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E-Book

Hedgefonds

Entmystifizierung einer Anlagekategorie

AutorDieter G. Kaiser
VerlagSpringer Gabler
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl336 Seiten
ISBN9783834982773
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis49,99 EUR
Das Buch widmet sich der Anlageklasse der Hedgefonds. Dabei wird besonderer Wert auf eine verständliche und gleichzeitig tiefgreifende Darstellung der Grundlagen gelegt. Der Fokus liegt auf der Darstellung der verschiedenen Risiken dieser Anlageform sowie auf der expliziten Erklärung verschiedener Hedge Fund-Indizes. In einem weiteren Schritt wird die diversifizierte Anlage in Fund of Hedge Funds sowie das zugrunde liegende Dachfonds-Konzept erörtert.

Dr. Dieter G. Kaiser ist in seiner Position als Director Investment Management bei der Feri Institutional Advisors GmbH für die Selektion von Single-Hedgefonds sowie das Management von Dach-Hedgefonds zuständig.

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Leseprobe
1. Grundlagen (S. 5)

Die Hedgefonds-Welt gilt als die Königsklasse der Investments. Hedgefonds versuchen unter Anwendung verschiedenster Investmentstrategien, entweder Fehlbewertungen einzelner Wertpapiere zu identifizieren und gewinnbringend auszunutzen oder alternative, d. h. nicht-herkömmliche Risikoprämien zu vereinnahmen.

Für den Begriff Hedgefonds gibt es eine Vielzahl verschiedener Definitionen. Im Folgenden werden unter Hedgefonds wenig regulierte, kollektive Investmentprodukte verstanden, welche zu einem gewissen Anteil fremdfinanziert in Cash-, Aktien-, Renten-, Rohstoff- und Derivatemärkte investieren, um für die Investoren einen Mehrwert zu liefern.

Die aktiven Investmentstrategien sind hierbei überwiegend an den speziellen Fähigkeiten der Fondsmanager ausgerichtet und verfolgen unter Verwendung von Leerverkäufen ein absolutes Ertragsziel. Trotzdem ist die Bandbreite der Risiko- und Ertragsziele bei Hedgefonds sehr heterogen. Definition: Leerverkauf Ein Leerverkauf ist eine Investmenttechnik, bei der (vermeintlich überbewertete) Aktien verkauft werden, ohne dass sich diese im Eigentum des Verkäufers befinden. Ziel dieser Strategie ist es, die leerverkauften Wertpapiere oder Waren zu einem günstigeren Preis in der Zukunft zurückzukaufen.

Dabei wird der Ausdruck „Zukunft“ meist durch einen vorab definierten Zeitpunkt näher bestimmt. Weitere Synonyme für den Leerverkauf sind Short Selling, Blankoverkauf, Verkauf à découvert oder „short gehen“. Short Selling als Anlageinstrument wird meist von Investmentbanken, Brokern und Hedgefonds benutzt. Rechtlich besteht ein Leerverkauf aus vier verschiedenen Rechtsgeschäften.

Zuerst werden von den Leerverkäufern Wertpapiere oder Waren von beispielsweise Banken oder Investmentfonds für eine bestimmte Zeitperiode geliehen. Diese verlangen im Gegenzug eine Sicherheit (Collateral) für die geliehenen Wertpapiere und erhalten zusätzlich eine Prämie. Die geliehenen Wertpapiere werden anschließend von den Leerverkäufern über den Markt verkauft.

Dieselbe Anzahl an Wertpapieren wird von den Leerverkäufern zu einem späteren Zeitpunkt über den Markt zurückgekauft. Anschließend werden die gekauften Wertpapiere an den Verleiher zurückgegeben. Hedgefonds-Manager proklamieren von sich selbst, dass sie vorwiegend Investmentstrategien anwenden, die ihre Renditen aus am Markt falsch bewerteten Instrumenten generieren („Arbitrage1“). Hierbei werden häufig temporäre Preisabweichungen von dem jeweiligen fundamentalen Wert ausgenutzt.

Bei der praktischen Durchführung der Arbitrage werden die billigeren Instrumente an der einen Börse gekauft und simultan an einem anderen Börsenplatz zu einem höheren Kurs wieder veräußert. Im Sinne der Effizienzmarkttheorie von Fama (1970) nutzen Hedgefonds so gesehen Marktpreisanomalien aus und dienen damit der Steigerung der Markteffizienz.

1.1 Evolution und Bedeutung der Hedgefonds-Industrie

1.1.1 Die frühen Jahre (1949–1985)

Obwohl die meisten Investoren Hedgefonds als eine Investmentproduktinnovation der 90er-Jahre betrachten, existieren diese bereits seit mehr als 50 Jahren. Die Einführung des ersten Hedgefonds im Jahre 1949 wird nach Brown, Goetzmann und Ibbotson (1999) häufig Alfred Winslow Jones, einem Journalisten und Soziologen, der später Fondsmanager wurde, zugeschrieben.

Neben einer normalen Long-Aktienstrategie wendete Jones in seinem mit vier weiteren Partnern gegründeten Fonds A. W. Jones & Co. zur Absicherung des Marktrisikos auch eine Shortstrategie an. So nahm er eine Longposition bei unterbewerteten Wertpapieren und verwendete das Instrumentarium des Leerverkaufs bei überbewerteten Wertpapieren. Jones selbst nannte Leverage und Short Selling spekulative Hilfsmittel, die zu konservativen Zwecken eingesetzt wurden.

Dadurch, dass diese Anlageform nicht den Richtlinien eines traditionellen Investmentfonds entsprach, musste Jones eine andere Struktur für sein neu kreiertes Anlagevehikel suchen. Er entschied sich für die Limited Partnership – eine der deutschen Kommanditgesellschaft ähnlichen Unternehmensform.
Inhaltsverzeichnis
Geleitworte5
Inhaltsverzeichnis8
Abkürzungsverzeichnis19
Vorwort21
Einleitung23
1. Grundlagen25
1.1 Evolution und Bedeutung der Hedgefonds- Industrie26
1.1.1 Die frühen Jahre ( 1949– 1985)26
1.1.2 Die zweite Wachstumsphase ( 1986– 1997)30
1.1.3 Die erste große Krise ( 1998)32
1.1.4 Die dritte Wachstumsphase ( 1999– 2007)33
1.1.5 Die zweite große Krise (2008)36
1.2 Eigenschaften38
1.2.1 Vor- und Nachteile40
1.2.2 Absolute- Return-Ansatz41
1.2.3 Wertentwicklung, Korrelation, Volatilität und Downside Protection46
1.2.4 Domizilierung und Regulierung55
1.2.5 Short Selling61
1.2.6 Leverage63
1.2.7 Mindestinvestitionssumme67
1.2.8. Kapazität68
1.2.9 Liquidität69
1.2.10 Gebührenstruktur72
1.2.11 Zielgruppe76
1.2.12 Handelsinstrumente77
1.3 Mythen und Image-Probleme79
1.3.1 Allgemeine Mythen80
1.3.2 Mythen bezüglich der Anlagestrategien81
1.3.3 Sonstige Mythen84
1.4 Volkswirtschaftliche Bedeutung85
1.5 Service Provider88
1.5.1 Prime Broker89
1.5.2 Depotbank91
1.5.3 Administrator93
1.5.4 Auditor95
2. Investmentstrategien97
2.1 Equity Hedge – make money on alpha100
2.1.1 Long/ Short Equity100
2.1.2 Equity Non Hedge104
2.1.3 Short Selling105
2.1.4 Equity Market Neutral105
2.2 Event Driven – make money on events109
2.2.1 Merger Arbitrage110
2.2.2 Distressed Securities112
2.2.3 Activists117
2.2.4 High Yield119
2.2.5 Special Situations120
2.2.6 Regulation D/ PIPEs120
2.2.7 Asset-Based Lending121
2.2.8 Long/ Short Credit122
2.3 Tactical Trading – make money on trends123
2.3.1 Global Macro124
2.3.2 Managed Futures126
2.3.3 Emerging Markets130
2.3.4 Global Tactical Asset Allocation132
2.3.5 Commodities132
2.4 Relative Value – make money on spreads134
2.4.1 Fixed Income Arbitrage134
2.4.2 Convertible Arbitrage138
2.4.3 Split Strike Conversion141
2.4.4 Volatility Trading141
3. Risiko und Rendite143
3.1 Risiken143
3.1.1 Market Risk143
3.1.2 Credit Risk144
3.1.3 Systems, Process & Legal Risk145
3.1.4 Leverage Risk145
3.1.5 Structure Risk146
3.1.6 Liquidity Risk146
3.1.7 Key Person Risk147
3.1.8 Mark-to- Market- & Model Risk148
3.1.9 Operational Risk148
3.1.10 Style Risk150
3.1.11 Reputational Risk150
3.1.12 Size-, Iceberg- & Concentration Risk151
3.1.13 Counterparty Risk152
3.1.14 Transparency Risk152
3.1.15 Fat Tail Risk152
3.2 Risikomessung153
3.2.1 Kennzahlen154
3.2.2 Methoden163
3.3 Renditemessung170
3.3.1 Kennzahlen171
3.3.2 Stilanalyse185
3.3.3 Peer Group-Analyse190
3.3.4 Kapazitäts-Charts190
3.4 Risikomanagement- Lehren vergangener Krisen und Skandale191
3.4.1 Exkurs: Literaturüberblick Hedgefonds- Performance- Studien207
4. Indizes214
4.1 Marktüberblick215
4.2 Konstruktionsmethodologien217
4.3 Problemfelder223
4.4 Verzerrungen225
4.4.1 Survivorship Bias227
4.4.2 Self- Selection Bias229
4.4.3 Sonstige Verzerrungen230
4.5 Heterogenität234
4.6 Kritik an Hedgefonds-Indizes236
4.7 Ein Lösungsansatz: Index-Indizes237
4.8 Ausgewählte Fallbeispiele240
4.8.1 Credit Suisse/ Tremont240
4.8.2 Hedge Fund Research242
4.9 Investierbare Indizes244
4.10 Exkurs: Datenbankanalyse248
5. Dach- Hedgefonds256
5.1 Eigenschaften258
5.1.1 Investment-Ansatz258
5.1.2 Laufzeit260
5.1.3 Zeichnungen und Kündigungen261
5.1.4 Gebührenstruktur & Equalisation262
5.1.5 Höhe des Anlagevolumens266
5.1.6 Diversifikation269
5.1.7 Währungssicherung271
5.1.8 Leverage271
5.1.9 Unterschiede zu Single- Hedgefonds272
5.2 Strukturelle Vorteile276
5.2.1 Risikodiversifikation277
5.2.2 Transparenz & Regulierung279
5.2.3 Mindestinvestitionssumme281
5.2.4 Zugang zu Single- Hedgefonds282
5.2.5 Liquidität282
5.2.6 Portfolio Management und - Überwachung283
5.2.7 Konsolidiertes Reporting284
5.3 Strukturelle Nachteile285
5.3.1 Zusätzliche Gebührenebene286
5.3.2 Fehlende Kontrolle287
5.3.3 Verminderte Transparenz287
5.3.4 Beeinflussung durch den Cashflow anderer Investoren289
5.3.5 Höhe der Renditen290
5.4 Investment-Prozess290
5.4.1 Ziele und Philosophie291
5.4.2 Due Diligence292
5.4.3 Asset Allocation297
5.4.4 Monitoring304
5.4.5 Exkurs: Beispiel eines Hedgefonds-Investmentprozesses304
5.5 Risiko- Management311
5.5.1 Risikodefinition311
5.5.2 Risikokontrolle312
5.6 Selektionskriterien aus Anlegersicht314
5.6.1 Stabilität des Unternehmen315
5.6.2 Personal und geringe Fluktuation316
5.6.3 Definierter Investment-Prozess316
5.6.4 Beurteilung von Dach- Hedgefonds317
5.7 Performance318
6. Ausblick323
Literaturverzeichnis328
Über den Autor346
Stichwortverzeichnis347

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