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E-Book

Jedes Kind kann schlafen lernen

AutorAnnette Kast-Zahn, Hartmut Morgenroth
VerlagMerian / Holiday, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl176 Seiten
ISBN9783833824357
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR
Mein Kind will nicht einschlafen - Mein Kind schläft nicht durch! Wenn Babys und kleine Kinder die Nacht zum Tag machen, sorgen schlaflose Nächte für eine gehörige Portion Stress. Die ganze Familie und oft auch die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern wird dadurch belastet. Alle jungen Eltern kennen das und für viele wird es zum ernsthaften Problem. In dieser überarbeiteten und erweiterten Neuauflage ihres Bestsellers zeigt Annette Kast-Zahn Eltern, wie sie ihre Kinder liebevoll und konsequent zu guten Schläfern erziehen können. Sie bietet wertvolle Hilfestellung mit anschaulichen Fallbeispielen und zahlreichen Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Schlafproblemen. Kernstück des Buches ist der Ein- und Durchschlaf-Plan. Mit seiner Hilfe und mit der Unterstützung von Vater und Mutter kann jedes Kind in wenigen Tagen lernen, allein einzuschlafen und gut durchzuschlafen.

Annette Kast-Zahn, Jahrgang 1956, ist die Top-Autorin für Erziehungsfragen. Als Mutter von drei Kindern, praktizierende Diplom-Psychologin und Verhaltenstherapeutin besitzt sie einen einzigartigen Erfahrungsschatz, aus dem sie reichlich schöpft. Jeweils fünf Jahre arbeitete sie in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder sowie in einer kinderpsychologischen Praxis. Seit 1991 hat Annette Kast-Zahn eine eigene Praxis in Reutlingen und berät Eltern mit normalen Erziehungsproblemen bis hin zu denen mit ¿schwierigen¿ Kindern. Nebenbei gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen in vielen Vor-trägen und Fortbildungsveranstaltungen weiter. Annette Kast-Zahn hat mit besonders wirksamen Er-ziehungsmethoden in Büchern wie ¿Jedes Kind kann schlafen lernen¿ und ¿Jedes Kind kann Regeln lernen¿ große Bekanntheit erlangt.

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Leseprobe

Erfahrungen aus der Kinderarztpraxis


Wenn frisch gebackene Eltern ihre Sprösslinge nach einigen Wochen oder Monaten stolz ihren Freunden und Bekannten vorstellen, wird eine Frage ganz besonders oft gestellt: »Schläft es schon durch?« Alle Mütter und Väter wissen: Das ist eine gute Frage.

»Hilfe, ich kann nicht mehr!«

Ob sie die ersten Lebensmonate ihres Kindes einfach genießen können oder aber diese Zeit als ausgesprochen anstrengend empfinden und täglich mit Stress und mit zunehmender Erschöpfung kämpfen müssen – das hängt zu einem guten Teil mit der Antwort auf diese Frage zusammen.

Auch die Kinderärzte wissen davon ein Lied zu singen. Mehrmals täglich kommen Eltern in die Praxis, die ganz stolz und glücklich über die Fortschritte ihres Kindes berichten und zum Schluss seufzen: »Aber wenn sie doch nur besser schlafen würde ...« oder »Wann wird er endlich aufhören, mich jede Nacht mehrmals aus dem Bett zu holen? Ich kann bald nicht mehr!«. Dr. Morgenroth, dem Mitverfasser dieses Buches, hat es lange Zeit sehr zu schaffen gemacht, dass er als Kinderarzt kaum wirkungsvolle Ratschläge geben konnte.

17 Fläschchen pro Nacht

Besondere Anteilnahme weckte bei uns die Geschichte der Zwillinge Peter und Annika. Von Anfang an musste die ganze Familie aus Platzgründen gemeinsam in einem Zimmer schlafen. Die Kinder wollten alle ein bis zwei Stunden trinken, und das bedeutete: 17 Fläschchen wurden Abend für Abend fertig gemacht, jeweils eines warm gestellt.

Die Eltern wechselten sich beim Füttern ab, waren zunehmend zermürbt und verzweifelt und hofften auf Besserung. Es wurde aber nicht besser – auch nicht, als der Kinderarzt gegen seine Überzeugung Beruhigungsmittel verordnete. Es wurde immer noch nicht besser, als die Kinder nach dem Umzug in eine größere Wohnung getrennt schlafen gelegt wurden. Mit zwei Jahren konnten sie sich zumindest die bereitgestellten Flaschen selbst nehmen, die Eltern mussten nur noch drei- bis viermal aufstehen. Aber erst mit vier Jahren wurden die Zwillinge während eines Urlaubs vom Fläschchen entwöhnt und schliefen von nun an durch.

Wir wissen inzwischen, dass man den Eltern all die Erschöpfung, den ständigen Schlafmangel und die Belastung der eigenen Beziehung durch die extreme Aufopferung hätte ersparen können!

Babys und Kleinkinder, die abends nicht einschlafen wollen oder nachts mehrmals wach werden, sind fast nie »Problemkinder«, mit denen etwas nicht stimmt. Im Gegenteil: Sie sind lernfähige kleine Persönlichkeiten. Sie reagieren völlig normal und folgerichtig.

Auch die betroffenen Eltern brauchen keine Angst zu haben, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmt. Wir haben bei unseren zahlreichen Beratungsgesprächen viele ganz besonders liebevolle und hoch engagierte Eltern kennen gelernt, die bereit waren, alles für ihr Kind zu tun.

Wir wissen jetzt: Alle gesunden Kinder, die mindestens sechs Monate alt sind, können nachts durchschlafen. Wenn sie es noch nicht tun, können sie es lernen. Sogar schnell. Das ist doch wirklich eine gute Nachricht, oder?

Wie alles begann: Erfahrungen mit den eigenen Kindern


Auch ich war überzeugt, eine liebevolle und engagierte Mutter zu sein. Meine ersten beiden Kinder waren anstrengend. Das bedeutete: Insgesamt fünf Jahre lang fast jede Nacht mehrmals aufstehen. Als das endlich ausgestanden war, meldete sich das dritte Kind an. Ich dachte: »Bei einer so erfahrenen Mutter wie mir kann ja nun nichts mehr schiefgehen. Diesmal wird sicher alles gut klappen.« Tatsächlich liefen die ersten Lebenswochen recht harmonisch ab. Doch je älter die kleine Andrea wurde, desto öfter wollte sie nachts an die Brust. Sie schlief deshalb irgendwann nicht mehr in ihrem Kinderbett, sondern der Einfachheit halber im Ehebett. Mein Mann war frustriert ins Dachzimmer gezogen, damit zumindest er einigermaßen schlafen konnte.

Ungefähr siebenmal wurde Andrea im Alter von sieben Monaten nachts gestillt, ab vier Uhr morgens schlief sie kaum noch richtig. Alle 15 bis 30 Minuten schreckte sie hoch und wollte wieder nuckeln. Auch tagsüber dachte sie nicht daran, in ihrem Bettchen zu schlafen.

Nur unterwegs im Auto und im Kinderwagen genehmigte sie sich ab und zu ein halbes Stündchen Schlaf, allerdings zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Es kamen insgesamt nicht mehr als neun Stunden Schlaf zusammen. Für mich natürlich noch viel weniger – und immer nur 30 Minuten bis höchstens zwei Stunden am Stück. Da nützte alle Erfahrung als Mutter und alles Fachwissen als Psychologin nichts. Und die zahlreichen Elternratgeber? Fehlanzeige. Bestenfalls war darin zu lesen, dass sich die Eltern bei der nächtlichen Betreuung abwechseln sollten. Oder es stand darin, dass die meisten Kinder mit drei Monaten durchschlafen. Und wenn nicht, warum nicht? Und was tun? Kein Wort darüber, kaum ein hilfreicher Ratschlag.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich am Rande der Erschöpfung über den Tag zu retten. Die beiden älteren Kinder – mein sechsjähriger Sohn Christoph und meine vierjährige Tochter Katharina – hätten eigentlich in dieser Zeit besondere Zuwendung gebraucht. Christoph war gerade eingeschult worden und Katharina war soeben in den Kindergarten gekommen. Beide kamen in dieser aufregenden Umstellungsphase zu kurz.

Auch meine Ehe kam zu kurz. Für alle war es eine schwierige Zeit. Es schien ein besonders ungerechtes Schicksal zu sein, als Mutter schon wieder mit einem Baby gestraft zu sein, das offenbar ein »schlechter Schläfer« war, trotz aller liebevollen Zuwendung.

Besuch beim Kinderarzt – mit überraschenden Erkenntnissen

Eher beiläufig erzählte ich meinem Kinderarzt Dr. Hartmut Morgenroth, dem Mitautor dieses Buches, bei der U5 (der Vorsorgeuntersuchung für Kinder im Alter von sieben Monaten) von meinen Sorgen – eigentlich ohne Hoffnung auf wirkungsvolle Ratschläge. Denn bei den Schlafproblemen mit den ersten beiden Kindern hatte er mir nur sein freundliches, aber hilfloses Mitgefühl gezeigt.

Diesmal war es anders. Seine verblüffende Reaktion war die Frage »Wollen Sie etwas daran ändern?«. Es folgte ein längeres Gespräch. Dr. Morgenroth erzählte mir von seiner Fortbildungs-Reise durch die USA, von seinem Besuch in einer renommierten Kinderklinik in Boston, wo er Professor Ferber kennen gelernt hatte. Dieser Professor leitet dort ein Kinderschlafzentrum. Schon Mitte der achtziger Jahre hatte er eine Methode entwickelt, wie Eltern ihren Babys und Kleinkindern innerhalb kurzer Zeit das Einschlafen und Durchschlafen beibringen können. Professor Ferbers Buch über die von ihm entwickelte Methode (siehe ⇒) und einige weitere Veröffentlichungen zum Thema in englischer Sprache hatte Dr. Morgenroth von dort mitgebracht und präsentierte sie nun mir, der staunenden, erschöpften Mutter.

Mir fiel es beim Lesen wie Schuppen von den Augen. Schnell begriff ich, warum meine Kinder so schlecht geschlafen hatten und was ich in Zukunft anders machen konnte. Alles erschien mir so klar und einleuchtend, dass nur die Frage blieb: »Warum bin ich nicht längst selbst darauf gekommen?«

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Meine kleine Tochter Andrea wurde meine erste »Patientin«. Sie lernte innerhalb von zwei Wochen, tagsüber zwei eineinhalbstündige Tagesschläfchen zu festen Zeiten zu halten und nachts von 20 bis 7 Uhr ohne Unterbrechung in ihrem Bettchen durchzuschlafen. Insgesamt waren das mindestens drei Stunden Schlaf mehr als vorher! Die ganze Familie atmete auf. Ich als Mutter empfand die veränderte Situation als sprunghaften Anstieg meiner Lebensqualität. Mit wenig Aufwand war eine so positive Veränderung erreicht worden! Da gab es nur eine mögliche Konsequenz: Diese hilfreiche Methode, zusammen mit dem nötigen Wissen über den kindlichen Schlaf, sollte möglichst vielen Müttern und Vätern bekannt gemacht werden. Wenn Sie nun schon ganz neugierig geworden sind: Hier ⇒ wird die Methode genau beschrieben.

Der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit

Für Dr. Morgenroth und mich begann nun eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. In den kommenden Jahren führten sowohl der Kinderarzt als auch ich selbst viele hundert Gespräche mit betroffenen Müttern und Vätern. Der Erfolg war überwältigend. Schlafprobleme konnten meist nach einem einmaligen Gespräch innerhalb weniger Tage gelöst werden.

Mittlerweile beraten wir fast nur noch Familien mit ganz besonders schwerwiegenden Schlafproblemen persönlich – die »normalen« Schlafprobleme bekommen die Eltern mit Hilfe dieses Buches meist selbst in den Griff.

Schlaflose Kinder – gestresste Eltern

Durchschlafen ist normal – wenn man keine kleinen Kinder hat. Für junge Eltern ist das dagegen gar nicht selbstverständlich. Jeder weiß, dass kleine Säuglinge nachts manchmal weinen. Aber wann hört das auf? Einmal pro Nacht durch ihr Kind geweckt zu werden nehmen Eltern in der Regel noch in Kauf. Daran kann man sich gewöhnen. Problematischer wird es dagegen, wenn ein Kind mehrmals pro Nacht seine Eltern weckt. Einige Wochen lang kann man das einigermaßen durchhalten. Aber auf Dauer sinkt die Lebensqualität, Erschöpfung macht...

Blick ins Buch

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