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E-Book

Gemüseraritäten

im naturnahen Garten

AutorDr. Brunhilde Bross-Burkhardt
VerlagCadmos Verlag
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl96 Seiten
ISBN9783840465468
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis7,99 EUR
Vielfalt ist im Garten gefragt: Dazu tragen die Fülle der Blatt- und Wurzelgemüse-Arten, der Zwiebelgewächse und Leguminosen bei. Alle, die über ein Stück Land verfügen, sind fein heraus: Sie können Gemüseraritäten selbst anbauen und in der Küche kreativ zubereiten. Sie versorgen sich so mit gesunden Nahrungsmitteln und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität im Garten und in der Natur. Der Wert von Gemüse in der modernen Ernährung wird derzeit wieder entdeckt. Auch junge Erwachsene lassen sich dafür begeistern, vor allem junge Familien und alle, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Ein solches Zielpublikum ist experimentierfreudig und wagt sich auch an seltenere und ältere Gemüsearten und -sorten. In der Feinschmeckerküche sind die Gemüseraritäten ebenfalls gefragt. Und auch erfahrene Gartenmenschen bereitet es Freude, Pastinaken und Zuckerhut selbst heranzuziehen, zu beobachten wie sich die Arten vom Samenkorn bis zur Erntereife entwickeln. Das Buch gibt einen Überblick über die wichtigsten Arten und Sorten, gruppiert nach Blattgemüse, Wurzelgemüse, Zwiebelgewächsen, Leguminosen und Besonderheiten, die sich keiner bestimmten Gruppe zuordnen lassen. Dabei wird auch den besonderen Verhältnissen und Vorlieben in den Regionen Mitteleuropas Rechnung getragen.

Brunhilde Bross-Burkhardt, eine promovierte Agrarwissenschaftlerin, kennt sich mit Gemüse und biologischem Gartenbau hervorragend aus - aus eigener Praxis im Garten und in der Küche. Sie hat in renommierten Fachverlagen etliche Gemüsemonographien und Sammelwerke veröffentlicht, in denen es jeweils um Anbau und Verwertung in der Küche geht. Außerdem vermittelt sie ihr Wissen seit über 30 Jahren bundesweit in Kursen in der Erwachsenenbildung. Zeitweise war sie Vorstandsmitglied im Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN).

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Leseprobe

Blattgemüse

Bei richtiger Planung gelingt es in jedem Garten, das ganze Jahr über frisches Grün für Salate zur Verfügung zu haben. Es kommt nur darauf an, die richtigen Arten und Sorten auszuwählen und zu den richtigen Zeiten zu säen und zu pflanzen. Einige Arten wachsen auch ausdauernd oder finden sich wild wachsend als Beikräuter neben den Kulturgewächsen. Die hier vorgestellten Arten gehören verschiedenen Pflanzenfamilien an. Es handelt sich hauptsächlich um Gänsefußgewächse, Korbblütler und Kreuzblütler. Sie sind in diesem Kapitel nach dem Alphabet geordnet.

Spinat und spinatartige Gemüse

„Spinat“ kann vielerlei Gemüse sein. Neben dem „richtigen“ Spinat Spinacia oleracea gibt es etliche Gemüsearten, die ähnlich aussehen und ähnlich verwendet werden. Vor allem sind es wilde Gänsefußgewächse wie Melde oder Guter Heinrich. Auch Kulturgemüse wie Baumspinat, Mangold und Erdbeerspinat fallen unter die Kategorie „Spinat“. Der sogenannte Kubaspinat (Montia perfoliata), der auch als Winterpostelein bekannt ist, wird frisch als Salatdreingabe gegessen.

Andere Arten sind als Zierpflanzen im Handel – zum Beispiel der Malabarspinat (Basella rubra) oder der Gartenfuchsschwanz (Amaranthus caudatus) aus dem Blumenbeet.

Gemüseamarant lässt sich als Blattgemüse wie Spinat zubereiten.

Amarant, Fuchsschwanz, Meier

Amarant oder Fuchsschwanz ist eine vielfältige Pflanzengattung. Die etwa 70 bekannten Arten stammen aus unterschiedlichen Weltregionen, aus Süd- und Nordamerika und Asien. Nur wenige Arten sind in Europa heimisch; viele ursprünglich aus den Tropen stammende Arten sind in Mitteleuropa verwildert und wachsen an warmen Plätzen auf nährstoffreichem Boden, etwa am Rand von Maisäckern oder in Weinbergen.

Die jungen Blätter des Aufsteigenden Fuchsschwanzes (Amaranthus blitum) und des aus Südamerika stammenden Garten-Fuchsschwanzes (Amaranthus caudatus) und andere Arten wie der aus dem tropischen Asien stammende Amaranthus tricolor lassen sich wie Spinat zubereiten. Vom Garten-Fuchsschwanz und vom Rispigen Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus) erntet man auch und vor allem die hirseartigen Körner. Diese werden auch als „Körneramarant“ oder „Inkaweizen“ bezeichnet. Die nahrhaften Körner enthalten hochwertiges Protein und besonders viel von der essenziellen Aminosäure Lysin. Sie schmecken gut im Müsli, man kann die Körner aber auch zum Brotbacken verwenden.

Der Aufsteigende Fuchsschwanz ist eine sehr alte Kulturpflanze, die in Mitteleuropa bereits seit der Römerzeit angebaut wird. Der Garten-Fuchsschwanz kam dagegen erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Der gefälliger schmeckende Spinat hat beide Arten ab dem 19. Jahrhundert vom Speiseplan verdrängt. Fuchsschwänze sieht man heutzutage hauptsächlich als auffällige Zierpflanzen in ländlichen Blumengärten oder auf den Rabatten von Barockgärten. Häufig gepflanzte Arten sind der etwa 80 cm hohe Garten-Fuchsschwanz mit hängenden Blütenähren und der Rispige Fuchsschwanz mit stehenden Blütenähren, jeweils grün- oder rotblättrig und mit roten oder grünen Ähren. Die hängenden Sorten tragen treffende Sortennamen wie ‘Rotschwanz’ und ‘Grünschwanz’. Andere Sorten heißen ‘Red Octopus’ oder ‘Green Cascade’.

Amarant ist anspruchslos in der Kultur. Säen Sie ihn nach den Eisheiligen Mitte Mai in Reihen im Abstand von 40–50 cm auf ein sonniges Gartenbeet aus. In der Reihe sollten die Pflanzen einen Abstand von etwa 30 cm haben. Kalkulieren Sie ausreichend Platz für die großen Pflanzengestalten mit ein. Für den Hausgebrauch benötigen Sie nur wenige Pflanzen. Diese brauchen nicht unbedingt einen Extraplatz auf dem Gemüsebeet, sondern können neben Sommerblumen und Kräutern im Blumenbeet heranwachsen. Die Direktsaat gelingt problemlos. Der Fuchsschwanz sät sich ohnehin oft selbst aus.

Steckbrief Amarant

  Pflanzenfamilie:

      Fuchsschwanzgewächse, einjährig

  Herkunft:

      Europa, Süd- und Nordamerika, Asien

  Aussaat:

      Direktsaat ins Freie ab Mitte Mai

  Kulturansprüche:

      Sonne, feuchter, nahrhafter Boden

  Ernte:

      Blätter fortlaufend im Sommer und Herbst

  Verwendung:

      Blätter, frisch; Körner

  Empfehlenswerte Sorten:

      Grün- und rotblättrige Sorten

  Für Kübel und Kästen:

      Bedingt geeignet, da starkwüchsig

Barbarakraut, Winterkresse

Schade, dass dieses Blattgemüse mit dem schönen Namen so wenig verwendet wird. Dabei bietet es sich mit seinem pikant scharfen Geschmack für den Salatteller geradezu an. Salatfans sollten es als kostenlose Vitaminquelle im Winter viel mehr nutzen.

Das wild wachsende Barbarakraut lässt sich auch im Garten kultivieren.

Der wüchsige Baumspinat liefert viel Blattwerk für die „grüne“ Küche.

Das Barbarakraut (Barbarea vulgaris) wächst wild auf Wiesen und Kahlstellen im Überschwemmungsbereich von Flüssen. Es kommt auch an Straßenrändern oder auf Ödland vereinzelt vor und deutet darauf hin, dass es an den Wuchsorten zeitweise feucht ist.

Saatgut von Barbarakraut ist im Handel erhältlich. Barbarakraut wird wie Feldsalat als Überwinterungsgemüse kultiviert und ist genauso problemlos in der Kultur. Säen Sie das Blattgemüse in Reihen an den Rand von Gemüse- oder Kräuterbeeten, vorzugsweise an Stellen, an denen es etwas feucht ist. Die zweijährige Pflanze bildet im Aussaatjahr vor dem oder während des Winters Blattrosetten mit großen, etwas leierförmigen, dickfleischigen dunkelgrünen Blättern aus. Diese kann man nach und nach einzeln ernten oder, wenn man viel Blattwerk benötigt, die ganze Rosette abschneiden. Ab April schiebt die zweijährige Pflanze aufrechte Blütenstängel mit gelben Kreuzblüten. Zur Blütezeit werden die Blätter hart und schmecken nicht mehr.

Steckbrief Barbarakraut

  Pflanzenfamilie:

      Kreuzblütler, zweijährig

  Herkunft:

      Europa

  Aussaat:

      August–September

  Kulturansprüche:

      Feuchter, nährstoffreicher Boden

  Ernte:

      Winter, zeitiges Frühjahr

  Verwendung:

      Blätter oder Blattrosetten frisch für Salat

  Sorten:

      Keine

  Für Kübel und Kästen:

      Geeignet; immer feucht halten

Baumspinat und Reismelde

Der bis 3 m und höher wachsende Baumspinat (Chenopodium giganteum) stammt aus Nordindien. Dem hohen Wuchs entsprechend sind die dreieckigen bis rhombisch eiförmigen Blätter ebenfalls sehr groß. Meistens bieten die Samenhändler die Sorte ‘Magentaspreen’ mit grünen, am Blattgrund himbeerfarbenen Blättern an.

Die verwandte Reismelde (Chenopodium quinoa) stammt dagegen aus der Andenregion in Südamerika. Von dieser Art, die als Quinoa bekannt ist, werden Blätter und Samenkörner genutzt. Quinoa wird etwa 2 m hoch und ist recht anspruchslos. Die Pflanze gedeiht sogar noch in Gebirgslagen. Die eiweißhaltigen Samen reifen ab September und fallen beim Reiben der Samenstände aus.

Steckbrief Baumspinat

  Pflanzenfamilie:

      Gänsefußgewächs, einjährig

  Herkunft:

      Nepal, Nordindien

  Aussaat/Pflanzung:

      März–April/Mai

  Kulturansprüche:

      Nährstoffreicher Boden

  Ernte:

      Ab Juni

  Verwendung:

      Junge Blätter oder Blatttriebe wie Spinat

  Empfehlenswerte Sorten:

      ‘Magentaspreen’

  Für Kübel und Kästen:

      Bedingt geeignet

Brunnenkresse

Die Echte Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist ein wertvolles Wintergemüse mit scharfem, leicht bitterem Geschmack. Das ausdauernde Kraut wächst in fließendem, kalkhaltigem Wasser in Quellbächen und Gräben und schaut mit dem Blattwerk aus der Wasseroberfläche heraus. Bei winterlichen Spaziergängen erkennt man...

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