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Körperbild und soziale Unterstützung bei Patienten mit Ulcus cruris venosum

AutorAndreas Uschok
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl115 Seiten
ISBN9783456945606
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR

Körperbildveränderungen bei Menschen mit chronischen Wunden erkennen, benennen und verbessern.

Drei bis vier Millionen Menschen sind in Deutschland von einer chronischen Wunde betroffen, rund 570 000 Menschen allein von einem Ulcus cruris venosum, einer chronischen Wunde venösen Ursprungs. Die Patienten leben häufig Monate, Jahre und sogar Jahrzehnte mit einer solchen Wunde. Durch die schlechte Stoffwechsellage kommt es häufig zu Infektionen, die Wunde ist eitrig, nässt und riecht. Die Patienten schämen sich ihrer Wunde, sie befürchten, dass der durchnässte Verband oder der Wundgeruch bemerkt wird. Sie haben Angst, dass ihre Umgebung sie deswegen meidet, und sie ziehen sich selbst von anderen zurück.

Die vorliegende Untersuchung zeigt anhand einer empirischen Befragung, dass das Leiden an der negativen Veränderungen ihres Körperbildes mit der sozialen Situation der Patienten zusammenhängt. Je besser sich die Patienten sozial eingebunden fühlen, desto besser stellt sich auch ihr Körperbild dar.

Die Ergebnisse dieser Arbeit verweisen darauf, dass beim Verbandswechsel auf ein gutes Schmerzmanagement, auf Geruchsminimierung und optisch dezente Verbandsmaterialien zu achten ist. Aber Pflege von Menschen mit chronischen Wunden ist mehr als reine Wundversorgung. Sie muss den vielfältigen und komplexen Einschränkungen des Alltags der Patienten gerecht werden. Hier kommt der sozialen Unterstützung durch Familie, Freunde oder professionelle Angebote eine Schlüsselrolle zu. Alternative Versorgungsformen wie die in Gemeindezentren angesiedelten «leg clubs» in Großbritannien zeigen Möglichkeiten auf, dies auch organisatorisch umzusetzen.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. Einleitung
  3. 1 Die Erkrankung Ulcus cruris venosum
  4. 2 Körperbild und soziale Unterstützung
  5. 3 Ethische Grundlagen
  6. 4 Studiendesign und Methoden
  7. 5 Ergebnisse
  8. 6 Diskussion
  9. Ausblick
  10. Literaturverzeichnis
Leseprobe

3 Ethische Grundlagen (S. 43-44)

Die Befragung von Patienten mit einer chronischen Erkrankung zu persönlichen Einstellungen wie zu dem eigenen Körperbild und der eigenen wahrgenommenen sozialen Unterstützung berührt besonders sensible und intime Bereiche. Dies erfordert daher einen besonders verantwortungsvollen Umgang sowohl in der Planung als auch in der Durchführung der Untersuchung. Aus diesem Grund wurde ein Forschungsvorschlag, der die Fragestellung und die geplante Methodik enthielt, bereits in der Planungsphase der Untersuchung der Ethikkommission am Institut für Pflegewissenschaft der privaten UniversitätWitten/ Herdecke (EKIP) zur Begutachtung vorgelegt.

In den Überlegungen zu den ethischen Grundlagen stellt sich zunächst die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Projektes: Bringt die Untersuchung einen Zuwachs an Pflegewissen? Lässt sich dieses Wissen in der Praxis zum Nutzen für den Patienten verwenden?

Es liegt bisher keine Untersuchung an einer größeren Zahl von Patienten mit Ulcus cruris venosum zum Thema Körperbild vor, dennoch gibt es Hinweise auf Probleme in diesem Bereich (Kap. 1.2).Negative Gefühle dem eigenen Körper gegenüber können schwerwiegende Folgen haben und stellen eine Herausforderung in vielen Bereichen für Pflegende dar (Kap. 7). Stellt sich heraus, dass auch Patienten mit Ulcus cruris venosum unter Körperbildstörungen leiden, wäre damit ein wichtiger psychosozialer Problembereich identifiziert. Negative Körperbildveränderungen sind individualtherapeutisch schwer zu beeinflussen, daher kommt der Identifizierung sozialer Steuerungsmechanismen eine besondere Bedeutung zu. Der Nachweis von Körperbildstörungen bei Patienten mit Ulcus cruris venosum und deren mögliche Veränderbarkeit würden pflegerischesWissen vergrößern, zudem wäre damit bereits ein Ansatz für die Pflegepraxis aufgezeigt. Mögliche pflegerische Interventionen reichen von einer qualifizierten Wundversorgung, der Nutzung optisch dezenter Verbände, geruchsmindernder Materialien bis hin zu Gesprächen oder der Vermittlung sozialer Kontakte (ausführlicher Kap. 7). Die Sinnhaftigkeit dieses Forschungsprojektes erscheint damit gegeben.

Dies bestätigte auch die Ethikkommission EKIP im Rahmen der Begutachtung, indem sie dem Forschungsvorhaben zugestimmte. Diese Zustimmung durch die EPIK wurde auch ausdrücklich mit der Begründung vorgetragen, dass aus der Durchführung des Projektes kein Schaden oder Nachteile für die Mitwirkenden zu befürchten sind.

Für die die Fragebögen verteilenden Mitarbeiter der Institutionen als Mitwirkende bestehen augenscheinlich keine Bedenken, dass sie Schaden nehmen könnten. Die Mitarbeiter wurden angehalten, keine Kommentare bei der Verteilung der Bögen zu machen. Unter Mitwirkenden sind vornehmlich die befragten Patienten zu verstehen. Für die Patienten wurde als Beilage zu jedem Fragebogen ein Anschreiben (Anhang 1) verfasst, in dem ausdrücklich betont wurde, dass die Teilnahme freiwillig sei und dass den Patienten keine Nachteile bei der Ablehnung der Teilnahme entstehen würden. Auch der Pflegeund Behandlungsverlauf würde sich durch eine Teilnahme oder eine Ablehnung nicht ändern. Ebenso wurde die Wahrung der Anonymität der Angaben zugesichert wie die Bereitschaft, nach rund einem halben Jahr über die Ergebnisse gerne zu informieren.

In dem Anschreiben wurden den Patienten ebenfalls Informationen über den Entstehungszusammenhang und den Sinn und Zweck der Untersuchung vermittelt. Auch wurde darauf hingewiesen, dass in dem Fragenteil zum Körperbild (Anhang 2) Fragen vorkommen könnten, die sie als «Bein-Erkrankte» als unpassend empfinden könnten, da der Fragebogen auch für Patienten mit anderen Erkrankungen angefertigt wurde.

Im Interesse einer möglichst geringen (zeitlichen) Belastung der Patienten wurde der Fragebogen so kurz wie möglich gestaltet.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Danksagung10
Einleitung12
1 Die Erkrankung Ulcus cruris venosum14
Folgen der Krankheit17
Psychosoziale Belastungen19
Forschungsfrage und Forschungsziel22
2 Körperbild und soziale Unterstützung24
Das Forschungsmodell25
Selbstkonzept und Körperbild28
Soziale Unterstützung34
Körperbild und soziale Unterstützung37
3 Ethische Grundlagen44
4 Studiendesign und Methoden46
Design46
Messinstrumente47
Stichprobe und Datensammlung49
Statistische Methoden52
5 Ergebnisse54
Soziodemografische Merkmale der Stichprobe55
Wundstatus und Gesundheitssituation59
Körperbild und soziale Unterstützung61
6 Diskussion76
Körperbild und soziale Unterstützung77
Soziodemografische und wundspezifische Einflüsse80
Kritische Reflexion83
Ausblick86
Literaturverzeichnis92
Anschreiben an die Patienten100
Fragebogen zum Körperbild und zur sozialen Unterstützung102
Fragebogen des Pretests107
Häufigkeitsverteilung der Skalenitems109
Ergebnisse der faktorenanalytischen Auswertung112
Vorträge/Veröffentlichungen115

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