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Lass uns in Frieden auseinandergehen

Wenn die Liebe endet ... - Die 5 Schritte des 'Conscious Uncoupling'

AutorKatherine Woodward Thomas
VerlagIntegral
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl320 Seiten
ISBN9783641184957
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis15,99 EUR
Von Trennungsschmerz zu neuem Lebensmut
Was mit tiefer Verbundenheit und Liebe beginnt, endet bei einer Trennung oft in bitterem Streit. Das muss nicht sein! Katherine Woodward Thomas ist die Begründerin von »Conscious Uncoupling« - der Methode, die durch die Trennung des »Traumpaars« Gwyneth Paltrow und Chris Martin weltbekannt wurde. Schritt für Schritt führt die Beziehungstherapeutin Betroffene behutsam durch die schmerzhafte Auflösung einer Partnerschaft. Indem beide Partner ihre Verantwortung annehmen und den Trennungsprozess bewusst gestalten, wird es möglich, negative Gefühle loszulassen und mit geheiltem Herzen positiv in die Zukunft zu blicken.


Katherine Woodward Thomas ist eine international bekannte Beziehungs- und Familientherapeutin mit mehr als 20 Jahren Beratungserfahrung. Ihre Live- und Onlinekurse zu Themen der Liebe und Partnerschaft werden weltweit von Hunderttausenden Fans besucht. Die Autorin des New-York-Times-Bestsellers Lass uns in Frieden auseinandergehen lebt mit ihrer Tochter in Los Angeles.

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Leseprobe

Einleitung: Wenn die Liebe am Ende ist

»Irgendwo unter der Oberfläche der entzückenden Anfangszeiten verbergen sich in jeder intimen Beziehung die Ingredienzien einer totalen Katastrophe.«

ELIZABETH GILBERT

Vor dem Traualtar, an der Seite der ganz großen Liebe, rechnet niemand mit einer künftigen Enttäuschung. Geschweige denn damit, dass seine Ehe einmal in die fünfzigprozentige Scheidungsrate eingehen könnte. Denn in unserem Glauben an die ewige Liebe sind wir unerschütterlich und zu allem bereit … bis dass der Tod uns scheidet.

Ich bin die Verfasserin des Bestsellers Calling in »The One«. 7 Weeks to Attract the Love of Your Life. Überall auf der Welt folgen Zigtausende meinen Tipps zum Abbau innerer Blockaden und gehen glückliche Liebesbeziehungen ein. Unter diesen Umständen zu behaupten, dass ich im Anschluss an mein erstes das vorliegende Buch hätte schreiben wollen, wäre eine Riesenlüge. Ich wollte es genauso wenig, wie Sie es lesen wollen.

Als mir dämmerte, dass meine zehnjährige Ehe in die Brüche ging, betete ich. Aber es waren nicht etwa fromme Gebete, die ich in den Himmel schickte. Ich lag auf dem Rücken irgendwo auf der Wiese in einem Park nahe bei unserem Haus, schaute in das unendliche Blau über meinem Kopf und versuchte mir einen Reim auf die höchst unwillkommene Entwicklung zu machen, die die Dinge genommen hatten. Und das einzige Gebet, das mir in dem Moment angebracht schien, lautete: »Hey, das kann doch nicht euer Ernst sein!« Ich war ja so sauer. Mehr als wütend auf die unsichtbaren Mächte des Lebens und der Liebe, die sich offenbar zusammengerottet hatten, um sich auf meine Kosten einen Spaß zu machen. Um mir nach einer reichlich verkorksten Kindheit nun das verdiente Happy End zu verderben. Ein Happy End zumal, das ich in meinem ersten Buch doch so schön beschrieben – und öffentlich gemacht – hatte.

Das war ziemlich peinlich. Gelinde gesagt.

»Sie werden zwar nicht alles steuern können, was in Ihrem Leben geschieht, aber Sie können beschließen, sich davon nicht unterkriegen zu lassen.«

MAYA ANGELOU

Doch als ich schließlich begriffen hatte, dass die auf mich zukommende Trennung eine Tatsache war, der ich mich würde stellen müssen, beschloss ich, das Beste daraus zu machen. Denn wie viele Tausende meiner Altersgruppe war auch ich ein Scheidungskind. Das Produkt einer fürchterlichen, nichts weniger als einvernehmlichen Trennungsgeschichte, zu der auch zwei überaus brutale Sorgerechtsprozesse gehörten. Mit dem Ergebnis, dass ich meinen Vater von meinem elften Lebensjahr an praktisch nicht mehr zu Gesicht bekam. Das war der Zeitpunkt, an dem er schließlich das Handtuch warf und auf alle elterlichen Rechte verzichtete, weil er mit den ständigen Aggressionen meiner Mutter einfach nicht mehr klarkam. Und als ich nun selbst die Scheidung vor mir sah, wusste ich nur eines mit Sicherheit: Meiner Tochter würde ich so etwas nicht antun. Nie im Leben.

Im Laufe der Zeit bekam ich dann mit, dass ich mir darüber keine Sorgen zu machen brauchte. Unsere Scheidung verlief nicht nur zivilisiert, sondern ausgesprochen freundlich, respektvoll und human. Getragen wurde sie von einem Geist der Großzügigkeit und des Wohlwollens, der auch freundschaftliche Gesten und gegenseitige Unterstützung ermöglichte. Mark, mein Exmann, und ich taten alles in unserer Kraft Stehende, um weder einander noch natürlich vor allem unserer kleinen Tochter unnötig wehzutun. Deren größte Sorge bestand darin, dass sie den Kontakt zu ihrem Vater verlieren könnte, wie sie es bei zwei ihrer Freundinnen mitbekommen hatte. Doch da wir uns einig waren, was den weiteren Familienzusammenhalt und das Wohl unserer Tochter betraf, konnten wir ihr glaubwürdig versichern, dass sie davor keine Angst haben musste.

Unsere Scheidung unterschied sich meilenweit von den üblen Trennungen, die ich zuvor durchgemacht hatte – bei denen ich monatelang weder essen noch schlafen konnte und so zornerfüllt war, dass ich kaum durch den Tag kam, ohne irgendeinem armen Unbeteiligten, der mir über den Weg lief, den Kopf abzureißen. Einmal war ich sogar so durcheinander, dass ich nach fast zehn Jahren wieder mit dem Rauchen anfing und mir vor lauter Stress büschelweise die Haare ausfielen. Die übelste Trennung, die ich durchgemacht habe, war die von Frank, meinem Freund auf der Highschool. Darüber bin ich ewig nicht hinweggekommen. Fast zwanzig Jahre lang habe ich immer wieder von ihm geträumt. Nur um mich beim Aufwachen sofort daran zu erinnern, dass tatsächlich Schluss war und er Tausende von Kilometern von mir entfernt bei seiner einschüchternd schönen Ehefrau und den drei gemeinsamen Kindern lebte. Glücklich bis ans Lebensende …

Ja, die Schattenseiten der Liebe kenne ich nur allzu gut. Weshalb ich nach dem ersten schmerzhaften Schock sofort mit der Analyse angefangen habe. Ich wollte nämlich unbedingt herausfinden, wie genau es Mark und mir gelungen war, unsere eheliche Gemeinschaft mit so viel Güte und Anstand aufzugeben. Denn irgendwie schienen wir da auf etwas unschätzbar Wertvolles gestoßen zu sein. Das machten mir die Reaktionen unseres unmittelbaren Umfeldes nur noch deutlicher: Die meisten schüttelten erst einmal den Kopf und wunderten sich. Dann räumten sie ein, nie ein Ehepaar erlebt zu haben, das mit so viel gegenseitiger Rücksicht und Fürsorge auseinanderging.

Es war schon eine merkwürdige Fügung des Schicksals: Ich, die ich mich so sehr nach einem glücklichen Ende meiner unglücklichen Kindheit gesehnt hatte, schien doch tatsächlich eine andere, neue Form von Happy End entdeckt zu haben. Die Möglichkeit, sich in Würde, Güte und Ehrenhaftigkeit zu trennen, ohne sich oder den anderen dabei zu lädieren. Ich mache, wie ich in aller Bescheidenheit behaupten darf, die beste Zitronenlimonade der Welt. Und nun machte ich allem Anschein nach auch aus dieser Situation das Beste. Denn irgendwann wurde mir klar, was in der Phase unserer Trennung zwischen Mark und mir geschehen war: Wir hatten einen Fünf-Schritte-Prozess durchlaufen, an dessen Ende wir und alle Beteiligten nicht etwa verletzt, isoliert und am Boden zerstört dastanden, sondern heil, gesund und unversehrt.

Für mich, die ich an die Liebe glaube und eine glühende Verfechterin der Ehe beziehungsweise fester, dauerhafter Beziehungen bin, gibt es kaum etwas Unerfreulicheres als Trennungen. Gleichauf nur mit Erderwärmung, Diskriminierung älterer Menschen und Kinderarmut. Wie konnte es dazu kommen, dass ich trotz all meiner Abneigung gegen Trennung und Scheidung genau diesen Weg eingeschlagen habe. Was hatte sich zwischen Mark und mir abgespielt, das so schlimm war, dass ich es wagte, mich auf die Trennung von Heim und Herd einzulassen und mich von all meinen lang gehegten Hoffnungen und Träumen zu verabschieden?

Die meisten Ehen gehen ja in Form Tausender kleiner Puzzlestückchen den Bach runter, die für sich genommen kaum der Rede wert sind. Bei mir und Mark war es kurz gesagt so, dass ich mich verändert habe, und damit meine ich: radikal verändert. Um Fairness habe ich mich dabei nicht immer bemüht. Es war einfach Berufsrisiko – die Schattenseite eines Lehrerinnendaseins im Dienste von persönlichem Wachstum und unaufhörlicher Weiterentwicklung. Mein Mann hat mich nie betrogen, mich nicht misshandelt, und Alkoholiker oder Spieler war er auch nicht. Doch im Laufe der Jahre sind unsere Wertvorstellungen weiter und weiter auseinandergedriftet. Ich bin der totale Veränderungsjunkie, gehe stets an meine Grenzen und die der anderen, immer in dem Bemühen, das Potenzial, das in uns allen steckt, voll auszuschöpfen. Der warmherzige Mark dagegen hängt dem spirituellen Ideal der totalen Akzeptanz von allem, was ist, an und verspürt nicht das geringste Bedürfnis nach Veränderung. Während es mich fasziniert, auch in den dunkelsten Winkeln der Psyche herumzubuddeln, um die innersten Antriebskräfte zu erkunden und zu läutern, schert er sich möglichst wenig um die Schwächen der Menschen und stellt stattdessen das Schöne und Gute, das jedes Lebewesen an sich hat, in den Vordergrund. Es geht nicht darum, dass einer von uns unrecht hätte und der andere recht. Beide Lebenseinstellungen sind vollkommen in Ordnung. Vielen Paaren gelingt es ja auch, derartige Gegensätze auszubalancieren und einander so wunderbar zu ergänzen, dass jeder davon profitieren kann. Mark und mich aber brachten die Gespräche über die wichtigsten Dinge, die uns wirklich am Herzen lagen, irgendwann nicht mehr weiter. Es gelang uns nicht, uns auf gemeinsame Visionen oder Ziele zu verständigen, auch wenn wir das beide dringend gebraucht hätten. Und so gern wir uns auch mochten, bald wurde uns klar, dass uns eigentlich fast nur noch die Liebe zu unserer Tochter verband.

Nun, hätten wir das Licht der Welt fünfzig Jahre früher erblickt, wären wir um des Kindes willen wahrscheinlich zusammengeblieben, ohne groß darüber nachzudenken. Andererseits hätten wir dann vermutlich gar nicht erst geheiratet, denn zu der Zeit waren fast überall in den Vereinigten Staaten gemischtrassige Ehen noch verboten; legalisiert wurden sie erst nach einem Urteil des Supreme Court im Jahr 1967. Wären ich als Weiße und der Afroamerikaner Mark früher ein Paar geworden, hätten wir alles aufs Spiel setzen müssen, auch unser Leben. Aber glücklicherweise entwickelt sich die Kultur ja immer weiter. Abgesehen davon stellen Millionen von Menschen in der westlichen Welt heute höhere Erwartungen an die Ehe, und ich gehöre auch dazu. Nur der Kinder wegen zusammenzubleiben reicht uns nicht mehr. Die Autorin und Ehehistorikerin Stephanie Coontz weist darauf hin, dass sich Beziehungen in den letzten...

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