Sie sind hier
E-Book

Innovative Personal- und Organisationsentwicklung

VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2003
Seitenanzahl486 Seiten
ISBN9783840917981
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis43,99 EUR
Eine systematische Personal- und Organisationsentwicklung beinhaltet sowohl die Fort- und Weiterbildung als auch die Auswahl und Förderung aller Mitglieder einer Organisation hinsichtlich persönlicher Laufbahn- und Karrieremöglichkeiten. Der Band stellt aktuelle Konzepte der Personal- und Organisationsentwicklung vor. Er informiert über Maßnahmen der Personalrekrutierung und -diagnose sowie über verschiedene Ansätze zur Entwicklung von Mitarbeitern. Hierzu werden u.a. Möglichkeiten der Steigerung von Motivation in Organisationen sowie der Gestaltung von Coachingprozessen aufgezeigt. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit dem Thema »Gruppe und Kommunikation« und erörtert z.B., was erfolgreiche von weniger erfolgreichen Gruppen in Dienstleistungsunternehmen unterscheidet. Die Organisationsberatung als wichtiges Instrument der Organisationsentwicklung wird u.a. aus der Perspektive der Arbeitspsychologie beleuchtet. Es werden Konzepte zum organisationalen Lernen vorgestellt und praxisorientierte Ansätze für ein erfolgreiches Change Management aufgezeigt.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. I. Personalrekrutierung und -diagnose
  4. II. Personalentwicklung
  5. III. Gruppe und Kommunikation
  6. IV. Organisationsentwicklung
  7. Autorenverzeichnis
Leseprobe
Analyse von Arbeitsanforderungen zum Gestalten kooperativer Tätigkeiten (S. 3-4)
Winfried Hacker

1. Einordnung

Die – zumindest publikatorische – Aufmerksamkeit, die der Gruppenarbeit geschenkt wird, kann davon ablenken, dass es neben den vermutlich seltenen rein individuellen Arbeitstätigkeiten zahlreiche unterschiedliche Arten des Zusammenarbeitens (Kooperierens) gibt. Nicht alle Arten dieses Kooperierens dürften als Gruppenarbeit bezeichnet werden. Beispielsweise gibt es die beständige Zusammenarbeit zweier Personen, die als „Dyade“, aber meist nicht als Gruppe bezeichnet wird, das hochbedeutsame gelegentliche, informelle kooperative Problemlösen von entwerfend Tätigen gegebenenfalls fast nebenbei, am Kaffeeautomaten (Römer, Weißhahn, Hacker, Pache & Lindemann, 2001), die wechselseitige Vertretung beim Bedienen beispielsweise von Maschinen oder beim Überwachen von Automaten zur Pausenüberbrückung, die trotz hoher Produktivitätsgewinne ebenfalls nicht als Gruppenarbeit bezeichnet zu werden pfl egt oder das wechselseitige Unterstützen räumlich benachbarter oder organisatorisch verbundener Arbeitender bei gelegentlichen Störungen oder Drucksituationen. Diese vielfältigen Möglichkeiten kooperativen Arbeitens versprechen Vorteile fertigungstechnischer, betriebswirtschaftlicher und/oder sozialer Art. Sie betreffen eine erhöhte Flexibilität für den marktbezogenen Produktwechsel, höhere Arbeitsmittelauslastung, Ersparnis von Personalkosten beim unteren Management und wegen besserer Vertretbarkeit der Beschäftigten untereinander auch beim ausführenden Personal, Anforderungsvielfalt und Tätigkeitsspielräume im Sinne vollständiger Tätigkeiten, die durch kooperative, gruppenbezogene Arbeitsbereicherung zu erreichen sind und verbesserte intrinsische Arbeitsmotivierung, abwechslungsbedingte Entlastung, erweiterte Lernangebote sowie mehr soziale Unterstützung wegen der erweiterten Kooperation (z.B. Antoni, 1992a, b).

Vergleichbare Vorteile werden auch für die Gruppenarbeit im Arbeitsprozess im engeren Sinne der sogenannten qualifi zierten Gruppenarbeit oder Teamarbeit im Sinne der VDI-Richtlinien 2807 erwartet, obgleich Befunde methodisch unanfechtbarer empirischer Felduntersuchungen in der Wirtschaft hierzu nicht häufi g und ihre Ergebnisse nicht einheitlich sind (zusammenfassend z.B. Antoni, 1992a, b, Brandstätter, 1987, Tschan, 2000, Witte, 1983, 1998).

Eine erste Erklärung könnte sein, dass es „den“ oft gesuchten Leistungsvorteil von Gruppen nicht gibt. Ob in Gruppenarbeit oder in Einzelarbeit bessere Leistungen erzielt werden, könnte in erster Linie von der Arbeitsaufgabe abhängen. Falls die Aufgabe effi zientere Leistungen bei Gruppenarbeit ermöglicht, müssen des Weiteren die geeignete Gruppenstruktur entwickelt und eine gruppenbezogene Ausbildung gewährleistet sein.

Eine zweite Erklärung könnte darin bestehen, dass auch ohne direkten Mengen- oder Gütegewinn, also ohne einen Leistungsvorteil der Gruppe, mehrere indirekte, wirtschaftliche und soziale Gründe bei geeigneten Aufträgen und Ausführungsbedingungen für Gruppenarbeit sprechen können. Dazu gehören die erwähnten möglichen Vorzüge für die Flexibilität und/oder für eine beanspruchungsgünstigere und lernförderlichere – kurz menschengerech tere – Erwerbsarbeit.

Beide Erklärungsmöglichkeiten machen verständlich, dass auch beim Erwägen von Gruppenarbeit zunächst Arbeitsanalysen erforderlich sind, welche die fraglichen Arbeitsaufträge sowie die weiteren Voraussetzungen von lohnender Gruppenarbeit untersuchen und Gestaltungsalternativen – etwa bereicherte Einzelarbeit oder andere Formen kooperativen Arbeitens – prüfen.

2. Prospektive Arbeitsgestaltung – Voraussetzungen und Vorgehen

Bei der Qualität von Erzeugnissen ist es selbstverständlich, dass diese erzeugt werden muss und nicht nachträglich in das Erzeugnis hineinkontrolliert werden kann. Bei der Arbeitsgestaltung ist das weniger selbstverständlich: Üblicherweise erfolgt die Arbeitsgestaltung nachträglich, korrigierend, indem im Sinne einer Reparatur-Ergonomie beim Ausführen von Arbeitstätigkeiten zu Tage tretende Mängel, beispielweise Gesundheitsgefahren oder Quellen von Langeweile oder Dequalifi kation, mehr oder weniger ursächlich verringert oder behoben werden. Nicht selten sind diese nachträglichen Änderungen teurer als es ein rechtzeitiges Berücksichtigen bei der Erstauslegung gewesen wäre.

Entwerfen kann man langweilende, krankmachende oder intrinsisch motivierende und trainierende Tätigkeitsangebote.

Weil über die Ziele hinlängliche Übereinstimmung besteht, könnte alles geklärt erscheinen: Angebotene Tätigkeiten sollen effi zient sein, indem sie forderungsgerecht ausführbare, schädigungs- und beeinträchtigungslose sowie gesundheits- und lernförderliche sowie kooperatives Ausführen ermöglichende – und dadurch motivierende – qualifi zierte Facharbeit sind. Leider sind aber Ziele nicht mehr wert als ihre Operationalisierungen. Sie ist erforderlich in Be griffen prospektiv gestaltbarer, erwünschter und zu vermeidender Tätigkeitsmerkmale.

Eine erprobte Möglichkeit zum Handhabbarmachen bietet das Konzept der vollständigen Tätigkeit. Vollständig ist eine Tätigkeit in sequentieller Hinsicht, wenn sie neben den Ausführungsfunktionen auch umfasst:

- Vorbereitungsfunktionen (das Aufstellen von Zielen, das Entwickeln von Vorgehensweisen, das Auswählen zweckmäßiger Vorgehensvarianten),
- Organisationsfunktionen (das Abstimmen der Aufgaben und ihrer Ausführung mit anderen Menschen) und
- Kontrollfunktionen, durch die der Arbeitende Rückmeldungen über das Erreichen seiner Ziele sich zu verschaffen in der Lage ist.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis5
Vorwort7
I. Personalrekrutierung und -diagnose15
Analyse von Arbeitsanforderungen zum Gestalten kooperativer Tätigkeiten17
Evaluationsaufgaben in Arbeits-, Aufgaben- und Werkzeuganalysen34
Personalmarketing per Internet48
Präferenzmessung im Personalmarketing durch optimal geplante Conjoint- Analysen67
Verständnis und Erfassung sozialer Kompetenzen87
Dynamische Untersuchungsverfahren in der Personalauswahl102
II. Personalentwicklung125
Motivation maximieren – Von der Theorie zur Praxis127
Selbstwert und Wertschätzung als Themen der arbeitspsychologischen Stressforschung145
Untersuchung des Job-Strain-Modells von Karasek im psychophysiologischen Labor170
Selbstorganisationsprozesse in Organisationen200
Coaching als ergänzendes Instrument zur Personalentwicklung225
Selbstorganisiertes Lernen (SoL) in der Praxis: Das SoL Konzept angewendet in einem Seminar „ Präsentationstechniken“ für Führungskräfte250
Spezifische Emotionen im Leistungskontext: Freude und Ärger bei Leistungsrückmeldungen263
Emotionsarbeit in Dienstleistungsberufen. Das Konzept und seine Implikationen für die Personal- und Organisationsentwicklung280
III. Gruppe und Kommunikation303
Kommunikation und Medieneinsatz bei Telearbeit305
Was unterscheidet erfolgreiche von weniger erfolgreichen Gruppen?326
Gruppen als informationsverarbeitende und handelnde Systeme – Konsequenzen für Gruppentraining346
IV. Organisationsentwicklung367
Organisationsberatung – aus der Perspektive der Arbeitspsychologie369
Neun (Beratungs-)Konzepte zum organisationalen Lernen395
Organisationale Integration: Vom „Ich“ zum „Wir“415
Zehn Erfolgsfaktoren für die Gestaltung von effektiven Folgeprozessen in Mitarbeiterbefragungen438
Erfolg und Misserfolg beim Change Management461
Autorenverzeichnis481

Weitere E-Books zum Thema: Personal - Personalmanagement

Führungsfaktor Gesundheit

E-Book Führungsfaktor Gesundheit
So bleiben Führungskräfte und Mitarbeiter gesund Format: PDF

Die Anforderungen der Arbeitswelt steigen stetig - oft mit negativen Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten. Dabei ist Gesundheit ein entscheidener Erfolgsfaktor: Wer nicht richtig fit ist, kann…

Topothesie

E-Book Topothesie
Der Mensch in artgerechter Haltung Format: PDF

Topothesie ist frei übersetzt eine 'lebhafte Schilderung einer wunderschön vorgestellten Welt'. Hört auf, ruft Dueck, die Lebhaften zu unterdrücken! Lasst das unnütze Erziehen der Braven, sie sind…

Ganz einfach kommunizieren

E-Book Ganz einfach kommunizieren
Emotionale Kompetenz für Ihren Führungsalltag Format: PDF

Kommunikation ist alles - insbesondere im Führungsalltag. Nur wer seine Wirkung auf Mitarbeiter einschätzen und authentisch einsetzen kann, wird andere Menschen  überzeugen und sie für gemeinsame…

TMS - Der Weg zum Höchstleistungsteam

E-Book TMS - Der Weg zum Höchstleistungsteam
Praxisleitfaden zum Team Management System nach Charles Margerison und Dick McCann Format: PDF

Das Buch stellt das Team Management System (TMS) der Teamerfolgsforscher Margerison/McCann erstmals auf Deutsch vor. TMS gilt als das weltweit führende Modell für Teamperformance. Das Buch benennt…

Macht und Vertrauen in Innovationsprozessen

E-Book Macht und Vertrauen in Innovationsprozessen
Ein empirischer Beitrag zu einer Theorie der Führung Format: PDF

Diana E. Krause untersucht, wie Verhaltensweisen von Führungskräften den Erfolg von Innovationen und die Einstellung, Emotionen und innovationsbezogenen Verhaltensweisen nachgeordneter Führungskräfte…

Rolleninnovation im Handwerk

E-Book Rolleninnovation im Handwerk
Validierung eines Instruments zur Erfassung von Rolleninnovation Format: PDF

Für jegliche Innovation unabhängig von ihrer Art ist der einzelne Mitarbeiter mit seinem Innovationspotential notwendig, da jede Organisationsveränderung von den beteiligten Mitarbeitern eine…

Weitere Zeitschriften

Ärzte Zeitung

Ärzte Zeitung

Zielgruppe:  Niedergelassene Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten. Charakteristik:  Die Ärzte Zeitung liefert 3 x pro Woche bundesweit an niedergelassene Mediziner ...

crescendo

crescendo

Die Zeitschrift für Blas- und Spielleutemusik in NRW - Informationen aus dem Volksmusikerbund NRW - Berichte aus 23 Kreisverbänden mit über 1000 Blasorchestern, Spielmanns- und Fanfarenzügen - ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler

Der Steuerzahler ist das monatliche Wirtschafts- und Mitgliedermagazin des Bundes der Steuerzahler und erreicht mit fast 230.000 Abonnenten einen weitesten Leserkreis von 1 ...

DULV info

DULV info

UL-Technik, UL-Flugbetrieb, Luftrecht, Reiseberichte, Verbandsinte. Der Deutsche Ultraleichtflugverband e. V. - oder kurz DULV - wurde 1982 von ein paar Enthusiasten gegründet. Wegen der hohen ...

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS ist seit mehr als 25 Jahren die Fachzeitschrift für den IT-Markt Sie liefert 2-wöchentlich fundiert recherchierte Themen, praxisbezogene Fallstudien, aktuelle Hintergrundberichte aus ...

building & automation

building & automation

Das Fachmagazin building & automation bietet dem Elektrohandwerker und Elektroplaner eine umfassende Übersicht über alle Produktneuheiten aus der Gebäudeautomation, der Installationstechnik, dem ...