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Geld, Gier & Betrug

Wie unser Vertrauen missbraucht wird - Betrachtungen eines Psychoanalytikers

AutorTilmann Moser
VerlagBrandes & Apsel Verlag
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl152 Seiten
ISBN9783860999721
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,99 EUR
Die permanente Weltfinanzkrise bestimmt unsere Gegenwart und Zukunft. Doch nicht nur abstrakt sind wir den unvorstellbaren Transaktionen und Spekulationen von Bankern oder den Schuldenbergen der Staaten ausgeliefert. Wir haben durch unsere privaten Schulden oder Rücklagen teil an diesem Geldsystem. Moser zeigt uns die sozialpsychologischen Zusammenhänge aller Akteure auf und wie das Finanzsystem unser Verhältnis zum Geld bestimmt. Er analysiert die Veränderungen der letzten Jahre und bringt persönliche Erfahrungen ein im Verhältnis zu Bank und Börse. Mit dem Konzept der Korrumpierbarkeit des Ichs und des Überichs unter dem Druck von Ehrgeiz und Rivalität, von Angst und Panik, Größenphantasien und destruktivem Wettbewerb liefert er Erkenntnisse über die kollektiven Prozesse dieser Krisenjahrzehnte.

Der Autor: Tilmann Moser, Psychoanalytiker, Dr., Studium der Literaturwissenschaft in Tübingen, Berlin und Paris, journalistische Ausbildung, danach Studium der Soziologie. 1969-1978 Dozent am Fachbereich Jura der J. W. Goethe-Universität. Seit 1978 private Praxis in Freiburg. Buchpublikationen zu den Themen Psychoanalyse und Spätfolgen des Dritten Reiches, Psychoanalyse und Körperpsychotherapie, Psychoanalyse und religiöse Störungen.

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Leseprobe
PSYCHOLOGIE
UND DAS ETHISCHE VOLKSVERMÖGEN
Wie entsteht öffentliche Moral? Wie bildet sich überhaupt "Gewissen", in welchen Lebensabschnitten und in welchen Gruppen? Klar ist, dass Gewissensbildung ein biographisches Phänomen ist. Kindheits- und Jugendforscher sprechen von ganz verschiedenen Mechanismen und Zeitpunkten des Einsetzens von moralischer Reifung oder moralischer Pervertierung. Aber gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen frühkindlicher Gewissensentwicklung und erwachsenen gesellschaftlichen Standards? Stimmt es, dass eine mehr oder minder große Distanz besteht zwischen dem ethischen Niveau innerhalb von Familien, Kleingruppen, Paaren, Freundschaften und dem moralischen Zustand ganzer Gesellschaften oder ihrer Teilbereiche? Gibt es einen Trend zu allgemeiner Korruption oder - wie es viele aufklärerische Autoren ersehnten - zur moralischen Verbesserung der ganzen Menschheit? Was stimmt an den negativen Beurteilungen ganzer Epochen, und nach welchen Maßstäben werden sie getätigt? Gibt es die berühmte Nostalgie nach ethisch besseren Zeiten? Und ist sie wenigsten teilweise fundiert? Ist der ehrbare Kaufmann ein Mythos oder beschreibt er korrekt die Verhaltensweisen bestimmter historischer Gruppen unter bestimmten Verhältnissen von Kontrolle oder psychischer Verinnerlichung?
Eine Flut von Fragen taucht auf, wenn man sich auf so schwer greifbare Probleme wie das durchschnittliche moralische Niveau eines Landes, einer Epoche oder eines bestimmten Zeitpunktes einlässt. Die jeweilige Einschätzung ist schwer objektiv zu begründen, verlässliche Forschungen sind noch selten, die Beschreibungen dürften höchst subjektiv sein, je nach dem Temperament des Betrachters: optimistisch, pessimistisch, aufklärerisch oder untergangsphilophisch; nach dem jeweiligen Glauben an den Fortschritt oder an den kommenden oder bereits eingetretenen Niedergang oder gar an die Diagnose Endzeitstimmung.
Die täglichen Betrugsmeldungen sind jedenfalls oft niederschmetternd in ihrer Häufung. Aber noch ist unklar, ob es sich, ähnlich wie bei der Kriminalität, um ein Phänomen veränderter Publizitätsgewohnheiten handelt oder um eine veränderte Aufmerksamkeit, eine neue Lust an einer kollektiven Selbstbezichtigung anhand immer neuer Beispiele oder um eine tatsächliche Häufung einschlägiger Vorfälle, die durch alle Schichten und Bereiche geistern. Politologie, Soziologie, Volkswirtschaft und Tiefenpsychologie folgen unterschiedlichen Kategoriensystemen, und doch greifen sie ineinander bei einem Phänomen, das überdimensionale Öffentlichkeit beansprucht und die unterschiedlichsten Kommentare auslöst, von anklägerischer Dringlichkeit bis zu apathischer Resignation.
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