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Gicht natürlich behandeln

Heilmittel, die für Linderung sorgen. Das können Sie selbst tun. Sanfte Selbsthilfe mit Homöopathie.

AutorDr. med. Heike Bueß-Kovács
VerlagHumboldt
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl144 Seiten
ISBN9783842686205
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis18,99 EUR
Natürliche Methoden,die wirklich wirken: Alle natürlichen Behandlungsmethoden, die sich als wirksam erwiesen haben. Viele alltagstaugliche Tipps und Maßnahmen für mehr Lebensqualität. Ganzheitliche Therapien aus der Ayurveda- und Traditionellen Chinesischen Medizin. Selbsthilfe mit Homöopathie und Kneipp-Therapien. Hilfreiche Hinweise für eine gesunde Ernährung, Sport und Entspannung. Mit einer gezielten Ernährungsumstellung und einer Änderung der Lebensgewohnheiten können Betroffene ihre Harnsäurewerte senken und schmerzhafte Gichtattacken wirksam vorbeugen. Dr. med Heike Bueß-Kovács hat in diesem Ratgeber alle Mittel und Möglichkeiten zusammengestellt, um eine Gichterkrankung auf natürliche Weise zu behandeln.

Dr. med. Heike Bueß-Kovács ist Ärztin und Medizinjournalistin. Neben ihrer Tätigkeit als TV-Moderatorin und TV-Expertin hat sie bereits zahlreiche Zeitschriftenartikel und Ratgeber zum Thema Gesundheit veröffentlicht.

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Leseprobe

 

Der Mensch ist, was er isst


Von dem deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872) stammt der Satz „Der Mensch ist, was er isst”. Ob der Denker damals schon ahnte, was heute erst die Wissenschaft nach und nach entschlüsselt? Nämlich, dass sich Abertausende von hochaktiven und hoch wirkungsvollen Substanzen in unserer Nahrung verstecken – Stoffe, die das Geheimnis von Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden in sich bergen. Auch der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos (460 v. Chr.) muss wohl den enormen Gesundheitswert von guter Ernährung erkannt haben, als er sagte: „Eure Lebensmittel sollen eure Heilmittel sein.”

Heute, gute zweitausend Jahre später, ist diese Weisheit aktueller denn je. Denn Mediziner und Ernährungswissenschaftler entdecken mehr und mehr, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung zur Vorbeugung von chronischen Krankheiten ist. Vor allem bei Krankheiten des metabolischen Syndroms – Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und auch die Gicht – spielt der Ernährungsfaktor eine ganz zentrale Rolle. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien konnte bewiesen werden, dass eine einseitige Kost mit zu viel Fleisch, zu vielen Süßigkeiten, zu viel Fastfood und zu vielen Fertiggerichten krank machen kann und das Risiko für Stoffwechselkrankheiten wie die Gicht stark erhöht. Eine ausgewogene, maßvolle Ernährung hingegen, die abwechslungsreich ist, die Vielfalt der Natur nutzt und alle wichtigen Nähr- und Vitalstoffe für unseren Organismus enthält, ist ein wahrer Gesundbrunnen und vermag sogar chronische Krankheiten zu heilen – so wie es Hippokrates, Hildegard von Bingen, Ludwig Feuerbach, Pfarrer Kneipp und andere große Heilkundige bereits erkannt haben.

Bei vielen Krankheiten – Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Gicht – spielt die Ernährung eine zentrale Rolle.

Gesund essen nach der Ernährungspyramide


Die Ernährungspyramide stellt auf anschauliche Weise dar, welche Lebensmittel in welchen Mengen zu sich genommen werden sollten. An der Basis der Pyramide befinden sich die Grundnahrungsmittel, das sind Getreideprodukte (am besten aus Vollkorn) und Kartoffeln, außerdem reichlich Frischkost in Form von Gemüse, Obst und Salat. Der Mittelteil der Pyramide beinhaltet Milchprodukte, also Milch, Joghurt und Käse, darüber hinaus Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier. Diese Nahrungsmittel sind ebenfalls wichtig, müssen aber nur in kleineren Mengen und auch nicht täglich konsumiert werden. So reichen beispielsweise zwei oder drei Fleisch- bzw. Fischmahlzeiten pro Woche. Auch Eier sollten nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Die Spitze der Pyramide bilden die Nahrungsmittel, die sparsam und nur ausnahmsweise verzehrt werden sollten – allen voran sehr Fettes und Süßes. Stark zuckerhaltige Limonaden, Kuchen, Kekse sowie fettreiche Wurst, Butter und Sahne sind also nicht für die Alltagskost geeignet.

 

Die Ernährungspyramide stellt dar, welche Lebensmittel in welcher Menge verzehrt werden sollten.

Purinhaltige Lebensmittel: Gefahr für Gichtkranke


Wenn Sie an Gicht erkrankt sind oder etwa durch eine erbliche Veranlagung ein erhöhtes Gichtrisiko haben, müssen Sie auf Ihren Harnsäurespiegel achten. In diesem Fall ist es wichtig, den Verzehr purinhaltiger Lebensmittel stark zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten.

Bei einer Veranlagung zu Gicht sollten Sie Innereien möglichst komplett vermeiden. Fleisch und Wurst ist in Maßen erlaubt.

Allem voran sollten Sie tierische Fette in Maßen zu sich nehmen und Innereien möglichst komplett vermeiden. Denn Niere, Leber oder Bries sind besonders reich an Purinen, ebenso vor allem die Haut von Geflügel sowie Schweineschwarte. Manche Fischsorten wie Sprotten, Sardellen oder Hering sowie Meerestiere wie Hummer, Languste oder Miesmuscheln weisen ebenfalls einen erhöhten Puringehalt auf. Aber auch in manchen pflanzlichen Lebensmitteln wie Kohl oder Hülsenfrüchten sind vermehrt Purine enthalten.

Puringehalt von Lebensmitteln

Um zu sehen, was Sie ohne Bedenken essen können und bei welchen Lebensmitteln Sie eher zurückhaltend sein sollen, können Sie die folgende Lebensmitteltabelle nutzen. Sie wird Ihnen helfen, Ihren nächsten Einkauf und damit auch Ihre zukünftigen Mahlzeiten bewusster zu gestalten. Damit haben Sie schon den ersten, ganz praktischen und wichtigen Schritt zur Regulierung Ihrer Harnsäurewerte und zur Verhütung einer Gichterkrankung getan.

Enthalten wenig Purin

Diese Nahrungsmittel können Sie so oft essen, wie Sie möchten:

Brot, Getreideprodukte

Obst und Gemüse

Suppen ohne Fleischbrühe bzw. Fleischextrakt

Eier (3 bis 4 pro Woche)

Fettarmen und fettfreien Käse

Fette und Öle

Kaffee und Tee

Milch, Milchprodukte

Nudeln

Nüsse, Erdnussbutter

Obst und Fruchtsäfte

Gelatine

Weißen Reis

Zucker, Sirup und Süßes (in Maßen!)

 

Manche Fischsorten, wie z. B. Sprotten, weisen einen erhöhten Puringehalt auf.

Mäßig purinhaltig

Diese Nahrungsmittel können Sie einmal täglich essen. – Während eines Gichtanfalls sollten Sie sie aber lieber vermeiden:

Rind, Schwein, Lamm und andere moderat purinhaltige Fleischsorten

Brühe und Bouillon aus moderat purinhaltigem Fleisch oder Geflügel

Fleischsuppe bzw. Fleischbrühe

Geflügel, das nicht stark purinhaltig ist

Fisch- und Krustentiersorten, die nicht stark purinhaltig sind

Hefe, egal in welcher Form

Hafer und Haferflocken

Pilze

Frische Bohnen und Erbsen

Getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen

Weizenkeime und Weizenkleie, Weizenkeimbrot

Vollkornprodukte

Limonade, Cola

Stark purinhaltig

Diese Nahrungsmittel sollten Sie soweit es geht meiden; bei erhöhten Harnsäurewerten sollten Sie ihren Konsum gänzlich einstellen:

Alkohol (beeinträchtigt die Ausscheidung von Harnsäure)

Brühe und Bouillon aus stark purinhaltigem Fleisch oder Geflügel

Wild

Innereien, wie Bries, Herz, Leber

Gans, Ente, Wachtel, Rebhuhn

Fleischextrakt, Hackfleisch, Bratensoßen

Kaviar

Sardellen, Hering, Makrelen, Sardinen, Sprotten

Muscheln, wie Miesmuscheln, Jakobsmuscheln

 

Gebratenes Geflügel ist zwar für viele eine Delikatesse, sollte aber vom Speiseplan gestrichen werden.

Puringehalt von ausgewählten Lebensmitteln

www.purintabelle.de

Grundlagen einer gesunden Ernährung


Pflanzliche Nahrung liefert wertvolle Vitalstoffe

Frisches Obst und Gemüse sind ideale Nährstofflieferanten. Sie enthalten wertvolle pflanzliche Eiweiße und sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, die wichtige Funktionen im Körper haben. Zudem wirken Pflanzenfasern als Ballaststoffe und regulieren somit die Verdauung. Obst und Gemüse der Saison – möglichst aus ökologischem Anbau – sollte deshalb täglich mehrmals auf Ihrem Speisezettel stehen, ja sogar den Löwenanteil Ihrer Ernährung ausmachen. Wählen Sie möglichst heimische Produkte der Saison, wie Äpfel, Birnen, Waldbeeren, Pflaumen, Zwiebeln, Zucchini, Karotten, Kartoffeln, Mangold, Spinat etc.

Verzehren Sie außerdem Vollkornprodukte, also Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Naturreis, sowie Getreide wie Bulgur, Couscous oder Quinoa. Sie sind ballaststoffreich und liefern darüber hinaus viele wichtige Mineralstoffe.

 

Pflanzliche Lebensmittel sollten den Löwenanteil Ihrer...

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