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E-Book

Koihaltung

Das aktuelle Praxishandbuch für Koiliebhaber

AutorFlorian Wilhelm
VerlagBooks on Demand
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl94 Seiten
ISBN9783748124009
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis7,99 EUR
Die Infos in diesem Buch ermöglichen es dir deinen Koiteich zu bauen, zu betreiben, deine Koi zu kaufen, einzusetzen, richtig zu füttern und auf ihre Gesundheit zu achten. Ich habe versucht alle Informationen nach dem neuesten Stand der Technik und den aktuellsten Erkenntnissen aufzubereiten, die uns im Jahr 2020 vorliegen. Weiterführende Infos und viele YouTube-Videos rund um das ThemaKoihaltung findest du außerdem auf www.teichundgarten4you.com.

Der Autor und Blogger Florian Wilhelm kommt aus Niedersachen bei Peine. Seit er sich mit dem japanischen Koi-Karpfen beschäftigt, bereiste er etliche Privatteiche sowie Koihändler in ganz Deutschland. Die auf diesem Weg gewonnen Informationen teilt er bis heute auf seinem YouTube-Kanal und der Webseite www.TeichundGarten4you.com, mit mehreren tausend Koifreunden.

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Leseprobe

Teichbau und Teichmanagement


Um Koi zu halten braucht es einen Teich. Eigentlich logisch und nichts leichter als das, denken sich viele. Genauso sieht dann meist auch der eigene Koiteich und auch das Teichmanagement aus. Die Probleme sind vorprogrammiert. Also wie sollte ein Teich beschaffen sein? An welchen Eckpunkten macht man ein gutes Teichmanagement aus? Dies möchte ich in den nächsten Kapiteln erklären. Denn wer einen Koiteich planen möchte, muss dies immer im Gesamten tun. Hier liegt meiner Meinung nach einer der Kardinalfehler der sehr häufig gemacht wird. Die erwähnte Gesamtheit umfasst sowohl die Beschaffenheit des Teiches, als auch das später erforderliche Teichmanagement. Also den baulichtechnischen Aspekt, als auch die Bereitschaft wieviel Zeit und Geld ich in den Betrieb des Teiches investieren möchte und welche Tätigkeiten ich als Koihalter regelmäßig durchführen und beherrschen sollte. Es kann großen Einfluss darauf nehmen, wieviel Spaß das Hobby später macht. Die meiste Arbeit sollte man daher immer in die Planung investieren. Gerade bei einem bereits errichteten soliden Koiteich sind Änderungen im Nachgang meist aufwendig und teuer, sofern sie sich überhaupt noch umsetzen lassen.

Koiteiche im Wandel der Zeit


Nachdem in den 90er Jahren ein regelrechter Koiboom entstand, flachte der Hype danach langsam wieder ab. Erst in den letzten Jahren nahm das Interesse an Koi, Koiteichen und anderen Themen rund um den Koi wieder stark zu. Ich denke dies ist auch auf die neuen Medien, Internetforen und diverse Gruppen in sozialen Netzwerken zurückzuführen. Diese Medienpräsenz gab es damals noch nicht. Heute sind Facebook und YouTube ein essentieller Bestandteil der Koiszene. Leider prallen im Internet oftmals zwei Welten aufeinander. Nämlich zum einen die derer Leute die bereits lange das Hobby ausüben, viel ausprobieren mussten und sich die Erfahrung mitunter durch Leid und verbrannte Euros verdienen mussten. Und die Welt derer, die bereits Zugriff auf weitreichende Informationen hatten und die Möglichkeit von vornherein auf moderne Filtertechnik und ausgewogenes Teichmanagement zu setzen.

Nichts desto trotz wurden natürlich auch schon vor 20 Jahren Koiteiche gebaut die heute noch erfolgreich betrieben werden, sofern einige Dinge beachtet wurden. Dabei geht es vorwiegend um essentielle Dinge, die damals wie heute beim Bau eines Koiteiches berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen Bodenabläufe, eine gute Durchströmung und eine Filterung die aus einem Vorfilter und einem Biofilter besteht, in dem die Filtermedien gut angeströmt werden. Das was sich im Laufe der Zeit geändert hat, sind im Wesentlichen nur die verwendeten Materialien, einiges an neuer erschwinglicher Technik und eventuell die Ansprüche der Koihalter, die aus diesem tollen Hobby keine Wissenschaft mehr machen wollen, oder die Möglichkeiten der Moderne schätzen.

Mit dem Markteintritt von Trommel- Vlies- und Endlosbandfiltern vor etlichen Jahren, haben bereits viele Enthusiasten ihre Teiche umgerüstet. Und nachdem vor wenigen Jahren auch die ersten PP-Trommelfilter auf den Markt kamen, wurden vollautomatisch abreinigende Vorfilter plötzlich für fast jeden erschwinglich. Die Vorteile liegen eigentlich auch klar auf der Hand. Wo im Vorfeld noch alle paar Wochen der Bürstenfilter per Hand gereinigt werden musste, oder ein riesiger Vortex den Garten einnahm, erspart sich der Teichbesitzer heute viel Platz und Zeit. Eine richtig konzipierte Filterstrecke benötigt heute eigentlich kaum Zutun mehr. Eine langwierige und bei jedem Wetter anfallende Reinigung des Filters entfällt. Außer den jährlichen Wartungsarbeiten und gelegentlichen Kontrollen, ist ein moderner Koiteich keine Wissenschaft mehr und lässt sich auch für Anfänger oder ältere Menschen leicht managen. Natürlich nur dann, wenn einige grundlegende Dinge im Vorfeld berücksichtigt wurden.

Der optimale Koiteich


Es stellt sich die Frage, wie man sich einen optimalen Koiteich vorzustellen hat. Mal ganz abgesehen von den optischen Aspekten, sollten folgende Dinge an jedem Teich vorhanden sein: „Die Fische schwimmen ruhig im kristallklaren Wasser. Sie fressen einem ohne Scheu aus der Hand. Der Filter des Teiches arbeitet leise und ohne manuelles Eingreifen. Die kurze jährliche Wartung erfolgt eher aus Vorsicht und der Stromverbrauch bewegt sich in Bahnen, die einen nicht weiter interessieren. In der kalten Jahreszeit können die Fische stressfrei bei 7-8 Grad überwintern und werden vor starken Tag- und Nachtschwankungen der Temperatur geschützt. Und alles worüber sich der Koihalter Sorgen machen muss, ist die nächste Futterbestellung.“ - So und genau so, sollte ein Koiteich funktionieren!

Es ist wie ein großer Kreislauf. Alle genannten Dinge beeinflussen sich gegenseitig und führen in Summe zu einem Koiteich, der diesen Namen auch verdient. Das klingt eventuell leicht überzogen. Doch genau hier liegt das Problem. Die fehlenden Mindestanforderungen an die Koihaltung führen dazu, dass sich viele halbgare Meinungen im Internet halten und das Verständnis sowie die Akzeptanz für den Bau und Betrieb eines soliden Koiteiches nachhaltig und negativ beeinflussen konnten.

So funktioniert ein Koiteich

Leider gibt es viele Teiche die augenscheinlich gut funktionieren, aber den ein oder anderen Baumangel beherbergen, der sich im schlimmsten Fall erst nach vielen Jahren zeigt. Solche Teiche, die oftmals kostengünstig errichtet wurden, positiv hervor zu heben, funktioniert in den ersten Jahren selbstverständlich gut und zieht Nachahmer an. Nur leider kommt das dicke Erwachen oft zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich herausstellt, dass die Technik mit dem angewachsenen Besatz völlig überfordert ist.

Koi sind Karpfen, das ist wohl wahr. Allerdings sind sie längst nicht mehr so robust wie das Gegenstück in freier Wildbahn. Wir haben es beim Koi mit einem hochgezüchteten Farbkarpfen zu tun, der vorwiegend auf die Merkmale Optik und Größe gezüchtet wird, aber nicht zwingend nach Robustheit. Diesen Fakt blenden manche oft aus und behaupten, dass Koi auch problemlos in Gartenteichen ohne viel Technik gehalten werden können. Ich frage einfach mal frei heraus:

Hast du schon mal einen 6.000,- oder 12.000,- EUR teuren Koi in einem Gartenteich mit Pflanzenzone gesehen? Ich nicht. Diese schwimmen ausnahmslos alle in professionellen Koiteichen und das aus gutem Grund!“

Der optimale Standort


Vielleicht hat man es schon einmal gelesen oder gehört; Ein Koiteich gehört so nahe an das Haus, wie nur möglich. Diese Aussage kann ich voll unterstützen. Bei einem Teich nahe des Hauses entstehen nicht nur für den Teichbesitzer, sondern auch für die Teichbewohner entscheidende Vorteile.

Ein ganz banaler, aber doch wichtiger Faktor ist der, das der Teichbesitzer nur einen kurzen Weg hat um an den Teich zu gelangen. Das Koihobby motiviert zwar, aber der Mensch ist von Natur aus faul. Ich kenne es auch aus eigener Erfahrung, dass an manchen Tagen und Wetterlagen der Schritt nach draußen schwerfällt. Ist der Teich aber nahe am Haus und die Terrasse eventuell noch überdacht, reichen schon ein paar Schritte oder ein Blick aus dem Fenster, um nach dem Rechten zu schauen. Probleme werden also deutlich schneller erkannt. Es gibt aber noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. Alle Ver- und Entsorgungsleitungen sind auf kurzem Wege realisierbar. Das spart bares Geld. Nicht selten ergibt sich auch die Möglichkeit den Teich gleich mit an die Hausheizung anzuschließen. Ich jedenfalls kenne genug Leute, die irgendwann an dem Punkt standen den ganzen Garten noch einmal umzugraben, nur um ein weiteres Kabel oder eine zusätzliche Leitung nachträglich einzuziehen.

Bei der Auswahl des optimalen Standortes sollte allerdings ein weiteres Kriterium mit einbezogen werden. Und zwar sollte ein Koiteich dort gebaut werden, wo er viel Sonne abbekommt. Sonne ist Leben. Und das gilt auch für unsere Koi. Nur durch ausreichend Sonne kann sich ein Teich erwärmen. Und nur wenn das Wasser lange Zeiträume im Jahr über 20 Grad erreicht, können die Fische wachsen, haben ein stabiles Immunsystem und der Koihalter Spaß mit ihnen. Oft hört oder liest man, dass vollsonnige Teiche Probleme mit Algen haben oder die Fische Sonnenbrand bekommen. Ja, es gibt anscheinend solche Fälle. Jedoch sehe ich die Lösung dieser Probleme an anderer Stelle. Algen entstehen durch Nährstoffüberschuss. Diesen kann man durch angepasste Fütterung, Besatzdichte und ausreichend Wasserwechsel entgegenwirken. Tatsächlich habe ich auch mit Teichbesitzern Kontakt gehabt, die Fische mit Verletzungen im Teich hatten, die einem Sonnenbrand nahekamen. Allerdings waren es manchmal nur Einzelfälle und nie alle Tiere betroffen. Genauso gibt es vollsonnige Teiche an denen noch nie ähnliche Symptome auftraten. Meiner zum Beispiel. Das ein Koi eine geschädigte Schleimhaut hat und anschließenden einen Bakterienbefall, kann man an keinem Teich ausschließen. Das muss aber nichts mit der Sonne zu tun haben. Wichtig erscheint mir, dass es Bereiche im Teich selbst geben sollte, die bei voller Mittagssonne einen Schatten werfen. Daher halte ich...

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