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Gleichnisse im Religionsunterricht

Der unterschiedliche Bezug zur Wirklichkeit bei Schülern in der Grundschule und in der Sekundarstufe

AutorViktor Swoboda
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl60 Seiten
ISBN9783836627665
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Was haben Gleichnisforschung, Religionspädagogik und Entwicklungspsychologie gemeinsam? Was können die neutestamentlichen Gleichnisse im schulischen Religionsunterricht anbieten, vermitteln oder gar bewirken, und welche Rolle spielen in der Unterrichtsgestaltung die entwicklungspsychologischen Erkenntnisse? Darum soll es in dieser Untersuchung gehen, wobei die Schulkinder, in der Art, wie sie sich entwickeln, im Mittelpunkt stehen. Wie kann die Begabung der Schüler so gefördert werden, dass zugleich ihre Freude am Lernen erhalten bleibt? Auf den ersten Blick befindet sich der Lehrer in einem Zwiespalt von spielerischen und zielgerichteten Lernfähigkeiten seiner Schüler. Doch die Herausforderung besteht gerade darin, beides im Blick zu behalten und sich dabei an 'Persönlichkeitsbild und Bildungsbedürfnissen' der Schüler zu orientieren. Dies trifft ebenfalls auf die Religionspädagogik zu. Es stellt sich die Frage, wie können die Gleichnisse Jesu, ausgehend von Bedürfnissen der Schulkinder, so vermittelt werden, dass die Entwicklung ihrer Persönlichkeit gefördert wird? Hinzu kommen die Anforderungen der säkularen Umwelt. Gerade der metaphorische Charakter, den die ursprünglichen Gleichnisse Jesu haben, macht es möglich, die Einbildungskraft der Kinder zu stärken, sie zur für sie aktuellen Einsicht zu führen und schließlich die Reflexion anzuregen. Die Untersuchung berücksichtigt die Überlegungen der pädagogischen Psychologie, wie sie Heinrich Roth dargestellt hat. Daraus ergeben sich vor allem Probleme in der religiösen Erziehung von Kindern im Grundschulalter. Die didaktische Verwendung von Gleichnissen in den Stufen der Grundschule und Sekundarstufe soll untersucht werden. Die Studie beschränkt sich auf den Gleichnistyp lukanischer Gleichnisse vom Verlorenen. Sie wird unter o. a. Gesichtspunkten die Probleme herausarbeiten und an den Gleichnissen demonstrieren. Es gilt herauszufinden, welcher Grad des Verstehens bei der Verwendung von Gleichnissen bedacht werden muss und wie darum die Gleichnisse zu erzählen und zu behandeln sind.

Viktor Swoboda, Diplom Theologie, Theologiestudium an der Theologischen Hochschule Friedensau. Abschluss 2007 als Diplom-Theologe. Derzeit tätig als freiberuflicher Dolmetscher im medizinischen Bereich.

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3, Methodisch-didaktische Überlegungen vom Arbeiten mit Gleichnissen im Religionsunterricht: Das Folgende basiert auf dem Elementarisierten Modell der Unterrichtsvorbereitung. Das Modell geht von der Offenheit aus für die elementaren Erfahrungen der Schüler im Verlauf des Unterrichts. Individuell können sie so unterschiedlich sein, dass sie in der Vorbereitung und Umsetzung nur andeutungsweise vermutet werden können. Das fordert zugleich die Berücksichtigung der entwicklungspsychologischen und sozialisationstheoretischen Aspekte. Im Rahmen dieser didaktischen Überlegungen wird auf die allgemeinen Unterschiede der Wirklichkeitsvorstellung und -Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen eingegangen. Als Beispiel soll die Parabel vom verlorenen Sohn genommen werden. In der Exegese von Lukas 15 wurde die Pointe der Parabel ausgearbeitet. Daraus soll die Sinnmitte der elementaren Strukturen abgeleitet und im Folgenden zusammengefasst werden. Daraus folgend werden die Erfahrungen der Ersthörer den möglichen alltäglichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler gegenübergestellt. Inhaltliche Sinnmitte der Parabel: Im ersten Teil wird den Hörern die väterliche Güte vor Augen geführt, was auf sie zwar überraschend wirkt, aber dennoch nachvollziehbar ist. Im zweiten Teil begründet Jesus kunstvoll überzeugend die Barmherzigkeit des Vaters, nachdem ihre bisherigen Vorstellungen über Gerechtigkeitsfragen beleuchtet und konfrontiert wurden. So zielt der Erzähler auf ihr Einverständnis und motiviert sie zu eben diesem gütigen Handeln, indem sie zur feierlichen Tischgemeinschaft mit wieder gefundenen Verlorenen eingeladen werden sowie durch sein eigenes Beispiel. Das offene Ende der Erzählung im Hintergrund der Ausgangssituation erwartet ihre direkte Entscheidung. Jetzt ist die Zeit für die große 'Vorfeier der Gottesherrschaft', in der das Verlorene heimfindet. Daraus kann das Grundlegende bzw. die Sinnmitte der Parabel abgeleitet werden. Auf der Sachebene betrifft sie zum einen, den großmutigen liebenden Gott und zum anderen, die Wirklichkeit seiner Nähe ('Reich Gottes'), in der die Verlorenen wieder gefunden werden und sich deshalb jeder freuen kann. Elementare Erfahrungswelten von Parabelhörer und Schulkinder Um sich an die Erfahrungswelt der Zuhörer Jesu anzunähern, ist zunächst die Betrachtung der Ausgangssituation wichtig, in der die Parabel erzählt wurde. Bereits aus der Handlung Jesu, da er Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern hat, wird ersichtlich, dass er damit die Gesellschaftsordnung aus dem Gleichgewicht bringt. Ausgerechnet diejenigen, die allgemein verachtet und verhasst werden - und das nicht unverdient - sind von Jesus angenommen. Beachtet man die sozial-geschichtlichen Hintergründe, dann findet sich eine Gemeinschaftskultur vor mit patriarchalischen Verhältnissen, wo soziale Kontrolle nicht auszuschließen wäre und die Vorwürfe der verantwortungsvollen Ordnungshüter, Pharisäer und Schriftgelehrten, für damalige Verhältnisse als durchaus berechtigt erscheinen. So antwortet Jesus auf ihre Frage mit einer Parabel, die ihre Vorstellungen und Erwartungen weit übertreffen soll. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer globalisierten multikulturellen Gesellschaft auf und bringen ihre je unterschiedlichen Erfahrungen bezüglich der jeweiligen Gesellschaftsstrukturen mit. Vom eigenen Zuhause bringen sie bestimmte Erfahrungen mit Beziehungen, Vorstellungen von Rollen und Autoritäten. Zum Verstehen der sozialen Hintergründe der Parabel sind ihre geteilten Meinungen wichtig. An ihre individuell-konkreten Erlebnisse kann angeknüpft werden.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis3
0. Einleitung6
0.1 Ausgangsthese6
0.2 Zielsetzung, Methodik und Abgrenzung6
1. Altersspezifische Gesichtspunkte der Entwicklungspsychologie8
1.1 Psychosoziale Entwicklung des Kindes von Kleinkind- bis Vorschulalter9
1.2 Entwicklungsphasen der Schulzeit13
1.2.1 Grundschule: Werksinn gegen Minderwertigkeitsgefühl13
1.2.2 Sekundarstufe: Identität gegen Identitätsdiffusion14
1.3 Die Entwicklung des Denkens nach Piaget15
1.4 Das Problem des Übergangs von der Grund- in die Sekundarstufe17
1.5 Entwicklungsstadien des metaphorischen Verstehens bei Schulkindern18
1.6 Ergebnisse für die Praxis des Religionsunterrichts20
2. Die Doppelstruktur von Gleichnissen23
2.1 Exegese von Lukas 1525
2.1.1 Rekonstruktion der ursprünglichen Gestalt25
2.1.2 Gattungsbestimmung26
2.1.3 Annäherung an die Sachhälfte26
2.2 Exegese der Parabel vom verlorenen Sohn31
2.2.1 Gattungsmerkmale31
2.2.2 Inhaltliche Annäherung an die Sachhälfte33
2.2.3 Bestimmung von Bildhälfte und Pointe33
2.2.4 Erschließung der Sache aus dem Bild38
2.3 Ergebnisse38
3. Methodisch-didaktische Überlegungen vom Arbeiten mit Gleichnissen im Religionsunterricht40
3.1 Inhaltliche Sinnmitte der Parabel40
3.2 Elementare Erfahrungswelten von Parabelhörer und Schulkinder41
3.2.1 Abschied vom Vaterhaus41
3.2.2 Der Sohn wird ein Verlorener => Not42
3.2.3 Umkehr des Verlorenen => Besinnung43
3.2.4 Heimkehr und Freudenfest => Lösung43
3.2.5 Motivierung zum Mitfeiern => positive Lebenseinstellung45
3.3 Elementare Wahrheiten46
3.4 Elementare Anfänge in Grund- und Orientierungsstufen48
3.5 Elementare Anfänge in der Sekundarstufe51
3.6 Ergebnisse53
4. Literaturverzeichnis55
Autor59

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