Sie sind hier
E-Book

Kognitive Verhaltenstherapie bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko

Ein Behandlungsmanual

AutorAndreas Bechdolf, Verena Pützfeld, Jörn Güttgemanns et al.
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl264 Seiten
ISBN9783456948539
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis30,99 EUR
Der Verlauf schizophrener Erkrankungen ist nicht selten chronisch und für die Betroffenen ebenso wie für ihr Umfeld mit massiven Beeinträchtigungen assoziiert. Der Prävention psychotischer Störungen kommt daher hohe Bedeutung zu.
Trotz dieses Bedarfs und der Verfügbarkeit von empirisch gut abgesicherten kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen für Personen mit erhöhtem Psychoserisiko existierte im deutschsprachigen Raum bislang kein entsprechendes Therapiemanual. Das vorliegende Buch möchte hier Abhilfe schaffen und liefert zum einen auch dem mit der Thematik bislang wenig vertrauten Behandler umfassende und gut verständliche theoretische Hintergrundinformationen zur Prävention schizophrener Störungen.
Zum anderen bietet es schwerpunktmäßig eine Fülle von Therapiestrategien und Techniken zum Symptommanagement für das gesamte Symptomspektrum von Personen mit erhöhtem Psychoserisiko. Zahlreiche Fallbeispiele und nicht zuletzt eine Fülle an Arbeitsblättern erhöhen den Praxisbezug und machen das Buch zu einer wertvollen Fundgrube für Therapeuten und Ärzte. Abgerundet wird der Praxisteil durch Hinweise zur Beziehungsgestaltung sowie durch Empfehlungen zur Rückfallprävention. Ziel des Buches ist es, Therapeuten und Ärzten mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen als Praxishandbuch zu dienen und dadurch einen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit erhöhtem Psychoserisiko zu leisten.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Impressum
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Geleitwort von Patrick McGorry
  4. Geleitwort von Joachim Klosterkötter
  5. 1 Zur gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Prävention psychischer Störungen
  6. 2 Einführung in die aktuelle Schizophreniekonzeption
  7. 3 Prävention schizophrener Störungen: Methodische Überlegungen
  8. 4 Aktueller Kenntnisstand zur indizierten Prävention schizophrener Störungen
  9. 5 Vorbemerkungen zum vorliegenden Manual
  10. 6 Therapeutische Grundhaltung/Beziehungsgestaltung
  11. 7 Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses der Symptome und der Behandlung
  12. 8 Symptommanagement
  13. 9 Bearbeitung dysfunktionaler Kognitionen
  14. 10 Stabil bleiben
  15. Arbeitsblätter
  16. Anhang
Leseprobe
"4 Aktueller Kenntnisstand zur indizierten Prävention schizophrener Störungen (S. 39-40)

Voraussetzungen für eine indizierte Prävention der Schizophrenie sind zum einen Risikokriterien, die eine symptomatische, hilfesuchende Population mit deutlich erhöhtem Psychoserisiko gegenüber der Normalbevölkerung identifizieren können, zum anderen präventiv wirksame Interventionen, die für die Betroffenen akzeptabel und verträglich sind.

4.1 Risikokriterien für erste psychotische Episoden

In Abwesenheit von bekannten biologischen Risikofaktoren mit ausreichender Sensitivität und Spezifität wird ein «erhöhtes Psychoserisiko» ebenso wie die Diagnose «Schizophrenie» auf der Basis klinischer Symptome und sozialer oder beruflicher Leistungseinbußen sowie auf der Basis des Symptomverlaufs, der Anamnese und des Ausschlusses bekannter organischer Erkrankungen festgestellt.

4.1.1 Historische Entwicklungslinien

Bereits um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts gab es Bemühungen, den Frühverlauf schizophrener Erkrankungen zu definieren (z. B. Kraepelin, 1896; Bleuler, 1911). Auch die jüngere Forschung hat sich intensiv mit der Erfassung und Beschreibung von Prodromalsymptomen vor ersten psychotischen Episoden beschäftigt. Hierbei lassen sich im Wesentlichen drei verschiedene Forschungsstrategien unterscheiden:

• Rekonstruktion der Prodromalphase durch Interviews mit Patienten und/oder Angehörigen nach Abklingen der ersten psychotischen Episode (z. B. Docherty et al., 1978; Häfner et al., 1992, 1995; Huber et al., 1980; Klosterkötter, 1988)

• Retrospektive Interviews mit Patienten und/oder Angehörigen in der ersten psychotischen Episode (z. B. Bowers, 1968; Chapman, 1966; Klosterkötter, 1988)

• Schlussfolgern aus der prospektiven oder retrospektiven Untersuchung von Prodromi vor Rezidiven auf Prodromi vor Ersterkrankungen (z. B. Birchwood et al., 1989; Subotnik & Nuechterlein, 1988; Tarrier et al., 1991)

Mit Hilfe dieser Methoden konnte eine Fülle von Material zusammengetragen werden, das zur Hypothesenbildung über Symptome und Phasen der schizophrenen Prodromalphase beitrug (Übersicht bei Yung & McGorry, 1996). Konstellationen, die eine Intervention im Prodromalstadium zuließen, konnten mit diesen Forschungsstrategien aber nicht definiert werden. Yung und McGorry (1996) forderten als Voraussetzung für eine Prävention der Schizophrenie die Definition einer Risikopopulation, bei der sich in prospektiven Studien eine klinisch relevante Übergangsrate in die Psychose belegen lässt.
Inhaltsverzeichnis
Impressum5
Inhaltsverzeichnis6
Geleitwort von Patrick McGorry11
Geleitwort von Joachim Klosterkötter13
1 Zur gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Prävention psychischer Störungen16
2 Einführung in die aktuelle Schizophreniekonzeption18
3 Prävention schizophrener Störungen: Methodische Überlegungen30
4 Aktueller Kenntnisstand zur indizierten Prävention schizophrener Störungen40
5 Vorbemerkungen zum vorliegenden Manual58
6 Therapeutische Grundhaltung/Beziehungsgestaltung66
7 Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses der Symptome und der Behandlung76
8 Symptommanagement88
9 Bearbeitung dysfunktionaler Kognitionen152
10 Stabil bleiben168
Arbeitsblätter176
Anhang246
Adressen von Fru¨herkennungszentren im deutschsprachigen Raum246
Literaturverzeichnis250
Sachregister262

Weitere E-Books zum Thema: Neurologie - Neuropädiatrie

Frühkindlicher Autismus

E-Book Frühkindlicher Autismus

Die WHO beschreibt Autismus als tiefgreifende Entwicklungsstörung. Sie zeigt sich in vielen verschiedenen Ausprägungen, so dass diagnostische Kriterien nicht immer eindeutig zuzuordnen sind. Die ...

Weitere Zeitschriften

ARCH+.

ARCH+.

ARCH+ ist eine unabhängige, konzeptuelle Zeitschrift für Architektur und Urbanismus. Der Name ist zugleich Programm: mehr als Architektur. Jedes vierteljährlich erscheinende Heft beleuchtet ...

Burgen und Schlösser

Burgen und Schlösser

aktuelle Berichte zum Thema Burgen, Schlösser, Wehrbauten, Forschungsergebnisse zur Bau- und Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Denkmalschutz Seit ihrer Gründung 1899 gibt die Deutsche ...

Demeter-Gartenrundbrief

Demeter-Gartenrundbrief

Einzige Gartenzeitung mit Erfahrungsberichten zum biologisch-dynamischen Anbau im Hausgarten (Demeter-Anbau). Mit regelmäßigem Arbeitskalender, Aussaat-/Pflanzzeiten, Neuigkeiten rund um den ...

Gastronomie Report

Gastronomie Report

News & Infos für die Gastronomie: Tipps, Trends und Ideen, Produkte aus aller Welt, Innovative Konzepte, Küchentechnik der Zukunft, Service mit Zusatznutzen und vieles mehr. Frech, offensiv, ...

DHS

DHS

Die Flugzeuge der NVA Neben unser F-40 Reihe, soll mit der DHS die Geschichte der "anderen" deutschen Luftwaffe, den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA-LSK) der ehemaligen DDR ...

Dr. med. Mabuse

Dr. med. Mabuse

Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe Seit über 40 Jahren sorgt die Zeitschrift Dr. med. Mabuse für einen anderen Blick auf die Gesundheits- und Sozialpolitik. Das Konzept einer Zeitschrift ...

Euro am Sonntag

Euro am Sonntag

Deutschlands aktuelleste Finanz-Wochenzeitung Jede Woche neu bietet €uro am Sonntag Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Geldanlage und Vermögensaufbau. Auch komplexe Sachverhalte ...