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Innovationsbewertung

Potentialprognose und -steuerung durch Ertrags- und Risikosimulation

AutorPeter Granig
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl239 Seiten
ISBN9783835054127
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Peter Granig geht der Frage nach, wie die Bewertungsunsicherheiten von Innovationsprojekten durch den Einsatz von risiko- und ertragsorientierten Simulationsmodellen in einer frühen Projektphase reduziert werden können.

Dr. Peter Granig promovierte bei Prof. Dr. Werner Mussnig am Lehrstuhl für Controlling und strategische Unternehmensführung der Universität Klagenfurt. Er hat eine Professur für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Technikum Kärnten inne.

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Leseprobe
2. Innovation und Innovationsprozess (S. 9)

In diesem Abschnitt soll die Innovationstätigkeit als Prozess verstanden und das Zusammenwirken aller am Innovationsprozess beteiligten Akteure aufgezeigt werden. Dabei werden die Besonderheiten der Steuerung und Bewertung der unterschiedlichen Phasen des Innovationsprozesses sowie die damit verbundenen Management- und Bewertungsaufgaben besonders beachtet.

2.1 Terminologische Grundlagen

2.1.1 Innovation


„Innovation ist ein schillernder, ein modischer Begriff. Um Missverständnissen vorzubeugen ist es nötig, diesen Begriff präzise zu bestimmen und abzugrenzen. Eine derartige Definition hat nicht nur eine akademische Aufgabe. Auch der Wirtschaftspraktiker muss für sich festlegen, was er als Innovation bezeichnen will. Seine Einordnung entscheidet über die weitere Behandlung der Aufgabenstellung."

Das Wort Innovation stammt von den lateinischen Wörtern „novus", was „neu" bedeutet, bzw. „innovatio", was mit „Neuerung" oder „Erneuerung" übersetzt werden kann. Innovation bedeutet demnach Erneuerung. Es geht um neue Produkte, neue Verfahren, neue Vertragsformen, neue Vertriebswege, neue Werbeausgaben, neue Corporate Identity. Innovation ist jedenfalls mehr als ein technisches Problem. Innovation sagt nichts über die Qualität von Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren aus, sondern zeigt eine Abgrenzung gegenüber dem Älteren an und weist prozesshaften Charakter auf.

BARNETT versteht unter einer Innovation sehr allgemein: „An innovation is [...] any thought, behaviour or thing that is new because it is qualitatively different from existing forms. […]. Strictly speaking, every innovation is an idea, or a constellation of ideas, that some innovations by their nature must remain mental organisations only, whereas others may begiven overt and tangeable expression."

In Ergänzung zu BARNETT betrachtet SCHUMPETER Innovationen als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung, sie sind für ihn der Antrieb, der die Wirtschaftsmaschine in Bewegung setzt und hält. Er sieht das Wesen der Innovation in der „Durchsetzung neuer Kombinationen", die nicht kontinuierlich erfolgt, sondern „diskontinuierlich" auftritt. SCHUMPETER versteht unter Innovation eine qualitative Veränderung die aus dem Wirtschaftssystem selbst kommt.

In der vorliegenden Schrift wird „Innovation" bzw. „Innovationsbewertung" im Verständnis SCHUMPETERs als die Einführung bzw. Bewertung neuer Faktorkombinationen bei Produkten oder Dienstleistungen verstanden. Sein Verständnis von Innovation ist heute noch aktuell, weil er Flexibilität und Einfallsreichtum zur Generierung von Nutzen für den Kunden in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt. Innovation kann so auch als die schöpferische Zerstörung des Alten durch das Neue verstanden werden. Innovation ist mehr als Invention.

Die Invention, also die Erfindung, ist bestenfalls der erste Schritt im Prozess der Innovation. Damit eine Invention zur Innovation wird, muss sie umgesetzt und von den – internen und/oder externen – Kunden akzeptiert werden. Innovation erfordert ebenso Inspiration wie Transpiration. Sie ist das Ergebnis von visionärer Kraft und nüchterner Arbeit. Die Bestimmung dessen, was innovativ genannt werden soll, darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern soll anhand klar bestimmter Kriterien unmissverständlich vorgenommen werden.

Die unterschiedlichen definitorischen Ansätze lassen folgende gemeinsame Aspekte erkennen: „Innovationen sind im Ergebnis qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die sich gegenüber dem vorangehenden Zustand merkbar – wie immer dies zu bestimmen ist – unterscheiden." Zur Bestimmung des Innovationsbegriffs bzw. des Innovationsgehalts eines betrieblichen Entscheidungs- und Durchsetzungsproblems verwendet HAUSCHILDT folgende vier Dimensionen:

Inhaltliche Dimension: Was ist neu?

Subjektive Dimension: Neu für wen?
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsübersicht10
Inhaltsverzeichnis12
Verzeichnis der Abbildungen18
Verzeichnis der Abkürzungen20
1. Einleitung21
1.1 Ausgangslage21
1.2 Problemstellung23
1.3 Forschungsziele24
1.4 Einordnung und Aufbau der Arbeit26
2. Innovation und Innovationsprozess29
2.1 Terminologische Grundlagen29
2.1.1 Innovation29
2.1.2 Innovationsformen31
2.1.3 Innovationsmanagement34
2.1.4 Wertorientierung im Innovationsmanagement36
2.1.5 Wertorientiertes Innovationscontrolling37
2.2 Die Phasengebundenheit des Innovationsprozesses39
2.3 Phasenmodelle des Innovationsprozesses42
2.3.1 Der Innovationsprozess nach BROCKHOFF42
2.3.2 Der Innovationsprozess nach COOPER43
2.4 Die Phasen des Innovationsprozesses45
2.4.1 Aufgabenidentifizierung (Phase 1)45
2.4.2 Ideengenerierung (Phase 2)47
2.4.3 Ideenbewertung und Ideenauswahl (Phase 3)58
2.4.4 Projektdurchführung (Phase 4)58
2.4.5 Einführungsphase (Phase 5)59
2.4.6 Laufende Verwertung (Phase 6)61
2.5 Phasengerechte Koordination im Innovationsprozess62
2.5.1 Organisationstheoretische Grundlagen62
2.6 Zwischenresümee zum Innovationsprozess69
3. Bewertung von Innovationen71
3.1 Grundlagen der Innovationsbewertung71
3.2 Ziele und Aufgaben der Innovationsbewertung72
3.3 Besonderheiten der Innovationsbewertung75
3.4 Anforderungen an Bewertungsverfahren für Innovationen76
3.4.1 Realitätsnähe76
3.4.2 Breite Anwendungsmöglichkeit77
3.4.3 Benutzerfreundlichkeit77
3.4.4 Lebenszyklusbetrachtung77
3.4.5 Wirtschaftlichkeit79
3.5 Dimensionen der Innovationsbewertung80
3.6 Ablauf der Innovationsbewertung83
3.7 Kategorien der Bewertungsverfahren87
3.7.1 Überblick Bewertungsverfahren87
3.7.2 Qualitative- und quantitative Verfahren89
3.7.3 Ein- und Mehrdimensionale Verfahren91
3.7.4 Nichtmonetäre und monetäre Verfahren93
3.8 Zwischenresümee zur Bewertung von Innovationen97
4. Kapitaltheoretische Bewertung von Innovationen101
4.1 Einführung in die kapitaltheoretische Innovationsbewertung101
4.1.1 Grundlagen der Wertorientierung101
4.1.2 Grundlagen der Innovationsfinanzierung103
4.1.3 Kritik an konventionellen Kennzahlen- und Bewertungssystemen105
4.2 Bewertungszugang Investitionsbewertung106
4.2.1 Grundlagen der Investitionsbewertung106
4.2.2 Verfahren der Investitionsbewertung107
4.3 Bewertungszugang Unternehmensbewertung115
4.3.1 Grundlagen der Unternehmensbewertung115
4.3.2 Verfahren der Unternehmensbewertung116
4.3.3 Die Gegenüberstellung der wichtigsten Verfahren122
4.3.4 Integration der Bewertungsverfahren durch das LÜCKE-Theorem124
4.4 Ermittlung der kapitaltheoretischen Rechengrößen125
4.4.1 Ermittlung des Kapitalrückflusses125
4.4.2 Ermittlung der Kapitalkosten129
4.4.3 Ermittlung des Kapitalwertes131
4.5 Zwischenresümee zur kapitaltheoretischen Innovationsbewertung136
5. Realoptionsbasierte Innovationsbewertung139
5.1 Grundlagen der realoptionsbasierten Innovationsbewertung139
5.2 Bewertungsmodelle von Realoptionen141
5.2.1 Das Modell von BLACK/SCHOLES141
5.2.2 Das Binomialmodell von COX142
5.3 Klassifikation von Realoptionen143
5.3.1 Verzögerungsoption143
5.3.2 Abbruchsoption144
5.3.3 Erweiterungs- und Konsoliderungsoption144
5.3.4 Lernoptionen145
5.3.5 Desinvestitionsoption145
5.3.6 Wachstumsoption146
5.3.7 Verbundoptionen146
5.4 Übertragung der Realoptionstheorie auf Innovationsentscheidungen147
5.4.1 Prozess der realoptionsbasierten Innovationsbewertung147
5.4.2 Interaktionseffekte147
5.5 Zwischenresümee zur Realoptionsbewertung149
6. Bewertung des Innovationsrisikos151
6.1 Unsicherheit in der Innovationsbewertung151
6.2 Risiko als zentrales Problem der Innovation153
6.3 Innovationsrisiken und deren Konsequenzen155
6.3.1 Vorbemerkung155
6.3.2 Das technische Risiko156
6.3.3 Das wirtschaftliche Risiko157
6.3.4 Konsequenzen der Innovationsrisiken158
6.4 Reduktion der Bewertungsunsicherheit durch Risikoaggregation159
6.4.1 Grundlagen der Risikobewertung159
6.4.2 Methoden der Risikobewertung161
6.4.3 Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation163
6.4.4 Risikomessung165
6.5 Reduktion der Bewertungsunsicherheit von Innovationen170
6.5.1 Innovationssimulation durch Risikoaggregation170
6.5.2 Durchführung einer Innovationssimulation172
6.5.3 Auswertung der Innovationssimulation180
Correlation Variables Correlation Coef.186
6.6 Integration des Innovationsrisikos in die Projektbewertung186
6.6.1 Grundlagen der Integration des Risikos in die Bewertung186
6.6.2 Berechnung von Sicherheitsäquivalenten187
6.6.3 Berechnung von risikoadjustierten Diskontierungsfaktoren188
6.6.4 Return on Risk Adjusted Capital188
6.6.5 Risk Adjusted Return on Capital189
6.6.6 Corporate Value on Discounted Risk Value190
6.7 Zwischenresümee zur Bewertung des Innovationsrisikos191
7. Funktionales Innovationscontrolling195
7.1 Ziele und Aufgaben des Innovationscontrolling195
7.2 Innovationen aus Sicht des Rechnungswesens197
7.2.1 Innovationen im externen Rechnungswesen197
7.2.2 Innovationen im internen Rechnungswesen198
7.3 Strategisches Innovationscontrolling200
7.3.1 Ziele und Aufgaben des strategischen Innovationscontrollings200
7.3.2 Die Innovationsstrategie202
7.3.3 Instrumente des strategischen Innovationscontrollings208
7.4 Operatives Innovationscontrolling210
7.4.1 Ziele und Aufgaben des operativen Innovationscontrollings210
7.4.2 Instrumente des operativen Innovationscontrollings211
7.4.3 Innovationssteuerung mit dem Stage-Gate-Verfahren212
7.4.4 Innovationssteuerung durch die wertideale Innovationsform217
7.4.5 Innovationssteuerung durch Risikomanagement221
7.5 Erfolgsfaktoren für Innovationen225
7.5.1 Erfolgsfaktor einzigartiges Produkt225
7.5.2 Erfolgsfaktor Kundenintegration226
7.5.3 Erfolgsfaktor Marktorientierung230
7.5.4 Erfolgsfaktor innovationsorientierte Marktforschung231
7.5.5 Erfolgsfaktoren Struktur, Design und Klima232
7.5.6 Weitere Erfolgsfaktoren für Innovationen233
7.6 Zwischenresümee zum Innovationscontrolling234
8. Resümee237
8.1 Zusammenfassende Reflexion237
8.2 Kritische Würdigung240
8.3 Ausblick und weiterer Forschungsbedarf242
Literaturverzeichnis243

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