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E-Book

Geriatrie für Hausärzte

VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl457 Seiten
ISBN9783456947051
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis66,99 EUR
In den deutschsprachigen Ländern ist der Hausarzt in über 90% der Primärbetreuer älterer and alter Menschen. Alte Menschen haben und wünschen eine enge Beziehung zu ihrem Hausarzt. Sie oder er hat sie oft über die verschiedenen Lebensspannen betreut, kennt die Familie, macht Hausbesuche und betreut auch Heime. Nicht nur die zahlenmäßige Zunahme älterer Patienten in den Hausarztpraxen, welche die Bevölkerungsentwicklung in westlichen Ländern spiegelt, sondern auch die Heterogenität und Komplexität der Betreuung älterer Menschen stellen für Hausärzte eine große Herausforderung dar. Das vorliegende Buch ist das erste deutschsprachige Buch, das sich primär der Abklärung und Behandlung geriatrischer Patienten in der Hausarztpraxis widmet. Das Buch soll kein klassisches Lehrbuch sein. Vielmehr haben verschiedene Experten das aus ihrer Sicht praxisrelevante Wissen zusammengestellt. Wer das Thema vertiefen will, findet Hinweise auf Lehrbücher, Übersichtsartikel oder Internetseiten. Es finden sich klare Empfehlungen für den Einsatz von Checklisten und Screening-Instrumenten sowie Hinweise darauf, wann Fachärzte ins Boot geholt werden sollten. Auch wird deutlich, welche Möglichkeiten der Prävention bestehen, wie Patienten beraten werden sollten - und vor allen Dingen: dass man als Hausarzt sehr viel tun kann, wofür die Patienten einem dankbar sein werden.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. 1 Hausarzt und Geriatrie in Österreich
  3. 2 Geriatrie für den Hausarzt: Die Situation in der Schweiz
  4. 3 Hausarzt und Geriatrie in Deutschland
  5. 4 Gesellschafts-und sozialpolitische Aspekte
  6. 5 Affektive Störungen und Suizidalität
  7. 6 Demenz
  8. 7 Delir
  9. 8 Abhängigkeitserkrankungen
  10. 9 Schlaganfall
  11. 10 Vaskuläre Erkrankungen/Atherosklerose
  12. 11 Diabetes mellitus
  13. 12 Tumorerkrankungen im Alter
  14. 13 Infektionskrankheiten
  15. 14 Stürze
  16. 15 Ernährung des älteren Menschen
  17. 16 Orale Gesundheit
  18. 17 Sehstörungen
  19. 18 Hörstörungen
  20. 19 Schmerzsyndrome und Behandlung bei älteren Patienten
  21. 20 Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen
  22. 21 Frauengesundheit
  23. 22 Männergesundheit
  24. 23 Inkontinenz
  25. 24 Dekubitus
  26. 25 Frailty
  27. 26 Pharmakotherapie im Alter
  28. 27 Psychopharmakotherapie
  29. 28 Psychotherapie und Entspannungsverfahren
  30. 29 Körperliches Training bei älteren Menschen
  31. 30 Immunseneszenz und Impfungen im Alter
  32. 31 Geriatrisches Assessment
  33. 32 Der Hausarzt im Pflegeheim
  34. 33 Nahtstelle Hausarzt und Gemeindefachpflege/Heimfachpflege
  35. 34 Angehörigenbetreuung
  36. 35 Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
  37. 36 Teilnahme am Straßenverkehr
  38. 37 Freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM)
  39. 38 Hilfsmittelversorgung
  40. 39 Palliative Geriatrie
  41. 40 Ethik und letzte Lebensjahre
  42. Anhang
Leseprobe
34 Angehörigenbetreuung (S. 360-361)

Christine Krüger-Rainer und Michael Rainer

An der Tatsache, dass die meisten älteren Menschen, allen voran die dementen Patienten, zuhause gepflegt werden, hat sich in den letzten 30 Jahren wenig geändert. Das Alter und die begleitenden Erkrankungen treffen daher nicht nur den Patienten, sondern auch das gesamte familiäre Netzwerk, in das er eingebettet ist. Im folgenden Beitrag setzen wir uns schwerpunktmäßig mit der Demenz auseinander, weil es hierzu auch die meisten Erfahrungen gibt. Wenn man sich die massiven Persönlichkeitsveränderungen vorstellt, die sich durch die kognitive Beeinträchtigung im Laufe der Krankheit entwickeln können, kann man sich die Belastungen für pflegende Angehörige von Demenzpatienten ausmalen.

Die Anforderungen an den Angehörigen übersteigen oft seine psychische und physische Kapazität. Das Fortschreiten der Demenz verlangt von den Angehörigen eine prolongierte Trauerarbeit. Neben der prinzipiell größeren Belastung durch die Pflege für die Betreuungsperson können inadäquate Bewältigungsmuster und -strategien zu einer Reihe von psychiatrischen und psychosomatischen Symptomen führen. Hier rangiert an der ersten Stelle die Depression, gefolgt von körperlichen Beschwerden wie Erschöpfung, Gliederschmerzen und Herz- und Magenbeschwerden.

Um die Beschwerden der pflegenden Angehörigen besser erfassen zu können, wurde im Herbst 2000 in derMemory Clinic des SMZ-Ost eine Untersuchung mittels standardisiertem Fragebogen an 214 Betreuungspersonen von Patienten mit einer Alzheimerdemenz, vaskulären Demenz, einer nicht demenziellen Erkrankung sowie einer Kontrollgruppe durchgeführt (Rainer et al., 2002). Die allgemeine Belastung durch Pflege und Betreuung von Alzheimer-Erkrankten war umso größer, je stärker das Gedächtnis beeinträchtigt und je weniger Kompetenz in komplexen Alltagsfertigkeiten bestand, je stärker die Stimmung und das Sozialverhalten beeinträchtigt waren und je häufiger störendes Verhalten auftrat.

Die allgemeine Belastung durch Pflege und Betreuung von Patienten mit einer vaskulären Demenz war umso größer, je stärker das Gedächtnis beeinträchtigt war und je häufiger störendes Verhalten auftrat. Die eingeschränkten Sozialkontakte standen in einem signifikanten Zusammenhang mit schlechter Bewältigung komplexer Tätigkeit im Alltag und mit beeinträchtigter Gedächtnisleistung. Das seltene Gefühl des Glücklichseins korrelierte mit verminderter Fähigkeit zur Durchführung einfacher und komplexer Alltagstätigkeiten (Rainer et al., 2002) Die allgemeine Belastung durch Pflege und Betreuung der Patienten mit nicht-demenziellen Erkrankungen war umso größer, je stärker die Stimmung und das Sozialverhalten beeinträchtigt waren und je häufiger störendes Verhalten auftrat.

Die Bedeutung der Diagnose Demenz Das Diagnosegespräch soll dem Patienten und seinen Angehörigen helfen, die Zukunft gezielter zu planen, sowie eine aktive Einbindung in sein Therapiekonzept ermöglichen. Wenn ein Patient mit dem Angehörigen zum ersten Mal mit seiner Diagnose Alzheimer-Erkrankung im engeren oder Demenz im weiteren Sinne konfrontiert wird, ist das wahrscheinlich ein Schock, der Angst, Unsicherheit, Unverständnis, Ablehnung, Ignoranz und eine große Sorge um die Zukunft auslöst. Häufig werden der Patient und die Betreuungsperson nach Hause gehen und nicht genau wissen, an wen sie sich wenden können, wer ihnen hilft, wie die Therapie, die Prognose und das zukünftige, gemeinsame Leben verlaufen wird. Was wird aus den Hoffnungen und Zielen sowie Plänen, die aufgeschoben wurden für die Pensionierung.

Die Sprachlosigkeit, Fassungslosigkeit und Unsicherheit begleiten die ersten Tage, manchmal auch Wochen oder Monate, die Einsamkeit wächst. Auch heute noch stellen sich viele die Frage, ob die Aufklärung über die Diagnose, den Verlauf und die Therapie dem Patienten bei der Verarbeitung seiner veränderten Lebenssituation helfen. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die umfassende Diagnose den Patienten vorbereitet, seine Zukunft gezielter zu planen.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsübersicht6
Inhalt8
Teil 1: Gegenwärtige Situation16
1 Hausarzt und Geriatrie in Österreich18
2 Geriatrie für den Hausarzt: Die Situation in der Schweiz25
3 Hausarzt und Geriatrie in Deutschland30
4 Gesellschafts-und sozialpolitische Aspekte36
Teil 2: Medizinische Probleme42
5 Affektive Störungen und Suizidalität44
6 Demenz57
7 Delir72
8 Abhängigkeitserkrankungen79
9 Schlaganfall86
10 Vaskuläre Erkrankungen/Atherosklerose99
11 Diabetes mellitus111
12 Tumorerkrankungen im Alter121
13 Infektionskrankheiten131
14 Stürze137
15 Ernährung des älteren Menschen149
16 Orale Gesundheit159
17 Sehstörungen169
18 Hörstörungen180
19 Schmerzsyndrome und Behandlung bei älteren Patienten188
20 Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen195
21 Frauengesundheit206
22 Männergesundheit212
23 Inkontinenz223
24 Dekubitus234
25 Frailty247
Teil 3: Therapie254
26 Pharmakotherapie im Alter256
27 Psychopharmakotherapie270
28 Psychotherapie und Entspannungsverfahren286
29 Körperliches Training bei älteren Menschen302
30 Immunseneszenz und Impfungen im Alter320
Teil 4: Versorgung330
31 Geriatrisches Assessment332
32 Der Hausarzt im Pflegeheim346
33 Nahtstelle Hausarzt und Gemeindefachpflege/Heimfachpflege353
34 Angehörigenbetreuung361
35 Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung371
36 Teilnahme am Straßenverkehr378
37 Freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM)384
38 Hilfsmittelversorgung394
39 Palliative Geriatrie404
40 Ethik und letzte Lebensjahre411
Anhang422
Über die Autorinnen und Autoren440
Sachregister444

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