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Jude sein nach Gaza

AutorEsther Benbassa
Verlagtredition GmbH
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl75 Seiten
ISBN9783868508314
FormatePUB/PDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,80 EUR
Dies ist ein ethischer Aufschrei der renommierten jüdischen Professorin Esther Benbassa anlässlich der Leiden der Zivilbevölkerung Gazas während des letzten Feldzuges Israels. Für sie führt das Angedenken an die durch den Holocaust vernichteten Juden zu der Verpflichtung Israels sich human und ethisch zu verhalten. Sie zeigt, wie die Shoah das israelische sowie das jüdische Selbstverständnis prägt und leitet aus dem Gedenken an den Holocaust das Gebot ab, auch die Leiden der Palästinenser anzuerkennen. Zugleich vergibt sie palästinensischen Politikern weder verpasste Friedensmöglichkeiten noch den Terrorismus. Sie verteidigt Israels Existenz, tritt für einen palästinensischen Staat ein und analysiert die Gründe ungenutzter Friedenschancen. Dieses Buch löst in Frankreich intensive Diskussionen aus und ist dort ein Bestseller.

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Leseprobe
"IV (S. 47-48)

Eine am 2. januar 2009 von der im Mitte- Rechts-Spektrum angesiedelten Zeitung „Ma‘ ariv“ und dem Meinungsforschungsinstitut „Teleseker“ verö?entlichte Umfrage konnte Israel nur darin bestärken, seine am 27. Dezember 2008 begonnene O?ensive weiterzuführen. So standen 78,9% der Israelis dem militärischen Vorgehen „gegen die Hamas“ „sehr positiv“ gegenüber und 14,2% immerhin noch „eher positiv“.

Hätte es zu diesem Zeitpunkt Wahlen gegeben, so hätte die Arbeitspartei unter der Führung von Verteidigungsminister Ehud Barak fünf Parlamentssitze mehr errungen als in der Umfrage, die eine Woche zuvor durchgeführt worden war. Für 44% der Befragten hatte sich das Bild dieser Partei verbessert 23.

Die Mauern Tel-Avivs zierten zu dieser Zeit die riesigen Portraits von Tzipi Livni, der damaligen Außenministerin und Chefin der vom „Likud“ abgespaltenen „Kadima“-Partei, und von Ehoud Barak, dem Vorsitzenden der Arbeitspartei. Wie wäre denkbar, dass wahltaktische Überlegungen nicht schwer auf diesem Krieg lasteten? Und trotzdem verloren beide diese Wahlen, da die Israelis ihr Vertrauen lieber den „echten Hardlinern“ schenkten, und nicht deren Klonen.

Das Ergebnis war, dass unter Benjamin Netanjahus Leitung der „Likud“ an die Macht kam und eine Koalition mit der rechtsextremen Partei Avigdor Liebermans einging. Somit erhielt Israel die am weitesten rechtsstehende Regierung seiner Geschichte. Dieses Israel also gri?, nachdem es zwei Jahre lang eine Blockade über sämtliche Bewohner des Gaza- Streifens verhängt hatte, eines der am dichtest be völkerten Gebiete der Welt an. Die in bitterster Not lebenden Bewohner Gazas waren seit dem 27. Dezember 2008 einer Lufto?ensive ausgesetzt, die in drei Tagen mehr als 300 Menschen das Leben kostete.

Seit dem 3. Januar 2009 fand in Gaza dann eine noch mörderischere Bodeno?ensive statt, die laut Nicht-Regierungs-Organisationen dazu führte, dass 75% der Elektrizitätsversorgung zerstört wurden und 500.000 Bewohner des Gaza-Streifens von der Wasserversorgung abgeschnitten waren, während die Straßen von Abwässern überschwemmt wurden 24.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten („O?ce for the Coordination of Humanitarian A?airs“, OCHA) schätzte damals, dass 80% der Bevölkerung des Gaza-Streifens, also 1,5 Millionen Menschen, auf humanitäre Hilfe angewiesen waren. Den Rettungswagen war es nicht mehr möglich, in die Kampfgebiete vorzudringen und die Verwundeten starben, weil sie nicht versorgt wurden. Am 5. Januar hatte noch kein Hilfskonvoi den Gaza-Streifen erreichen können. Der „demokratischste Staat des Nahen Ostens“ hatte unter Verletzung des Humanitären Völkerrechts auch Phosphorbomben eingesetzt, die"
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Autorin zur deutschen Ausgabe5
Einleitung6
I7
II18
II30
IV48
V58

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