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Kindheit zwischen fürsorglichem Zugriff und gesellschaftlicher Teilhabe

AutorAndreas Lange, Doris Bühler-Niederberger, Johanna Mierendorff
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl276 Seiten
ISBN9783531923826
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis36,99 EUR
Doris Bühler-Niederberger, Johanna Mierendorff, Andreas Lange Debatten um soziale Problemlagen konzentrieren sich seit geraumer Zeit v- stärkt auf die nachwachsende Generation, insbesondere auf Kinder. Neue - mut, Arbeitsmarktentwicklungen und deren Folgen, neue Formen privaten - bens, Wandel der Geschlechterrollen, Migration und kulturelle Vielfalt oder aber die angenommenen sozialen Folgen des demographischen Wandels - alles das wird in seinen Auswirkungen auf Kinder und Kindheit diskutiert, bekommt damit als 'Zukunft der Gesellschaft' eine besondere Dramatik und verlangt Reaktionen. In diesem Prozess politischer und gesellschaftlicher 'Reaktion' geht es zum einen darum, für Kinder Chancen, vor allem im Sinne zukünftiger Chancen zu maximieren resp. überhaupt zu eröffnen. Zum anderen aber sollen durch För- rung, ggf. auch Schutz und Bestrafung der Kinder Gefahren und Folgekosten von der Gesellschaft abgewendet werden, die sich aus einem nicht gelingenden Sozialisations- und Bildungsprozess ergeben könnten. Beides soll durch eine möglichst frühe und umfassende Förderung der Kinder ermöglicht werden. Förderung wird sowohl über kindbezogene familienergänzende Angebote des Staates erwartet als auch von den Eltern selbst, die im öffentlichen Diskurs mit zunehmender Dringlichkeit dazu angehalten werden, den Erwerb zentraler - siskompetenzen von Geburt an zu ermöglichen. Im Sinne eines Postulats und gelegentlich als Idealisierung bezeichnet der Begriff der 'Erziehungspartn- schaft' den dabei unterstellten Einbezug und das Verhältnis gesellschaftlicher Akteure, der privaten Gemeinschaften wie der Institutionen des Erziehungs- und Bildungssystems..

Dr. Doris Bühler-Niederberger ist Professorin für Soziologie, insbesondere Soziologie der Familie, Jugend und Erziehung, an der Bergischen Universität Wuppertal.
Dr. Johanna Mierendorff ist Professorin für Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogik der frühen Kindheit an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Dr. Andreas Lange ist Grundsatzreferent für Familienwissenschaften am DJI in München und außerplanmäßiger Professor für Soziologie an der Universität Konstanz.

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Einleitung8
Teil 1 Kinderwohlfahrtspolitiken – Prämissen, Strategien, Strukturen15
Organisierte Sorge für Kinder, Eigenarten und Fallstricke – eine generationale Perspektive16
1 Einleitung16
2 Der separierende Blick17
3 Kinder als Objekte der Besorgnis22
4 Glorifizierung und Unschuld25
5 Absenz realer Kinder und Disqualifizierung ihrer Stimme30
6 Fazit34
Literaturverzeichnis37
Late Modernity’s British Childhood: Social Investment and the Disciplinary State41
1 Introduction41
2 Some Characteristics of Late Modernity43
3 New Risks, New Welfare: The Transformation of the Welfare State46
4 The Child Figure and the Social Investment State48
5 Juvenile Justice: New Labour and ASBO Discipline51
6 Risk, Individualization and “SUPERNANNY”57
7 Some Concluding Thoughts63
Literature65
Kindheitsforschung, Kinderbilder, Kinderleben: Diesseits/Jenseits von Schutz und Kontrolle. Notate zu einem Forschungsprogramm70
170
275
378
Literatur82
Bildung ist für alle da oder die Kolonialisierung des Kinder- und Familienlebens durch ein ambivalentes Dispositiv86
1 Frühe Bildung als Element gesellschaftlicher Selbst-Diagnose86
1.1 Die Ausgangslage: Das Bildungssystem unter forciertem Veränderungsdruck86
1.2 Der analytische Zugang: Wissenssoziologie in der „textvermittelten “Moderne“89
2 Bildung – ein Allheilmittel zur gesellschaftlichen Bewältigung vielschichtigen Wandels und individuellen Erfolgs?92
2.1 Die doppelte Durchsetzung funktional-ökonomischer Bildungsverständnisse oder die Allianz von Entwicklungspsychologie und Ökonomie92
2 .2 Bildung als nicht substituierbare Ressource in der Wissensgesellschaft97
3 „Wirkungsbedingungen“ und „Wirkungen“ der Bildungsdiskurse98
3.1 Wirkungsbedingungen: Deutungsmuster und -rhetoriken98
3.2 Bildungsdiskurse und Lebenswelt99
4 (Frühe) Bildung als Element der Neuerfindung des Sozialen102
5 Alternative Sichtweise auf Bildung und Lebensführung105
Literaturverzeichnis107
Teil 2 Die Orientierungen von Eltern und Kindern112
Kindertageseinrichtung, Grundschule, Elternhaus: Erwartungen, Haltungen und Praktiken und ihr Einfluss auf schulische Erfolge von Kindern aus prekären sozialen Gruppen113
1 Einleitung113
2 Verhältnis Familie und öffentliche Institutionen der Bildung, Betreuung und Erziehung: Historische Linien116
3 Öffentliche Einrichtungen der Erziehung und Bildung: Haltungen, Erwartungen und Praktiken der Eltern und Kinder119
3.1 Bilder von Kindertagesbetreuung120
3.2 Vorstellungen von (Grund-)Schule123
4 Erwartungen von Seiten der Betreuungs- und Bildungsinstitutionen128
4.1 Die Sicht der Fachkräfte129
4.2 Die Sicht der Lehrkräfte130
5 Zusammenfassung und Ausblick133
Literaturverzeichnis136
Familiale Anregung wahrend der frtihenKindergartenzeit141
1 Einleitung141
1.1 Einkommensarmut und Bildungschancen141
1.2 Familiale Qualitiit145
2 Fragestellung146
3 Methode147
3.1 Forschungsdesign und Stichprobe147
3.2 Instrumentenbeschreibung149
4 Ergebnisse150
4.1 Globule lind hereichsspezifische Anrcgung in Familien151
4.2 Familiale Anregllng undf inanziette Ressaurcen152
4.3 Zur Bedeutung von Bildung und Migration156
5 Zusammenfassung und Ausblick157
Literaturverzeichnis159
Familie als Ort der Vernachlässigung elterlicher Pflichten? Arbeitslose und die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder163
1 Das Ideal: Arbeitende Eltern und zukunftsträchtige Kinder163
2 Tatort „neue Unterschicht“: Elterliche Vernachlässigung und kindliches Abweichen vom Pfad der Tugend164
3 Der Blick auf Orientierungen und Sorgen real existierender Eltern167
3.1 Die Zukunft der Kinder im elterlichen Blick: Normalbiographie als Ziel168
3.2 Das elterliche Bemühen: Förderung von Bildung und Tugenden170
3.3 Der elterliche Blick auf die finanzielle Situation175
4 Fazit: Leben von Förderung und Liebe?176
Literaturverzeichnis177
Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung oder Kindergartenpflicht für alle? Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Kinderbetreuung in der Familie“179
1 Vorbemerkungen zur soziodemografischen Datenlage181
2 Methodisches Vorgehen182
3 Typologie der Begründungsmuster für die Betreuung eines Kindes in der Familie183
4 Kindergartenpflicht und die Alternativen190
4.1 Ausbau des Tagesbetreuungsangebots190
4.2 Einführung der Kostenfreiheit192
4.3 Einführung einer Kindergartenpflicht?194
Literaturverzeichnis197
Teil 3 Soziale Disziplinierung ohne Ende oder professionelleNeukonzeption - Exemplarisehe Analysen vonInstitutionen und Professionen198
Frühkindliche Bildung und Betreuung im ‚Sozialinvestitionsstaat’ – mehr Chancengleichheit durch investive Politikstrategien?1199
1 Politischer Wandel und eine „neue“ Perspektive auf Kinder199
2 Der „investive turn“ in der Sozialpolitik: Konzeptionelle Eckpunkte eines Idealtypus202
3 Familienpolitische Ausgangslage und Entwicklungstendenzen im bundesdeutschen System frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung207
4 Zielgruppe Kinder? Kritische Reflexionen sozialinvestiver Politikstrategien aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung213
5 Schlussbemerkungen: Chancen der Neujustierung familien- und sozialpolitischer Maßnahmen für das Aufwachsen der Kinder217
Literatur219
Zwischen fürsorglichem Interesse und sozialer Disziplinierung – Betriebliche Kinderfürsorge in der bremischen Textilindustrie um 19001223
1 Betreuungsnot und betriebliche Kinderfürsorge in historischer Perspektive223
2 Beispiele Bremischer Textilindustrie: Die Jute Bremen und Nordwolle Delmenhorst225
3 Familiäre Lebenslagen in den bremischen Textilfabriken227
4 Kinderfürsorgeeinrichtungen in der Nordwolle und der Jute Bremen229
4.1 Die Nordwolle231
4.2. Die Jute234
5 Motive und Begründungen für die Einrichtung betrieblicher Kinderfürsorge238
5.1 Die Vielschichtigkeit unternehmerischer Kinderbetreuung und -erziehung238
5.2 Die Freistellung der Mütter von der Betreuungsarbeit239
5.3 Paternalistische betriebliche Kinderfürsorge am Beispiel der Fabrikantenfamilie Lahusen240
6 Fazit242
Literaturverzeichnis244
Expertendiskurse zur Schulfähigkeit im Wandel. Zur Ausstreuung von Diagnostik247
1 Kindheit unter Aufsicht247
2 Expertenwissen zur Einschulungsuntersuchung249
3 Von der Feststellung der Schulreife zum Screening möglicher Entwicklungsstörungen: Voraussetzungen schulischer Bildung im Wandel252
3.1 Von Klein- und Schulkindern: der Gestaltwandel252
3.2 Kinder reifen lassen: Schulreife254
3.3 Schulfähige oder schon schulbereite Kinder?256
3.4 Auffällig oder unauffällig? Screening aller Kinder257
4 Zur Komplexität der Bildungsvoraussetzungen bei Schulbeginn259
5 Zur Ausstreuung von Diagnostik in der frühen Kindheit263
Literaturverzeichnis264
Autorenverzeichnis266

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