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Kaizen beim Automobilhersteller Toyota: Möglichkeiten des Managementkonzepts für europäische Unternehmen

AutorAnett Broscheit
VerlagBachelor + Master Publishing
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl43 Seiten
ISBN9783956849732
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR
Mit immer wieder neuen Rekordgewinnen steht der japanische Automobilhersteller Toyota an der Spitze des weltweiten Automobilmarktes. Das Managementkonzept Kaizen stellt dabei, mit der Philosophie kontinuierlicher Verbesserungen bei der Qualität, der Optimierung von Prozessen und bei der Minimierung von Kosten, einen wichtigen Faktor für den Erfolg des Unternehmens dar. Auch wenn das Kaizen-Konzept schon in den 80er und 90er Jahren in Europa bekannt wurde, ist es ein aktuelles Thema. Insbesondere vor dem Hintergrund des Umbruchs in der Automobilbranche, in Europa und auch weltweit in den letzten zwei bis drei Jahren, sollten die Ursachen für den Erfolg von Toyota genauer betrachtet werden. Die anhaltenden Krisen bei General Motors und Ford, Bestechungs- und Korruptionsaffären bei Volkswagen und die rückgängig gemachte Fusion von Daimler und Chrysler geben hierzu Anlass. Ziel dieser Arbeit ist es, das Managementkonzept Kaizen darzustellen und die wesentlichen gesetzlichen und sozialen Rahmenbedingungen der japanischen Kultur, die den Erfolg des Konzepts bei Toyota gewährleisten, zu identifizieren. Daraus sollen mögliche Anpassungen sowie die Grenzen der Übertragbarkeit des Konzepts auf die europäische Kultur herausgearbeitet werden.

Anett Broscheit schloss ihr Studium der Wirtschaftswissenschaft an der Fernuniversität Hagen im Jahr 2007 mit dem akademischen Grad der Diplom-Kauffrau ab.

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Leseprobe
Textprobe: Kapitel 3.2, Rahmenbedingungen japanischer Kultur: 3.2.1, Gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen in Japan: Die Industrialisierung vollzog sich in Japan Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Textilindustrie, in welcher anfangs größtenteils Frauen befristet arbeiteten. Männer arbeiteten meist nur vorübergehend in den Fabriken. So gingen die meisten Industriearbeiter nur für bestimmte Zeit der Arbeit in Fabriken nach, um dann zwischenzeitlich in die heimische Landwirtschaft zurückzukehren. Die soziale Absicherung war größtenteils Angelegenheit der Familie und des Dorfes, in dem man lebte. Erst ab 1922 wurde eine Alterssicherung, ab 1927 eine Gesundheitsversicherung gesetzlich verankert. Dies geschah jedoch auf sehr niedrigem Niveau und schloss beispielsweise Arbeiter in der Landwirtschaft nicht mit ein. Seit 1959 existiert ein staatlicher Rentenfonds. Die beginnend mit dem 65. Lebensjahr gezahlten Renten können jedoch bei weitem nicht die Lebenshaltungskosten decken. Durch das zeitige Pensionierungsalter in Japan zwischen 55 und 60 Jahren sind Arbeitnehmer gezwungen, die Zeit bis zur Rente mit übergangsweisen Tätigkeiten zu überbrücken. Lediglich Stammarbeitnehmern großer Unternehmen, wie zum Beispiel Toyota, werden in dieser Zeit schon betriebliche Renten gezahlt. Nach dem zweiten Weltkrieg führte die Einführung neuer Arbeitsgesetze durch Druck der amerikanischen Besatzungsmacht dazu, dass sich japanische Unternehmen einer gestärkten Position der Arbeitnehmer gegenübersahen. Die Macht der Gewerkschaften wuchs und es war nicht mehr so einfach, Beschäftigte zu entlassen. Dies hat sich seit den 60er Jahren jedoch verändert. Heute sind nur die Stammarbeitnehmer großer Unternehmen in Betriebsgewerkschaften organisiert, die aber keine formalen Mitbestimmungsrechte besitzen. Die Aufgaben dieser Betriebsgewerkschaften bestehen in der kooperativen Vertretung der Interessen der Mitarbeiter gegenüber der Unternehmensführung, weniger in der Durchsetzung von Tarifvereinbarungen zu Gehalt und Abfindungen oder Arbeitsplatzgarantien. Berufsgewerkschaften wie in Europa existieren nicht, mit Ausnahme der Gewerkschaft der Seeleute. Gründe hierfür sind darin zu sehen, dass es in Japan keine Gilden und Zünfte handwerklicher Traditionsberufe gab, die in Europa die Grundlage für Berufsgewerkschaften bildeten. In Japan erwerben Arbeiter ein breites Spektrum an Fähigkeiten, nicht wie in Europa oder den USA, wo Arbeiter stark spezialisiert sind. Das System von einem Arbeiter, der mehrere Maschinen bedient, konnte in Japan nur auf Grund der Tatsache eingeführt werden, dass es keine Berufsgewerkschaften gibt, die eine strikte Einhaltung der Funktionen fordern. So ist die berufliche Ausbildung auch nicht Gegenstand politischer Diskussionen oder gewerkschaftlicher Auseinandersetzungen, denn die Ausbildung erfolgt weitestgehend intern in den Unternehmen.
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