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Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Der Münchner Olympiapark als zeitlose Gebrauchslandschaft

AutorSarah Pauli
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl169 Seiten
ISBN9783656332176
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis31,99 EUR
Masterarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Landschaftsarchitektur, Landespflege, Gartenbau, Note: 1,7, Technische Universität München, Sprache: Deutsch, Abstract: Die gegenwärtige Gesellschaft zeichnet sich durch Komplexität und ständigen Wandel aus. Veränderungen des Sozialgefüges durch demographische Prozesse und die auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich sind nur zwei Beispiele für den aktuellen Strukturwandel, der uns in vielfältiger Weise beeinflusst. Der Landschaftsarchitekt wird zum Generalisten für die Bewältigung zahlreicher Problemstellungen, da Grünflächen als Sozialräume enorm an Bedeutung gewinnen. Die Wiederentdeckung des sozialen Aspekts von Freiräumen birgt die Möglichkeit einzelne Gegenwartsaufgaben unserer pluralistischen Gesellschaft in eben diesen zu bewältigen. Als Ort der Entfaltung, der Mehrgenerationenbegegnung und der Integration können wertvolle Stadträume entstehen. Für die Bewältigung dieser anspruchsvollen Planungsaufgaben muss kein neuer Parktypus entworfen werden, wie aktuelle Ausschreibungen fordern. Es kann mit bewährten Methoden reagiert werden. Die genauere Betrachtung gut funktionierender, bereits bestehender Grünräume ermöglicht einen Erkenntnisgewinn, der Lösungsansätze für aktuelle Entwicklungen beherbert. 'Aus Geschichte lernen' als legitime Praktik kann auch in der Landschaftsarchitektur angewandt werden. In diesem Fall wird das Leben und Wirken des Kasseler Landschaftsarchitekten Günther Grzimek am Beispiel seiner Planung des Münchner Olympiaparks genauer untersucht. Günther Grzimek als Architekt des Demokratischen Grüns war, trotz seiner geringen Prominenz, nicht nur einer der fortschrittlichsten Landschaftsarchitekten seiner Zeit, sondern auch Sozialarbeiter für Mensch und Landschaft. Das Gestaltungsrepertoire wird am Beispiel des Münchner Olympiaparks auf seine zeitlose Gültigkeit und Einsetzbarkeit hin überprüft. Die Entschichtung des Münchner Grünraums erlaubt ein Herausarbeiten der Grzimekschen Gestaltungsprinzipien. Diese werden in den zeitlichen Kontext gesetzt, auf ihre Ursprünge untersucht und bewertet. Was lässt sich anhand der singulären und dialektischen Betrachtung der spezifischen Aspekte des Olympiaparks eruieren? Sind die Grundprinzipien Grzimeks auch heute noch anwendbar? Trotz zahlreicher Veröffentlichungen und Vorträge genoss Grzimek nicht den selben Bekanntheitsgrad wie andere Zeitgenossen seiner Profession. Dennoch ist er einer der wichtigsten Vertreter der Landschaftsarchitektur der Nachkriegszeit und setzte als Reformer neue Maßstäbe in Praxis und Theorie seines Fachs.

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Leseprobe

5.7.1 Infrastruktur Kilometer Straßen neu gebaut oder ausgebaut.



Abb 50: Luftaufnahme des Münchner Olympiaparks 2011

110 O. Verf. (2011 f) 111 Münchner Olympiapark GmbH (1982), S.124

49 Titel des Projekts Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Infrastruktur


Brücke für Linksabbieger ist dabei besonders Abb 51: Infrastrukturskizze von 1968 vorstechend. Mit den neuartigen Hochmasten UQNNVGGFKGG8GTMGJTUDGNGWEJVWPIIDGUQPFGTUUGHH\KGPVV gelöst werden: nur die Fahrbahn wird erhellt. Man Äußere Erschließung achtete bei der äußeren Erschließung des Geländes sowohl auf ausreichenden Verkehrsraum für die Durch die Zusage zur Austragung der Olympischen Olympischen Spiele, als auch auf eine minimale Spiele erhielt die Umsetzung des bereits geplanten Beeinträchtigung der gesamten Grünanlage. übergeordneten Straßennetzes der Stadt München einen gewaltigen Aufschwung und vieles wurde Anschlusspunkte des motorisierten wesentlich früher realisiert als ursprünglich geplant. Individualverkehrs Die Gesamterschließung der Landeshauptstadt Der Anschluss für den motorisierten Verkehr ergänzte man in drei Kategorien, die innere und innerhalb der Olympiaanlagen erfolgt über die äußere Erschließung des Olympiageländes, Lerchenauer Straße und führt entlang der Gebäudedie Verknüpfung des Oberwiesenfelds mit Rückseiten bis zur Ackermannstraße. Die Parkharfe dem bestehenden Straßennetz der Stadt-, sowie das Gelände des ehemaligen Radstadions sowie Radialstraßen zur Entlastung wichtiger sind über Abzweige des Georg-Brauchle-Rings Einfallstraßen. oder der Landshuter Allee erreichbar. Über diesen

50 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur


Öffentlicher Personennahverkehr

Die beiden Schienenverbindungen ergänzte

Eine Verlängerung der U3 erfolgte von der

man durch Straßenbahn und Omnibusse. Die

Feilitzstraße bis zum östlichen Rand des

Wendeschleife der Tram befand sich am Südende

Olympiageländes, der heutigen Haltestelle

des Oberwiesenfelds, ist inzwischen aber stillgelegt.

„Olympiazentrum“. Auch die U-Bahnlinie leistet

Omnibusbahnhöfe wurden im Süden und an der

enorme Transportkapazität: vierzigtausend

1UVVCPMGGFGUU)GNÀPFGUUGKPIGTKEJVGVWOOFKGG

Fahrgäste pro Stunde und Richtung. Die Fortführung

öffentliche Anbindung zu komplettieren. 115

der U3 bis zum Oberwiesenfeld, zunächst eine reine Olympiamaßnahme, erwies sich langfristig als sinnvolle Verbindung des Olympiageländes mit der

Anschlusspunkte für die Fußgängerverbindung

Innenstadt/Marienplatz in nur elf Minuten. 113 Die vier Kilometer lange Strecke war dabei günstiger als

&KGG*CWRV\WIÀPIGG\WOO2CTMMDGGPFGPPUKEJJKPP

geplant und schlug mit knapp einhundertsechzig

unmittelbarer Nähe der Haltestellen des öffentlichen

Millionen Deutsche Mark und fünf Jahren Bauzeit

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zu Buche. Oberirdisch installierte man an der

erfolgt teilweise über Brückenbauten oder

U-Bahn-Station Olympiazentrum einen zentralen

Unterführungen, die die Haupterschließungsstraßen

Busbahnhof.

kreuzungsfrei queren.

51 Titel des Projekts Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Infrastruktur


Abb 54: Die Hanns-Braun-Brücke führt über den Georg-Brauchle-Ring


Abb 55: Skizze der überörtlichen Grünverbindungen 1972

52 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur


Abb 56: Grünplan der Stadt München

53 Titel des Projekts Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Infrastruktur


Abb 57: Bewertung der Eingangssituationen des Olympiaparks (rot = Verbesserungswürdig, grün = gut)

54 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur


Abb 58: 8GTMGJTUWPFF2CTMÀEJGPPKPPFGTT1N[ORKCNCPFUEJCHV

55 Titel des Projekts Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Infrastruktur


Abb 59: Die Wegeführung im Park


56 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur


Abb 61: (W»YGIGGÀEJGPCWU1N[ORKCOCUVKZ

57 Titel des Projekts Günther Grzimek - Architekt des Demokratischen Grüns

Infrastruktur


Abb 62: Wegeentwässerung Abb 63: )GJÒN\KPVGITCVKQPPKPUU9GIGU[UVGOOOKVVGNUU4CUGPHWIGPRCUVGT

58 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur


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59 Titel des Projekts )ØPVJGTT)T\KOGMM#TEJKVGMVVFGUU&GOQMTCVKUEJGPP)TØPU

Infrastruktur


Abb 66: Einfriedung am Olympiastadtion Abb 67: Werbeaktion in der Parklandschaft

Langfristig muss für die Bewerbung und Die freie Zugänglichkeit war ein Charakteristikum der ursprünglichen Parkgestaltung. Lediglich die Beschilderung ein neues, an unseren heutigen Einfriedung des Hochschulsportgeländes, der Bedürfnisse angepasstes, System entwickelt werden, das ein übergreifendes visuelles Ballspielfelder und des Olympiastadions war von Anfang an geplant. Die nacholympische Nutzung Gesamterscheinungsbild ermöglicht. der Bauten brachte eine erhebliche Zunahme des motorisierten Individualverkehrs mit sich. Man installierte im Laufe der Zeit diverse Absperrungen,

60 Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft

Infrastruktur

Originalinstallationen, wie der Sandspielplatz auf Kleinarchitekturen waren während der Olympischen dem Berg oder ein geplanter Wasserspielplatz, Spiele in Form hauptsächlich temporärer und bestehen heute nicht mehr. Eine Vielzahl an einheitlich konstruierter Bauten, den „Kioskpulks“, fest montierten Standardspielgeräten, sowie auf dem gesamten Gelände verteilt. Heutzutage kommerzielle Angebote wie Hallenfußball, Minigolf, PFGPPYKTTUVCVKQPÀTGGWPFFOQDKNGG-KQUMGGKPPCNNGPP und viele mehr, prägen das heutige Freizeitangebot Formen und Farben. Die Varianz der...

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