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Innovationserfolgsrechnung

Innovationsmanagement und Schutzrechtsbewertung, Technologieportfolio, Target-Costing, Investitionskalküle und Bilanzierung von FuE-Aktivitäten

AutorHermann Mohnkopf, Matthias Hartmann, Gerh
VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl481 Seiten
ISBN9783540782490
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis94,99 EUR

Um Innovationen in Unternehmen zum Erfolg zu führen, müssen Einzelprozesse betrachtet und Schlüsselphasen bewertet werden. Die Autoren stellen betriebswirtschaftliche Modelle, Berechnungsmethoden und Bewertungen von Handlungsoptionen für ein strategisches und operatives Innovationsmanagement vor. Viele Berechnungs- und Praxisbeispiele belegen, wie wichtig ein strategisches Management mit monetärer Bewertung der Einzelprozesse und des Patentportfolios ist - ganz unabhängig von der Branche.



Herr Mohnkopf ist Intellectual Property Manager bei Rolls-Royce Deutschland. Zusätzlich ist er Lehrbeauftragter für Innovationsmanagement an der FHTW Berlin. Er ist aktives Mitglied im Verein für Patentingenieure und Patentanwälte Deutschlands sowie im internationalen Verein für Lizenzwesen, Licensing Executive Society, LES. Herr Mohnkopf ist Mitinitiator der F&E Vertragsbausteine, dem sog. Berliner Vertrag. Im VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg leitet er den Arbeitskreis Luft- und Raumfahrttechnik und ist Mitglied des Vorstandes.

Professor Dr. habil. Wilhelm Schmeisser ist Professor an der FHTW Berlin für Betriebswirtschaft und zusätzlich an der Universität Duisburg tätig. Er ist Direktor des Kompetenzzentrums 'Internationale Innovations- und Mittelstandsforschung', Berlin, sowie Direktor der Forschungsstelle 'Europäisches Personalmanagement und Arbeitsrecht (EPAR)' an der Universität Paderborn.

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Leseprobe

Fee Steinhoff
Kapitel 1 Der Innovationsgrad in der Erfolgsfaktorenforschung – Einflussfaktor oder Kontingenzfaktor? (S. 3-4)

1.1 Einführung

Übergeordnetes Ziel der Innovationserfolgsrechnung besteht darin, dem Innovator bewusst zu machen, welche (immateriellen) Investitionen die Verwertung einer Innovation am Markt zu verdienen hat. Die Innovationserfolgsrechung sollte darüber hinaus eine Projekt-, Investitions-, Planungs- und Kontroll- sowie Erfolgrechnung sein (Hauschildt 1994, S. 1018 f.). Bezogen auf die Funktion der Erfolgsrechung zeigt sich ein enger Zusammenhang zur sogenannten Innovations- Erfolgsfaktorenforschung.Die Erfolgsfaktorenforschung ist auf der Suche nach den relevanten Kriterien, die zwischen Erfolg und Misserfolg von Innovationen differenzieren: Aus welchen konkreten Gründen ist eine Innovation im Markt erfolgreich, während eine weitere Innovation scheitert?

Ein Blick auf die Erfolgsbilanz von Innovationsideen in der Praxis macht die Relevanz der Erfolgsfaktorenforschung deutlich: In einer branchenübergreifenden empirischen Langzeitstudie über Produktinnovationen in 116 Unternehmen erwiesen sich nur 0,6% der erhobenen 1919 Produktinnovationsideen als marktfähig und erfolgreich. Innovationsansätze durchlaufen einen spitzen Selektionstrichter: Nicht einmal 10% der Erstideen gelangten als Produkte in den Markt, davon eliminierte der Markt noch einmal ca. 70% als Flops. Von den im Markt verbliebenen Produkten brachten 46% Verlust, 33% keinen nennenswerten Gewinn und nur 21% (letztlich 0,6% – 11 von 1919) waren erfolgreich (Berth 1993, S. 217).

Die Flopratenbefunde verdeutlichen den Bedarf der Praxis anWissen zu Erfolgsfaktoren von Innovationen. Ein großer Teil der Misserfolge könnte vermieden werden, wenn Entscheider mehr relevante, zuverlässige und bewährte Informationen hätten und nutzen würden. Eine interessante Fragestellung in diesem Zusammenhang lautet: Welche Rolle spielt der Neuigkeitsgrad von Innovationen? Sind Innovationen eines geringen Neuigkeitsgrad (inkrementale Innovationen) oder aber Innovationen eines hohen Neuigkeitsgrades (radikale Innovationen) erfolgverspre chender? Beziehungsweise: Stellt der Innovationsgrad überhaupt einen Erfolgsfaktor von Innovationen dar? Oder aber vielmehr einen Kontingenzfaktor?

Der vorliegende Beitrag widmet sich dieser Fragestellung. Dazu wird zunächst ein Einblick in die Erfolgsfaktorenforschung gegeben (Abschnitt 1.2). Im Abschnitt 1.2.1 wird der Stand der Forschung zur Messung des Innovationserfolges aufgezeigt. Anschließend (Abschnitt 1.2.2) werden wesentliche Erkenntnisse der Erfolgsfaktorenforschung im Überblick dargestellt. Der dritte Abschnitt widmet sich dem Zusammenhang zwischen Innovationsgrad und Erfolg. Aufbauend auf einer Vorstellung des Innovationsgrades als mehrdimensionales Konstrukt (1.3.1) erfolgt eine Synopse vorliegender empirischer Befunde zum Erfolgseinfluss des Innovationsgrades (1.3.2). Schließlich wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Innovationsgrad als eine Kontingenzvariable im Innovationsmanagement verstanden werden kann (1.3.3). Der Beitrag endet mit einer Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse (1.4).

1.2 Erfolgsfaktorenforschung

Innovationsmanagement zielt auf Erfolg (Hauschildt 1991, S. 452). Durch geeignete Managementaktivitäten kann der Erfolg einer Innovation zwar nicht garantiert, jedoch können die Chancen auf einen Erfolg erheblich gesteigert werden (Lynn et al. 1996, S. 81). Sowohl die Praxis als auch die Wissenschaft hat daher ein großes Interesse an der Frage, was den Erfolg von Innovationen ausmacht. Erfolgsfaktoren stammen aus einer empirischen Forschungsrichtung, die schon in den 1960er Jahren des letzten Jahrhunderts begründet und danach bis heute kontinuierlich fortgesetzt wurde. Die Erfolgsfaktorenforschung zielt dabei sowohl auf strategische „Effektivität“ (das Richtige tun) als auch auf operative „Effizienz“ (es richtig, nämlich wirtschaftlich, tun). Die Entscheidung, eine Innovationsidee als Projekt zu etablieren, ist eine Effektivitätsentscheidung („das Richtige tun“). Über dieses „Ob“ hinaus beeinflusst die Priorität des Projekts seine Effektivität: Wie intensiv es im Verhältnis zu anderen Aktivitäten verfolgt wird, kann auch noch das Richtige oder das Falsche sein. Diese Entscheidung der Ressourcenzuweisung ist durch geeignete Analysemethoden zu stützen. Die darauf innerhalb eines Ressourcenbudgets erfolgende Produktentwicklung und -vermarktung ist dagegen keine Frage der Effektivität, sondern der Effizienz („es richtig tun“; Cooper 1999, S. 115 f.).

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Herausgeber5
Vorwort7
Innovationserfolgsrechnung: Eine Herausforderung an die betriebswirtschaftliche Forschung und die unternehmerische Praxis7
Inhaltsverzeichnis11
Teil I Innovationserfolgsrechnung – Eine Forschungslücke in der Innovationsforschung21
Der Innovationsgrad in der Erfolgsfaktorenforschung – Einflussfaktor oder Kontingenzfaktor?22
1.1 Einführung22
1.2 Erfolgsfaktorenforschung23
1.3 Zusammenhang zwischen Innovationsgrad und Erfolg27
1.4 Zusammenfassung34
Literaturverzeichnis35
Aufbau und Durchführung der rechnerischen Bewertung von Innovationen dargestellt an einem Fallbeispiel aus der Telekommunikationsindustrie40
2.1 Einleitung40
2.2 Innovationen41
2.3 Rechnerische Bewertung von Innovationen43
2.4 Aufbau und Durchführung der marktorientierten, rechnerischen Bewertung von Innovationen48
2.5 Fazit61
Literaturverzeichnis61
Rating bzw. Bonitätsprüfung als Innovationserfolgsrechnung bei innovativen technologieorientierten ( Gründungs-) Unternehmen ( TU)64
3.1 Zur wirtschaftlichen Bedeutung von innovativen Existenzgründungen64
3.2 Zur Entstehung von innovativen TU65
3.3 Zur Bonitätsprüfung im Rahmen von Kreditentscheidungen66
3.4 Bonitätsmerkmale und Indikatoren von innovativen TU67
3.5 Fazit85
Innovationserfolgsrechnungen bei der Bewertung pharmazeutischer FuE- Projekte88
4.1 Grundlegende Aspekte88
4.2 Grundlagen der pharmazeutischen Industrie89
4.3 Analyse pharmazeutischer FuE-Projekte92
4.4 Bewertungsverfahren pharmazeutischer FuE-Projekte103
4.5 Zusammenfassung und Ausblick129
Literaturverzeichnis130
Internetverzeichnis134
Anhang I: Ergänzung zum Risikomanagementprozess135
Anhang II: Prozess einer FDA/EMEA Zulassung136
Anhang III: Entscheidungsbaum-Modell nach Stewart et al.137
Teil II Innovationserfolgsrechnung als Patentbewertung und Bilanzierungsproblem138
Grundlagen der Bewertung immaterieller Vermögenswerte am Beispiel der Bewertung patentgeschützter Technologien140
5.1 Einleitung140
5.2 Grundlagen der Bewertung141
5.3 Patente als Bewertungsobjekte150
5.4 Bewertung patentgeschützter Technologien auf der Grundlage des Income Approach159
5.5 Fallbeispiel173
5.6 Zusammenfassung195
Literaturverzeichnis196
Bilanzierung von F&E-Aktivitäten nach IFRS200
6.1 Grundlagen200
6.2 Einführendes Beispiel201
6.3 Ansatz203
6.4 Bewertung immaterieller Vermögenswerte218
6.5 Anhangangaben238
Literaturverzeichnis238
Teil III Intellectual Property (IP) Management/ Patentmanagement240
Strategisches IP Management zum Schutz von Innovationen242
7.1 Einführung in das Innovationsmanagement242
7.2 Ganzheitlicher Innovationsprozess als Unternehmensstrategie250
7.3 Wertschöpfungskette263
7.4 Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft303
Literaturverzeichnis305
Teil IV Qualitative Vorüberlegungen zur Innovationserfolgsrechnung im Rahmen eines Strategischen Technologiemanagements308
Technologie-Kostenanalyse310
8.1 Einführung in die Technologie-Kostenanalyse310
8.2 Integration von Technologie- und Kostenmanagement310
8.3 Kostendynamik innovativer Technologien311
8.4 Technologiekostenanalyse (TKA)316
8.5 Anwendungsnutzen der Technologiekostenanalyse321
Literaturverzeichnis322
Technologie-Bilanzierung324
9.1 Einführung in die Technologie-Bilanzierung324
9.2 Notwendigkeit technologischer Unternehmensbeurteilung325
9.3 Technologie-Beurteilung komplementär zur Finanz- Bewertung327
9.4 Erstellung einer Technologie-Bilanz331
9.5 Kennzahlenanalyse einer Technologiebilanz337
9.6 Unternehmensbeurteilung bedarf der Technologieund der Finanz- Perspektive342
9.7 Zusammenfassung342
Literaturverzeichnis342
Technologie-Portfolio als Methodik der Inventions- und Innovationsbewertung – Prolegomena zu Metriken für Inventionen und Innovationen344
10.1 Zur Grundidee des Technologie-Portfolios im Zusammenhang mit Innovationen344
10.2 Anwendungen des Technologie-Portfolios348
10.3 Technologie-Liste355
10.4 Kriterien der Technologie-Bewertung356
10.5 Verknüpfung der Kriterien361
10.6 Richtungen derWeiterentwicklung des Technologie- Portfolios zur Verbesserung der Metriken362
Literaturverzeichnis364
Ressourcen-Bewertung von Innovationsprojekten zwischen „ lean“ und „ slack“366
11.1 Forschung und Entwicklung (FuE), Innovation und slack366
11.2 Definition und Entstehungs-Zusammenhang von slack369
11.3 Verwendung von slack370
11.4 Einfluflgröflen von slack372
11.5 Kombination der technologischen S-Kurve und des technologischen Wertschöpfungs- Netzes als Determinanten von FuE- Budget und slack383
Literaturverzeichnis385
Teil V Target Costing und Prozesskostenrechnung als Innovationserfolgsrechnungen des Technologiemanagements und des Innovationsmarketings388
Conjointbasierte Messung von Nutzenbeiträgen von Produktfunktionen und Generierung von Zielpreisen (Target Pricing)390
12.1 Einleitung390
12.2 Target Costing im Überblick391
12.3 Generierung von Target Prices und Nutzenbeiträgen von Produktfunktionen durch Conjointanalysen394
12.4 Zusammenfassung401
Literaturverzeichnis402
Zur Integration des Target Costing und der Prozesskostenrechnung in den Berliner Balanced Scorecard Ansatz bei Entwicklungs- und Konstruktionsvorhaben in der Automobil- und Maschinenbauindustrie406
13.1 Weiterentwicklung der Berliner Balanced Scorecard mittels Target Costing406
13.2 Weiterentwicklung der Berliner Balanced Scorecard mittels Prozesskostenrechnung424
13.3 Fazit439
Literaturverzeichnis440
Teil VI Zur Berechnung von Technologiestrategien und deren Umsetzung als methodisches Gesamtkonzept von Innovationsrechnungen in Form des Berliner Balanced Scorecard Ansatzes444
Innovationsmarketingerfolgsrechnungen im Rahmen des Berliner Balanced Scorecard Ansatzes aus der Sicht einer finanzorientierten Kundenwertanalyse446
14.1 Einleitung446
14.2 Kundenwertmanagement als Instrument zur Bewertung von Kundenbeziehungen448
14.3 Zum Berliner-Balanced-Scorecard-Ansatz als Grundlage einer wertorientierten Performance Messung unter besonderer Berücksichtigung eines Shareholder Value- orientierten Lösungsalgorithmus455
14.4 Integration des FuE-Bereiches in das Modell der Berliner Balanced Scorecard474
14.5 Zur Verbindung von Shareholder Value und Berliner Balanced Scorecard489
14.6 Fazit490
Literaturverzeichnis490
Autorenverzeichnis494
Sachverzeichnis498

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