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E-Book

Genussvoll essen bei Diabetes Typ 2

Mit abwechslungsreichen Rezepten den Insulinspiegel natürlich senken

AutorBettina Köhler
VerlagSüdwest
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783641035976
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Rezeptfrei und abwechslungsreich

Aktuelle Ergebnisse der Diabetesforschung belegen, dass Typ-2-Diabetiker mit einer abwechslungsreichen, vernünftigen Ernährung nicht nur ihre Medikamenteneinnahme verzögern oder vermindern, sondern teilweise ganz ohne Medikamente auskommen können. Dieses neue Kochbuch hilft den Betroffenen, sich trotz der Erkrankung abwechslungsreich und vielseitig zu ernähren. In einem einleitenden Theorieteil werden alle aktuellen Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen praxisnah und leicht verständlich dargestellt, begleitet von zahlreichen Informationen und Tipps für die Zusammenstellung einer gesunden Ernährung. Mehr Lebensqualität und mehr Unabhängigkeit sind das Ziel dieses Kochbuches, das zahlreiche verlockende und bebilderte Rezepte enthält, damit der Genuss nicht zu kurz kommt.

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Leseprobe
Basiswissen zu Diabetes

Meistens schleicht er sich langsam an und tut nicht weh - der Diabetes Typ 2, früher auch »Altersdiabetes«, heute schon »Lifestyle-Diabetes« genannt. Fachleute wissen: Dieser Krankheit geht ein ungesunder Lebensstil voraus. Wer sich konsequent falsch ernährt und zu wenig bewegt, dazu eine genetische Veranlagung in sich trägt, läuft große Gefahr, zum Diabetiker Typ 2 zu werden. Die einzige Chance liegt dann in einer guten medizinischen Behandlung. Nur so lassen sich Folgeerkrankungen verhindern oder hinauszögern und die persönliche Lebensqualität bestmöglich erhalten. Denn dieser Typ Diabetes betrifft inzwischen sogar auch Kinder.

Was ist Diabetes?

Die Krankheit Diabetes wird im Volksmund »Zuckerkrankheit« genannt. Diabetes tritt in zwei Erscheinungsformen auf: als Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden: Typ i kann schon beim Neugeborenen auftreten und entsteht durch eine bis heute nicht geklärte »Autoimmunreaktion«. Nur etwa 10 Prozent aller Diabetiker gehören zu dieser Gruppe. Der Typ 2 hingegen erscheint überwiegend im Erwachsenenalter, entwickelt sich durch eine genetische Veranlagung, meistens in Kombination mit Übergewicht.


Diagnose Diabetes
Die Fachwelt spricht von »Diabetes mellitus« (»honigsüßer Durchfluss«). Dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und
bezeichnet die Symptome: starker Durst und große Urinmengen. Denn bei einem gesunden Menschen mit funktionierendem Zuckerstoffwechsel sorgt das körpereigene Hormon Insulin dafür, dass der durch Speisen und Getränke aufgenommene Zucker über den Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangt und von dort als Energiespender in die Körperzellen geschleust wird. Funktioniert dies nicht, verlässt der Zucker den Organismus über den Urin, worin man ihn mit speziellen Teststreifen entlarven kann. Auch die Blutzuckerwerte sind dann viel zu hoch. Diagnose: Diabetes.

Nur Insulin senkt den Blutzucker
Wir sind uns dessen gar nicht bewusst, welch feine Regulationen in unserem Körper stattfinden, damit er zuverlässig funktioniert. Das Hormon Insulin zum Beispiel ist so ein Stoff, der im gesunden Stoffwechsel phantastische Leistungen vollbringt. Produziert wird er in den so genannten Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Wann immer wir mit täglichem Essen und Trinken Zucker zu uns nehmen, sorgt das Insulin für einen normalen, ausgeglichenen Zuckerspiegel im Blut, dem Nährstoff-Transportsystem in unserem Organismus. Es hat auch die Aufgabe, den Zucker in die Fett- und Muskelzellen zu schleusen. Dabei wirkt es an den Zellen wie ein Schlüssel, der diese Zellen aufschließt und die Energiespender einlässt. In der Leber sorgt es dafür, dass der Zucker als Glykogen gespeichert wird. Im Notfall, falls sich im Blut zu wenig Zucker befindet, kann durch diese Zuckerreserve zumindest das Gehirn vorübergehend versorgt werden.

Den Ursachen auf den Grund gehen

Glukose ist die Transportform
Allerdings fließt das, was wir als »Zucker« bezeichnen, nicht wie der bekannte Haushaltszucker durch Blut und Zellen. Die Verdauung zerlegt Kohlenhydrate, wie Stärke, Zucker oder Honig, zum kleinsten Baustein, der Glukose (Traubenzucker). Nur Glukose kann in (auf-)gelöster Form in den Körperflüssigkeiten transportiert werden.

Übergewicht als Ursache
Die genetische Veranlagung spielt zwar eine Rolle, denn durch die Vererbung besteht so etwas wie eine »Bereitschaft« für den Diabetes Typ 2, doch in den meisten Fällen ist Übergewicht ausschlaggebend für den Ausbruch der Erkrankung. Während beim Typ-1-Diabetiker schon bald nach Krankheitsbeginn kein körpereigenes Insulin mehr vorhanden ist, kann beim Typ 2 zu Beginn der Erkrankung sogar meist noch ausreichend körpereigenes Insulin produziert werden. Das Problem: Es kann an den Zellen von Muskeln, Fettgewebe und Leber nicht mehr richtig wirken. Das geniale »Schlüssel-Schloss-Prinzip« versagt. Die Zellen sind resistent, also unempfindlich für die Insulinwirkung. Und daraus erklärt sich auch der Blutzuckeranstieg. Denn das Einschleusen von Zucker aus dem Blut in die Zellen funktioniert ja nicht mehr. Dies passiert nicht schlagartig, sondern entwickelt sich langsam. Verantwortlich dafür ist meist das Übergewicht in Verbindung mit mangelnder körperlicher Bewegung. Bleibt ein Diabetes in diesem Stadium unbehandelt, reagiert die Bauchspeicheldrüse mit vermehrter Insulinproduktion - der verzweifelte Versuch, den ständig erhöhten Blutzuckerspiegel auszubalancieren. Aber irgendwann ist die Produktionsstätte erschöpft. Es wird nicht mehr ausreichend, schließlich gar kein Insulin mehr produziert. Dann bleibt nur, wie beim Typ-1-Diabetiker, eine Therapie mit Insulin.

Gute Chancen durch Früherkennung
Es gibt einige Vorboten für einen »anschleichenden« Diabetes, denen im Alltagsgeschehen leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird:
Abgeschlagenheit
Leistungsabfall
Starker Durst
Häufiges Wasserlassen
Hautveränderungen (Jucken, Trockenheit)
Schlechte Wundheilung
Je eher die ersten Anzeichen erkannt werden, umso besser! Denn darin liegen die besten Chancen, den Diabetes durch eine veränderte Lebensweise, meist in Kombination mit der Einnahme von Tabletten, in den Griff zu bekommen.

Irreversible Schäden
Ein ständig erhöhter Blutzucker kann Nerven und Blutgefäße schwer schädigen. Betroffen davon sind häufig die Augen, Beine, Füße und die Nieren. Das kann in besonders schlimmen Fällen Erblinden und Amputationen zur Folge haben. Geschädigte Arterien im Hirn erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Gerät die Gesundheit dauerhaft in Schieflage, können neue Erkrankungen schneller folgen. Es gilt also, sich als Diabetiker vor diesen Begleiterkrankungen zu schützen.

Diabetes richtig behandeln
Das Ziel der Diabetesbehandlung ist, überhöhte Blutzuckerwerte, »Blutzuckerspitzen« zu vermeiden. Und gleichzeitig Risikofaktoren zu (er-)kennen und auszubremsen. Dadurch wird ein Diabetes nicht verschwinden. Aber für die persönliche Lebensqualität ist es sehr wichtig, wenn ein Fortschreiten der Erkrankung und das Nachfolgen weiterer Begleiterscheinungen so weit wie möglich hinausgezögert werden können.

Blutzuckerwerte

Hilfe bei einer Hypoglykämie

Die »normalen« Blutzuckerwerte bei Menschen ohne Diabetes liegen bei 60 bis 130 mg/dl. Fallen die Werte unter 60, dann spricht man von einer Unterzuckerung oder Hypoglykämie. Der Blutzucker sollte sich durch eine Mahlzeit nur in einem begrenzten Rahmen verändern. Das Ziel
Es kann schon mal passieren, dass trotz aller Achtsamkeit der Blutzucker tiefer rutscht. Dann kommt es zu einem Unterzucker, einer Hypoglykämie. Sichere Anzeichen sind:
Zitterigkeit
Starkes Schwitzen
Unkonzentriertheit
Dann besteht Handlungsbedarf! Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke müssen schnell eingenommen werden. Wer sich gerade bewegt, setzt sich hin. Kommt es zu Bewusstseinsstörungen, sollten Außenstehende nicht zögern, ärztliche Hilfe anzufordern.

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