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Handbuch der forensischen Psychiatrie

Band 2: Psychopathologische Grundlagen und Praxis der forensischen Psychiatrie im Strafrecht

AutorDieter Dölling, Hans-Ludwig Kröber, Henning Sass, Norbert Leygraf
VerlagSteinkopff
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl750 Seiten
ISBN9783798517455
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis32,99 EUR

Die Beurteilung der Schuldfähigkeit ist der Kernbereich der forensischen Psychiatrie. Sie ist eine zentrale Schnittstelle zwischen Medizin und Strafrecht, mit Folgen auch für den längerfristigen Umgang mit Rechtsbrechern. Grundlagen und Begrenzungen der Schuldfähigkeit sind immer wieder Gegenstand des öffentlichen Diskurses. Zudem wirken im Gerichtssaal Psychologen und Psychiater als Gehilfen der Wahrheitsfindung, die sich mit der Aussagetüchtigkeit von Zeugen und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen befassen.

 

Dieser 2. Band des Handbuchs bietet eine eingehende, wissenschaftlich begründete Begutachtungskunde. Er beschreibt die psychischen Störungen, die Einfluss nehmen können auf die Schuldfähigkeit, und erläutert ihre kriminologische Relevanz. Weitere Themen sind die Verhandlungsfähigkeit, die Strafreife von Jugendlichen und die Standards der Glaubhaftigkeitsbegutachtung. Dabei wird auch auf die Gesetzeslage in Österreich und der Schweiz eingegangen.

 

Auch dieser Band des Handbuchs wendet sich an Psychiater und Psychologen, die ihre forensischen Kenntnisse und gutachterlichen Fertigkeiten vertiefen wollen, an Strafjuristen, Berichterstatter und rechtspolitisch Interessierte.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis7
Autorenverzeichnis16
1 Psychopathologische Grundlagen der forensischen Psychiatrie18
1.1 Einführung: Warum überhaupt psychopathologische Grundlagen?18
1.2 Allgemeine Psychopathologie, Diagnostik und Krankheitsbegriff sowie deren Bedeutung für die forensische Psychiatrie20
1.2.1 Definitionen20
1.2.2 Psychiatrischer Krankheitsbegriff21
1.2.3 Psychiatrische Diagnostik31
1.2.4 Zur forensischen Relevanz psychischer Störungen47
1.3 Spezielle Psychopathologie: Symptome und Syndrome50
1.4 Psychiatrische Krankheitsbilder69
1.4.1 Organisch begründbare psychische Störungen69
1.4.2 Abhängigkeitserkrankungen77
1.4.3 Schizophrenie und verwandte psychische Störungen88
1.4.4 Affektive Störungen102
1.4.5 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen114
1.4.6 Essstörungen, Schlafstörungen und sexuelle Funktionsstörungen F50 Essstörungen123
1.4.7 Persönlichkeitsstörungen128
1.4.7.1 Zur Terminologie128
1.4.7.2 Zur Ideengeschichte129
1.4.7.3 Historische Entwicklung des Borderline-Bereichs131
1.4.7.4 Persönlichkeitsstörungen in den modernen Diagnosesystemen134
1.4.7.5 Epidemiologie135
1.4.7.6 Verlauf und Prognose136
1.4.7.7 Zu den einzelnen Persönlichkeitsstörungen139
1.4.7.8 Schlussbemerkung158
1.4.8 Entwicklungsstörungen159
1.4.9 Intelligenzminderung160
1.4.10 Sonstige Störungsbilder161
1.5 Zusammenfassung164
Literatur164
2 Praxis der psychiatrischen und psychologischen Begutachtung174
2.1 Die psychiatrische Begutachtung im Strafverfahren174
2.1.1 Gegenstandsgebiet der forensischen Psychiatrie174
2.1.2 Zweischrittige Beurteilung von „Fähigkeiten“175
2.1.3 Zweischrittige Prüfung der Schuldfähigkeit177
2.1.4 Mindeststandards in der Schuldfähigkeits- und Prognosebegutachtung181
2.1.5 Praktisch-handwerkliche Mindestanforderungen Nennung von Auftraggeber und Fragestellung, ggf. Präzisierung182
2.1.6 Mindestanforderungen der Schuldfähigkeitsbeurteilung bei Persönlichkeitsstörungen oder sexueller Devianz190
2.1.7 Begutachtung nicht deutschsprachiger Probanden194
Literatur201
2.2 Gegenstandsbereiche und Methodik der psychologischen Begutachtung202
2.2.1 Einführung202
2.2.2 Gegenstandsbereiche forensisch-psychologischer Begutachtungen2204
2.2.3 Methodik: hypothesengeleitete Begutachtung210
2.2.4 Qualitätssicherung in der forensisch-psychologischen Begutachtung219
Literatur226
3 Das Schuldfähigkeitsgutachten230
3.1 Schuldfähigkeit bei krankhaften seelischen Störungen230
3.1.1 Überdauernde organisch bedingte psychische Störungen231
3.1.1.1 Basale Symptomatik organisch bedingter Störungen231
3.1.1.2 Psychopathologische Vieldeutigkeit232
3.1.1.3 Infektionskrankheiten und Folgekrankheiten233
3.1.1.4 Demenzerkrankungen234
3.1.1.5 Wesensänderung237
3.1.1.6 Epilepsien239
Literatur242
3.1.2 Passagere organisch bedingte psychische Störungen244
3.1.2.1 Unspezifische hirnorganische Syndrome244
3.1.2.2 Metabolische Erkrankungen und Medikamentenwirkungen254
3.1.2.3 Alkoholrausch257
3.1.2.4 Drogenrausch275
Literatur323
3.1.3 Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis329
3.1.3.1 Krankheitsbild329
3.1.3.2 Kriminalitätsbelastung schizophren Erkrankter330
3.1.3.3 Theorien zur Verursachung der Straffälligkeit Schizophrener338
3.1.3.4 Beurteilung der Schuldfähigkeit Schizophrener344
3.1.4 Affektive Störungen: Depression, Manie350
Literatur356
3.2 Tiefgreifende Bewusstseinsstörung360
3.2.1 Einführung360
3.2.1.1 Rechtsbegriff und Krankheitsbegriff361
3.2.1.2 Die psychopathologische Beurteilungsnorm für die Schuldfähigkeit364
3.2.1.3 Die tiefgreifende Bewusstseinsstörung im psychopathologischen Referenzsystem365
3.2.2 Zur forensischen Beurteilung der Affektdelikte366
3.2.2.1 Definitionen366
3.2.2.2 Deskriptive und strukturelle Merkmale von Affektdelikten367
3.2.2.3 Dialogisches Vorgehen bei der Schuldfähigkeitsuntersuchung379
3.2.3 Zur Diskussion des psychopathologischen Lösungsvorschlages381
3.2.3.1 Grundsätzliche Kritik381
3.2.3.2 Empirisch-statistische Überprüfungen382
3.2.4 Ausblick384
Literatur386
3.3 Schuldfähigkeit bei Intelligenzminderung („Schwachsinn“)389
3.3.1 Einführung389
3.3.2 Begriffe392
3.3.3 Graduierung der Intelligenzminderung402
3.3.4 Intelligenzminderung und andere Störungen405
3.3.5 Phänomenologie der leichten Intelligenzminderung410
3.3.6 Intelligenzminderung als „Schwachsinn“ im Sinne des Gesetzes413
3.3.7 Kriminologische Bedeutung des Schwachsinns415
3.3.8 Auswirkung des Schwachsinns auf Einsichtsfähigkeit und Einsicht430
3.3.9 Auswirkung des Schwachsinns auf Steuerungsfähigkeit und Handlung443
Literatur454
3.4 Schuldfähigkeit bei „schwerer anderer seelischer Abartigkeit“460
3.4.1 Persönlichkeitsstörungen460
3.4.1.1 Einführung460
3.4.1.2 Ideengeschichte des Konzeptes Persönlichkeitsstörung461
3.4.1.3 Aktuelles diagnostisches Konzept der Persönlichkeitsstörung462
3.4.1.4 Allgemeine Richtlinien für die Begutachtung von Straftätern mit Persönlichkeitsstörungen463
3.4.1.5 Forensisch relevante Typen von Persönlichkeitsstörungen468
3.4.1.6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen für die forensische Anwendung483
Literatur484
3.4.2 Schuldfähigkeitsbegutachtung bei sexuellen Deviationen489
3.4.2.1 Einführung und Terminologie489
3.4.2.2 Heterogenität der Gruppe der Sexualstraftäter492
3.4.2.3 Die strafrechtlich relevanten sexuellen Deviationen497
3.4.2.4 Deliktorientierte Typologien507
3.4.2.5 Die Quantifizierung der Störung514
3.4.2.6 Tatrelevante Auswirkungen der Störung auf die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit518
3.4.2.7 Praktische Aspekte der Schuldfähigkeitsbegutachtung von Sexualstraftätern519
Literatur521
3.4.3 Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen524
3.4.3.1 Einführung524
3.4.3.2 Akute Belastungsreaktion524
3.4.3.3 Posttraumatische Belastungsstörung525
3.4.3.4 Anpassungsstörungen527
Literatur530
3.4.4 Störungen der Impulskontrolle und süchtiges Verhalten531
3.4.4.1 Einführung531
3.4.4.2 Pathologisches Stehlen (Kleptmonanie)534
3.4.4.3 Pathologisches Spielen539
3.4.4.4 Pathologische Brandstiftung (Pyromanie)544
3.4.4.5 Intermittierende Explosible Störung547
3.4.4.6 Nicht stoffgebundende Abhängigkeiten (Verhaltenssüchte)548
Literatur551
3.5 Die Beurteilung der Schuldfähigkeit bei substanzgebundener Abhängigkeit553
3.5.1 Einführung553
3.5.2 Akuter Rausch554
3.5.3 Charakteristika einer Substanzabhängigkeit555
3.5.4 Persönlichkeitsveränderungen – Sucht als psychopathologische Entwicklung558
3.5.5 Psychiatrische Folgekrankheiten eines chronischen Suchtmittelgebrauchs559
3.5.6 Verschiedene Substanzgruppen561
3.5.7 Gesichtspunkte der Schuldfähigkeitsbegutachtung bei Substanzabhängigkeit und Folgestörungen570
3.5.8 Dimensionen der Begutachtung substanzabhängiger Beschuldigter571
3.5.9 Verantwortlichkeit für einen Vollrausch gemäß § 323 a StGB573
3.5.10 Fazit574
Literatur575
4 Das Gutachten zu Strafmündigkeit und Entwicklungsstand578
4.1 Einführung578
4.2 Strafrechtliche Verantwortlichkeit (§ 3 JGG)584
4.2.1 Entwicklungspsychologische Grundlagen584
4.2.2 Probleme und Vorgehen bei der Begutachtung591
4.3 Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende (§ 105 JGG)598
4.3.1 Entwicklungspsychologische Grundlagen598
4.3.2 Probleme und Vorgehen bei der Begutachtung601
4.4 Begutachtung des Entwicklungsstandes nach § 43 Abs. 2 JGG609
Literatur611
5 Das Gutachten zur Verhandlungs-, Vernehmungs- und Haftfähigkeit617
5.1 Verhandlungsfähigkeit, Vernehmungsfähigkeit, Haftfähigkeit617
5.1.1 Verhandlungsfähigkeit617
5.1.1.1 Voraussetzungen617
5.1.1.2 Rechtsfolgen622
5.1.2 Vernehmungsfähigkeit624
5.1.2.1 Voraussetzungen624
5.1.2.2 Rechtsfolgen625
5.1.3 Haftfähigkeit626
5.1.3.1 Gewahrsamsfähigkeit627
5.1.3.2 Haftfähigkeit627
5.1.3.3 Vollzugstauglichkeit628
Literatur630
5.2 Verhandlungs-, Vernehmungs- und Haftfähigkeit: Anmerkungen aus psychiatrischer Sicht631
5.2.1 Verhandlungsfähigkeit631
5.2.2 Vernehmungsfähigkeit634
5.2.3 Haftfähigkeit635
Literatur637
6 Das Glaubhaftigkeitsgutachten638
6.1 Aussagepsychologische Fragestellungen638
6.2 Aussagetüchtigkeit639
6.2.1 Entwicklungspsychologisch bedingte Beeinträchtigungen der Aussagetüchtigkeit640
6.2.2 Psychopathologisch bedingte Beeinträchtigungen der Aussagetüchtigkeit642
6.3 Glaubhaftigkeit645
6.3.1 Erlebnisentsprechende versus erfundene Darstellungen646
6.3.1.1 Aussagequalität: Unterschiede zwischen wahren und erfundenen646
6.3.1.2 Aussagekonstanz: Unterschiede zwischen wahren und erfundenen Aussagen657
6.3.1.3 Fähigkeit zu täuschen663
6.3.1.4 Motivationale Voraussetzungen664
6.3.2 Erlebnisentsprechende versus suggerierte Aussagen665
6.3.2.1 Wie kommt es zu subjektiv wahren,aber nicht erlebnisentsprechenden Aussagen?665
6.3.2.2 Aussagequalität und Aussagekonstanz: Unterschiede zwischen erlebnisentsprechenden und suggerierten Aussagen675
6.3.3 Methodisches Vorgehen677
6.3.3.1 Analyse der Aussageentstehung und -entwicklung677
6.3.3.2 Leistungs- und Persönlichkeitsdiagnostik679
6.3.3.3 Exploration zur Sache681
6.3.3.4 Gesamtbewertung682
6.3.4 Neue Entwicklungen: Zur Bedeutung neuropsychologischer Erkenntnisse für die Glaubhaftigkeitsbegutachtung686
6.3.4.1 Neuropsychologische Erkenntnisse zur Unterscheidung erlebnisbasierter von erfundenen Aussagen686
6.3.4.2 Neuropsychologische Erkenntnisse zur Unterscheidung erlebnisbasierter von suggerierten Aussagen691
Literatur695
7 Forensische Psychiatrie im deutschsprachigen Raum705
7.1 Strafrechtliche Aspekte der forensischen Psychiatrie in der Schweiz705
7.1.1 Einführung705
7.1.2 Begutachtung im Strafrecht706
7.1.2.1 Schuldfähigkeit706
7.1.2.2 Rechtspolitische Tendenzen bei strafrechtlichen Maßnahmen709
7.1.2.3 Therapeutische Maßnahmen und Verwahrung, Grundsätze710
7.1.2.4 Maßnahmen für junge Erwachsene711
7.1.2.5 Verwahrung712
7.1.2.6 Fachkommissionen zur Beurteilung gefährlicher Straftäter713
7.1.2.7 Nachträgliche Änderung der Sanktion, Entlassung714
Literatur715
7.2 Strafrechtliche Aspekte der forensischen Psychiatrie in Österreich716
7.2.1 Geschichte716
7.2.2 Gesetzeslage718
7.2.3 Probleme der Unterbringung und Behandlung psychisch kranker und gestörter Rechtsbrecher723
7.2.4 Resümee728
Literatur729
Sachverzeichnis730

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