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E-Book

Genetik und psychologische Praxis

AutorVanessa Lux
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl437 Seiten
ISBN9783531193342
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis40,46 EUR

Von der Genomforschung wurde lange erwartet, dass sie eine der zentralen humanwissenschaftlichen Kontroversen aufklärt: die Anlage-Umwelt-Debatte. Doch die Komplexität an Interaktionen, in die unsere DNA eingebettet ist, stellt dies nun in Frage. Die psychiatrisch-genetischen Forschungsmethoden, mit denen nach Genen für psychische Prozesse und menschliches Verhalten gesucht wird, geraten an ihre epistemologischen Grenzen. Auch der psychische Krankheitsbegriff verändert sich. Dieses Buch versammelt die Ergebnisse einer interdisziplinär angelegten Literaturstudie und einer Expertenbefragung zur Bedeutung dieser Entwicklungen für die psychologische Praxis. Es werden Anforderungen an eine Weiterbildung zur Genomforschung für psychologische Praktikerinnen und Praktiker formuliert.



Dipl.-Psychologin Vanessa Lux promovierte an der FU Berlin. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt 'Kulturelle Faktoren der Vererbung' am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis5
Abkürzungsverzeichnis10
Einleitung12
1 Genetik und Psychologie23
1.1 Wissenschaftsgeschichtliche Verortung: Die Anlage-Umwelt-Debatte in der Psychologie24
1.1.1 Die Betonung der Vererbung25
1.1.2 Die Betonung der Erziehung/Umwelt31
1.1.3 Jenseits der Dichotomie von Anlage und Umwelt34
1.1.4 Die Anlage-Umwelt-Debatte im Zeitalter der Molekulargenetik37
1.2 Wissenschaftstheoretische Verortung: Interdisziplinarität an der Grenze zwischen Naturund Geisteswissenschaft39
1.2.1 Interdisziplinäre Psychologie40
1.2.2 Praktische Interdisziplinarität: Disziplinbeziehungen, Kommunikationsprobleme und Theorienkonkurrenz43
1.3 Theoretische und methodologische Grundlagen46
1.3.1 Theoretischer Ausgangspunkt: Die historisch-empirische Grundlegung der Psychologie als Subjektwissenschaft46
1.3.2 Methodologischer Bezugspunkt der Expertenbefragung I: Technikfolgenabschätzung55
1.3.3 Methodologischer Bezugspunkt der Expertenbefragung II: Subjektwissenschaftliche Praxisforschung58
2 Die Gene und das Psychische60
2.1 Das Genom und die gesellschaftliche Natur: Verortung der theoretischen Integrationsniveaus63
2.1.1 Die gesellschaftliche Natur des Menschen63
2.1.2 Zurückweisung des Mendel’schen Gen-Modells74
2.2 Es ist nicht alles Gen, was bleibt: Der Wandel in der Vorstellung von Vererbung und den Vererbungseinheiten81
2.2.1 Biologiehistorische Einordnung der Vorstellung vom Gen als Vererbungseinheit82
2.2.2 Paradigmenwechsel in der Genomforschung: Vom Gen zum System97
2.2.3 Entwicklungstheoretische Rekonzeptualisierung von Vererbung im Anschluss an systemische Gen-Modelle106
2.3 Möglichkeiten einer Integration komplexer DNA-Modelle in die Subjektwissenschaft126
2.3.1 Die entwicklungstheoretische Interpretation der DNA und das Konzept der gesellschaftlichen Natur127
2.3.2 Probleme der Gleichsetzung von Umwelt und Gesellschaft134
2.3.3 Die Untrennbarkeit von DNA und Entwicklungsbedingungen: Konsequenzen für aktual-empirische Forschung und Praxis136
3 Die Suche nach den Genen138
3.1 Die klassischen epidemiologischen Methoden140
3.1.1 Familienstudien141
3.1.2 Zwillingsstudien144
3.1.3 Adoptionsstudien152
3.1.4 Das Gen-Modell der klassischen epidemiologischen Forschungsmethoden154
3.2 Mathematische Modelle zur Bestimmung von Vererbungsweisen156
3.2.1 Segregationsanalyse157
3.2.2 Pfadanalyse158
3.2.3 Das Gen-Modell der Bestimmung von Vererbungsweisen161
3.3 Genlokalisationsund Genbestimmungsmethoden163
3.3.1 Genlokalisation durch Chromosomenanalyse163
3.3.2 Genbestimmung mithilfe von DNA-Analyse: Kopplungsund Assoziationsstudien165
3.3.3 Das Gen-Modell der Genlokalisationsund Genbestimmungsmethoden172
3.4 Berücksichtigung von Endophänotypen und Umwelteinflüssen174
3.4.1 Endophänotypen175
3.4.2 Gene-Environment Interaction Approach179
3.4.3 Die Gen-Modelle der Suche nach Endophänotypen und des GeneEnvironment Interaction Approach181
3.5 Methoden zur Analyse der Wirkungsweise einzelner DNA-Sequenzen182
3.5.1 Genexpressionsanalysen in Zellkulturen183
3.5.2 Tiermodelle zur Erforschung psychischer Störungen185
3.5.3 Das Gen-Modell der Genexpressionsanalysen und Tiermodelle190
3.6 Psychodiagnostik191
3.7 Der Neopositivismus als Erkenntnistheorie der psychiatrischen Genetik: Konsequenzen für Gen-Modell und Subjektverständnis195
4 Veränderung des Krankheitsbegriffs204
4.1 Die Etablierung einer genetischen Komponente für psychische Störungen206
4.1.1 Die Etablierung einer genetischen Komponente in der psychiatrischen Genetik207
4.1.2 Die Popularisierung der genetischen Komponente in der psychosozialen Praxis215
4.2 Veränderung der Klassifikation psychischer Störungen: Das Beispiel des DSM-V222
4.2.1 Der taxonomisch-klassifikatorische Charakter des DSM223
4.2.2 Die Veränderung des Klassifikationssystems als Voraussetzung für die Bestimmung von „Krankheitsgenen“226
4.2.3 Probleme einer ätiologischen Fundierung des DSM durch die Genomforschung229
4.3 Ablösung des biologisch-medizinischen Modells durch das biopsychosoziale Modell psychischer Störungen231
4.3.1 Historische Verortung des biopsychosozialen Modells in den Debatten um einen psychischen Krankheitsbegriff232
4.3.2 Verengung des biopsychosozialen Modells auf Vulnerabilitäts-StressModelle in der psychiatrischen Genetik236
4.4 Beeinflussung der Genexpression durch eine individualisierte Medizin243
4.5 Gesundheitspolitische Dimensionen der Veränderung des Krankheitsbegriffs251
4.5.1 Gesellschaftlich-soziale Auswirkungen der Veränderung des Krankheitsbegriffs251
4.5.2 Die Individualisierung von Gesundheitsverantwortung und Gesundheitskosten257
4.6 Das biospychosoziale Modell aus subjektwissenschaftlicher Perspektive265
5 Genetik und psychologische Praxis: Ergebnisse der Expertenbefragung272
5.1 Einschlägige methodologische Prinzipien und Grundannahmen der subjektwissenschaftlichen Praxisforschung273
5.2 Das Experteninterview als Methode278
5.2.1 Kriterien für die Expertenauswahl280
5.2.2 Datenerhebung und Datensicherung283
5.2.3 Datenauswertung285
5.3 Die Expertinnen und Experten288
5.4 Thematische Zusammenfassung der Ergebnisse der Expertenbefragung292
5.4.1 Rezeption der Genomforschung292
5.4.2 Veränderung des Krankheitsbegriffs302
5.4.3 Therapieformen und Interventionsebenen317
5.4.4 Der Bezug auf Gene durch Betroffene und Angehörige326
5.4.5 Genetische Diskriminierung339
5.4.6 Weiterbildung: Anforderungen und Zielgruppe349
6 Psychologische Praxis in Zeiten des Gen-Managements: Weiterbildung und Forschungsbedarf355
6.1 Anforderungen an Weiterbildung355
6.1.1 Der Eingriffspunkt: Psychologische Praxis in Zeiten des Gen-Managements356
6.1.2 Wissensaneignung zur Genomforschung360
6.1.3 Erarbeitung von Argumentationshilfen363
6.1.4 Vertiefung in Praxisforschungsgruppen369
6.1.5 Zielgruppe und institutionelle Anbindung der Weiterbildung372
6.2 Forschungsbedarf374
6.3 Zur Bedeutung der modernen Genetik für die psychologische Praxis: Ein Fazit378
6.3.1 Genetik und Subjektwissenschaft378
6.3.2 Erkenntnistheoretische Selbstbeschränkung384
6.3.3 Verschiebung im biologischen Determinismus390
6.3.4 Verunsicherung und Kontinuität in der psychologischen Praxis397
Literaturverzeichnis404

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