Sie sind hier
E-Book

Grundwissen Medizin des Alterns und des alten Menschen (Q7)

AutorBernhard Strauß, Klaus Höffken, Ludger Pientka, UlrichWedding
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl198 Seiten
ISBN9783456942261
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis17,99 EUR

Angesichts der aktuellen demographischen Entwicklungen in den westlichen Gesellschaften kommt der Medizin des Alterns und des alten Menschen eine immer größere Bedeutung zu. Die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) hat in ihrer neuen Version diesem Umstand durch die Schaffung eines entsprechenden Querschnittsbereiches Rechnung getragen.

In diesem Kurzlehrbuch werden die genannten demographischen Entwicklungen aufgezeigt und die Biologie und Psychologie des Alterns skizziert. Neben einer Einführung in das geriatrische Assessment enthält der Band eine Darstellung medizinischer Probleme des alten Menschen aus der Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen (Physiotherapie, Pharmakologie, Neurologie, Psychiatrie, Dermatologie, Gynäkologie, Unfallchirurgie, Urologie, Anästhesiologie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie).

Besonderen Raum erhalten in dem Buch Fragen der Therapieentscheidungen, der Betreuungsstrukturen (Palliativmedizin) und der Kommunikation mit alten Menschen in der Medizin. Das Kompendium ermöglicht eine komprimierte, dennoch interdisziplinäre und umfassende Darstellung der Themengebiete dieses wichtigen Querschnittsbereichs.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. Vorwort
  3. 1 Epidemiologie des Alterns
  4. 2 Biologie der Alterungsprozesse
  5. 3 Psychologie des Alterns
  6. 4 Soziologie des Alterns und des alten Menschen
  7. 5 Geriatrisches Assessment und Frührehabilitation
  8. 6 Arzneitherapie im Alter und Anti-Aging
  9. 7 Geriatrische Problemfelder
  10. 8 Neurologische Erkrankungen im Alter
  11. 9 Demenz
  12. 10 Depression im Alter
  13. 11 Psychosomatische Erkrankungen und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten im Alter
  14. 12 Versorgung von alten Patienten mit Sturzerkrankungen
  15. 13 Gynäkologische Erkrankungen im Alter
  16. 14 Urologische Erkrankungen im Alter
  17. 15 Alterungsprozesse der Haut und Altersdermatosen
  18. 16 Schmerztherapie im Alter
  19. 17 Palliativmedizin für alte Menschen
  20. Weiterführende Literatur
  21. Autorenverzeichnis und Sachregister
Leseprobe

2 Biologie der Alterungsprozesse (S. 25)

Frank Große
- Wie ist der dem Insulin ähnliche Wachstumsfaktor und der Transduktionsweg bis hin zum Transkriptionsfaktor FoxO zu beschreiben?

- Wie lässt sich die Kooperation von FoxO und p53 beschreiben?

- Was sind reaktive Sauerstoffradikale, wo entstehen sie, wie wirken sie?

- Was sind Telomere, wie werden Sie gebildet?

- Was ist dasWerner-Syndrom und was sind dessen molekulare Ursache?

Die zelluläre Alterung repräsentiert einen komplexen Phänotyp, zu dem eine Reihe verschiedener Gene und unterschiedliche physiologische Bedingungen beitragen. Hierzu gehören:

- der metabolische Status der Zelle

- Signaltransduktion und Aktivierung der Transkription

- die Erzeugung reaktiver Sauerstoffradikale

- die Ansammlung von DNA-Schäden

- der «Abrieb» der Telomere an den Enden der Chromosomen sowie wahrscheinlich viele andere, bisher unbekannte Faktoren.

2.1 Metabolischer Status der Zelle
Es ist schon seit längerem bekannt, dass bei nahezu allen Vielzellern längere Hungerphasen, d. h. etwa die Aufnahme von lediglich zwei Drittel der für die normale Entwicklung erforderlichen Kalorien, zu einer spürbaren Verlängerung der Lebenserwartung führt. Verbunden mit der längeren Lebenserwartung ist ein deutlich späteres Eintreten der Geschlechtsreife. Obwohl sehr ähnliche Befunde bei den aus nur ca. 1000 Zellen bestehenden Rundwürmern, bei Fruchtfliegen, bei Nagern und bei Primaten beobachtet wurden, war die Ursache der durch Kalorienrestriktion hervorgerufenen Lebensverlängerung lange Zeit rätselhaft.

Allerdings erscheint es biologisch sinnvoll, bei ungünstigen Überlebensbedingungen, die durch den permanenten Hungerzustand angezeigt werden, die Geschlechtsreife und auch den individuellen Tod hinauszuzögern, in der Hoffnung, dass sich die Zeiten bessern. Die durch Kalorienrestriktion verlängerte Lebenserwartung hat man vor kurzem mit der Verhinderung der insulinabhängigen Signaltransduktion und der globalen Herunterregulierung der Genexpression verknüpfen können, was dem bis dahin rein empirischen Befund eine molekulare Grundlage verschaffte.

2.2 Signaltransduktion und Änderung der Transkription
Sowohl beim Rundwurm Caenorhabditis elegans als auch bei der Maus hat man die Ursachen für das verzögerte Altern nach Kalorienrestriktion prinzipiell auf den Insulin- Transduktionsweg und den Transkriptionsfaktor FoxO eingrenzen können. Das vom Insulin und den Insulin ähnlichen Wachstumsfaktoren ausgehende Signal wird in der Zelle über den sogenannten PI3-Kinase-Weg zur Proteinkinase B weiter geleitet, die dann ihrerseits den im Kern befindlichen Transkriptionsfaktor FoxO phosphoryliert.

Durch die zusätzlich aufgenommenen Phosphatreste kann dieser Faktor nicht mehr an die DNA binden und Gene aktivieren, die die Zelle am Wachsen hindern (Abb. 2-1). Durch Ausschüttung von Insulin kommt es also zu einem vermehrten Zellwachstum und zu einer Vielzahl neuer Zellteilungen. Dies ist in Übereinstimmung mit der Rolle des Insulins als Indikator für genügend Glukose im Organismus.

Allerdings ist jede Zellverdopplung prinzipiell mit der Gefahr verbunden, dass die intrazelluläre DNA geschädigt wird. Hier spielen reaktive Sauerstoffradikale, die bei erhöhtem Wachstum vermehrt gebildet werden, sowie die durch die DNA-Replikation zwangsläufig auftretende Abnutzung der Telomeren an den Enden der Chromosomen eine herausragende Rolle. Im Hungerzustand hingegen teilen sich die Zellen wesentlich seltener, die angeführten Gefahren der Schädigung der DNA sind weitaus geringer, und das begrenzte Teilungspotenzial einer jeden Zelle wird geschont.

Ferner sinkt im lang anhaltenden Hungerzustand das intrazelluläre Verhältnis der Koenzyme NADH zu NAD+, d. h. die oxidierte Form des Nikotinamidadenindinukleotids NAD+ steigt stark an.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort10
1 Epidemiologie des Alterns14
2 Biologie der Alterungsprozesse26
3 Psychologie des Alterns34
4 Soziologie des Alterns und des alten Menschen46
5 Geriatrisches Assessment und Frührehabilitation54
6 Arzneitherapie im Alter und Anti-Aging72
7 Geriatrische Problemfelder84
8 Neurologische Erkrankungen im Alter100
9 Demenz110
10 Depression im Alter118
11 Psychosomatische Erkrankungen und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten im Alter124
12 Versorgung von alten Patienten mit Sturzerkrankungen132
13 Gynäkologische Erkrankungen im Alter140
14 Urologische Erkrankungen im Alter152
15 Alterungsprozesse der Haut und Altersdermatosen158
16 Schmerztherapie im Alter168
17 Palliativmedizin für alte Menschen176
Weiterführende Literatur184
Autorenverzeichnis und Sachregister190

Weitere E-Books zum Thema: Allgemeinmedizin - Familienmedizin

BWL für Mediziner im Krankenhaus

E-Book BWL für Mediziner im Krankenhaus
Zusammenhänge verstehen - Erfolgreich argumentieren Format: PDF

Dieses Buch bietet Ihnen das essentielle BWL-Basiswissen, um Ihre Strategien wirtschaftlich gut begründet präsentieren und durchsetzen zu können. Ihr Schlüssel zum Erfolg.Ärzte werden zunehmend auch…

Die erfolgreiche Arztpraxis

E-Book Die erfolgreiche Arztpraxis
Patientenorientierung - Mitarbeiterführung - Marketing Format: PDF

Patienten kommen gerne (wieder), wenn sie sich in der Arztpraxis fachlich gut aufgehoben und emotional wohl fühlen. Der Patient von heute ist dabei informierter, anspruchsvoller und fordernder denn…

Kindesmisshandlung

E-Book Kindesmisshandlung
Medizinische Diagnostik, Intervention und rechtliche Grundlagen Format: PDF

Nicht nur für Ärzte ist die Konfrontation mit Gewalt ein belastendes und mit Unsicherheiten behaftetes Thema. Das Handbuch liefert geeignete Strategien für den Umgang mit Verdachtsfällen, fundierte…

Zöliakie Mehr wissen - besser verstehen

E-Book Zöliakie Mehr wissen - besser verstehen
Beschwerdefrei leben mit der sicheren Diagnose und einer glutenfreien Ernährung Format: PDF

Das Buch bietet Ihnen unverzichtbares Basiswissen: Wodurch entsteht die Erkrankung, wie verläuft sie, was sind mögliche Folgen? Wie ernähre ich mich glutenfrei? Gibt es darüber hinaus weitere…

Diagnose Rheuma

E-Book Diagnose Rheuma
Lebensqualität mit einer entzündlichen Gelenkerkrankung Format: PDF

Das Buch zeigt, dass es auch mit einer chronischen Erkrankung möglich ist, eine hohe Lebensqualität zu erzielen, wenn man gelernt hat, positiv mit der Krankheit umzugehen. Das Leben, der Alltag, die…

Akute und therapieresistente Depressionen

E-Book Akute und therapieresistente Depressionen
Pharmakotherapie - Psychotherapie - Innovationen Format: PDF

Das tiefe Tal überwinden! Depressionen gehören zu den häufigsten psychiatrischen Krankheitsbildern. Therapiemöglichkeiten gibt es viele, und meistens haben sie auch Erfolg. Was aber tun, wenn…

Gerne Frau!

E-Book Gerne Frau!
Mein Körper - meine Gesundheit Format: PDF

Medizinisches Wissen fundiert und verständlich für die Frau von heute! Sie wollen sich heute selbst über Gesundheit und Krankheit informieren? Medien, Ratgeber und Internet bieten eine Fülle von…

Weitere Zeitschriften

arznei-telegramm

arznei-telegramm

Das arznei-telegramm® informiert bereits im 51. Jahrgang Ärzte, Apotheker und andere Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln. Das arznei-telegramm®  ist neutral und ...

Computerwoche

Computerwoche

Die COMPUTERWOCHE berichtet schnell und detailliert über alle Belange der Informations- und Kommunikationstechnik in Unternehmen – über Trends, neue Technologien, Produkte und Märkte. IT-Manager ...

Courier

Courier

The Bayer CropScience Magazine for Modern AgriculturePflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und generell am Thema Interessierten, mit umfassender ...

DGIP-intern

DGIP-intern

Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie e.V. (DGIP) für ihre Mitglieder Die Mitglieder der DGIP erhalten viermal jährlich das Mitteilungsblatt „DGIP-intern“ ...

VideoMarkt

VideoMarkt

VideoMarkt – besser unterhalten. VideoMarkt deckt die gesamte Videobranche ab: Videoverkauf, Videoverleih und digitale Distribution. Das komplette Serviceangebot von VideoMarkt unterstützt die ...