmel meinen wir plötzlich zu erkennen, dass unsere göttliche Beziehung eigentlich die Hölle auf Erden ist. Und wenn wir uns in der Hölle befinden, muss der Partner ja wohl der Teufel persönlich sein. Das hört sich vielleicht etwas zu melodramatisch an, aber Tatsache ist, dass in dieser Stufe oft intensive Gefühle der Wut und der Abneigung hochkommen, die nur schwer zu verstehen sind. Wenn wir eine Beziehung eingehen, projizieren wir unsere Ideale auf den Partner. Wir sehen also in ihm all das, was uns ganz machen kann, und glauben, dass er unser Bedürfnis, etwas ganz Besonderes zu sein, erfüllen kann. Aber auf dieser Schattenstufe fangen wir an, auch etwas anderes zu projizieren, und das ist oft das Allerschlimmste, was wir uns vorstellen können.

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