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Integration älterer Arbeitsloser

Strategien - Konzepte - Erfahrungen

Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl262 Seiten
ISBN9783763945825
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,90 EUR

Dieser Band präsentiert die Ergebnisse aus dem Innovationsprojekt "Pakt50 für Nürnberg". Dem Projekt ist es gelungen, die gezielte Förderung und Motivation älterer Arbeitsloser mit der Beratung potentieller Arbeitgeber zu verbinden und so einen vergleichsweise hohen Anteil an Neueinstellungen Älterer im Raum Nürnberg zu erreichen. 

Zudem wurden Öffentlichkeit und Wirtschaft über umfangreiche regionale Kampagnen für das Thema sensibilisiert.Die Konzepte, Strategien und viele Beispiele aus der Praxis sind in diesem Band zusammengestellt und geben vor allem Unternehmen des Mittelstandes Impulse für den Umgang mit älteren Bewerbern.

Der Autor

Herbert Loebe ist Geschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft (bbw). Eckart Severing ist Geschäftsführer des Forschungsinstituts Betriebliche Bildung (f-bb) und verantwortlich für die Bildungsforschung des Bildungswerk der Bayerischen Wi

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Leseprobe
Kompetenzen bilanzieren: „KomPakt50" als neues Verfahren einer zielgruppengerechten Kompetenzanalyse (S. 217-218)

Uwe Elsholz, Veronika Hammer

1. Einleitung

Eine der Schwierigkeiten für ältere Arbeitslose besteht darin, dass sie – nicht zuletzt durch Erfahrungen der Dequalifizierung und des sozialen Abstiegs – ihrer eigenen Stärken nicht mehr sicher sind. Dementsprechend können sie sich am Arbeitsmarkt häufig schlechter positionieren als dies aufgrund ihrer Erfahrungen und Fähigkeiten möglich wäre. Hier setzt die „KomPakt50"-Kompetenzbilanz an, die im Rahmen des Projekts „Pakt50 für Nürnberg" entwickelt und erprobt wurde und besonders auf ältere Arbeitslose zugeschnitten ist. Das Verfahren zielt vor allem darauf ab, gering qualifizierten Arbeitsuchenden vorhandene Kompetenzen bewusst zu machen.

Die Kenntnisse über eigene Fähigkeiten sollen den Arbeitsuchenden neues Selbstvertrauen geben und ihnen eine bessere Darstellung ihrer Fähigkeiten bei der Stellensuche ermöglichen. Vor dem Hintergrund eines Empowerment- Ansatzes stellt „KomPakt50" eine Möglichkeit dar, die Klientel in der Verbesserung ihrer Selbstwahrnehmung und damit in ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu stärken. Es hebt sich damit von anderen Verfahren für die Zielgruppe ab, die vor allem auf die Einschätzung der Marktnähe von Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur oder private Arbeitsvermittler abzielen (vgl. Haasler/Schnittger 2005).

Nachfolgend werden zunächst der Empowerment-Ansatz sowie die konzeptionellen Hintergründe und Zielsetzungen von „KomPakt50" erläutert. Anschließend werden die einzelnen Schritte bei der Entwicklung des Verfahrens dargestellt, welche sich durch ein Zusammenwirken von Theorie, Empirie und praktischer Erfahrung auszeichnet. „KomPakt50" wird in seinem Aufbau und in seiner Durchführung geschildert, es wird eine methodisch kontrollierte Erprobung und deren Auswertung erläutert. Abschließend erfolgen eine Einordnung des Verfahrens und ein Ausweis seiner Spezifika im Vergleich zu anderen Methoden der Kompetenzanalyse sowie ein Ausblick, in dem weitere Entwicklungsmöglichkeiten des Verfahrens aufgezeigt werden. 2. Hintergründe, Konzepte

2.1 Zur Problemlage von älteren Arbeitslosen

Die Sichtbarmachung und Bilanzierung von Kompetenzen älterer Langzeitarbeitsloser erfordert ein Verfahren und Instrumente, die den Besonderheiten der Zielgruppe gerecht werden. Wie ausführlich im Beitrag von Gottwald/Franke in diesem Band dargestellt, stellen ältere Langzeitarbeitslose eine besondere Problemgruppe dar, deren Situation wie folgt zu skizzieren ist:

• Durch den Disuse-Effekt in der Arbeitslosigkeit werden vorhandene Qualifikationen entwertet und das Wissen veraltet,
• Langzeitarbeitslose leiden durch fehlende soziale Bezüge unter mangelnder Anerkennung und Selbstbestätigung durch ihre Arbeitsmarktferne,
• Die Gruppe älterer Arbeitsloser ist vielfach mit stereotypen Vorurteilen konfrontiert im Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit und -bereitschaft,
• Ältere Langzeitarbeitslose besitzen in der Regel multiple Vermittlungshemmnisse, neben dem Alter sind dies häufig gesundheitliche Einschränkungen.

Ein negatives Selbstbild und mangelndes Selbstbewusstsein sind die Folgen der genannten Entwicklungen. Damit einher gehen mangelnde Kenntnisse und wenig Bewusstsein über eigene Stärken und Schwächen, sodass in der Folge unzureichende Fähigkeiten bestehen, sich selbstständig und kreativ am Arbeitsmarkt zu vermarkten. Ein Ansatz, die gleichwohl bestehenden Kompetenzen sichtbar und damit auch am Arbeitsmarkt verwertbar zu machen, besteht in der Bilanzierung eben dieser Kompetenzen.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Die Integration älterer Arbeitsloser8
Einleitung12
Innovation bei der Integration – Aufgabe und Anliegen der ARGE Nürnberg bei der Betreuung und Vermittlung älterer ALG II-Empfänger14
I. Grundlagen und Voraussetzungen26
Beschäftigungspakte als Instrument zur Förderung regionaler Integrationsstrategien für ältere Langzeitarbeitslose – Konzept und theoretischer Ansatz des „Pakt50 für Nürnberg“28
Regionale Altersstrukturen in Deutschland – Herausforderungen an betriebliche Gestaltungsstrategien46
Ältere am Arbeitsmarkt60
Ältere Arbeitslose charakterisieren: Der ALG II-Empfänger als ein unbekanntes Wesen? Identifizierung alterstypischer Beschäftigungsrisiken und vermittlungshemmender Merkmale bei älteren Langzeitarbeitslosen – Hinweise zur Gestaltung nachhaltiger Integrat74
Beschäftigungschancen älterer Arbeitsloser aus Sicht Nürnberger Unternehmen – Eine Studie zur Weiterentwicklung regionaler Integrationsstrategien92
II. Ältere integrieren – Neue Konzepte entwickeln114
Zuweisungsstrategie im „Pakt50 für Nürnberg“ – Konzept und Vorgehensweise der ARGE Nürnberg116
Selbstorganisation als Strategie? „AktivFirma“ als Instrument eines beteiligungsorientierten Integrationsansatzes122
Qualifizierung für den Call-Center- Markt – Wachstumsbranchen als Chance für ältere Langzeitarbeitslose132
Ganzheitliches Beratungskonzept im Projekt „50Plus – Erfahrung zählt“146
Ingenieure und Techniker im Blickfeld: höher qualifizierte Langzeitarbeitslose an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften – Ein Ansatz zur Realisierung eines modernen, arbeitsmarktnahen sowie individuell begleitenden Qualifizierungsp158
III. Ältere vermitteln – Strategien und Beispiele182
Formen der Arbeitsmarkterschließung für ältere Langzeitarbeitslose. Ein Entwicklungsansatz aus dem „Pakt50 für Nürnberg“184
Sensibilisierungskampagne als Strategie einer offensiven Arbeitsmarkterschließung – Konzept und Produkte der Öffentlichkeitsarbeit198
Gute Beispiele aus der Vermittlungspraxis: Tandems berichten206
Kompetenzen bilanzieren: „KomPakt50“ als neues Verfahren einer zielgruppengerechten Kompetenzanalyse218
IV. Resümee und Ausblick232
Wie wirkt der Pakt? Messung und Bewertung erzielter Wirkungen zur Integration älterer ALG II-Empfänger234
Herausforderungen und Lösungsstrategien zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen älterer Arbeitsloser248
Autorenverzeichnis260

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