Sie sind hier
E-Book

Innerbetriebliche Fortbildung (IBF). Ein Praxishandbuch für Pflegende

Autor Oliver Unkelbach, Milo Picado
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2001
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783456933252
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR
Lebenslanges Lernen macht auch vor Pflegenden nicht Halt. Betriebliche Bildung für Pflegepraktiker zu organisieren ist Aufgabe einer innerbetrieblichen Fortbildung (IBF). Wie eine IBF zu planen, zu organisieren und umzusetzen ist beschreibt dieses bislang einzigartige Praxishandbuch für Lehrende und Leitende in innerbetrieblichen Fortbildungen.   

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Rechtliche und organisatorische Grundlagen einer Innerbetrieblichen Fortbildung (IBF)
  3. Bildung im Krankenhaus und 3 Generationen der betrieblichen Fort- und Weiterbildung
  4. Lernen in der Erwachsenenbildung
  5. Aufbau einer IBF-Abteilung
  6. Mitarbeiter und Arbeitsfelder der IBF
  7. Identifikationspotentiale für IBF
  8. Inhalte, Dozenten und Verträge
  9. Anmelde- und Abrechnungsverfahren
  10. Datenbankverwaltung der Teilnehmer
  11. Seminarplanung und -betreuung in der Praxis
  12. Seminarprogramme gestalten
  13. Qualität und Qualitätssicherung in der IBF
  14. Von der Fort- und Weiterbildung hin zur Personalentwicklung
  15. Quellenverzeichnis, Literaturverzeichnis und Sachwortverzeichnis
Leseprobe
5. Aufbau einer IBF-Abteilung (S. 55-57)

Von ersten konzeptionellen Überlegungen bis zu einer funktionierenden IBF-Abteilung ist es ein weiter Weg. Das Konzept muss die Entscheidungsstrukturen im Krankenhaus, personelle und materielle Voraussetzungen berücksichtigen. Dieses Kapitel soll Sie in dieser Phase Ihrer Überlegungen unterstützen. Sie erfahren hier, welche grundlegenden Schritte getan werden müssen, um eine IBFAbteilung aufzubauen. Im Wesentlichen geht es um folgende Fragen:

1. Wer sind wichtige Entscheider im Zusammenhang mit dem Aufbau einer IBFAbteilung?
2. Wer kann in einer IBF arbeiten? Welche beruflichen und persönlichen Qualifikationen müssen vorhanden sein? Welche Personen mit welchen Funktionen im Betrieb Krankenhaus müssen integriert werden?
3. Was wird alles zum Aufbau einer IBF benötigt?

5.1 Entscheider beim Aufbau einer IBF

In einer Universitätsklinik wird die Geschäftsführung vom Gremium «Klinischer Vorstand» wahrgenommen. Der Klinische Vorstand setzt sich u. a. aus dem Ärztlichen Direktor, dem Verwaltungsdirektor und dem Pflegedirektor zusammen. Aufgabe der Geschäftsführung im Zusammenhang mit dem Aufbau der IBF ist es, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: «Ja zur Fortbildung für den Pflegedienst. » Diese Grundsatzentscheidung hat – zumindest für den universitären Bereich – auch eine rechtliche Grundlage: In der geänderten Fassung des Universitätsgesetzes vom 19. Juni 1994 heißt es im Abschnitt Klinischer Vorstand:

§ 39 (1) Punkt 4
Er überwacht die Fort- und Weiterbildung im ärztlichen und pflegerischen Bereich sowie im Bereich der medizinischen Heilhilfsberufe.

Auch in anderen Krankenhäusern, die eine dem Klinischen Vorstand vergleichbare Instanz haben, werden ähnliche Aufgaben wahrgenommen.

«Überwachung» durch den klinischen Vorstand verstehen wir als
 - Recht auf Information über die Tätigkeit IBF
 - Entscheidung über die Ausrichtung der IBF-Tätigkeit (z. B. IBF als Dienstleister für den Pflegedienst und andere)

Darüber hinaus wird in § 39 (6) des Universitätsgesetzes festgestellt, dass Angelegenheiten, die den jeweiligen Aufgabenbereich einzelner Mitglieder des Klinischen Vorstandes überschreiten oder wenn «es sich um eine Angelegenheit von grundsätzlicher Bedeutung für die Arbeit des Klinischen Vorstandes handelt, […] eine Entscheidung des Klinischen Vorstandes herbeizuführen [ist].»

Die Entscheidung, für die größte Berufsgruppe eines Krankenhauses regelmäßige Fort- und Weiterbildungen anzubieten, muss daher vom Klinischen Vorstand bzw. der Geschäftsführung eines Krankenhauses getroffen werden.

Verwaltungsdirektor
Der Verwaltungsdirektor ist verantwortlich für den Haushalt (vgl. Universitätsgesetz § 41). Er ist damit auch den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verpflichtet. Hinsichtlich des Aufbaus einer IBF trifft der Verwaltungsdirektor die Entscheidungen über die für die IBF-Arbeit zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Hierzu gehören das Budget für das Seminarprogramm, Investitionsmittel (z.B. Ausstattung der Büro- und Seminarräume) und das Sachmittelbudget (laufende Verbrauchsmaterialien). Der Verwaltungsdirektor wird diese Aufgabe in der Regel an den Leiter der Finanzabteilung (z. B. Dezernenten) weiterleiten; dieser wiederum wird einen Abteilungsleiter bestimmen, der die Detailaufgaben wahrnimmt.

Eine enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Finanzabteilung hat sich bewährt. Die Erstellung einer detaillierten Plankostenübersicht (z. B. für Dozentenhonorare, Übernachtungskosten, Fahrtkosten usw. pro Halbjahr) und die Zuweisung eines Budgets macht mögliche Ausgaben transparent und die IBFMitarbeiter handlungsfähig. Ohne finanzielle Zusicherung bleibt die Planung als eine der Kernaufgaben der IBF nur Stückwerk.

Pflegedirektion
Da die Zielgruppe der IBF-Arbeit traditionell das Pflegepersonal ist, hat die Pflegedirektion die wichtigste Funktion im Zusammenhang mit dem Aufbau der Abteilung. Es müssen sowohl aufbauorganisatorische Entscheidungen getroffen (vgl. Kapitel 1) als auch zentrale Kernaufgaben abgestimmt werden.

Die Pflegedirektion bestimmt das Personalkontingent und damit auch die strategische Ausrichtung der Fortbildungsabteilung.

Sie ist verantwortlich für das Budget der Fortbildung in allen Bereichen. Die Überwachung und Verwaltung der Haushaltsmittel kann an die IBF-Mitarbeiter delegiert werden. Die Pflegedirektion stimmt gemeinsam mit anderen Führungskräften (z. B. Pflegedienstleitungen, Stationsleitungen) und den Mitarbeitern der IBF die Aufgaben ab, die als Planungsgrundlage dienen.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort10
Die Autoren12
Danksagung14
1. Rechtliche und organisatorische Grundlagen einer Innerbetrieblichen Fortbildung ( IBF)16
2. Bildung im Krankenhaus28
2.1 Warum Fort- und Weiterbildung im Unternehmen Krankenhaus?30
2.2 Selbstverständnis einer eigenen betrieblichen Bildungsinstitution im Krankenhaus31
3. Drei Generationen der betrieblichen Fort- und Weiterbildung36
4. Lernen in der Erwachsenenbildung42
4.1 Innerbetriebliche Fortbildung ist Erwachsenenbildung42
4.2 Welche konzeptionellen Grundlagen bieten Theorien zur Erwachsenenbildung für die IBF- Tätigkeit?43
4.3 Pädagogische Grundsätze: Ein pädagogisch- didaktisches Konzept49
4.4 Warum ist der Transfer von der Theorie in die Praxis so schwer?50
4.5 Instrumente zum Transfer52
5. Aufbau einer IBF-Abteilung56
5.1 Entscheider beim Aufbau einer IBF56
5.2 Infrastruktur58
5.3 Kosten und Leistung in der IBF62
6. Mitarbeiter und Arbeitsfelder der IBF68
6.1 Mitarbeiter in der Fortbildung68
6.2 Aufgaben der IBF-Mitarbeiter71
6.3 Anforderungs- und Tätigkeitsmerkmale73
7. Identifikationspotentiale für IBF78
7.1 Präsenz78
7.2 Innere Haltung84
7.3 Leitbild der IBF85
8. Inhalte, Dozenten und Verträge88
8.1 Auswahl der Inhalte89
8.2 Auswahl der Dozenten92
8.3 Dozentenverträge95
9. Anmelde- und Abrechnungsverfahren108
9.1 Teilnahmeregeln108
9.2 Dozentenverwaltung113
9.3 Teilnehmerunterlagen119
9.4 Teilnahmebescheinigung119
9.5 Interne und externe Teilnehmer?119
9.6 Anmeldeverfahren für interne Teilnehmer121
9.7 Anmeldeverfahren für externe Teilnehmer125
10. Datenbankverwaltung der Teilnehmer126
10.1 Datenbank - was ist das?126
10.2 Vorteile einer Datenbank127
10.3 Von der manuellen Arbeitsweise zur Datenbank- Anwendung129
11. Seminarplanung und -betreuung in der Praxis140
11.1 Bildungsbedarf140
11.2 Raumangebot und Seminarprogramm144
11.3 Seminarangebot145
11.4 Entwicklung/Zeitplanung147
11.5 Seminarbetreuung150
12. Seminarprogramme gestalten152
12.1 Aufbau152
12.2 Layout159
12.3 Verwendete Hard- und Software160
12.4 Produktion162
12.5 Werbung163
13. Qualität und Qualitätssicherung in der IBF168
13.1 Qualitätselemente169
13.2 Bestandteile und Messgrößen174
13.3 Seminarauswertung und Kursevaluation181
14. Von der Fort- und Weiterbildung hin zur Personalentwicklung198
14.1 Personalentwicklung: Überlegungen und Konzept199
14.2 Konkrete Personalentwicklungsmaßnahmen in einer IBF203
14.3 Die Notwendigkeit der Personalentwicklung im Krankenhaus206
Quellenverzeichnis der Abbildungen212
Quellenverzeichnis der Tabellen214
Quellenverzeichnis der Anlagen215
Literaturverzeichnis218
Sachwortverzeichnis220

Weitere E-Books zum Thema: Pflege - Heilberufe - Betreuung - Altenpflege

Antibiotika am Krankenbett

E-Book Antibiotika am Krankenbett
Format: PDF

Er passt in jede Kitteltasche und ist ein 'Spicker' für alle praktisch tätigen Ärzte in Klinik und Praxis. Bei der fast unübersehbaren Anzahl an Antibiotika ist eine aktuelle, übersichtliche…

Orale Antibiotika in Klinik und Praxis

E-Book Orale Antibiotika in Klinik und Praxis
Praxisorientierte Empfehlungen zur Antibiotika-Therapie leichter bis mittelschwerer bakterieller Infektionen bei Erwachsenen im ambulanten und stationären Bereich Format: PDF

Experten der Infektliga haben für diesen Band evidenzbasierte Empfehlungen zur empirischen Initialtherapie mit Antibiotika und zur gezielten Therapie nach erfolgter Erregerdiagnose zusammengestellt…

Gender Medizin

E-Book Gender Medizin
Geschlechtsspezifische Aspekte für die klinische Praxis Format: PDF

Gender-Medizin betrachtet Gesundheit und Krankheit aus geschlechtsspezifischer Perspektive. Wissenschaftsorientiert und praxisrelevant: Erstmals im deutschen Sprachraum erläutern international…

POCT - Patientennahe Labordiagnostik

E-Book POCT - Patientennahe Labordiagnostik
Patientennahe Labordiagnostik Format: PDF

Patientennahe Sofortdiagnostik ('Point of Care Testing', POCT) heißt: Laboruntersuchungen werden nicht in einem Zentrallabor, sondern im Operationssaal, in einer Ambulanz oder direkt am Notfallort…

Lebensqualität im Alter

E-Book Lebensqualität im Alter
Therapie und Prophylaxe von Altersleiden Format: PDF

Änderungen der Lebensqualität sind im Alter auf Grund biologischer Veränderungen und durch verschiedene Krankheiten gegeben. Lebensqualität ist ein Faktor, der sowohl im physischen als auch im…

Demenz

E-Book Demenz
Therapeutische Behandlungsansätze für alle Stadien der Erkrankung Format: PDF

Aufbauend auf dem Lehrbuch 'Ergotherapie bei Demenzerkrankungen' vertieft das Praxisbuch neue Behandlungs- und Betreuungsstrategien. Dabei baut die Autorin auf bekannte Therapiekonzepte für…

Kinderanästhesie

E-Book Kinderanästhesie
Format: PDF

Das Lehrbuch führt in die theoretischen Grundlagen ein und verknüpft sie mit der Praxis: Behandelt werden u. a. Physiologie und Pharmakologie bei Kindern, Techniken und Verfahren, Risiken bei…

Weitere Zeitschriften

Bibel für heute

Bibel für heute

BIBEL FÜR HEUTE ist die Bibellese für alle, die die tägliche Routine durchbrechen wollen: Um sich intensiver mit einem Bibeltext zu beschäftigen. Um beim Bibel lesen Einblicke in Gottes ...

küche + raum

küche + raum

Internationale Fachzeitschrift für Küchenforschung und Küchenplanung. Mit Fachinformationen für Küchenfachhändler, -spezialisten und -planer in Küchenstudios, Möbelfachgeschäften und den ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

Deutsche Hockey Zeitung

Deutsche Hockey Zeitung

Informiert über das internationale, nationale und internationale Hockey. Die Deutsche Hockeyzeitung ist Ihr kompetenter Partner für Ihr Wirken im Hockeymarkt. Sie ist die einzige ...

DULV info

DULV info

UL-Technik, UL-Flugbetrieb, Luftrecht, Reiseberichte, Verbandsinte. Der Deutsche Ultraleichtflugverband e. V. - oder kurz DULV - wurde 1982 von ein paar Enthusiasten gegründet. Wegen der hohen ...

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS

Eishockey NEWS bringt alles über die DEL, die DEL2, die Oberliga sowie die Regionalligen und Informationen über die NHL. Dazu ausführliche Statistiken, Hintergrundberichte, Personalities ...