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E-Book

Lehrbuch der Psycho-Physiognomik

Antlitzdiagnostik für die Praxis

AutorWilma Castrian
VerlagHaug
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl288 Seiten
ISBN9783830477938
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis59,99 EUR
Dieses Lehrbuch zeigt, wie Körperbau, Ausdruckszonen im Gesicht, Kopfform, Mimik und Gestik des Patienten als Information erkannt und interpretiert werden können. Mit der Beherrschung der Psycho-Physiognomik verfügen Sie über ein effektives Hilfsmittel für den unmittelbaren Zugang zum Patienten. Jetzt neu: > Zweifarbiges Layout: mehr Informationen 'auf einen Blick' > Einführung in jedes Kapitel: Wichtige Inhalte werden noch stärker fokussiert > Fragen und Antworten: schnelle Wissensüberprüfung nach jedem Kapitel > Darstellung: viele neue und überarbeitete Abbildungen > Mit vielen Merksätzen und Tipps für die Praxis.

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Leseprobe

1 Begriffe und Grundlagen der Psycho-Physiognomik


Die Psycho-Physiognomik ist ein von Carl Huter (1861–1912) entwickeltes System, welches die Biologie und Psychologie mit den jeweiligen Körperformen und der dazu gehörenden Ausstrahlung verbindet. Erfahren Sie mehr über ihr Ziel, die Sprache des menschlichen Gesichts als Ausdruck der Seele verständlich zu machen, und ihren Nutzen als Lebenshilfe und Diagnosemöglichkeit. Denn mithilfe des menschenkundlichen Systems von Carl Huter ist es uns möglich, aus den genetisch geprägten und stets weiterentwickelten Formen und Ausdrucksarealen eines Menschen seine Persönlichkeit in ihrer Ganzheit zu erfassen.

1.1 Etymologie


Der Begriff „Psycho-Physiognomik“ setzt sich aus 3 verschiedenen Wortbestandteilen zusammen:

  • Psyche = Seele
    Ein Wort, das aus der Psychologie (Seelenlehre, -kunde) bekannt ist, der Wissenschaft vom Wesen der Veränderungen und der Tätigkeiten der Seele: als Trägerin geistigen Lebens, prägend und lebendig wirksam im Körper. Sie ist eine informationstragende Instanz.
  • Physis = Körper
    Der messbare Körper, die reale Natur, als Wirklichkeit und Erfahrbarkeit beschrieben. „Physiologie“ ist die Lehre von den normalen, gesunden Lebensvorgängen.
    Martin Heidegger sucht den Wortursprung in „phaeinein“ = das leuchtend Offene, aus der Schwingung hervor ans Licht bringen. Damit meint er die platonische Idee vom Körper als „ursprüngliche Offenbarkeit des Seienden“ und nicht „phyein“ = wachsen lassen, Natur, Körper.
  • Gnomik
    • „Gnoma“ = Kennzeichen, Kenntnis, Meinung
    • „Gnomae“ = Kenner, Beurteiler, Betrachter
    • „Gnome“ = Erkenntnisvermögen, Verstand, Vernunft außerdem:
      • Überlegung, Geist, Sinn, Gesinnung
      • Erkenntnis, Einsicht, Meinung, Ansicht, Überzeugung, Sentenz, Sinnspruch, Aphorismus
      • Rat, Antrag, Vorschlag
  • „Gnomon“ = Kenner, Beurteiler, Schiedsrichter, Aufseher über die Ölbäume, Zeiger an der Sonnenuhr

In der Philosophie verstehen wir diese Wortkomponenten als das Zusammenspiel von Körper und Seele. Der Wahrnehmende dieses Geschehens ist der Kenner, Beurteilende, der mit seinem Erkenntnisvermögen erklärt und lehrt.

Die Physiognomik schließlich ist die Lehre von der äußeren Erscheinung und Einordnung des Menschen und jeder lebendigen Gestalt.

Merke: Die Psycho-Physiognomik ist die Lehre von der Beurteilung der äußeren Gestalt eines Menschen, der Projektion der Psyche durch die lebendige Gestalt, die besonders aus den Gesichtsformen und der Mimik abzulesen ist.

Sie ist die Kenntnis der Seelenausdrucksleistung, die sich im Wechselspiel von Reizaufnahme, Reizverarbeitung und Reizerkenntnis ereignet. Eine Ausdrucksleistung, die sich nachempfinden, ablesen, erkennen und einordnen lässt.

Die Psycho-Physiognomik ermittelt über die Ausdruckszonen der Haut Verbindungen zu den Organen, die sich entsprechend über Veränderungen der Zonen orten lassen.

Merke: Die Patho-Physiognomik (? S. 92 ff.) wiederum interpretiert veränderte Zeichen als Hinweis auf mögliche organische Störungen oder Erkrankungen. Sie diagnostiziert an den Hautausdruckszonen den Zustand der Organe, ob sie gesund oder unstimmig sind. Dabei geben Verfärbungen, Spannungen, Modellierungen und Strukturen Hinweise.

Verfärbungen und Schwellungen, die über das Proportionsmaß des Gesichtsareals hinausgehen, sind im Vergleich zu den übrigen Zonen pathogen.

Dabei ist es interessant, die psychosomatischen Zusammenhänge zu entdecken und mit der „Organsprache“ in Kombination zu sehen.

1.2 Die Basis der Psycho-Physiognomik


Im Gesicht eines jeden Menschen kann sowohl anhand von Augen, Mund, Ohren, Stirn, Kinn und Kiefer, Nase, Jochbeinen und Kopf als auch durch die Mimik deutlich werden, welchen Einflüssen er unterliegt, welchen Einfluss er aufnehmen will, oder worauf er seinerseits Einfluss nehmen möchte.

Die grundlegende Überlegung Huters war, dass alle Energien, kosmische wie irdische, den Menschen formen, indem sie die Haut durchdringen, vom Körper absorbiert werden und in jede Zelle gelangen. Die Energien hinterlassen dort eine Prägung, werden erneut im Bewusstwerdungsprozess reflektiert, treffen ein zweites Mal auf die Haut (diesmal von innen) und werden so ein zweites Mal formbildend wirksam (? Abb. 1.1).

Prozess der inneren Reizverarbeitung

Als Beispiel für den Prozess der inneren Reizverarbeitung kann die Biologie herangezogen werden: Wenn wir uns anschauen, welche Teile des Gehirns für unsere Gefühlsverarbeitung zuständig sind, kommen wir zum limbischen System. Dies stellt eine Ansammlung von unterschiedlichen Nervenzellen in unterschiedlichen Arealen des Gehirns dar, die ein Netzwerk bildet, das alle Anteile des Gehirns durchzieht und miteinander verknüpft. Informationen und Reize werden hier nach Wichtigkeit gewertet, behandelt, eingespeichert und verknüpft. Das sensorisch Wahrgenommene wird mit einer Affektlage (Bilder, Gedanken, körperliche Reaktionen) verbunden. Aus der Hirnforschung ist z. B. bekannt, dass der Hippocampus als „Schaltzentrale“ des limbischen Systems dafür verantwortlich ist, dass wir Gefühle identifizieren und korrekt benennen können.

? Abb. 1.1 Grundgesetz des physiognomischen Geschehens.
I Etwas, das einen Reiz bekommt (B), verändert sich und
II verarbeitet die Reize im Innenraum. Der Prozess der Verarbeitung geht weiter, bleibt nicht im Innenraum, sondern entäußert sich nach außen.
III Durch die Äußerung nach außen bzw. in die Peripherie zeigt sich, was innen passiert ist. Das Universum (A) und das Individuum (B) beeinflussen sich gegenseitig.


Im verlängerten Rückenmark, dem Stammhirn liegen hingegen die Nervenzentren, die die vegetativen Vorgänge im Körper steuern (Puls, Temperatur, vegetative Reaktionen etc.). Die Verbindung dieser Strukturen bildet ebenfalls ein Netzwerk, die Formatio reticularis.

Das limbische System steht mit der Formatio reticularis in Verbindung und reagiert auf die elektrischen Ereignisse im Nervensystem. Von dort breiten sich die Reaktionen auf die Wahrnehmungen, die sich im Gehirn aufgebaut haben, als elektrische Potenziale über den gesamten Körper aus. Dies ist der Grund, warum der gesamte Körper bei z. B. Wut, Freude oder Sorge reagiert. Gefühle somatisieren sich. Das, was wir fühlen, erreicht über die beschriebenen Verschaltungszentren letztlich jede Zelle unseres Körpers und hinterlässt sie verändert.

In der Reflexion dieser Reize, im Prozess des Stoffwechsels, entstehen aus den im inneren auftauchenden Bedürfnissen aus der Versorgungslage des Organlebens (Durchblutung, Mangelerscheinungen etc.) Wunschvorstellungen und daraus Vorstellungen zur Befriedigung derselben. Dabei spielt nicht nur die Stoffwechsellage, sondern auch die Schmerzempfindung und Reizung eine Rolle, die ihrerseits Impulse an die vegetativen Zentren melden. Dies löst über die Physis ein unbestimmtes Drängen, aber auch auf der seelisch-geistigen Ebene Bedürfnisse aus, die nach Veränderung streben. Bedürfnisse werden uns als Gefühle bewusst.

Merke: Der beschriebene Prozess der inneren Reizverarbeitung zeigt nur eine Möglichkeit von vielen auf, da jede Energie auf die ihr eigene Weise einwirkt und umgewandelt wird (? S. 62 ff.). Auch Organismen, denen kein Nervensystem eigen ist, nehmen die energetischen Qualitäten auf und transformieren sie.

Prägende Formelemente

Wie bei einem Samenkorn wird durch diese formenden Energien oder Formelemente ein genetisches Programm aktiviert, das über verschiedene Energien, die die Vitalität ausmachen, eine bestimmte Gestalt wachsen lässt. Diese sichtbaren Projektionen sind durch die Psycho-Physiognomik interpretierbar.

Solch prägende Formelemente sind überall in der Natur zu beobachten, so auch beim Wachstum von Pflanzen wie z. B. Getreide, dessen Gestalt je nach der Einwirkung von äußeren Faktoren wie Wetter, Wind und Boden völlig verschieden erscheinen kann. Bezogen auf den Menschen insgesamt wirken sich z. B. Elternhaus, Heimat, Schule, enge Freundschaften und Beziehungen oder auch Klimazonen als Formelemente aus. Das Gesicht entfaltet sich ebenfalls nach den Prägungen, die in der genetischen Information, der Familie, der Umwelt, der Konstitution und dem Charakter aufgehoben sind.

So wie Wut oder Freude als seelisch-geistige Momentaufnahme in der Mimik zu erkennen sind, so können wir auch langfristige Spuren sehen, die sich z. B. durch Anstrengung in den unterschiedlichen Anlagen zeigen können. Alle Erfahrungen, Erlebnisse, Krankheiten, Berufe, Sprachen, Wohnorte, der gesamte Kulturkreis hinterlassen Spuren, die uns helfen, aus der chaotischen Flut der Erlebnisbilder unsere eigene Struktur zu erkennen und unser Bewusstsein zu differenzieren. Unbewusst gelingt das meistens. Als Mitmenschen wollen wir uns aber bewusst werden, bewusst Auswahl treffen oder uns die Gründe der unbewussten Auswahl bewusst machen. Wir wollen lernen, das zu erkennen,...

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