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Grundfragen und Anwendungsfelder psychologischer Diagnostik

Reihe: Enzyklopädie der Psychologie

VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl724 Seiten
ISBN9783840915239
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis149,99 EUR
Der Band behandelt umfassend die Anwendungsfelder der psychologischen Diagnostik, ihre grundlegenden Fragestellungen und diagnostischen Zugänge zu deren Bearbeitung. Die wesentlichen theoretischen Konzepte werden mit dem aktuellen Forschungsstand verknüpft und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Es werden u.a. folgende Themen behandelt: Qualitätsstandards psychologischer Diagnostik, Theoretische Grundlagen der Entwicklungsdiagnostik, Anwendungen der Psychodiagnostik in der Arbeits- und Organisationspsychologie, Interkulturelle Eignungsdiagnostik, Diagnostik in der Markt- und Werbeforschung, Persönlichkeit in Lehr-Lern-Kontexten, Evaluation von Hochschullehre, Klinisch-psychologische Diagnostik, Diagnostik in der Rehabilitation, Gesundheitspsychologische Diagnostik und Neuropsychologische Diagnostik.

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Kapitelübersicht
  1. Grundfragen und Anwendungsfelder psychologischer Diagnostik
  2. Autorenverzeichnis
  3. Vorwort
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. 1. Kapitel: Qualitätsstandards in der psychologischen Diagnostik
  6. 2. Kapitel: Theoretische Grundlagen der Entwicklungsdiagnostik
  7. 3. Kapitel: Anwendungen der Psychodiagnostik in der Arbeits- und Organisationspsychologie
  8. 4. Kapitel: Besondere Anreize provozieren besonderes Probandenverhalten: Psychodiagnostik im Kontext der Personalauswahl
  9. 5. Kapitel: Interkulturelle Eignungsdiagnostik
  10. 6. Kapitel: Eine Konzeption zum systematischen Aufbau von Eignungsuntersuchungen – nach 40 Jahren noch aktuell
  11. 7. Kapitel: Persönlichkeit in Lehr-Lern-Kontexten der Schule und Hochschule
  12. 8. Kapitel: Klinisch-psychologische Diagnostik
  13. 9. Kapitel: Psychologische Diagnostik bei primär somatischen Erkrankungen
  14. 10. Kapitel: Diagnostik in der Rehabilitation
  15. 11. Kapitel: Gesundheitspsychologische Diagnostik
  16. 12. Kapitel: Diagnostik in der Markt- und Werbeforschung
  17. 13. Kapitel: Neuropsychologische Diagnostik
  18. 14. Kapitel: Psychologische Diagnostik im Leistungssport
  19. 15. Kapitel: Evaluation von Hochschullehre
  20. Autorenregister
  21. Sachregister
Leseprobe

5. Kapitel Interkulturelle Eignungsdiagnostik (S. 195-196)

Jürgen Deller, Tim Warszta und Anne-Grit Albrecht
1 Einführung
Der Kontext der Eignungsdiagnostik ist oftmals von kultureller Vielfalt geprägt. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, bei denen die Beschränkung der Aktivitäten auf ein Land seltener wird, sondern auch für Universitäten, die weltweit um Studierende und Lehrende werben oder für Polizei und Militär, die verstärkt in internationalen Krisengebieten eingesetzt werden. Gleichzeitig erhöht sich durch Immigration aus anderen Ländern, aber auch durch Migrationsbewegungen innerhalb nationaler Grenzen, beispielsweise durch die Abwanderung aus strukturschwachen Regionen, die kulturelle Vielfältigkeit der Menschen innerhalb von Regionen. Der Wegfall von Beschränkungen der Arbeitserlaubnis, wie beispielsweise innerhalb der Europäischen Union, eröffnet zudem die Option, eine Tätigkeit in einem anderen Land auch legal bzw. leichter auszuüben.

Zusätzlich hat in den letzten Jahren eine Reihe von Entwicklungen im technologischen Bereich die Eignungsdiagnostik stark verändert. Mobile Kommunikationsgeräte ermöglichen den permanenten Zugang zum Internet und damit zu Bewerbungsseiten, Stelleninformationen und ähnlichem relativ unabhängig davon, in welchem Land man sich gerade befindet. Bartram (2000) beschreibt in diesem Kontext ein anschauliches Szenario:

Ein italienischer Bewerber wird in einem Zentrum für internetbasiertes Testen in Frankreich mithilfe eines englischsprachigen Tests beurteilt. Das Testverfahren wurde von einer Firma, die international Tests entwickelt und vertreibt, in Australien erstellt. Das Verfahren läuft auf dem Rechner eines Internet Services Providers in Deutschland. Der Test wird für die niederländische Tochtergesellschaft eines US-amerikanischen multinationalen Konzerns durchgeführt. Die getestete Person hat sich auf eine Managementstelle im Tokioter Büro der niederländischen Gesellschaft beworben. Der Bericht über die Ergebnisse des Testverfahrens, die im Intranet der US-amerikanischen Muttergesellschaft in den USA gespeichert sind, wird an den potenziellen Vorgesetzten des Bewerbers nach Japan geschickt, nachdem er von der ausgegliederten Personalberatung des Unternehmens in Belgien erläutert worden ist. (Übersetzung der Autoren)

Die Fragen, die Beispiele wie dieses für die Eignungsdiagnostik aufwerfen, sind Gegenstand dieses Kapitels. Nämlich: Welchen Einfluss hat die Verwurzelung der im eignungsdiagnostischen Prozess involvierten Personen in unterschiedlichen Kulturen? Wie kann unter diesen Bedingungen der eignungsdiagnostische Prozess optimal ausgestaltet werden, also, welche Prädiktoren sollten wie operationalisiert werden, und entlang welcher Kritierien wird ihre Güte gemessen? Welchen Einfluss hat der Arbeitsort auf diese Fragen?

Den übergeordneten Rahmen bildet die Annahme, dass die Eignungsdiagnostik im interkulturellen Kontext einer Reihe besonderer Bedingungen unterliegt, die als bedeutsame Variablen Einfluss auf den eignungsdiagnostischen Prozess nehmen (vgl. Rammstedt, Harkness & Mohler, 2011). Eben jene kulturellen Einflüsse und deren Implikationen sowie Handlungsempfehlungen für die interkulturelle Eignungsdiagnostik sind Gegenstand dieses Kapitels.

2 Bedeutungen, Bedingungen und Begriffsbestimmungen
Im Folgenden werden zunächst grundlegende Begriffe des Kapitels diskutiert und definiert. Kultur ist dabei sowohl ein grundlegender Begriff, als auch Rahmenbedingung, in der sich das interkulturelle Personalmanagement bewegt, dessen Aufgabe unter anderem auch die Eignungsdiagnostik ist.

2.1 Kultur
Kultur ist ein sehr weit gefasstes Konzept, zu dem sich in der deutschsprachigen und internationalen Literatur unterschiedliche Herangehensweisen finden. So definiert Hofstede (2001) Kultur als kollektive Programmierung des Geistes, die eine Gruppe von Individuen von den anderen unterscheidet. Thomas (2003) hingegen charakterisiert Kultur als ein Orientierungssystem, das für die Mitglieder einer Kultur Zugehörigkeit definiert und Umweltbewältigung ermöglicht. Neben der Orientierungsfunktion hat Kultur für Thomas auch eine steuernde Komponente.

Inhaltsverzeichnis
Grundfragen und Anwendungsfelder psychologischer Diagnostik1
Autorenverzeichnis7
Vorwort11
Inhaltsverzeichnis13
1. Kapitel: Qualitätsstandards in der psychologischen Diagnostik27
1 Qualitätsstandards in der psychologischen Diagnostik27
2 Überblick über ausgewählte Qualitätsstandards30
3 Die DIN 33430 und ihr Bezug zu den Standards für pädagogisches und psychologisches Testen58
4 Vergleich der Standards mit der DIN 3343099
5 Fazit und Ausblick104
Literatur107
2. Kapitel: Theoretische Grundlagen der Entwicklungsdiagnostik113
1 Einleitung113
2 Entwicklungspsychologische Grundlagen der Entwicklungsdiagnostik114
3 Die Aufgaben der Entwicklungsdiagnostik127
4 Methodische Besonderheiten der Entwicklungsdiagnostik143
5 Ethische Fragen149
6 Schlussfolgerung für die Gesellschaft150
Literatur152
3. Kapitel: Anwendungen der Psychodiagnostik in der Arbeits- und Organisationspsychologie157
1 Eine Begriffsbestimmung zur Psychodiagnostik157
2 Zwei psychodiagnostische Anwendungsbeispiele160
3 Schlussfolgerung für die Gesellschaft180
Literatur181
4. Kapitel: Besondere Anreize provozieren besonderes Probandenverhalten: Psychodiagnostik im Kontext der Personalauswahl185
1 Einleitung185
2 Wiedererkennungseffekte bei wissensbasierten Verfahren190
3 Testwiederholungseffekte bei kognitiven Fähigkeitstests191
4 Positive Selbstdarstellung in Persönlichkeitsverfahren199
5 Positive Selbstdarstellung in Assessment-Center-Verfahren204
6 Positive Selbstdarstellung in eignungsdiagnostischen Interviews209
7 Fazit213
Literatur215
5. Kapitel: Interkulturelle Eignungsdiagnostik221
1 Einführung221
2 Bedeutungen, Bedingungen und Begriffsbestimmungen222
3 Fragestellungen der interkulturellen Eignungsdiagnostik227
4 Interkulturelle Eignungsdiagnostik für Angehörige anderer Kulturen234
5 Interkulturelle Eignungsdiagnostik für den Einsatz in anderen Kulturen249
6 Diskussion261
Literatur263
6. Kapitel: Eine Konzeption zum systematischen Aufbau von Eignungsuntersuchungen – nach 40 Jahren noch aktuell269
1 Vorbemerkungen269
2 Leitpläne für die Eigenuntersuchungen272
3 Zusammenfassung und Ausblick300
Literatur302
7. Kapitel: Persönlichkeit in Lehr-Lern-Kontexten der Schule und Hochschule307
1 Persönlichkeit, ihre Stabilität und Messung308
2 Unterricht, Lernen und Schulerfolg313
3 Persönlichkeit und Kompetenzen in Lehr-Lern-Kontexten – Big Five und weitere nicht spezifisch leistungsbezogene Dimensionen317
4 Emotionsbezogene Persönlichkeitskonstrukte323
5 Motivationale Lern- und Leistungsvoraussetzungen329
6 Kognitive Persönlichkeitskonstrukte336
7 Verhaltensskalen349
8 Lehrerpersönlichkeit351
9 Schlussfolgerungen und Empfehlungen357
Literatur359
8. Kapitel: Klinisch-psychologische Diagnostik369
1 Aufgaben der klinisch-psychologischen Diagnostik369
2 Methoden der klinisch-psychologischen Diagnostik370
3 Veränderungsmessung und Evaluation397
4 Schlussfolgerung für die Gesellschaft402
Literatur403
9. Kapitel: Psychologische Diagnostik bei primär somatischen Erkrankungen409
1 Diagnostik psychologischer Aspekte bei primär körperlichen Erkrankungen – historische Entwicklung und aktuelle Perspektive409
2 Ziele und Anwendungen psychologischer Diagnostikbei primär somatischen Erkrankungen411
3 Inhalte psychologischer Diagnostik bei primärkörperlichen Erkrankungen413
4 Störungsspezifische Aspekte psychologischer Diagnostik bei primärkörperlichen Erkrankungen am Beispiel chronischen Schmerzes456
5 Schlussfolgerung für die Gesellschaft460
Literatur461
10. Kapitel: Diagnostik in der Rehabilitation467
1 Einleitung467
2 Die ICF als Rahmenmodell469
3 System der Rehabilitation474
4 Anlässe und Aufgaben der psychologischen Diagnostik477
5 Multidimensionale generische Assessmentinstrumente480
6 Assessment von Reha-Motivation und Behandlungserwartung484
7 Zielorientierte Ergebnismessung488
8 Assessmentstrategien auf der Basis der Item-Response-Theorie490
9 Ausblick und Schlussfolgerungen495
Literatur498
11. Kapitel: Gesundheitspsychologische Diagnostik505
1 Einleitung505
2 Individuelle Dimensionen der Gesundheit und des Gesundheitsverhaltens505
3 Soziale Dimensionen der Gesundheit und des Gesundheitsverhaltens: Soziale Unterstützung522
4 Indikatoren von Gesundheit und gesundheitsbezogenem Verhalten526
5 Gesundheitspsychologische Diagnostik und Qualitätssicherung533
Literatur533
12. Kapitel: Diagnostik in der Markt- und Werbeforschung543
1 Einleitung543
2 Definition von Marktforschung544
3 Grundlegende Diagnostik durch Marktforschung545
4 Marktforschung als Prozess546
5 Grundsätzliche Probleme der Diagnostik in der Markt- und Meinungsforschung575
6 Schlussfolgerung für die Gesellschaft576
Literatur579
13. Kapitel: Neuropsychologische Diagnostik581
1 Ziele und Strategien neuropsychologischer Diagnostik581
2 Fragestellungen bei der neuropsychologischen Diagnostik582
3 Vorgehensweise bei der neuropsychologischen Untersuchung595
Literatur603
14. Kapitel: Psychologische Diagnostik im Leistungssport609
1 Diagnostik im Leistungssport609
2 Diagnostik für die Beratungs- und Betreuungspraxis im Leistungssport616
3 Formen sportpsychologischer Diagnostik626
4 Schlussfolgerung für die Gesellschaft635
Literatur636
15. Kapitel: Evaluation von Hochschullehre643
1 Lehrevaluationen: Begriffsbestimmung, Bedeutung, Ziele643
2 Was ist gute Hochschullehre?646
3 Methoden der Lehrevaluation652
4 Validität von studentischen Urteilen über Lehrveranstaltungen666
5 Durchführung von Lehrveranstaltungsevaluationen: Praktische Aspekte680
6 Schlussfolgerung für die Gesellschaft688
Literatur690
Autorenregister695
Sachregister715

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