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Glück Macht Erfolg

Wie Glück zu mehr Rendite führt. Mit Knowhow und Praxisbeispielen zu mehr Output.

AutorDorette Segschneider
VerlagFrankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl200 Seiten
ISBN9783956010804
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis18,99 EUR
Wirtschaftsfaktor Glück! Jahrzehntelang war Wachstum um fast jeden Preis das Maß aller Dinge. Jetzt hat die Glücksökonomie begonnen, den scheinbar unwissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Glück zu untersuchen. Sie geht der Frage nach: Ist Glück die Voraussetzung für Erfolg? Ergebnis: Bis zu 360 Mrd. Euro Produktivkapital kann geweckt werden, wenn Unternehmen die Zufriedenheit der Mitarbeiter ins Zentrum rücken! Dazu muss die Glücksdiskussion auch in den Topetagen nicht mehr belächelt, sondern diskutiert werden, sagt Autorin Dorette Segschneider, die seit Jahrzehnten Führungskräfte interviewt und coacht. Ihr Buch liefert dazu die notwendigen Fakten. Zusammen mit Susie Wolff (einzige weibliche Formel 1 Fahrerin), Jutta Speidel (Schauspielerin und Unternehmerin) und Hinnerk Polenski (ZENMeister) geht sie auf Spurensuche und belegt, dass Erfolg keine Glückssache ist, sondern Ergebnis zufriedener Mitarbeiter! Mit zahlreichen Praxisbeispielen und Insights bekannter Gastautoren. Für alle, die wissen wollen, dass Erfolg keine Glückssache ist, sondern Glück zum Erfolg führt.

Dorette Segschneider ist Diplom-Betriebwirtin und heute als Kommunikationsberaterin, Speakerin und Buchautorin erfolgreich. Zuvor moderierte sie eine Finanzsendung. Zu ihren Kunden gehören Konzerne von Mittelstand bis DAX. Mit ihrem innovativen Beratungsansatz 'Wirtschaftsfaktor Glück' kombiniert Dorette Segschneider ihr Wirtschaftswissen mit langjähriger Coachingerfahrung und stellt das Knowhow Top-Entscheidern zur Verfügung.

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Leseprobe

2. Wie glücklich sind wir wirklich?


2.1 Arbeit macht uns alle krank


„In der einen Hälfte unseres Lebens opfern wir die Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der anderen opfern wir Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen.“7

Voltaire (1694–1778)

Die Nerven liegen blank, das tägliche Hamsterrad dreht sich unaufhörlich, der Druck wächst und mit ihm die Angst vor Fehlentscheidungen im Job. Der Magen rebelliert, Erschöpfung ist täglicher Wegbegleiter. Kennen Sie diese Symptome? Dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Nach aktuellen Untersuchungen liegen psychische Störungen wie Depressionen, Burnout oder Boreout (negativer Stress durch Unterforderung) mittlerweile an dritter Stelle der Krankheitsstatistik. Tendenz steigend.8 Betroffen sind längst nicht mehr nur Top-Manager/-innen und Personen mit personeller oder finanzieller Verantwortung, auch der „kleine“ Angestellte fühlt sich immer häufiger körperlich und seelisch ausgebrannt.

Depression betrifft lebenslang zwischen 10 und 18 Prozent der deutschen Bevölkerung und ist mit Krankschreibungen, Produktionsausfällen und anderen erheblichen Einschränkungen und Belastungen der Betroffenen verbunden. Schon jetzt sind psychische Krankheiten der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentungen. 2011 erfolgte ein Drittel aller Neuzugänge der krankheitsbedingten vorzeitigen Pensionierungen aus genau diesen Gründen. Nach Berechnungen einer renommierten Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO verliert der Mensch durch eine Depression sogar bis zu 9,8 gesunde Lebensjahre. Nicht zuletzt deshalb hat die WHO beruflichen Stress zu „einer der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Bis 2030 könnte die Depression laut WHO die Hauptursache von Krankheiten sein – in reichen Ländern ist sie es bereits.9

Für das Gesundheitssystem ist Depression längst ein ernst zu nehmender Kostenfaktor. Die Kosten für psychische Störungen lagen 2012 bei knapp 35 Milliarden Euro und somit an dritter Stelle der Kostentabelle. Zehn Jahre zuvor, 2002, war dies noch knapp ein Drittel weniger (23,3 Milliarden Euro). Laut einer Studie der Allianz aus dem Jahr 2011 macht den größten Posten von 9,3 Milliarden Euro die verminderte Produktivität aus, wenn depressive Menschen zur Arbeit gehen. Zu den Ausgaben für die Behandlung stressbedingter psychischer Erkrankungen kommen massive Aufwendungen für Herz-Kreislauf-Krankheiten hinzu, über die Dauergestresste mehr als doppelt so häufig klagen wie ihre weniger unter Druck stehenden Zeitgenossen.10

Leidtragende dieser erschreckenden Zahlen ist die Wirtschaft selbst. Denn die daraus resultierende niedrige Produktivität und die fehlende Mitarbeitermotivation kosten Unsummen. Das Gallup-Institut beziffert den gesamtwirtschaftlichen Schaden mit rund 220 Milliarden Euro jährlich.11 Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) geht noch einen Schritt weiter und sieht jährlich Produktivkapital in Höhe von 364 Milliarden Euro schwinden.12 Und das nur, weil die Mehrheit der Menschen an ihrem Arbeitsplatz unzufrieden und unglücklich ist. An dem Ort, an dem sie rund ein Drittel ihrer gesamten Lebenszeit verbringen!13

Doch ist es wirklich die Arbeit, die uns alle krank macht? Wenn man sich die Ergebnisse einer Studie der DAK vom Juli 2011 ansieht, liegt die Ursache in weit früheren Lebensphasen. 97 Prozent aller befragten Kinderärzte konstatierten, dass vor allem psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren signifikant zugenommen haben.14 Der Leistungsdruck beginnt also schon sehr viel früher, in der Phase der schulischen Ausbildung, und reicht am Ende sogar bis in unser Privatleben. Können die Unternehmen also gar nichts dazu, wenn sie lauter unglückliche und unzufriedene Mitarbeiter beschäftigen, weil das Desaster schon in der Kindheit seinen Lauf nimmt? Ist es also nicht die Arbeit, die uns krank macht, sondern die Schulzeit? Der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther, von dessen Einsatz für mehr Glück am Arbeitsplatz auch noch später die Rede sein wird, engagiert sich mit seiner Initiative „Schulen der Zukunft“ für eine Kultur der Potentialentfaltung – mehr Freude am Lernen und Begeisterung schon während der Schulzeit – als optimale Basis für den weiteren beruflichen (Lebens)Erfolg.15 Eine großartige Initiative, doch bis sie ihre volle Breitenwirkung entfaltet, braucht es sicherlich noch Zeit. Die Crux: Unternehmen, die jetzt aktiv sind, haben es mit Menschen zu tun, die in der aktuellen Leistungsgesellschaft aufgewachsen sind.

Doch ich bin Ihnen noch immer die Antwort schuldig auf die Frage: Macht Arbeit uns krank? Nein – wenn wir Selbstverantwortung übernehmen, für das, was wir tun. Ja – wenn wir in den Strudel schlechter Energie geraten und frei nach dem Motto „Die anderen (= mein Arbeitgeber, Chef, Kollege, Arbeitsplatz etc.) sind schuld“ leben.

EXKURS

Nicht Symptome, sondern Ursachen bekämpfen

Als Gegenmittel für die zunehmende Erkrankung unserer Psyche erscheint die Idee der ganzheitlichen Gesundheitsbildung sehr fortschrittlich. Allein der Begriff „Gesundheit“ sollte gezielt und viel zentraler verwendet werden. Schließlich ist unsere Sprache viel zu oft mit einem negativen Fokus behaftet: Wir haben Krankenhäuser und Krankenakten. Dabei geht es doch darum, gesund zu werden. Die Idee der ganzheitlichen Gesundheitsbildung16 geht genau in die richtige Richtung. Erste sehr gute „Gehversuche“ macht dabei z. B. die Technikerkrankenkasse in Deutschland. Sie nennt sich Gesundheitskasse – bietet eine Gesundheitskarte an und zudem viele, sehr hilfreiche, „softe“ Angebote, wie Gesundheitskurse und Gesundheitscoaching, die Menschen dabei unterstützen, gesund zu leben.

Insgesamt geht es um den Gedanken der „Ganzheitlichkeit“. Die asiatische Medizin macht es seit Jahrtausenden vor, und wer ganz genau hinhört, findet auch in der westlichen Medizin ganzheitliche Ansätze. Zum Beispiel führen viele Sprichworte bereits auf die richtige Spur: „Ich habe die Nase voll“ oder „Mir platzt der Kopf“. Das sind nichts als klare Analysen von physischen und psychischen Zusammenhängen – vom Volksmund formuliert. Die westliche Medizin darf noch mehr beginnen, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern immer auch Ursachenforschung bzw. Ursachenbehebung zu betreiben.

„Gesundheit ist das höchste Gut“, sagt schon eine alte Volksweisheit. Und mit Sicherheit ist unser Glück auch eng mit unserer körperlichen und geistigen Gesundheit verbunden. Das Erschreckende jedoch ist: Immer häufiger sind nicht eine angeschlagene Gesundheit oder Krankheiten Auslöser für die persönliche Misere – dies wäre immerhin noch irgendwie nachvollziehbar –, nein, Unzufriedenheit, Stress und Ängste, denen wir tagtäglich an unserem Arbeitsplatz ausgesetzt sind, machen uns erst krank – und demzufolge unglücklich. Die Lösung liegt also auf der Hand: Wir müssen unser gesellschaftliches Umfeld, unsere Einstellungen und Gewohnheiten so verändern, dass sie uns nicht länger unsere Gesundheit und damit auch unser Glück stehlen.

2.2 Das „Bruttonationalglück“: Wohlstand contra Wohlbefinden?


Gesundheit ist eine tragende Säule unseres Wohlbefindens, und dennoch ist sie für viele nicht der Maßstab des Glücks. Aber wie misst man überhaupt Glück? Glück – das vielstrapazierte Wort mit dem notorisch emotionalen Touch des „Nicht-Faktischen“. Dabei ist Glück ein starker Wirtschaftsfaktor und längst eine ökonomische Kennziffer – eine effiziente und erfolgreiche dazu. Sogar die Organisation der Vereinten Nationen, auf Englisch UN abgekürzt, ist bei der Suche nach Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf den Glücksfaktor gestoßen. „Glück und Wohlbefinden: Definition eines neuen ökonomischen Paradigmas“ – so lautete der Titel der UN-Konferenz in New York, die im April 2012 stattfand. 600 Teilnehmer aus 68 Nationen waren der Einladung des Königreichs Bhutan gefolgt, welches das Recht auf Glück in seiner Verfassung verankert hat.

Der zentralasiatische Staat gilt als Begründer des „Bruttonationalglücks“ (BNG). Das BNG beschreibt eine Wirtschaftsentwicklung, die materielle, kulturelle und soziale Aspekte in gleichem Maße vereint. Geprägt wurde der Ausdruck bereits 1979 vom damaligen König Jigme Singye Wangchuck; eine gesetzliche Verankerung des Bruttonationalglücks als übergeordnetes gesellschaftliches Ziel fand jedoch erst im Rahmen der Verfassungsgebung von 2008 statt. Auf der UN-Konferenz im Frühjahr 2012 wurde das Glückskonzept des nicht einmal eine Million Einwohner starken Himalaya-Staates schließlich der Welt vorgestellt, verbunden mit der Hoffnung, den Weg für eine Wirtschaftsentwicklung zu ebnen, die das Wohlbefinden der Bürger in den Vordergrund stellt – und eben nicht den allgemeinen Wohlstand. Die Kriterien sind neun Bereiche: Lebensstandard, Gesundheit, psychisches Wohlergehen, Bildung, Zeiteinteilung, kulturelle Vielfalt und Erhalt, gute Regierungsführung, Gemeinschaftsgefühl sowie ökologische Vielfalt und Umweltbelastbarkeit. Im Jahr 2010 waren 41 Prozent der Bhutaner „“glücklich““, besonders Beamte und Mönche. Die Botschaft kam an. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz bestätigte: „Das Bruttoinlandsprodukt verfehlt das Ziel, die Faktoren zu erfassen, die im Leben der Menschen Bedeutung haben und zu ihrem Glück beitragen – wie Sicherheit, Freizeit, Einkommensverteilung und eine saubere Umwelt.“17

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