Sie sind hier
E-Book

Interne Corporate Governance

Entwicklung einer Typologie

AutorChristine Zöllner
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl361 Seiten
ISBN9783835054448
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Christine Zöllner identifiziert die internen Corporate-Governance-Mechanismen Eigenkapitalstruktur, Kapitalstruktur, Aufsichtsgremien, Anreizsysteme sowie Transparenz und analysiert deren positive Wirkung auf Unternehmenswerte im Rahmen einer marktorientierten Unternehmensführung. Ergebnis ist die Entwicklung einer Typologie von Wachstums- und etablierten Unternehmen in unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen.

Dr. Christine Zöllner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Alexander Bassen am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Finanzierung/Investition der Universität Hamburg.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
1 Einführung (S. 1)

Die Problemstellungen des Corporate-Governance-Diskurses haben international und in Deutschland in den letzten Jahren sehr hohe Aufmerksamkeit erfahren. Die Thematik findet sich sowohl auf der Agenda von Politik, Wirtschaft, Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit1 als auch als Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

Dort hat sich Corporate Governance von einem Spezialgebiet der akademischen Forschung zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt. Im Zentrum der ökonomischen Corporate- Governance-Forschung steht dabei die Trennung von Eigentum und Kontrolle bei börsennotierten Kapitalgesellschaften. Die aufgrund dieser Trennung entstehenden Informationsasymmetrien begründen bei vorliegenden Interessenkonflikten der Akteure und unvollständigen Verträgen Agency-Kosten.

Auslöser und Treiber dieser intensiven Entwicklung ist eine Vielzahl von Einflussfaktoren. Genannt werden bspw. die international fortschreitende Privatisierungswelle, zunehmende Fusionen und Übernahmen bzw. Umstrukturierungen der Unternehmen, internationale Deregulierungen und Integration der Kapitalmärkte, Finanzkrisen in Transformationsländern und der Zerfall sozialistischer Ökonomien sowie das Auftreten von Pensionsfonds und anderen aktiven Investoren.

Häufig jedoch wird die Entwicklung fokussiert als Reaktion auf beobachtbaren Machtmissbrauch des Managements, auf Unternehmenskrisen bzw. Zusammenbrüche betrachtet und so im Hinblick auf unterstellte fehlende soziale Verantwortung der Untenehmen diskutiert. Ergebnisse sind neue Regulierungen wie Gesetze, Standards oder Kodizes, welche zur Verbesserung der Corporate Governance initiiert und implementiert wurden. In Deutschland entstand aus der öffentlichen Diskussion der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK), welcher 2002 veröffentlicht wurde.

Ökonomische Legitimation für das gestiegene Interesse und die Ansätze zur Verbesserung der Corporate Governance liefert die schwerpunktmäßig der Principal-Agent-Theorie folgende Generalthese, dass gute Corporate Governance durch sinkende Agency-Kosten den Unternehmenswert steigert bzw. Unternehmen mit guter Corporate Governance am Kapitalmarkt von Investoren eine bessere Bewertung erfahren.

Damit ergeben sich zum einen für Unternehmen - nicht nur im Kontext von Compliance sondern insbesondere im Rahmen wertorientierter Unternehmensführung – relevante Gestaltungsmöglichkeiten durch die Verbesserung ihrer Corporate Governance. Zum anderen erweitert sich für Investoren die Zahl relevanter Unternehmensmerkmale, welche in ihre Entscheidungsprozesse einbezogen werden können.

1.1 Problemstellung

Dominierende theoretische Grundlage des Corporate-Governance-Diskurses ist die Neue Institutionenökönomik. Dabei stehen Principal-Agent-Ansätze im Vordergrund, welche Unsicherheit und Informationsasymmetrien berücksichtigen. Agency-Beziehungen entstehen, sobald ein Individuum von Handlungen eines Dritten abhängig ist. Bei unterstellter rationaler Nutzenmaximierung und unterschiedlichen Nutzenvorstellungen können sich aus Informationsasymmetrien in Verbindung mit Zielkonflikten und eigennützigem Verhalten Problemstellungen ergeben.

Hier ansetzend soll Corporate Governance Interessenkonflikte und Informationsvorteile des Managements gegenüber Eigentümern, Kontrollorganen und anderen Stakeholdern ausgleichen. Dieses wird notwendig, da Unsicherheit, Informationsasymmetrien und Interessendivergenzen bestehen. Damit sind Verträge zum Interessenausgleich unvollständig, da sie nicht alle zukünftigen Zustände der Welt kennen und somit regeln können. So wird es erforderlich, einzelne Gruppen durch Corporate Governance vor einem Fehlverhalten anderer zu schützen.

Juristische Lösungen können dabei Verantwortlichkeiten regeln, ökonomische Lösungen steuern Verhalten durch Anreizsysteme. Während im Rahmen der Property-Rights-Theorie der Trennung von Eigentum und Kontrolle auch positive Effekte zugeschrieben werden, da bspw. Spezialisierungsvorteile des Managements genutzt werden können, begründet mögliches opportunistisches Verhalten von Managern aus dem Blickwinkel der Principal-Agent-Theorie Agency-Kosten.

Diese können durch die Reduktion von Informationsasymmetrien oder Angleichung der Interessen von Manage- ment und Stakeholdern minimiert werden. Ein dadurch steigender Unternehmenswert liegt im Interesse aller Share- und Stakeholder. „Guter" Corporate Governance wird somit ein positiver Einfluss auf den Unternehmenswert zugeschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Tabellenverzeichnis16
Abkürzungsverzeichnis18
1 Einführung20
1.1 Problemstellung21
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise23
1.3 Definition und Abgrenzung von Corporate Governance27
2 Corporate-Governance-Systeme32
2.1 International bestehende Corporate-Governance-Systeme32
2.1.1 Corporate Governance als Teil des Finanzsystems32
2.1.2 Elemente von Corporate-Governance-Systemen33
2.2 US-amerikanisches und deutsches Corporate-Governance- System im Vergleich47
2.2.1 US-amerikanisches Corporate-Governance-System48
2.2.2 Deutsches Corporate-Governance-System55
2.2.3 Wettbewerb der Systeme68
2.3 Corporate-Governance-Systeme und Unternehmenswert70
2.3.1 Theoretisches Modell71
2.3.2 Empirische Ergebnisse73
3 Corporate Governance als Gegenstand theoretischer Erklärungsansätze84
3.1 Theorien der Unternehmung84
3.1.1 Property-Rights-Theorie85
3.1.2 Transaktionskostenansatz87
3.1.3 Principal-Agent-Theorie90
3.1.4 Vertragstheorie92
3.1.5 Stewardship-Ansatz93
3.2 Agency-Kosten – eine Konkretisierung94
3.3 Agency–Problematiken zwischen einzelnen Stakeholdern96
3.3.1 Relevante Interessengruppen und Interessenkonflikte96
3.3.2 Theoretische Lösungskonzepte102
3.4 Fazit der theoretischen Analyse106
4 Interne Corporate-Governance-Mechanismen als Lösungsansätze – eine Analyse theoretischer und empirischer Forschungsergebnisse108
4.1 Eigentümerstruktur110
4.1.1 Eigentümerstruktur als theoretischer Lösungsmechanismus110
4.1.2 Eigentümerstruktur und Unternehmenswert – Ergebnisse empirischer Forschung122
4.2 Kapitalstruktur135
4.3 Aufsichtsgremien142
4.3.1 Aufsichtsgremien als theoretischer Lösungsmechanismus143
4.3.2 Merkmale effizienter Aufsichtsgremien146
4.4 Anreizsysteme234
4.4.1 Theoretische Argumentation234
4.4.2 Empirische Ergebnisse256
4.4.3 Anreizsysteme für Aufsichtsräte263
4.5 Transparenz270
4.5.1 Transparenz als theoretischer Lösungsmechanismus271
4.5.2 Transparenz und Unternehmenswert – empirische Ergebnisse280
4.6 Fazit der Analyse interner Corporate-Governance- Mechanismen291
5 Entwicklung einer Typologie der Corporate Governance296
5.1 Forschungsstand296
5.2 Typologien als Forschungsansatz301
5.3 Unternehmenstypologie der Corporate Governance304
5.3.1 Unternehmensmerkmale als Determinanten der Wirkung interner Corporate- Governance- Mechanismen304
5.3.2 Empfehlungen der Gestaltung interner Corporate-Governance- Mechanismen309
5.3.3 Einbezug des DCGK320
6 Zusammenfassung und Ausblick326
Zusammenfassung326
Ausblick334
Literaturverzeichnis336
Gesetze379
Webseiten380

Weitere E-Books zum Thema: Finanzierung - Bankwirtschaft - Kapital

Finanzmathematik in der Bankpraxis

E-Book Finanzmathematik in der Bankpraxis
Vom Zins zur Option Format: PDF

Finanzmathematisches Rüstzeug für den Anfänger und den erfahrenen Banker: von Barwert- und Effektivzinsberechnungen über die Kapitalmarkt- und Optionspreistheorie bis hin zu Hedge-Strategien.…

Kapitalmarktorientierter Kreditrisikotransfer

E-Book Kapitalmarktorientierter Kreditrisikotransfer
Eine Analyse am Beispiel deutscher Genossenschaftsbanken Format: PDF

Marco Kern erarbeitet einen umfassenden Lösungsansatz zur Ausweitung der Nutzungsmöglichkeiten des Kreditrisikotransfers. Dieser orientiert sich am Bedarf kleiner und mittlerer Banken und unterstützt…

Eigenkapital von Banken als Regulierungsgegenstand

E-Book Eigenkapital von Banken als Regulierungsgegenstand
Auswirkungen von Eigenkapitalanforderungen auf das Investitionsverhalten bankfinanzierter Unternehmen Format: PDF

Achim Hauck geht der Frage nach, ob Investitionsentscheidungen von bankfinanzierten Unternehmen durch Fehlanreize gekennzeichnet sind. Er zeigt, dass unternehmerische Fehlanreize bei der Investition…

Wettbewerb im Bankensektor

E-Book Wettbewerb im Bankensektor
Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung des Wettbewerbsverhaltens der Sparkassen Format: PDF

Mike Stiele setzt sich mit der Wettbewerbsmessung auf Bankenmärkten auseinander und untersucht anhand eines theoretisch-empirischen Testverfahrens das Wettbewerbsverhalten der Sparkassen.Dr. Mike…

Wertorientiertes Risikomanagement in Banken

E-Book Wertorientiertes Risikomanagement in Banken
Analyse der Wertrelevanz und Implikationen für Theorie und Praxis Format: PDF

Michael Strauß untersucht die Wertrelevanz des Risikomanagements von Banken aus einer Kapitalmarktperspektive. Er entwickelt eine neue Steuerungslogik und stellt konzeptionell dar, wie sich Insolvenz…

MiFID-Kompendium

E-Book MiFID-Kompendium
Praktischer Leitfaden für Finanzdienstleister Format: PDF

Zum 1. November 2007 trat die europäische Richtlinie 'Markets in Financial Instruments Directive' (MiFID) in Kraft, eine der umfangreichsten Gesetzesmaßnahmen für Finanzmärkte in den letzten…

Weitere Zeitschriften

Berufsstart Gehalt

Berufsstart Gehalt

»Berufsstart Gehalt« erscheint jährlich zum Sommersemester im Mai mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und ermöglicht Unternehmen sich bei Studenten und Absolventen mit einer ...

BIELEFELD GEHT AUS

BIELEFELD GEHT AUS

Freizeit- und Gastronomieführer mit umfangreichem Serviceteil, mehr als 700 Tipps und Adressen für Tag- und Nachtschwärmer Bielefeld genießen Westfälisch und weltoffen – das zeichnet nicht ...

CE-Markt

CE-Markt

 Das Fachmagazin für Consumer-Electronics & Home Technology Products Telefónica O2 Germany startet am 15. Oktober die neue O2 Handy-Flatrate. Der Clou: Die Mindestlaufzeit des Vertrages ...

Correo

Correo

 La Revista de Bayer CropScience para la Agricultura ModernaPflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und am Thema Interessierten mit umfassender ...

Demeter-Gartenrundbrief

Demeter-Gartenrundbrief

Einzige Gartenzeitung mit Erfahrungsberichten zum biologisch-dynamischen Anbau im Hausgarten (Demeter-Anbau). Mit regelmäßigem Arbeitskalender, Aussaat-/Pflanzzeiten, Neuigkeiten rund um den ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

DHS

DHS

Die Flugzeuge der NVA Neben unser F-40 Reihe, soll mit der DHS die Geschichte der "anderen" deutschen Luftwaffe, den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA-LSK) der ehemaligen DDR ...

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS ist seit mehr als 25 Jahren die Fachzeitschrift für den IT-Markt Sie liefert 2-wöchentlich fundiert recherchierte Themen, praxisbezogene Fallstudien, aktuelle Hintergrundberichte aus ...

building & automation

building & automation

Das Fachmagazin building & automation bietet dem Elektrohandwerker und Elektroplaner eine umfassende Übersicht über alle Produktneuheiten aus der Gebäudeautomation, der Installationstechnik, dem ...