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E-Book

Kinder optimal fördern – mit Musik

AutorHans Günther Bastian
VerlagAtlantis Musikbuch-Verlag
Erscheinungsjahr2002
Seitenanzahl110 Seiten
ISBN9783254089519
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,95 EUR

Wer musiziert, kann sein eigener Walkman sein. Zu diesem Bewusstsein möchte das vorliegende Taschenbuch einen wirkungsvollen Beitrag leisten", so H.G. Bastian im Vorwort zu diesem Band. Schon nach wenigen Wochen war sie vergriffen - die erste Auflage der Langzeitstudie von H.G. Bastian mit dem Titel "Musik(erziehung) und ihre Wirkung", die auf 686 Seiten mit wissenschaftlichem Anspruch und wissenschaftlicher Methodik die Wirkung von Musik auf die menschliche Persönlichkeit darstellt. Die Ergebnisse der sechsjährigen Untersuchung an Berliner Grundschulen elektrisierten die Öffentlichkeit und lösten derzeit eine neue bildungspolitische Diskussion aus. Verstärkter Musikunterricht führt nachweislich u.a. zu einem bedeutsamen IQ-Gewinn, zu einer Kompensation von Konzentrationsschwächen, zur Stärkung der Kreativität und zu einer signifikanten Verbesserung der sozialen Kompetenz. Jetzt liegt das umfangreiche Material in einer gut lesbaren Zusammenfassung für ein breites Publikum vor. Die Studie wurde optisch und inhaltlich "verkleinert", ohne allzu stark verkürzt zu werden. Ziel dieses Taschenbuches ist, die Menschen zu mobilisieren - und zwar für die Musik. Das Buch steht in Zusammenhang mit der bundesweiten Aktion "Intelligent mit Musik", an der u.a. der Deutsche Musikrat und der Dachverband Musikwirtschaft mitwirken. Die Aktion wird begleitet von einer breiten Pressekampagne.

Der Autor

Hans Günther Bastian, geboren 1944, Studium der Musik, Mathematik und Katholischen Theologie an der Goethe-Universität Frankfurt; Promotion zum Dr. phil.; Professor für Musikpädagogik an der Universität Bonn. 1986 Ruf auf den Lehrstuhl für Musik und ihre Didaktik an der Universität-GH Paderborn. 1992-1998 Gründungsdirektor des Instituts für Begabungsforschung und Begabtenförderung in der Musik (IBFF) der Universität Paderborn. Seit 1998 Professor für Musikpädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

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Leseprobe

Der Einfluss von Musikerziehung auf die Intelligenz der Kinder (S. 73-74)

Wer will nicht intelligent sein? Wir haben sie doch alle vor Augen: die Platons, Goethes, Einsteins, Hawkings – Menschen, die offenbar zu Leistungen fähig waren, die andere nicht erbringen können. Wer aber ist intelligent – und vor allem: Wie misst man sie, die menschliche Intelligenz?

Eines sei vorausgeschickt: »Intelligenz« ist ein theoretisches Konstrukt; sie ist nicht direkter Beobachtung zugänglich. Wir verfügen über verschiedene Theorien und Modelle zur Erklärung und Beschreibung dieses Konstruktes, das über konkrete individuelle Verhaltensweisen erschlossen wird. Die Suche danach ist alt und doch gilt es festzustellen: Trotz enormer Anstrengungen in der Psychologie der letzten hundert Jahre (u. a. durch Psychologen wie W. Stern, D. Wechsler, P. R. Hofstätter), Struktur und unterscheidbare Komponenten der Intelligenz zu erforschen, liegt bis heute keine allgemein anerkannte Defi nition von Intelligenz vor. Die meisten Defi nitionsversuche enthalten zwei Wesensmerkmale: Intelligenz wird als geistige Anpassungsfähigkeit des Menschen an neue Aufgaben und Problemsituationen der sozialen Umwelt defi niert. Daneben findet sich häufi g der Hinweis, dass Intelligenz ein integraler Bestandteil der Persönlichkeit sei, so etwa in der berühmt gewordenen Definition von W. Stern: Intelligenz ist die personale Fähigkeit, sich unter zweckmäßiger Verfügung über Denkmittel auf neue Forderungen einzustellen.

Die zahlreichen frühen Erklärungsmodelle lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: die philosophisch-phänomenologischen und die psychologisch-beschreibenden Konzeptionen. In den phänomenologischen Modellen kommt dem gesamtpersonalen Gefüge besondere Aufmerksamkeit zu. Intelligenz hat Struktur- und Hierarchiecharakter und das Intelligenzmodell enthält vier Hauptfunktionen: Begabungskapazität, abstrahierende Denkform, intuitives Denkverhalten sowie Gedächtnis und Lernen.

Die deskriptiven, beschreibenden Konzepte basieren dagegen auf Korrelationsstatistiken. Intellektuelle Phänomene sind mannig faltig und stehen in Wechselwirkung zueinander. Die älteste, so genannte (Zwei-) Faktorentheorie stammt von C. E. Spearman (1904, 1927). Sie unterscheidet zwischen einem allgemeinen Denk - faktor und einer Reihe spezifischer Faktoren. Während im ersten Fall eine zentrale mentale Energie (Kernintelligenz) vermutet wird, die bei allen Intelligenzhandlungen beteiligt ist, sollen im zweiten Fall jeweils nur spezifi sche Leistungsformen verantwortlich sein. Dieser Ansatz ist für die Konstruktion von IQ-Tests bedeutsam, denn er findet sich auch in dem von uns eingesetzten Culture Fair Intelligence Test (CFT). Wichtig für unsere Untersuchung war: Der in dieser Testanordnung so bezeichnete »flüssige Intelligenzfaktor« repräsentiert eine allgemeine, weitgehend angeborene geistige Leistungskapazität zur Relationserfassung unabhängig von der Sinneswahrnehmung. Damit ist die Fähigkeit gemeint, komplexe Beziehungen in neuartigen Situationen wahrnehmen und erfassen zu können. Der »kristallisierte (stark umwelt abhängige) Intelligenzfaktor« kann erklärt werden als ein verwand ter Kreis von verbalen, numeralen und denkerischen Fähigkeiten, die normalerweise in der Schule gelehrt werden.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt7
Grußwort9
Kinder brauchen Musik!11
Vorwort13
Brauchen wir Musik? Ja, wir brauchen sie dringend!17
Soziale Kompetenz – durch Musikerziehung47
Der Einfluss von Musikerziehung auf die Intelligenz der Kinder75
Der Einfluss von Musikerziehung auf die allgemeinen schulischen Leistungen* und die Konzentrationsfähigkeit95
Musik(erziehung) und ihre Wirkung Die Langzeitstudie an Berliner Grundschulen im Überblick103
Nachwort107

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