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E-Book

Laborwerte für Heilpraktiker

AutorArne Schäffler
VerlagHaug
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl136 Seiten
ISBN9783830478683
FormatPDF/ePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR
Laborwerte von A bis Z In welchem Bereich liegt der Normwert des Bilirubins? Was wird beim großen Blutbild analysiert ? Welche Ursachen gibt es für erhöhte Fibrinogen-Werte? Speziell für die Anforderungen einer Heilpraktikerprüfung und -praxis sind die wichtigsten Laboruntersuchungen und Laborwerte alphabetisch und übersichtlich zusammengestellt. Sie erfahren alles über Normalbereich, Indikationen und mögliche Ursachen bei erhöhten bzw. erniedrigten Werten. Ein praktisches Werk direkt für den Einsatz im Praxisalltag! Alles Wissenswerte in einem Buch!

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Leseprobe

1 Laboruntersuchungen


Was früher im Hinterzimmer der Arztpraxis und im Keller des Krankenhauses nebenbei von Arzthelferinnen, MTA (medizinisch-technische Assistenten) und Stationsschwestern erledigt wurde, ist zu einer hoch automatisierten High-Tech-Branche geworden, in der Großlabore zehntausende Proben verarbeiten. Der medizinisch-technische Fortschritt hat jedoch nicht nur die Arbeitsprozesse rationalisiert, sondern den Ärzten auch viele neue Messwerte beschert, von denen einige aber in ihrem Nutzen umstritten sind.

Einige Werte lassen sich leicht auch in einer Heilpraktikerpraxis bestimmen, z. B. mit Urinteststreifen, andere erfordern einen höheren Aufwand und die Teilnahme an Ringversuchen zur Qualitätssicherung, z. B. die Trockenchemie mit einem Reflexionsfotometer.

Tipp

Die Laborwerte, die man als Heilpraktiker von einem Fremdlabor bestimmen lässt, sollten auch vom Fremdlabor mit dem Patienten abgerechnet werden. Man spart als Heilpraktiker den entsprechenden Buchhaltungsaufwand und entgeht der Gefahr, dass Differenzen zwischen Labor- und Patientenrechnung als gewerblicher Gewinn angesehen werden.

Als Heilpraktiker kann man Mitglied einer Laborgemeinschaft werden. Das sollte gründlich mit einem Steuerberater besprochen werden.

1.1 Untersuchungsmedien


Das wichtigste Probenmaterial (Untersuchungsmedium) ist das Blut. Es besteht zu etwa 45 % aus Blutkörperchen und zu knapp 55 % aus dem wässrigen Blutplasma. Im Blutplasma sind Eiweiße, Mineralien und viele weitere Stoffe gelöst, z. B. Blutfette und Hormone. Entzieht man dem Blutplasma die darin enthaltenen Gerinnungsfaktoren, erhält man das Serum.

Vor der Blutentnahme ist zu beachten, ob kapilläres, venöses oder arterielles Blut benötigt wird. Für kleine Blutproben wird Kapillarblut am Ohrläppchen oder aus der Fingerkuppe nach Stich mit einer kleinen, sterilen Lanzette entnommen. Bei Bedarf an größeren Mengen werden Venen, etwa in der Ellenbeuge, punktiert. Für einige Sonderuntersuchungen, z. B. arterielle Blutgasanalyse, ist allerdings arterielles Blut notwendig, das vom Arzt beispielsweise in der Leiste aus der A. femoralis abgenommen wird.

Neben dem Blut werden in der Labormedizin noch verwendet:

  • Urin (Harn), entweder aus einer einzelnen Urinprobe (Spontan- oder Katheterurin) oder aus Sammelurin (meist 24-Stunden-Sammelurin)

  • Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) aus einer Lumbalpunktion

  • Stuhlproben für Stuhluntersuchungen

  • Proben aus dem Fruchtwasser

  • Proben aus krankhaften Flüssigkeitsansammlungen, z. B. Aszites

  • Biopsie- und Operationspräparate

Merke

Ein Laborwert ist nur dann wirklich aussagefähig, wenn die Vorschriften für Probenentnahme und -versand beachtet werden. Fragen Sie vor geplanten Laboruntersuchungen, was Sie im Vorfeld zu beachten haben, z. B. Absetzen von Medikamenten, Nüchternbleiben (12-stündige Nahrungskarenz).

1.1.1 Maßeinheiten


Die Laborwerte werden leider nicht immer überall in den gleichen Einheiten ausgegeben. Maßeinheiten, die sich aus den Standardmaßeinheiten Liter, Kilogramm, Mol, Meter und Sekunden zusammensetzen, können problemlos umgerechnet werden. Ansonsten ist aber Vorsicht geboten, denn IU (international units) muss nicht dasselbe sein wie U (units) oder IE (internationale Einheiten). Auch die Messbedingungen und -verfahren sind nicht immer gleich. Wo Analyseverfahren (noch) nicht ausreichend standardisiert sind, ist dies mit dem Zusatz „laborabhängig“ angezeigt.

Da die Konzentrationen in der Labormedizin oft sehr niedrig sind, werden häufig dezimale Vorsätze verwendet:

  • m = milli = 10-3 (Tausendstel)

  • ? = mikro = 10-6 (Millionstel)

  • n = nano = 10-9 (Milliardstel)

  • p = pico = 10-12 (Trillionstel)

Manche Laborwerte beziehen sich auch auf Verdünnungsreihen, d. h. sie drücken aus, wie stark eine Blutprobe verdünnt werden kann, bis gerade noch eine bestimmte Reaktion auslösbar ist. Dies wird dann mit dem Verdünnungstiter ausgedrückt, z. B. 1 : 8 (= maximal 8-fache Verdünnung möglich) oder 1 : 512 (512-fache Verdünnung möglich).

Merken sollte man sich – da u. U. auch bei der Verabreichung von Medikamenten wichtig –, dass 1 ml Flüssigkeit etwa 20–25 Tropfen entspricht.

1.1.2 Begrifflichkeiten


Die Begriffe für Laboruntersuchungen sind uneinheitlich und verwirren v. a. bei neu eingeführten Untersuchungen immer wieder Therapeuten wie Patienten gleichermaßen. Laborwerte mit griechischen Schreibweisen neigen besonders dazu, Verwirrung zu stiften: So werden die griechischen Vorsilben ?, ? oder ? gerne mit a, b, c bzw. g abgekürzt, aber auch ganz weggelassen.

Ein anderes Problem sind Untersuchungsgruppen: So gibt es viele zugkräftige Namen für Laborwertpakete, z. B. den „Anti-Aging-Status“ oder den „Blutfette-Basischeck“. Diese werden von vielen Anbietern verwendet, aber mit unterschiedlichem Inhalt. Gerade bei Selbstzahlerleistungen im Rahmen der Vorsorge ist deshalb Vorsicht geboten – wer Preise vergleichen will, sollte wissen, welche Einzeltests im Rahmen eines „Laborpakets“ durchgeführt werden.

Man unterscheidet zwischen hämatologischen, klinisch-chemischen, serologisch-immunologischen und mikrobiologischen Untersuchungen.

1.2 Hämatologische Untersuchungen


Dabei geht es vor allem um die beiden Komponenten Blutbild und Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit. Die einzelnen Werte werden in Kap. ? 2 erläutert.

1.3 Klinisch-chemische Untersuchungen


Bei diesen Untersuchungen geht es ebenfalls um Blutbestandteile, jedoch nicht um die Blutkörperchen.

1.3.1 Blutfette


Die Hauptvertreter der Blutfette (Serumlipide) sind Cholesterin und Triglyzeride, die im wässrigen Medium Blut nicht löslich sind. Deshalb koppeln sie sich an sogenannte Apolipoproteine und werden zusammen mit diesen als Lipoproteine transportiert. Der Nachweis überhöhter Lipoproteinmengen im Blut hat eine große Bedeutung in der Inneren Medizin, da sie das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark erhöhen.

Neben der quantitativen Bestimmung des ? Gesamtcholesterins und der ? Triglyzeride wird häufig auch die qualitative Auftrennung durchgeführt, v. a. um die beiden Cholesterinfraktionen – das „gute“ ? HDL-Cholesterin und das „schlechte“, Arteriosklerose fördernde ? LDL-Cholesterin – zu unterscheiden.

1.3.2 Bluteiweiße


8 % des Blutplasmas besteht aus Proteinen, den sog. Plasmaproteinen. Mit einer Serumeiweiß-Elektrophorese können sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Wanderungsgeschwindigkeiten untergliedert werden in Albumine, ?1-Globuline, ?2-Globuline, ?-Globuline und ?-Globuline.

1.3.3 Hormone


Das Zusammenspiel zwischen den Hormonen, ihren Steuer- und Zielorganen ist komplex. Entsprechend schwierig kann es sein, die Ursache von Störungen herauszufinden. Nach einer anamnestischen und klinischen Eingrenzung wird die Konzentration, der Spiegel der entsprechenden Hormone, in Blut und/oder Urin bestimmt, wobei...

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Arne Schäffler: Laborwerte für Heilpraktiker1
Innentitel4
Impressum5
Inhaltsverzeichnis6
1 Laboruntersuchungen10
1.1 Untersuchungsmedien10
1.2 Hämatologische Untersuchungen13
1.3 Klinisch-chemische Untersuchungen13
1.4 Serologisch-immunologische Untersuchungen15
1.5 Mikrobiologische Untersuchungen16
2 Laborwerte A–Z17
2.1 a-Amylase17
2.2 AFP18
2.3 Albumin19
2.4 ANA21
2.5 Antioxidative Gesamtkapazität22
2.6 AP23
2.7 Autoantikörper24
2.8 Bilirubin, Urobilinogen25
2.9 Blei (Pb)27
2.10 Blut im Stuhl29
2.11 Blutbild, großes30
2.12 Blutbild, kleines30
2.13 Blutgasanalyse31
2.14 Blutgerinnungsuntersuchungen33
2.15 Blutkultur33
2.16 BSG35
2.17 CDT37
2.18 CEA38
2.19 Chlorid39
2.20 Cholinesterase40
2.21 CK41
2.22 CRP, hsCRP42
2.23 Differenzialblutbild44
2.24 Eisen48
2.25 Eiweißelektrophorese49
2.26 Erythrozyten51
2.27 Erythrozytenindizes52
2.28 Ferritin53
2.29 Fibrinogen54
2.30 Fibrin(ogen)spaltprodukte und D-Dimere55
2.31 Folsäure56
2.32 FSH57
2.33 .-GT58
2.34 Gesamtcholesterin (Cholesterin)59
2.35 Gesamteiweiß61
2.36 GLDH62
2.37 GOT63
2.38 GPT64
2.39 Hämatokrit und Hämoglobin65
2.40 Hämaturie66
2.41 Haptoglobin67
2.42 Harnsäure68
2.43 Harnstoff69
2.44 HbA1 und HbA1c71
2.45 HDL-Cholesterin72
2.46 HIV-Antikörper73
2.47 HLA-System, HLA und MHC-Moleküle74
2.48 Homozystein74
2.49 Immunglobuline76
2.50 Insulin, C-Peptid und HOMA-Index77
2.51 Kadmium79
2.52 Kalium79
2.53 Kalzitonin81
2.54 Kalzium82
2.55 Ketone im Urin83
2.56 Kortisol84
2.57 Kreatinin86
2.58 Kreatinin-Clearance und Cystatin C87
2.59 Laktat88
2.60 LDH89
2.61 LDL-Cholesterin90
2.62 LDL-HDL-Quotient91
2.63 Leukozyten92
2.64 LH93
2.65 Lipase94
2.66 Lipoprotein (a)95
2.67 Magnesium96
2.68 Multi-IgE-Suchtest mit Nahrungsmittelscreen und Inhalationsscreen97
2.69 Natrium98
2.70 Nüchternblutzucker99
2.71 oGTT101
2.72 Östrogene103
2.73 Pankreas-Elastase 1 im Stuhl104
2.74 Phosphat und Phosphat-Clearance105
2.75 Prolaktin107
2.76 PSA108
2.77 PTT109
2.78 PTZ110
2.79 Quecksilber110
2.80 Quick-Wert und INR111
2.81 Retikulozyten113
2.82 Rheumafaktoren114
2.83 Schilddrüsen-Autoantikörper115
2.84 T3116
2.85 T4 und TBG117
2.86 Testosteron und SHBG118
2.87 Thrombozyten121
2.88 Thyreoglobulin (Tg)122
2.89 Transferrin und Transferrin-Sättigung123
2.90 Triglyzeride124
2.91 Troponine125
2.92 TSH und TRH-Stimulationstest126
2.93 Tumormarker128
2.94 Vitamine129
Sachverzeichnis130

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