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E-Book

Languedoc-Roussillon Reiseführer Michael Müller Verlag

Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps

AutorRalf Nestmeyer
VerlagMichael Müller Verlag
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl576 Seiten
ISBN9783956547188
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
E-Book zur 8. komplett überarbeiteten und aktualisierten Auflage 2018 Die Region Languedoc-Roussillon, die sich westlich der Rhône bis hinunter zu den Pyrenäen erstreckt, ist eine der ältesten französischen Kulturlandschaften: angefangen mit dem römischen Meisterwerk Pont du Gard über die weltentrückten Katharerburgen bis hin zur mittelalterlichen Bilderbuchstadt Carcassonne. Doch auch die landschaftliche Vielfalt ist enorm: Imposante Schluchten wie die Gorges de la Jonte wechseln sich mit den kargen Karsthöhen der Causses ab, ein Stück weiter südlich beginnt das schattenlose Delta der Camargue, das den Auftakt zu den endlosen Sandstränden der Mittelmeerküste bildet. Und die Region ist geradezu ideal für einen Aktivurlaub: Kanutouren auf der Ardèche und dem Tarn, Wanderungen durch die Pyrenäen und über die Höhenzüge der Cevennen oder eine gemütliche Bootstour auf dem Canal du Midi - alles ist möglich. Wer sich lieber den kulturellen Highlights zuwendet, darf einen Abstecher nach Montpellier und Nîmes nicht versäumen. Abgerundet wird die Tour durch kulinarische Entdeckungsreisen und zahllose Hinweise zu verträumten Hotels, schönen Märkten und einsamen Stränden.

Ralf Nestmeyer Ralf Nestmeyer ist Historiker und lebt seit 1995 als freier Autor in Nürnberg. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und hat nicht nur zahlreiche Reiseführer für den Michael Müller Verlag geschrieben, sondern auch Kriminalromane ('Roter Lavendel', 'Die Toten vom Mont Ventoux') sowie mehrere Sachbücher (Reclam, Klett-Cotta, Artemis&Winkler, Theiss Verlag). Für den Insel Verlag hat er literarische Anthologien über die Provence wie auch über Sizilien herausgegeben. Seine Essays, Reportagen und Rezensionen sind in folgenden Medien erschienen: ZEIT, FAZ, taz, DAMALS, Spiegel online, Arte Magazin, Nürnberger Zeitung, Nürnberger Nachrichten, Hannoversche Allgemeine Zeitung, Badische Neueste Nachrichten, Augsburger Allgemeine Zeitung sowie im Bayerischen Rundfunk.

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Leseprobe
Languedoc-Roussillon - Hintergründe & Infos
Landschaft und Geographie
Das Landschaftsbild des Languedoc und Roussillon ist sehr vielfältig: Tief eingeschnittene Täler und karge Hochebenen im Norden, üppige Obstplantagen im Hinterland von Perpignan und ausgedehnte Weinkulturen im Hérault, ganz im Süden ragen die Gipfel der Pyrenäen empor, die bis weit in den Frühsommer hinein schneebedeckt sind.

Wegweisend

Vom Delta der Rhône bis zur spanischen Grenze erstreckt sich die Mittelmeerküste der Region und öffnet sich wie ein Amphitheater zum Golfe du Lion. Das Mündungsgebiet der Rhône, die kaum besiedelte Camargue, steht naturgemäß dem Meer am nächsten und bildet zwischen Großer und Kleiner Rhône gewissermaßen ein Dreieck. Als eines der größten Feuchtgebiete Europas stellt die Camargue ein wahres Refugium für seltene Wasser- und Wattvögel dar. Touristen schätzen vor allem die ausgedehnten Sandstrände. In Küstennähe schließt sich eine von Überschwemmungsbereichen geprägte Landschaft an, in welcher sich vor Jahrtausenden die sogenannten Etangs gebildet haben. Die größten Salzseen, beispielsweise der Etang de Leucate oder das Bassin de Thau, weisen beachtliche Ausmaße auf. Die kleineren Salzlagunen sind oft von weiten Grasflächen umgeben und sind daher nur zu Fuß zu erreichen. Doch kein Etang gleicht dem anderen: Während einige hochgradig salzig und von Algen überwuchert sind, besitzen andere erstaunlich frisches, klares Wasser und eine reizvolle Uferzone.
Der überwiegende Teil der Küste des Languedoc besteht aus ausgedehnten, oft mehr als 100 Meter breiten Sandstränden, die zum Baden geradezu einladen; nur an den Caps ändert sich das Landschaftsbild: Das schwarze Cap d’Agde ist beispielsweise der Ausläufer eines erloschenen Vulkans und wird gerne als „schwarze Perle des Languedoc“ bezeichnet. Ganz im Süden hinter Argelès wird das Küstenprofil der Côte Vermeille felsiger, teilweise fallen die Klippen schroff ins Meer ab und bilden kleine idyllische Buchten, während an den Hängen die grünen Weinberge mit der rötlich schimmernden Erde herrlich kontrastieren.
Schließlich darf eine Landschaft nicht vergessen werden, die im eigentlichen Sinne gar keine ist: Das Mittelmeer. Fernand Braudel (1902-1985), einer der renommiertesten französischen Historiker, der die Fachwelt 1947 mit seinem bahnbrechenden Werk „Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipp II.“ begeisterte, charakterisierte die Bedeutung des Mittelmeers für Südfrankreich folgendermaßen: „Sein Leben ist mit dem Land verbunden, seine Dichtkunst mehr als nur zur Hälfte ländlich, seine Seeleute können sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten auch zu Bauern wandeln; es ist das Meer der Weinberge und Olivenbäume ebenso wie das Meer der langrudrigen Galeeren und der Galeonen der Kaufleute, und seine Geschichte lässt sich ebenso wenig vom Land, das es umgibt, trennen wie der Ton von den Händen des Töpfers, der ihn formt.“
Einen krassen Gegensatz zur lieblichen mediterranen Landschaft bilden die Cevennen mit ihren beiden höchsten Erhebungen, dem Mont Lozère (1699 Meter) und dem windumtosten Mont Aigoual (1567 Meter). Geographisch gesehen stellen die Gipfel der zum Massif Central gehörenden Cevennen eine Wetter- und Wasserscheide dar. Durch die reichhaltigen Niederschläge entspringen hier mehrere Flüsse, so der zum Atlantik zustrebende Tarn sowie Vidourle, Hérault, Ardèche und Gardon, die ins Mittelmeer münden. Größtenteils liegen die Cevennen im Département Lozère, dessen nördliche Teile weit in das südliche Zentralmassiv hineinragen. In den tief eingeschnittenen, Gorges genannten Schluchten, wie den Gorges du Tarn, ist nur wenig Platz für Ackerland, so dass im Laufe der Jahrhunderte ausgedehnte Terrassenkulturen mit Stützmauern, Treppen und Wasserkanälen angelegt wurden, um Gemüse und Wein anbauen zu können. Geographisch besonders eindrucksvoll sind die Causses, kaum besiedelte steinige Hochebenen, in deren porösem Kalkstein sich riesige Höhlen verbergen. Ganz im Nordwesten des Département Lozère erhebt sich das Aubrac, ein mehr als 1.200 Meter hohes vulkanisches Hochplateau mit kahlen Kuppen, das größtenteils als Rinder- und Schafweide genutzt wird. Nach Südwesten setzt sich das Massif Central als Montagne Noire und in den Monts de l’Espinouse fort. Weite Teile dieses über 1000 Meter aufragenden, waldreichen Granitgebirges mit seinen Steineichen-, Buchen-, Tannen- und Fichtenwäldern wurden zum Parc Régional du Haut-Languedoc erklärt und stehen unter Naturschutz.
Zwischen Narbonne und Carcassonne breitet sich zu beiden Seiten des Flusses Aude eine Ebene aus, durch die auch der Canal du Midi hindurchführt; sie gilt als die Kornkammer der Region. Vor Urzeiten war das fruchtbare Schwemmland eine Sumpflandschaft. Weiter südlich erheben sich die steinigen Berge Corbières, ein bekanntes Weinanbaugebiet. Ganz im Süden liegt das Roussillon, das von den Pyrenäen abgeschlossen wird; das zweithöchste Gebirge Europas bildet eine „natürliche“ Grenze zu Spanien. Unter den zahlreichen Gipfeln der Pyrénées Roussillon sticht der markante Pic du Canigou hervor. Er ist der Namenspate des gesamten Gebirges; die an der Costa Brava siedelnden Griechen nannten ihn Pyrene, da er die Bergketten des Fenouillèdes, des Albères und der Aspres wie eine Pyramide überragt. Teilweise vollzieht sich im Roussillon der Wechsel von der mediterranen Landschaft hin zur alpinen sehr abrupt. Innerhalb kürzester Zeit weicht die steinige Heidelandschaft grünen Wiesen und dichten, hohen Nadelwäldern. Im Westen, dem Département Pyrénées Orientales, erstreckt sich eine weite, von Granitmassen umragte Hochebene: die Cerdagne. Dank ihrer geschützten Lage sowie aufgrund ihrer fetten Weiden und der fruchtbaren Getreidefelder bildete die Cerdagne im Mittelalter das Herz einer eigenen Grafschaft. Das benachbarte, von dichten Tannenwäldern eingerahmte Capcir ist schon wesentlich stärker vom Gebirgsklima geprägt und eine beliebte Wintersportregion. Deutlich mildere Temperaturen und eine mediterrane Flora findet man in den beiden breiten sich zur Küste hin öffnenden Tälern der Têt und des Tech. Ersteres wird auch als Conflent bezeichnet und präsentiert sich als ein wahrer Obstgarten, während das vom Tech durchflossene Vallespir große Weiden und ausgedehnte Buchen- und Kastanienwälder besitzt.
Klima und Reisezeit
Dank eines gemäßigten Klimas erstreckt sich die Reisezeit in Südfrankreich von März bis Oktober. Den Dichter Jean Racine quälte 1662 bei einem Aufenthalt in Uzès die furchtbare sommerliche Hitze, die er kaum auszuhalten wusste: „Die Luft ist so heiß wie in einem Backofen und diese Hitze hält den Tag so gut wie die Nacht über an.“

Stillleben am Mont Lozère

Die Region Languedoc-Roussillon ist geprägt von einem milden, mediterranen Klima, selbst im Winter zeigt sich die Küste zwischen Perpignan und Montpellier von ihrer angenehmsten Seite. Das Thermometer klettert hier häufig auf Werte über 10 °C, selbst 20 °C sind keine Seltenheit. Die Temperaturen im Hinterland sowie in den höheren Lagen verleiten im Winterhalbjahr allerdings kaum zum Sonnenbaden, die Berggipfel der Pyrenäen liegen bis weit in das Frühjahr hinein unter einer Schneedecke begraben. An der Küste beginnt der Frühling schon im Februar mit der Blüte der Mandel- und Mimosenbäume, im hügeligen Landesinneren erst Wochen oder Monate (Cevennen) später. Der Sommer zeichnet sich vor allem durch seine trockene Hitze aus. Der Herbst wird dagegen geprägt von plötzlich einsetzenden, heftigen Regenschauern, die des Öfteren zu Überschwemmungen führen. Bei dem katastrophalen Hochwasser im September 2002 fielen in 24 Stunden mehr Niederschläge als in einem Jahr in Paris! Über das ganze Jahr gesehen, ist die Region Languedoc-Roussillon aber ein von der Sonne verwöhnter Landstrich: Durchschnittlich scheint sie zwischen 2400 und 2600 Stunden pro Jahr. Bis weit in den Herbst hinein sorgt ihre Kraft für angenehme Temperaturen. Schneebedeckte Dörfer und Straßen sind in den flacheren Regionen selbst im Winter extrem selten. Ausnahmen sind allerdings möglich: So kam es Ende Februar 2001 zu einem folgenreichen Wintereinbruch in Südfrankreich. Der Schnee lag im Languedoc stellenweise bis zu 70 Zentimeter hoch und bedeckte Olivenhaine, Zypressen und Zedern mit einer weißen Haube. Die Stromversorgung brach zusammen und mehr als 4000 Autofahrer mussten die Nacht in ihrem Wagen verbringen.

Herrlich baden am Oberlauf des Tarn

Und schließlich wäre da noch der Mistral, ein durch das Rhônetal kommender Fallwind, dessen starke Böen Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer erreichen können. Innerhalb von Stunden sorgt der Mistral, der am häufigsten im Frühjahr weht, zwar für einen empfindlichen Temperatursturz von rund 10 °C, zum Ausgleich zeigt sich aber der Himmel in strahlendem Blau, die Fernsicht ist überwältigend. Dieses Schauspiel begeisterte bereits Vincent van Gogh: „Wenn der Mistral weht, ist das hier freilich alles andere...
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