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Goodwillbilanzierung nach US-GAAP

Kapitalmarktreaktionen auf die Abschaffung der planmäßigen Abschreibung

AutorAndreas Pfauth
VerlagGabler Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl530 Seiten
ISBN9783834996435
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis74,99 EUR
Andreas Pfauth untersucht mittels einer Ereignisstudie die Kursreaktionen bei US-GAAP-Bilanzierern im Neuen Markt und im DAX100 auf die Abschaffung der planmäßigen Goodwill-Abschreibung und der gleichzeitigen Ankündigung der Einführung des IOA. Es wird gezeigt, dass zum Zeitpunkt der Ankündigung eine negative Kursreaktion festgestellt werden kann, was auf eine negative Einschätzung der Kapitalmarktteilnehmer bezüglich der Abschaffung der planmäßigen Abschreibung und der Einführung des IOA hindeutet.

Dr. Andreas Pfauth promovierte bei Prof. Dr. Renate Hecker am Lehrstuhl für Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung der Universität Tübingen. Er ist derzeit bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Bereich Corporate Finance tätig.

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Leseprobe
Kapitel 2 Grundlagen (S. 2)

2.1 Goodwill im Sinne der Unternehmensbewertung

Die heute vorherrschende Meinung ist, dass der Goodwill aus investitionstheoretischer Sicht der Differenzbetrag zwischen dem Zukunftserfolgswert und dem Substanzwert, verstanden als Teilrekonstruktionswert, ist. In der Unternehmensbewertung kann der Unternehmenswert als Zukunftserfolgswert u.a. mittels des Ertragswertverfahrens ermittelt werden, weshalb der Goodwill auch als Differenz zwischen dem Ertragswert und dem Substanzwert bezeichnet wird. Der Zukunftserfolgswert ist der Barwert der künftigen Erfolge im Sinne von Einzahlungsüberschüssen an die Eigner, wobei als Diskontierungssatz die interne Rendite der bestmöglichen Alternativanlage verwendet wird.

Unter dem Substanzwert versteht man hier den Teilrekonstruktionswert, d.h. die zu Wiederbeschaffungskosten bewerteten einzelbewertungsfähigen Vermögenswerte abzüglich der Schulden. Die in der Bilanz angesetzten Vermögenswerte und Schulden können zwar die Grundlage bilden, aber in die Bewertung sollten alle einzelbewertungsfähigen Vermögenswerte und Schulden Eingang finden, auch wenn sie nicht in der Bilanz angesetzt werden, wie z.B. selbstgescha.ene Marken- oder Patentrechte.

Für die Bewertung muss zur Ermittlung der Wiederbeschaffungskosten Zustand und Alter der Vermögenswerte berücksichtigt werden. Deshalb erfolgt hier die Bewertung auch zu Wiederbeschaffungsaltwerten und nicht zu Wiederbescha.ungsneuwerten und somit müssen Abschreibungen abgezogen werden. Allerdings werden nur die betriebsnotwendigen Vermögenswerte mit den Wiederbeschaffungsaltwerten bewertet. Die nicht betriebsnotwendigen Vermögenswerte werden zu Liquidationswerten bewertet. Der Substanzwert kann auch als Vollrekonstruktionswert verstanden werden.

Im Unterschied zum Teilrekonstruktionswert beinhaltet dieser auch sämtliche immateriellen Vermögenswerte, unabhängig von ihrer Einbeziehung in die Bilanz, wie beispielsweise die Organisation, Erfahrung und das Know-how oder der Kundenstamm, die schwer einzeln zu bewerten sind, was dazu führt, dass er praktisch kaum bestimmt werden kann. Zwar stellt der Vollrekonstruktionswert einen unsicheren Wert dar, jedoch darf auch nicht übersehen werden, dass der Teilrekonstruktionswert ebenfalls ermessensbehaftet ist, weil dazu die Wiederbeschaffungskosten der Vermögensgegenstände bestimmt werden müssen.

Der Goodwill ergibt sich damit als Differenz der Gesamtbewertungsgröße Zukunfts erfolgswert und der Einzelbewertungsgröße Teilrekonstruktionswert. Durch die Gesamtbewertung des Unternehmens mit dem Zukunftserfolgswert werden auch wertsteigernde Effekte (sogenannte Synergieeffekte) durch das Zusammenwirken der einzelnen Teile des Gesamtbewertungsobjekts berücksichtigt. Der Zukunftserfolgswert ist ein Entscheidungswert. Entscheidungswerte sind wiederum Grenzpreise. Der Verkäufer-Grenzpreis spiegelt den Preis wider, den er mindestens erzielen möchte, um sich nicht schlechter gegenüber der bestmöglichen Alternative zu stellen.

Der Grenzpreis eines Käufers spiegelt seine maximale Zahlungsbereitschaft wider, um sich nicht schlechter gegenüber der bestmöglichen Alternative zu stellen. Wird das Unternehmen aus Verkäufersicht bewertet, können auch Synergieeffekte eines Käufers in den Grenzpreis des Verkäufers eingehen. Dann nämlich, wenn er die Synergieeffekte mit einer beliebigen Anzahl von Käufern erzielen könnte.Würden die Verhandlungen des Verkäufers mit einem Käufer scheitern, könnte er trotzdem mit anderen potenziellen Käufern verhandeln, die auch diese Synergiee.ekte erzielen können. Die Synergieeffekte wären dann auch in der bestmöglichen Alternativanlage erzielbar und damit im Grenzpreis des Verkäufers enthalten.

2.2 Originärer Goodwill

Beim originären Goodwill handelt es sich um einen selbst geschaffenen und nicht einen durch den Kaufpreis beim Unternehmenserwerb abgegoltenen Goodwill. Ein originärer Goodwill kann aufgrund verschiedener Faktoren entstehen. In der Literatur existiert eine Vielzahl von Systematisierungen der Faktoren, die zur Entstehung eines originären Goodwills beitragen können. Da eine Auflistung von Faktoren immer nur unvollständig sein kann, da die Faktoren letztlich unternehmensindividuell sind und eine Einteilung der Faktoren in Gruppen auch auf vielfältige Weise möglich ist, sei nur kurz beispielhaft auf die Einteilung von Schmidt (2002) eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Tabellenverzeichnis18
Abbildungsverzeichnis26
Abkürzungsverzeichnis28
Kapitel 1 Einleitung31
Kapitel 2 Grundlagen38
2.1 Goodwill im Sinne der Unternehmensbewertung38
2.2 Originärer Goodwill40
2.3 Goodwill im bilanziellen Sinn42
2.4 Negativer Goodwill49
2.5 Decision Usefulness51
2.6 Diskussion alternativer Bilanzierungsmethoden vor dem Hintergrund der US- GAAP54
Kapitel 3 Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen und des Goodwills nach US- GAAP64
3.1 Überblick über die bisherigen Regelungen64
3.1.1 Die Purchase Methode66
3.1.2 Die Pooling of Interests Methode70
3.2 Unternehmenszusammenschlüsse und Goodwill nach SFAS 141 und SFAS 14274
3.2.1 Überblick über die Entstehung von SFAS 141 und SFAS 14274
3.2.2 Unternehmenszusammenschlüsse nach SFAS 14176
3.2.3 Ermittlung des Goodwills im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses80
3.2.4 Bilanzielle Behandlung eines negativen Unterschiedsbetrags104
3.2.5 Folgebehandlung des Goodwills nach SFAS 142105
3.2.6 Bewertung von Reporting Units145
3.2.7 Berücksichtigung von Minderheitenanteilen und die Full Goodwill Methode192
3.2.8 Inkrafttreten und Offenlegungspflichten196
Kapitel 4 Bisherige empirische Untersuchungen198
4.1 Empirische Studien zu Unternehmenszusammenschlüssen203
4.1.1 Ereignisstudien203
4.1.2 Value Relevance Untersuchungen206
4.1.3 Accounting Choice Untersuchungen212
4.2 Empirische Studien zum Goodwill217
4.2.1 Value Relevance Untersuchungen217
4.2.2 Ereignisstudien235
4.2.3 Accounting Choice Untersuchungen242
Kapitel 5 Empirische Untersuchung263
5.1 Ziel und Einordnung der empirischen Untersuchung263
5.2 Marktrationalität265
5.3 Informationse.zienz von Kapitalmärkten266
5.4 Functional Fixation Hypothesis270
5.5 Empirische Überprüfung der Informationseffizienz und des Informationsgehaltes mittels Ereignisstudien275
5.5.1 Zu untersuchende Ereignisse278
5.5.2 Untersuchungshypothesen283
5.5.3 Stichprobe295
5.5.4 Stetige und diskrete Renditen300
5.5.5 Preisbildungsmodelle zur Ermittlung der erwarteten Rendite305
5.5.6 Kumulation der Überrenditen326
5.5.7 Testverfahren zur Überprüfung der Signifikanz der Ergebnisse328
5.5.8 Datenbasis und Modellspezifikation340
5.5.9 Ergebnisse der Überprüfung der Modellvoraussetzungen343
5.6 Deskriptive Beschreibung der Stichprobe349
5.7 Ergebnisse der Ereignisstudie369
5.7.1 Ergebnisse für die US- GAAP- Bilanzierer im Neuen Markt369
5.7.2 Ergebnisse für die US- GAAP- Bilanzierer im Neuen Markt mit Goodwill375
5.7.3 Ergebnisse für die US- GAAP- Bilanzierer im Neuen Markt mit hohem Goodwill383
5.7.4 Zusammenfassung der Ergebnisse für den Neuen Markt391
5.7.5 Ergebnisse für die US- GAAP- Bilanzierer im DAX100395
5.7.6 Ergebnisse für die US- GAAP- Bilanzierer im DAX100 mit hohem Goodwill400
5.7.7 Zusammenfassung der Ergebnisse für den DAX100 und Vergleich zum Neuen Markt405
5.7.8 Ergebnisse für alle US- GAAP- Bilanzierer409
5.7.9 Ergebnisse für die Stichprobe aller US- GAAP- Bilanzierer mit Goodwill413
5.7.10 Ergebnisse für alle US- GAAP- Bilanzierer mit hohem Goodwill419
5.8 Robustheitsanalyse der Ergebnisse426
5.8.1 Ergebnisse unter Verwendung diskreter Renditen426
5.8.2 Ergebnisse bei Ausschluss von Wertpapieren mit insignifikantem Beta und nur einer Aktiengattung433
5.8.3 Ergebnisse bei Verwendung eines alternativen Schätzzeitraums439
5.9 Zusammenfassung der Ergebnisse und Vergleich mit der Untersuchung von Barnes/ Servaes ( 2002)446
5.10 Einschränkungen456
Kapitel 6 Zusammenfassung462
Anhang A Anhang471
A.1 Testverfahren und Ergebnisse zur Überprüfung der Voraussetzungen des Marktmodells471
A.1.1 Regressionsergebnisse471
A.1.2 Test auf Linearität des Modells473
A.1.3 Test auf Stationarität der Modellparameter475
A.1.4 Test auf Normalverteilung475
A.1.5 Tests auf Autokorrelation477
A.1.6 Tests auf Homoskedastizität479
A.1.7 Test auf zeitgleiche Korrelation der Residuen482
A.2 Tests auf Gleichheit der Mittelwerte und der Mediane483
A.3 Tabellen485
A.3.1 Offenlegungspflichten nach SFAS 141 und SFAS 142485
A.3.2 Empirische Untersuchungen zur Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen490
A.3.3 Empirische Untersuchungen im Bereich Goodwill-Bilanzierung495
A.3.4 Regressionsergebnisse der Marktmodellschätzung506
A.3.5 Auswertung der Konzernabschlüsse der US-GAAP-Bilanzierer513
Literaturverzeichnis527

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