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E-Book

Goodbye Herzschmerz

Eine Anleitung zum Wieder-Glücklichsein

AutorElena-Katharina Sohn
VerlagUllstein
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783843712132
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Liebeskummer - was so harmlos klingt, tut in Wahrheit verdammt weh und kann uns schlimmstenfalls sogar die Lust am Leben nehmen. Elena-Katharina Sohn arbeitet täglich mit Frauen und Männern, die an Herzschmerz leiden. Sie hat eine Methode entwickelt, um zerbrochene Herzen zu heilen - und mehr noch: Sie hilft den Betroffenen, wieder richtig glücklich zu sein! So wird aus der Krise Liebeskummer eine wunderbare Chance.

Elena-Katharina Sohn gründete die Agentur 'Die Liebeskümmerer'. Sie und ihr Team aus Psychologen, Psychotherapeuten und Coaches beraten seit vielen Jahren Menschen, die Kummer mit der Liebe haben, und stießen damit auf ein großes Medienecho. Elena-Katharina Sohn schreibt regelmäßig für Frauenmagazine wie Brigitte und freundin und verschiedene Online-Portale. Sie lebt mit Parner und Kind in Berlin.

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Leseprobe

Kapitel 2


Das Wichtigste zuerst: Sechs Liebeskummer-Irrtümer

Dein Liebeskummer soll verschwinden, am besten sofort! Du willst Dich endlich wieder frei fühlen, diese erdrückende Schwere loswerden, Dich auf andere Dinge konzentrieren können, Spaß haben und lachen. Und auch wenn ich wünschte, ich könnte mit dem Finger schnipsen, und alles wäre gut – so einfach wird es nicht klappen. Was ich aber tun kann, ist, Dir erst mal zu versichern: Du bist mit Deinem Schmerz nicht allein. Um Dir das zu beweisen, habe ich die folgenden Gedanken gleich hier an den Anfang gestellt: Es sind die sechs größten Liebeskummer-Irrtümer. Denn zu erfahren, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen, löst bei den meisten Betroffenen einen spontanen Aha-Effekt aus: »Nein, wirklich? Ist das so? Jetzt, wo ich das weiß, fühle ich mich schon ein bisschen besser« oder »Wahnsinn, das beruhigt mich sehr« sind ganz typische Reaktionen. Ich hoffe, auch bei Dir.

1. Liebeskummer muss nach drei Monaten vorbei sein!


»Es geht mir jetzt schon fast ein halbes Jahr so schlecht, Frau Sohn, mal im Ernst, ich bin doch nicht normal…« – »Mein Leben muss endlich weitergehen, schon über drei Monate kreise ich in Gedanken ständig um meinen Ex.« – »Ehrlich gesagt, schäme ich mich inzwischen, meinen Freunden immer wieder mit der gleichen Leier zu kommen, die können es nach vier Monaten ja auch nicht mehr hören!«

Es ist wirklich ein bisschen verrückt: Da macht ein Mensch gerade eine richtig schwierige Phase seines Lebens durch, fühlt sich traurig und schlecht, braucht eigentlich nichts dringender als Verständnis, Ruhe und Zuneigung, und was passiert? Er fühlt sich zusätzlich unter Druck. Zeitdruck nämlich. Dem Zeitdruck, möglichst schnell wieder »normal« zu sein. Wie ein Damoklesschwert scheint eine magische Drei-Monats-Grenze über den Köpfen der meisten Frauen und Männer mit Liebeskummer zu schweben: Innerhalb von drei Monaten müsse man das doch schaffen mit dem Kummer, höre ich dann, sonst stimme mit einem irgendwas nicht. Oder zumindest müsse man nach drei Monaten so weit sein, dass man Freunde nicht mehr mit seinem Kummer behellige, und Tränen sollten (wenn überhaupt) nur noch insgeheim fließen.

Drei Monate, zwölf Wochen, knapp 100 Tage. Eine scheinbar lange Zeit. Ich kann ehrlich nicht sagen, woher ausgerechnet diese Grenze kommt. Aber eines weiß ich ganz sicher: Sie ist falsch. Und falls sie (oder irgendeine andere Frist) in Deinem Kopf gerade eine Rolle spielt, dann verabschiede Dich jetzt bitte von ihr. Sie ist Blödsinn. Und ich will Dir auch erklären, weshalb:

Zum einen entspricht sie einfach nicht der Realität. Würde man 100 Erwachsene, die einmal an ernsthaftem Liebeskummer gelitten haben, anonym dazu befragen, nach welcher Zeitspanne es ihnen wieder gutging, würde man mit ziemlicher Sicherheit bei einem Durchschnittswert von etwa zwölf und nicht drei Monaten landen. Viele von ihnen hätten damals vielleicht so getan, als wäre schon nach zwölf Wochen alles okay gewesen. Aber gerade in Bezug auf unsere vermeintlichen Schwächen machen wir Menschen uns gegenseitig eben gern mal was vor. Bei einigen von ihnen hätte es in Wahrheit also sogar länger gedauert als zwölf Monate, bei anderen wäre es vielleicht etwas schneller gegangen. Aber das Einzige, was wirklich zählt, ist: Am Ende hätten sie es alle geschafft.

»Was, so lange?« wirst Du jetzt vielleicht denken und die Aussicht auf ein Jahr Liebeskummer als wenig tröstlich empfinden. Aber versteh mich bitte nicht falsch: Es muss keine zwölf Monate dauern, es geht nur darum, dass es das darf.

Zum anderen ist Dein Liebeskummer vollkommen individuell – genauso, wie alles, was davor kam, es ja auch war. Wie lange hast Du zum Beispiel gebraucht, um Dich zu verlieben? Ging es innerhalb von Sekunden oder eher im Laufe von Wochen? Und hast Du Dein Gefühl jemals in Frage gestellt, nur weil es vielleicht langsamer oder schneller kam als bei anderen Menschen? Vermutlich nicht. Weil ganz einfach klar ist: Das ist Typ-Sache. Und genau so ist es mit dem Liebeskummer auch. Jeder kann nur so schnell machen, wie es für ihn richtig ist. Alles andere wäre zwar toll, weil man es so schön planen könnte, aber es wäre einfach nicht ehrlich.

Hinzu kommt, dass auf die Dauer Deines Liebeskummers auch äußere Faktoren einen Einfluss haben, die Du nur teilweise beeinflussen kannst: Wie verhält sich zum Beispiel Dein Expartner beziehungsweise der Auslöser des Liebeskummers? Sucht er immer wieder den Kontakt? Müsst Ihr Euch regelmäßig sehen, vielleicht bei der Arbeit oder wegen gemeinsamer Kinder? Wie stabil ist das Umfeld, in dem Du Dich befindest, Freunde, Arbeit, Hobbys, Familie? Du siehst: Jede Situation setzt sich aus unterschiedlichen Puzzlestücken zusammen, und schon allein deshalb kann es logischerweise nicht sein, dass alle gleich schnell mit dem Liebeskummer fertig werden. Die einzige Sache, die Du wirklich tun kannst, um Deinen Heilungsprozess zu beschleunigen, ist deshalb: Sei verständnisvoll mit Dir selbst, und vertraue auf Deinen persönlichen Weg. Mach Dir keinen zusätzlichen Druck, schau nicht, was andere machen oder erzählen, sondern konzentriere Dich auf Dich. So sparst Du wertvolle Energie, die Du für die eigentliche Baustelle – Dein trauriges Herz – viel besser einsetzen kannst.

Nun ist es möglich, dass Du dennoch das Gefühl hast, dass Dein Freundeskreis oder Deine Familie Dir nach einigen Wochen zu verstehen geben, dass »das Leben jetzt mal weitergeht«. Ich höre das sehr oft von unseren Kunden und versuche dann, als Allererstes zu klären: Ist es tatsächlich so, dass Dein Umfeld nichts mehr von Deinem Kummer wissen möchte? Hat Dir das also jemand direkt gesagt? Oder vermutest Du es nur? Häufig stellen wir gemeinsam fest, dass es sich in erster Linie um ein Kommunikationsproblem handelt: Du willst niemandem zur Last fallen, schämst Dich für Deine ewig gleichen Gedankenschleifen und sprichst deswegen schon vorsorglich keinen mehr auf Deine Situation an. Deine Freunde und Familie hingegen fragen nicht danach, weil sie Dich nicht immer wieder aufwühlen wollen und denken, Ablenkung mit anderen Themen tue Dir vielleicht gut.

Die Regel Nummer 1 in diesem Fall lautet daher: Sag Deinem Umfeld offen, was Du brauchst. Denn erst dann weißt Du, ob Du es bekommen kannst. Liebeskummer macht unsicher, und zwar nicht nur Dich selbst, sondern auch die Menschen, denen Du wichtig bist. Je präziser Du ihnen sagst, wie sie Dich unterstützen können (zuhören, ablenken, diskutieren), umso besser werden sie Dir helfen.

Was nun, wenn wirklich jemand zur Normalität zurückkehren möchte? Wenn er vielleicht selbst Probleme hat, Liebeskummer nicht kennt oder Deinen Schmerz schwer nachvollziehen kann? Vermutlich wird Dich sein Verhalten enttäuschen, möglicherweise wirst Du Deine Beziehung zu diesem Menschen sogar einer grundsätzlichen Überprüfung unterziehen. Das ist in Ordnung. Dennoch möchte ich auch hier für Verständnis werben: Im Unterschied zu Dir haben Deine Freunde und Deine Familie den großen Vorteil, dass sie von außen auf Deine Situation blicken – sie sind emotional nicht auf dieselbe Weise involviert wie Du. So haben sie vielleicht längst erkannt, dass Dein Expartner nicht gut für Dich ist, sind eventuell sogar ein bisschen froh über die Trennung. Ihr Urteil wird nicht durch Liebe zu Deinem Expartner beeinflusst – sondern durch Zuneigung zu Dir. Sie werden ungeduldig, weil für sie alles so klar ist. Und vor allem, weil sie sich wünschen, dass Du endlich wieder glücklich bist.

Sollte das der Fall sein, dann kannst Du ihnen sagen, dass Du sie verstehst, ihnen aber genau deshalb nichts vormachen willst. Dass sie Dir am besten helfen, indem sie Deinen Zustand so lange ernst nehmen, bis Du selbst so weit bist. Vielleicht könnt Ihr Euch darauf einigen, dass Ihr öfter auch wieder über andere Dinge redet, aber dass sie es einfach hinnehmen und Dich auffangen, wenn Du traurig bist.

Du selbst entscheidest, wie viel Zeit Du Dir für Deinen Liebeskummer nimmst, und niemand sonst. Keine schlauen Faustregeln, keine klugen Ratgeber. Nur Du. Denn viel wichtiger, als dass der Liebeskummer schnell vorbei ist, ist, dass er wirklich vorbei ist.

2. Mit mir stimmt was nicht, weil ich so leide!


Um das mal gleich vorwegzunehmen:

Die Wahrscheinlichkeit, dass mit Dir »etwas nicht stimmt«, wäre um einiges größer, wenn Du nicht wenigstens einmal in Deinem Leben an Liebeskummer leidest. Aber das ist ein anderes Thema und steht in einem anderen Buch.

»Ich bin eine erwachsene Frau und habe mein Leben fest im Griff, wie kann es sein, dass mich ausgerechnet eine Trennung so aus der Bahn wirft?« – »Jetzt sitze ich hier zu Hause und weine wie ein kleiner Junge. Wie peinlich ist das denn!« – »Bei mir ist das mit dem Liebeskummer, glaube ich, irgendwie schlimmer als bei anderen Leuten.«

Wie schon im vorherigen Abschnitt, als es um die Drei-Monats-Grenze ging, machen die meisten Frauen und Männer sich noch aus einem anderen Grund Druck, wenn sie Liebeskummer haben: wegen der Intensität ihres Zustands. Sie haben das Gefühl, dass das Ausmaß ihres Liebeskummers zu groß, irgendwie unangemessen oder sogar krankhaft ist. Das äußert sich im Gespräch meist in Formulierungen wie »ich bin doch erwachsen«, »ich führe mich ja auf wie ein kleines Kind« oder »wenn mich jemand so sehen könnte, wie peinlich«. Wenn man dann nachbohrt, kommt oft heraus, dass sie oder er glaubt,...

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