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Kontinuierliche Verbesserung im Umweltmanagement

Die KVP-Forderung der ISO 14001 in Theorie und Unternehmenspraxis

AutorRené Gastl
Verlagvdf Hochschulverlag AG
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl325 Seiten
ISBN9783728132314
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis31,80 EUR

Sowohl ISO-14001-zertifizierte als auch EMAS-validierte Organisationen sind verpflichtet, einen kontinuierlichen ökologischen Verbesserungsprozess (KVP) aufrechtzuerhalten. Die Umweltmanagement-Normen wollen verhindern, dass sich die ökologische Wirksamkeit zertifizierter Umweltmanagementsysteme (UMS) in Anfangserfolgen erschöpft: Die Implementation eines UMS im Unternehmen soll vielmehr einen dauerhaften ökologischen Entlastungsprozess in Gang setzen. Der KVP stellt damit die zentrale Forderung normierter UMS dar und erfordert mittel- bis langfristig eine dynamische ökologische Unternehmensentwicklung. Dennoch dominieren in Wissenschaft und Praxis bislang diffuse Vorstellungen über Anwendung und Interpretation der KVP-Forderung. Auch in die Management- und Fachliteratur ist die Thematik noch kaum eingeflossen. Hinweise darauf, wie die mit der KVP-Forderung verbundenen Erwartungen erfüllt werden können, fehlen weitgehend.

Das Buch von Rene Gastl schliesst diese Lücken. In einer betriebswirtschaftlich fundierten Herangehensweise werden konzeptionelle und praktische Fragen zur KVP-Forderung und deren Konsequenzen für die zertifizierte Organisation umfassend diskutiert und geklärt. Anhand realer Fallstudien aus der Industrie wird analysiert, wie Unternehmen die KVP-Forderung umsetzen. Die Ausführungen werden mit praktischen Empfehlungen zur KVP-Umsetzung in Unternehmen und Zertifizierungsorganisationen abgerundet.

Das Buch richtet sich an Praktiker im UMS-Bereich (Umweltbeauftragte, Berater, Auditoren, Wissenschafter, usw.) und an das Management von Unternehmen jeder Branche und Grösse: Es schafft konzeptionelle Klarheit und vermittelt praktische Impulse für die Gestaltung und Entwicklung des betrieblichen Umweltmanagements. Für den wissenschaftlich Interessierten bietet das Werk einen direkten Zugang zur Diskussion und Weiterentwicklung eines zentralen Bereichs der aktuellen Umweltmanagementlehre.

2. überarbeitete Auflage 2009

 

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Kapitelübersicht
  1. Vorwort und Inhaltsverzeichnis
  2. 1 Einführung
  3. 2 Definition und Abgrenzung des KVP- Begriffs
  4. 3 Weiterentwicklung von UMS
  5. 4 Verbesserung der Umweltleistung
  6. 5 Wirtschaftlichkeit von UMS
  7. 6 Einflussfaktoren des KVP von UMS und Umweltleistung
  8. 7 Einführung in die Fallstudien
  9. 8 Fallstudie Lista AG
  10. 9 Fallstudie Ernst Schweizer AG, Metallbau
  11. 10 Fallstudie Otto Keller AG
  12. 11 Vergleichende Fallstudienanalyse
  13. 12 Erkenntnisse
  14. 13 Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen
  15. Literatur, Normen und Richtlinien, Online-Quellen, Gesprächspartner
  16. Abkürzungen, Stichwortverzeichnis und der Autor
Leseprobe
"2 Definition und Abgrenzung des KVP-Begriffs (S. 21-22)

Der Begriff „kontinuierlicher Verbesserungsprozess"" und vor allem dessen Abkürzung „KVP"" sind in der Managementliteratur weit verbreitet, und dennoch weisen Begriffsverwendung und Begriffsverständnis erhebliche Unschärfen auf. Allgemein wird mit „KVP"" das Streben der Organisation zu stetiger Verbesserung umschrieben. Was darunter konkret verstanden wird, was verbessert werden soll, wie etwas verbessert werden soll und wer die Verbesserung einleiten, durchführen und kontrollieren soll, darüber gibt das traditionelle Begriffsverständnis keine Klarheit. Im Gegenteil – nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der Unternehmensliteratur wird der KVP regelmässig als etwas verstanden und beschrieben, das „automatisch"" eintrifft, sobald das Management spezifische Instrumente im Unternehmen implementiert und einsetzt. Es ist bezeichnend, dass der KVP oft auch als „KVPIdee"" umschrieben wird, was das diffuse Begriffsverständnis unterstreicht. Doch wenn ein Begriff und eine Denkweise selbst dann allgemein akzeptiert werden, wenn das zugrunde liegende Konzept nicht genau mit Worten erklärt werden kann, dann führt das leicht zu Missverständnissen und Verwirrung. Bevor eine konzeptionelle Fundierung und Operationalisierung des KVP-Begriffs für dessen Anwendung im Zusammenhang mit UMS gelingen kann, gilt es deshalb, zunächst die konstitutiven Elemente des KVP zu identifizieren und zu analysieren. Erst auf dieser Basis kann die „KVP-Idee"" zum operationalisierbaren KVP-Begriff entwickelt werden.

Die Ausarbeitung der dazu notwendigen begrifflichen Basis erfolgt in drei Schritten. Abschnitt 2.1 führt zunächst aus der Sicht der allgemeinen Managementlehre mit dem Ausgangspunkt Kaizen und der Verbesserungssequenz des Plan-Do- Check-Act-Zyklus an die „KVP-Idee"" heran. Danach wird in Abschnitt 2.2 das spezifische KVP-Verständnis der UMS-Norm ISO 14001 vorgestellt und diskutiert. Die beiden KVP-Konzepte werden in Abschnitt 2.3 zusammengeführt und einander gegenüber gestellt, um den KVP-Begriff der ISO 14001 als Basis für diese Arbeit weiter zu präzisieren (Abschnitt 2.4).

2.1 KVP in der Managementlehre: Kaizen und der PDCA-Zyklus

Die erste Annäherung an den KVP führt nach Japan, wo zu Beginn der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts Unternehmen damit begannen, die Qualität ihrer Produkte als entscheidende Grösse im weltweiten Konkurrenzkampf zu erkennen. Die japanische Exportwirtschaft litt damals unter einem allgemein schlechten Qualitätsimage ihrer Produkte, die zwar billig, jedoch keineswegs hochstehend waren. Auch wurde bezweifelt, ob es Japan jemals gelingen würde, qualitativ hochstehende Produkte herzustellen. So wurden die grossen Märkte in Europa und Nordamerika von westlichen Firmen dominiert, Hersteller aus asiatischen Ländern hatten kaum eine Chance, mit vergleichbaren Produkten in diese boomenden Märkte einzudringen. In den fünfziger, sechziger und frühen siebziger Jahren waren die Wachstumsraten in den konsumhungrigen westlichen Ländern gar derart hoch, dass die Anbieter in erster Linie damit beschäftigt waren, genügend zu produzieren, um die stetig steigende Nachfrage zu befriedigen. Veränderungen und Verbesserungen an den Produkten hatten entsprechend geringe Priorität. Wenn Produkte weiterentwickelt wurden, dann fand dies fast ausschliesslich durch Innovationen statt, bei denen bisherige Produkte durch solche abgelöst wurden, die neue Technologien oder Lösungsvarianten aufwiesen.

Doch schon in den 1940er Jahren hatte W.E. Deming, ein US-amerikanischer Professor, der sich vertieft mit statistischen Fragen der Industrie beschäftigte, die amerikanische Wirtschaft in Vortragsreihen davor gewarnt, die Produktqualität und letztlich die Kundenorientierung im Entwicklungsprozess zu vernachlässigen."
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort des Herausgebers4
Vorwort zur 2. Auflage5
1 Einführung12
Teil I Grundlagen und Einflussfaktoren des KVP19
2 Definition und Abgrenzung des KVP- Begriffs20
2.1 KVP in der Managementlehre: Kaizen und der PDCA- Zyklus21
2.2 KVP als Kernforderung der ISO 1400127
2.3 Gegenüberstellung des KVP in der Managementlehre und in ISO 1400141
2.4 Fazit: Anwendungsorientiertes Begriffsverständnis der KVP- Forderung48
3 Weiterentwicklung von UMS50
3.1 Entwicklungsdimensionen von UMS51
3.2 Diffusion in die Breite53
3.3 Diffusion in die Tiefe56
3.4 Höherentwicklung68
4 Verbesserung der Umweltleistung79
4.1 Messen und Darstellen der Umweltleistung80
4.2 Beurteilen von Umweltleistungs-Veränderungen90
4.3 Praxisprobleme94
4.4 Schlussfolgerungen97
5 Wirtschaftlichkeit von UMS100
5.1 Nutzen von UMS101
5.2 Kosten von UMS105
5.3 Fazit: Kosten-Nutzen-Betrachtung im Zeitablauf108
6 Einflussfaktoren des KVP von UMS und Umweltleistung111
6.1 Einflussfaktor Unternehmensumfeld113
6.2 Einflussfaktor Unternehmensstrategie126
6.3 Einflussfaktor ISO-Zertifizierung130
Teil II Fallstudien: Der KVP in der Unternehmenspraxis142
7 Einführung in die Fallstudien143
7.1 Vorgehen144
7.2 Die Metallverarbeitende Industrie und ihre ökologische Betroffenheit148
8 Fallstudie Lista AG157
8.1 Die Unternehmung157
8.2 Das Umweltmanagement158
8.3 Gestaltung des KVP162
8.4 Ergebnisse des KVP166
8.5 Entwicklungsprozess von UMS und Unternehmung179
8.6 Rolle der Zertifizierungsaudits für den KVP183
9 Fallstudie Ernst Schweizer AG, Metallbau187
9.1 Die Unternehmung187
9.2 Das Umweltmanagement188
9.3 Gestaltung des KVP191
9.4 Ergebnisse des KVP195
9.5 Entwicklungsprozess von UMS und Unternehmung209
9.6 Rolle der Zertifizierungsaudits für den KVP212
10 Fallstudie Otto Keller AG217
10.1 Die Unternehmung217
10.2 Das Umweltmanagement217
10.3 Zielsetzungsprozesse, interne Audits und Controlling221
10.4 Ergebnisse des KVP223
10.5 Entwicklungsprozess von UMS und Unternehmung230
10.6 Rolle der Zertifizierungsaudits für den KVP236
11 Vergleichende Fallstudienanalyse243
11.1 Die Fallstudienunternehmen243
11.2 Ergebnisse des KVP248
11.3 Entwicklungsprozess von UMS und Unternehmung260
11.4 Rolle und Einfluss der Zertifizierung263
Teil III Erkenntnisse und Empfehlungen für die Praxis268
12 Erkenntnisse269
12.1 Ergebnisse des KVP269
12.2 Erkenntnisse zum ökologischen Entwicklungsprozess274
12.3 Einfluss der externen Auditierung auf den KVP278
12.4 Schlussfolgerungen282
13 Handlungs- und Gestaltungsempfehlungen288
13.1 KVP-Gestaltung im Unternehmen288
13.2 Empfehlungen im Zusammenhang mit der externen Auditierung294
Literatur297
Normen und Richtlinien312
Online-Quellen315
Gesprächspartner der Fallstudienunternehmen316
Abkürzungen317
Stichwortverzeichnis320
Der Autor325

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