Sie sind hier
E-Book

Großmarktmarketing

AutorJörg Gutknecht
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl402 Seiten
ISBN9783866181663
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis32,99 EUR
Die EU-Erweiterungen der Jahre 2004 und 2007 halten für die neuen Mitgliedsstaaten nicht nur Chancen, sondern auch eine Reihe von gewichtigen Herauforderungen bereit, die tief in die wirtschaftliche, rechtliche und soziale Struktur dieser Länder eingreifen. So müssen die traditionell landwirtschaftlich geprägten Länder Mittel- und Osteuropas zum einen den EU-Rechtsbestand übernehmen und zum anderen mittelfristig die Diskrepanzen auf dem Agrarsektor abbauen. Dieser ist derzeit noch von einem qualitativ sowie quantitativ niedrigen Ertragsniveau geprägt.

Eine Schlüsselfunktion für den Absatz dieser landwirtschaftlichen Frischeprodukte haben Großmärkte inne, die sich fortan auch in Mittel- und Osteuropa dem freien nationalen und internationalen Wettbewerb stellen müssen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Arbeit das Ziel, diejenigen Handlungsparameter im Marketing zu identifizieren, die für den Erfolg von Großmarkteinrichtungen für den Lebensmittel-Frischebereich im ausgewählten EU-Mitgliedsland Rumänien bestimmend sind. Dazu werden zunächst, neben der Analyse der Marketing-Problemfelder rumänischer Großmärkte, im Rahmen eines Benchmarking deutsche Großmärkte als idealer Benchmarking-Partner für mittel- und osteuropäische Großmärkte für den Lebensmittel-Frischebereich identifiziert.

Mit Hilfe hypothesentestender, statistischer Verfahren werden Erkenntnisse über Erfolgsvariablen deutscher Großmarkteinrichtungen gewonnen. Die empirische Untersuchung stützt sich dabei auf die Befragung deutscher Großmarktunternehmen für Obst, Gemüse und Lebensmittel-Frischeprodukte. Abschließend leitet der Autor aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen für das Management von rumänischen und mittel- und osteuropäischen Großmarktunternehmen für Obst, Gemüse und Lebensmittel-Frischeprodukten ab.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
3 THEORETISCHE GRUNDLAGEN (S. 75)

3.1 HANDELSBETRIEBSLEHRE

3.1.1 Begriff, Einordnung und Ausrichtung des systematisierten Handels und Großhandels mit Frischeprodukten

Die Beschäftigung mit handelstheoretischen Fragestellungen ist in der deutschen Betriebswirtschaftslehre historisch bedingt eher unterrepräsentiert, obwohl sie als Basis der Betriebswirtschaftslehre gilt. Mangelnde Produktionsfähigkeit der deutschen Wirtschaft infolge des Zweiten Weltkrieges sowie die geringe Nachfrage und Kaufkraft stellten für den Handel keine Probleme dar. Folglich wurde eine theoretische Erörterung der "Probleme des Handels" von den Wirtschaftswissenschaften eher selten aufgegriffen. Vielmehr fanden bezüglich der Betriebswirtschaftslehre in den letzten Jahrzehnten erst auf Grund einer "Sättigung der Märkte" eine verstärkte Marketing- Orientierung allgemein und eine verstärkte Handelsorientierung im Speziellen statt.

Der Handel ist Bindeglied zwischen den Anbietern und Herstellern von Produkten bzw. Dienstleistungen sowie den Nachfragern dieser Güter. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit handelt es sich bei den Anbietern von Großmärkten für Obst, Gemüse und Lebensmittel-Frischeprodukte um Erzeuger, Produzenten, (Groß-)Händler und Importeure, bei den gewerblichen Nachfragern um (Groß-)Händler, Großverbraucher, Gastronomie und andere Institutionen. In der funktionsorientierten, klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungskonzeption des Handels hat der Handel nach WÖHE die so genannten transpositorischen Grundfunktionen zu erbringen187, mit denen ein Zustand bloßer Sacheignung der Güter zu überwinden ist.

Die Güter erhalten ihre Verwendungsreife erst durch Maßnahmen, die zu einer Situationseignung führen, indem eine Überwindung von zeitlichen, räumlichen quantitativen und qualitativen Spannungen zwischen Anbietern und Nachfragern vollzogen wird.

Zu den transpositorischen Grundfunktionen zählen:

• Die Gütergruppierung: Sie beinhaltet die Funktionen der Sortiments- und Qualitätsbildung.

• Die Bedarfsanpassung: Hierbei sind die Raum- und Zeitüberbrückung sowie die Sicherungsfunktion zu nennen.

• Die Marktausgleichsfunktion zwischen Angebot und Nachfrage: Hierzu gehören sowohl die Markterschließung als auch die Umsatzdurchführung.

• Die Güteraufbereitung: Dabei handelt es sich um die Qualitäts- (Sortierung, Mischung und Manipulation) und Vollendungsfunktion im Sinne der Weiterverarbeitung sowie Veredelung.

Der Handel stellt somit ein Bindeglied in der Wertschöpfungskette bzw. in der Distribution, dem Absatzkanal für Güter, dar. Unter Umständen kann der Absatzkanal zu unterschiedlichen Extremauswirkungen führen. Ein Extrem ist beispielsweise die Form "ohne Handel", wonach prinzipiell keine Handelszwischenstufe möglich ist, wenn eine direkte Interaktion zwischen Produzent und Konsument existiert, hier sind z.B. "Hofverkäufe" vom Erzeuger zu erwähnen. Die anderen Extremformen beinhalten mehrere Handelszwischenstufen wie den Groß- und Einzelhandel. Die folgende Abb. 11 verdeutlicht die grundlegenden Optionen des Aufbaus des Absatzkanals. Der Blick soll vorerst allein auf den Großhandel gerichtet werden. Großhandel wird dabei wie folgt definiert:

"Großhandel im funktionellen Sinn liegt vor, wenn Marktteilnehmer Güter, die sie in der Regel nicht selbst be- oder verarbeiten (Handelswaren), vom Hersteller oder anderen Lieferanten beschaffen und an Wiederverkäufer, Weiterverarbeiter, gewerbliche Verwender (z.B. Behörden, Bildungsstätten) oder sonstige Institutionen (z.B. Kantinen, Großküchen), soweit es sich nicht um private Haushalte handelt, absetzen."

Im institutionellen Sinn umfasst der Großhandel "…auch als Großhandelsunternehmung, Großhandelsbetrieb oder Großhandlung bezeichnet [...] jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend dem Großhandel im funktionellen Sinne zuzurechnen ist."
Inhaltsverzeichnis
GELEITWORT VON PROF. DR. HALLIER6
VORWORT DES HERAUSGEBERS7
VORWORT DES VERFASSERS8
INHALTSÜBERSICHT10
INHALTSVERZEICHNIS12
Abbildungsverzeichnis19
Abkürzungsverzeichnis21
Anhangverzeichnis23
1 EINLEITUNG24
1.1 AUSGANGSLAGE24
1.2 PROBLEMSTELLUNG26
1.3 EXPLORATIVE VORUNTERSUCHUNG ZUR BEGRÜNDUNG DER RELEVANZ UND KONKRETISIERUNG DER THEMENSTELLUNG29
1.4 STAND DER FORSCHUNG34
1.5 ZIELSETZUNG DER ARBEIT45
1.6 FORSCHUNGSANSATZ UND WISSENSCHAFTLICHE METHODIK46
1.7 GANG DER UNTERSUCHUNG52
2 ANALYSE RUMÄNISCHER GROßMÄRKTE ZUR IDENTIFIZIERUNG AKTUELLER MARKETINGPROBLEMFELDER54
2.1 VOLKSWIRTSCHAFTLICHER UND POLITISCH- RECHTLICHER RAHMEN54
2.2 ENTWICKLUNG69
2.3 GEGENWÄRTIGE SITUATION DER GROßMÄRKTE75
2.4 URSACHEN ZUKÜNFTIGER MARKETING-HERAUSFORDERUNGEN88
2.5 ZWISCHENFAZIT95
3 THEORETISCHE GRUNDLAGEN98
3.1 HANDELSBETRIEBSLEHRE98
3.2 HANDELSMARKETING114
3.3 DIENSTLEISTUNGSMARKETING115
3.4 ZWISCHENFAZIT154
4 BENCHMARKING ALS ANALYSEMETHODE156
4.1 AUSWAHLBEGRÜNDUNG UND DARSTELLUNG DER BENCHMARKING- METHODE156
4.2 BEGRENZUNG DER AUSSAGEKRAFT FÜR DIE VORLIEGENDE UNTERSUCHUNG165
5 ANALYSE DEUTSCHER GROSSMÄRKTE IM LEBENSMITTELFRISCHEBEREICH ALS GRUNDLAGE EINES BENCHMARKING168
5.1 VOLKSWIRTSCHAFTLICHER UND POLITISCH- RECHTLICHER RAHMEN168
5.2 ENTWICKLUNG178
5.3 ARTEN, ZIELE UND FUNKTIONEN193
5.4 ANZAHL UND GRÖSSE195
5.5 BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE ERFOLGSGRÖSSEN201
5.6 KUNDENANFORDERUNGEN202
5.7 ZWISCHENFAZIT213
6 EMPIRISCHE ANALYSEN216
6.1 FORMULIERUNG DER FORSCHUNGSFRAGE216
6.2 ERFOLGSFAKTORENFORSCHUNG220
6.3 DELPHI-METHODE298
6.4 ZWISCHENFAZIT312
7 ENTWICKLUNG EINES ADAPTIVEN UND INNOVATIVE MARKETINGKONZEPT- ANSATZES FÜR RUMÄNISCHE GROSSMÄRKTE IM LEBENSMITTEL- FRISCHEBEREICH314
7.1 ZIELAUSRICHTUNG314
7.2 STRATEGISCHE POSITIONIERUNG315
7.3 MARKETINGPOLITISCHES INSTRUMENTARIUM316
8 SCHLUSSBETRACHTUNG320
8.1 ZUSAMMENFASSUNG DER UNTERSUCHUNG320
8.2 KRITISCHE WÜRDIGUNG323
8.3 WEITERGEHENDER FORSCHUNGSBEDARF325
Literaturverzeichnis328
Verordnungen, Gesetze und Studien348
Ohne Verfasser349
Literaturverzeichnis Internet-Nutzung350
Anhang 1 Pretest-Teilnehmerliste356
Anhang 2 Anschreiben, Allgemeine Hinweise zum Fragebogen, Fragebogen, Erinnerungsschreiben358
Anhang 3 Basisdaten der 19 Großmarktunternehmen, Kontaktdaten der 19 Großmarktunternehmen378
Anhang 4 Expertenliste, Delphi- Untersuchung384
Anhang 5 Fragebogen Delphi- Untersuchung386
Anhang 6 Auswertung Delphi- Untersuchung396

Weitere E-Books zum Thema: Marketing - Verkauf - Sales - Affiliate

Warum so bescheiden, Ihr Handwerker?

E-Book Warum so bescheiden, Ihr Handwerker?
In 6 Schritten zu neuem Stolz und Selbstbewusstsein Format: ePUB

WARUM SO BESCHEIDEN? Unser tägliches Leben ist geprägt von Tausenden von Werbeimpulsen. Gleichzeitig vernehmen wir nicht mehr endende Nachrichten über das Wachstum von Internetshops, Filialisten…

Marketing für Produktinnovationen

E-Book Marketing für Produktinnovationen
Vermarktung von Produktinnovationen in der Mobile Entertainment Branche am Beispiel des Nintendo DS Format: ePUB/PDF

Vordiplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media, Note: 2,1, Campus02 Fachhochschule der Wirtschaft Graz (Fachhochschule…

Vermarktung von Sportveranstaltungen

E-Book Vermarktung von Sportveranstaltungen
Entwicklung eines Erfolgsmodells am Beispiel des Münster-Marathons Format: PDF

?In der Literatur werden Individualsportarten, wie der klassische Marathonlauf, bisher wenig betrachtet und ihre Erfolgsfaktoren nur begrenzt untersucht. Felicitas Schlepper untersucht, welche…

Weitere Zeitschriften

Atalanta

Atalanta

Atalanta ist die Zeitschrift der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderung. Im Atalanta-Magazin werden Themen behandelt wie Wanderfalterforschung, Systematik, Taxonomie und Ökologie. ...

Correo

Correo

 La Revista de Bayer CropScience para la Agricultura ModernaPflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und am Thema Interessierten mit umfassender ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler ist das monatliche Wirtschafts- und Mitgliedermagazin des Bundes der Steuerzahler und erreicht mit fast 230.000 Abonnenten einen weitesten Leserkreis von 1 ...

die horen

die horen

Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik."...weil sie mit großer Aufmerksamkeit die internationale Literatur beobachtet und vorstellt; weil sie in der deutschen Literatur nicht nur das Neueste ...

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler ist die Fachzeitschrift für die CE- und Hausgeräte-Branche. Wichtige Themen sind: Aktuelle Entwicklungen in beiden Branchen, Waren- und Verkaufskunde, Reportagen über ...

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS bringt alles über die DEL, die DEL2, die Oberliga sowie die Regionalligen und Informationen über die NHL. Dazu ausführliche Statistiken, Hintergrundberichte, Personalities ...

building & automation

building & automation

Das Fachmagazin building & automation bietet dem Elektrohandwerker und Elektroplaner eine umfassende Übersicht über alle Produktneuheiten aus der Gebäudeautomation, der Installationstechnik, dem ...