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Leistungsmanagement im Krankenhaus: G-DRGs

Schritt für Schritt erfolgreich: Planen - Gestalten - Steuern

VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl162 Seiten
ISBN9783540273660
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis29,99 EUR

Planung, Gestaltung und Steuerung von Behandlungsleistungen im Krankenhaus

Mit der Einführung des G-DRG-Systems gilt für die strategische und operative Planung und Gestaltung von Krankenhausleistungen: Der Einzelfall und nicht der tagesgleiche Pflegesatz, der Behandlungsprozess und nicht das Bett sind die neuen Planungskategorien.

Erfahren Sie in diesem Buch nachvollziehbar, was Leistungsmanagement bieten muss:

- Erkennen von Marktpotenzialen und Einflussfaktoren

- Behandlungsstufen - und Prozessgestaltung,

- Definition von Ergebnisqualitätszielen

- Sicherstellung und Messung der Ergebnisqualität.  

Das G-DRG System sowie der Katalog der ambulanten Operationen und stationsersetzenden Maßnahmen führen zu kurzfristigen Kapazitätsanpassungen und Organisationsveränderungen im Leistungsgeschehen der Krankenhäuser.

Dieses Buch zeigt Ihnen erstmals Schritt für Schritt wie Sie vorgehen müssen, um ihr Leistungsgeschehen optimal zu planen, zu gestalten und zu steuern, um im Wettbewerb um Patienten erfolgreich zu sein.

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Leseprobe

7 Das G-DRG-System – Entwicklung eines komplexen Preissystems (S. 48-49)

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts haben R.B. Fetter und R.L. Mullin das erste DRG-System an der Universität Yale in den USA entwickelt (Fetter R.B. et al.). Am Anfang standen Systeme von Diagnosenbündelungen, die aus rein klinisch-medizinischer Sicht und ohne den Anspruch der Kostenhomogenität Diagnosegruppen (Diagnosis related groups) beschrieben. Bei ihrer Weiterentwicklung tauchte dann die Forderung auf, dass die Diagnosengruppen das Merkmal der Kostenhomogenität aufweisen und so zur Preisbildung für die Behandlungsleistungen der Patienten, die in diesen Diagnosegruppen zusammengefasst worden waren, tauglich werden sollten.

Die heute bekannten Patientenklassifikationssysteme auf DRG-Basis oder Patientenkategorisierungssysteme, wie sie auch genannt werden, stellen die einzige Möglichkeit dar, die Behandlung eines Patienten mit einfach zu erhebenden klinischen Informationen und weiteren Informationen wie Alter oder Aufnahme- und Entlassmodus zu beschreiben, vergleichbar zu machen und zu messen. Mit ökonomischen Zusatzinformationen lässt sich zu jeder Behandlungsleistung oder Gruppe von Behandlungsleistungen ein Preis ermitteln.

7.1 Die Entwicklung des G-DRG-Systems (Version 2005)

Mit der GKV Gesundheitsreform 2000, dem Fallpauschalengesetz (FPG) und dem novellierten Krankenhausentgeltgesetz (KGEntgG) wurde die Finanzierung von Krankenhausleistungen vollständig neu geregelt und das bisherige Mischsystem aus tagesgleichen Pflegesätzen, Fallpauschalen und Sonderentgelten durch ein allumfassendes Fallpauschalensystem nach australischem Vorbild ersetzt. Der deutsche Weg, ein DRG-System als Preissystem einzusetzen, unterscheidet sich von anderen Ländern grundsätzlich, da diese ihre DRG-Systeme als Budgetermittlungs- und Verteilungssystem nutzen und nicht als Preissystem. Wird ein DRG-System als Preissystem eingesetzt, sind hohe Anforderungen an Methodik und Sicherheit der Preisermittlung zu stellen (Selbmann B.).

Systematischer Aufbau und Arbeitsweise der DRG-Systeme, die in den USA, Australien und in verschiedenen europäischen Ländern im Einsatz sind, unterscheiden sich nicht prinzipiell, sehr wohl aber in einzelnen Aspekten. Als sich im Jahre 2000 die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Spitzenverbände der Krankenkassen darauf einigten, dass das australische AR-DRG-System Grundlage für das in Deutschland zu entwickelnde G-DRG-System sein sollte, war klar, dass die zu diesem Zeitpunkt in Deutschland geltende Version der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme (ICD-10 SGB V, Version 1.3) zur Vorbereitung der Einführung eines deutschen DRG-Systems revidiert werden musste. Auch der in 2000 gültige OPS-301-Katalog (Katalog von operativen und nichtoperativen Prozeduren) war nicht DRGtauglich, so dass auch für ihn eine Revision notwendig wurde.

Mit Beginn des Jahres 2001 wurde zur Dokumentation von Diagnosen und Nebendiagnosen eine spezielle deutsche Modifikation, die ICD-10 SGB V Version 2.0, eingeführt, die sich eng an den Band I der australischen ICD-10-AM (Australian Modification) 1. edition (1998) anlehnte. Gegenü ber der ICD-10 SGB V Version 1.3 erfolgten Ergänzungen und Streichungen in einzelnen Kapiteln.

Seit 1.1.2004 gilt die ICD-10-GM-2004-Version, eine an die G-DRGVersion 2004 adaptierte Version. Diese ICD-10-Version ist anders als ihre Vorgängerversion nicht nur für den Krankenhausbereich, sondern auch für den niedergelassenen Bereich gültig. Sie hat eine Reihe neuer Diagnosenschlüssel aufgenommen, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation WHO aufgrund des medizinischen Fortschritts freigegeben wurden sowie einige Diagnosenschlüssel, die das InEK (Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus) für die Weiterentwicklung des deutschen DRG-Systems für notwendig hält. So sind jetzt die NYHA-Stadien der Herzinsuffizienz in die neue ICD-10-Version aufgenommen, die im DRG-System eine bessere Schweregradeinteilung ermöglichen. Neu eingeführt wurden U-Schlüssel für die Fachgebiete Rehabilitation und Geriatrie. Durch sie kann das Maß der motorischen und kognitiven Funktionseinschränkung auf Grundlage des Barthel-Index (BI), des Functional Independence Measure (FIM) und der Mini Mental State Examination (MMSE) dokumentiert werden. Die ICD-10-GM-Version 2004 beinhaltet 12.983 endständig verschlüsselbare Diagnosen.

Die Dokumentation von operativen, diagnostischen und therapeutischen Prozeduren erfolgt über die seit 1.1.2004 gültige OPS-301-Version 2004. Die Änderungen gehen auf Anforderungen zurück, die sich aus der Entwicklung des G-DRG Systems ergeben und bilden diagnostische Prozeduren, neue Operationsmethoden, aber auch nichtoperative therapeutische Prozeduren z. B. aus der Frührehabilitation ab. Die OPS-301-Version 2004 beinhaltet 22.310 endständig verschlüsselbare Prozeduren. In die für das Jahr 2004 gültige Version der deutschen Kodierrichtlinien (DKR) sind Änderungen der Diagnosen- und Prozeduren-Kataloge aufgenommen sowie bisher missverständliche Kodierrichtlinien geändert worden (Schlottmann N. et al.). Auf dem Weg des G-DRG-System zu einem Preissystem sind die für das Jahr 2005 geltenden deutschen Kodierrichtlinien (DKR) erheblich überarbeitet worden und bieten bei vielen Kodierrichtlinien Beispiele und/oder Listen mit ICD-10-GM- bzw. OPS-Kodes. Damit ist eine Voraussetzung geschaffen, um bundesweit eine hohe Kodierqualität zu erreichen, die gleiche Leistungen gleich abbildet und so zur leistungsgerechten Vergütung in allen deutschen Krankenhäusern führt.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort5
Inhaltsverzeichnis6
Autorenverzeichnis7
1 Einführung8
2 Neuerkrankungsrate und Vorkommen chronischer Erkrankungen12
2.1 Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen14
2.2 Neurologische Erkrankungen18
2.3 Lungenerkrankungen20
2.4 Magen-,Darm-, Leber- und Gallenblasenerkrankungen21
2.5 Muskel- und Skeletterkrankungen21
2.6 Krebserkrankungen22
2.7 Psychiatrische Erkrankungen27
3 Gesellschaftliche und demographische Einflüsse auf die Leistungsplanung im Krankenhaus30
4 Fortschritte der Medizin und Medizintechnik und ihre Einflüsse auf die Leistungsplanung im Krankenhaus34
5 Krankenhausfallzahlen, Verweildauer und Krankenhaushäufigkeit in Deutschland38
6 Krankenhausplanung – weiterhin Grundlage für die Leistungsplanung im Krankenhaus oder bald Geschichte im Zeitalter der DRGs?44
6.1 Gesetzliche Grundlagen und Auftrag der Krankenhausplanung45
6.2 Vorgehen bei der Erstellung eines Krankenhausplans47
6.2.1 Inhalte und Vorgehen der Krankenhausplanung in einem Stadtstaat47
6.2.2 Inhalte und Vorgehen der Krankenhausplanung in einem Flächenstaat48
6.3 Neue Ansätze in der Krankenhausplanung in deutschen Bundesländern49
6.4 Tritt die Bundesgesetzgebung in Konkurrenz zur staatlichen Krankenhausplanung?50
7 Das G-DRG-System – Entwicklung eines komplexen Preissystems54
7.1 Die Entwicklung des G-DRG-Systems (Version 2005)55
7.2 Die erste deutsche Version eines DRG-Systems (Version 2004)56
7.3 Kritische Betrachtung des Entwicklungsstandes des ersten deutschen DRG-Systems (Version 2004)57
7.3.1 Folgen für die Vergütungsstruktur in 200458
7.3.2 Die Kosten und Erlöse von Langliegern im G-DRG-System (Version 2004)61
7.3.3 Die erste Revision des neuen deutschen DRG-Systems (Version 2005)63
7.4 Preise für Krankenhausleistungen im G-DRG-System (Version 2005)64
7.5 Abrechnungsregeln im G-DRG-System65
7.6 Fallpauschalen bei Transplantationen67
7.7 Zusatzentgelte68
8 Weitere Klassifikationssysteme unterstützen das Leistungsmanagement im Krankenhaus70
9 Inhalte und Schwerpunkte der Leistungsplanung76
9.1 Strategische und operative Unternehmens- Leistungsplanung – Notwendigkeit und Ausgestaltung77
9.2 Methodisches Vorgehen bei der Strategiefindung79
9.3 Beispiele strategischer Optionen84
9.3.1 Kooperationen, Allianzen und Fusionen von Krankenhäusern84
9.3.2 Strategische Schwerpunktbildung in Klinikkonzernen87
9.4 Die operative Leistungsplanung91
9.4.1 Die Mittelfristplanung91
9.4.2 Die Jahresplanung93
10 Die Leistungsgestaltung erfolgt durch geplante Behandlungsabläufe und Behandlungsstufen100
10.1 Geplante Behandlungsabläufe, Patientenpfade oder Standard Operation Procedures?101
10.2 Das Behandlungsstufenkonzept107
10.2.1 Zentrenbildung108
10.2.2 Die Schwerpunktklinik111
10.2.3 Portalkliniken112
10.2.4 Krankenhausorganisation und Psychiatrie112
10.2.3 Portalkliniken112
10.2.4 Krankenhausorganisation und Psychiatrie112
11 Die Steuerung des Leistungsprozesses im Krankenhaus114
11.1 Belegungsmanagement: »Abteilungsgrenzen überwinden – Prozessabläufe managen«115
11.2 Leistungscontrolling im Krankenhaus118
11.3 Kostencontrolling im Krankenhaus120
11.4 Erlöscontrolling im Krankenhaus120
11.5 Strategie-Controlling im Krankenhaus121
11.6 Balanced Score Card121
12 Prozesskostenrechnung im Krankenhaus – Instrument und praktische Umsetzung zur Steuerung der DRGs124
12.1 Prozesskostenrechnung als Instrument zur Bewältigung neuer Anforderungen125
12.2 Kalkulation einer DRG mittels Prozesskostenrechnung126
12.2.1 Projektziel126
12.2.2 Prozesshypothese126
12.2.3 Datensammlung126
12.2.4 Bestimmung der Kostenverrechnung129
12.2.5 Interviewphase 1: Erhebung der Teilprozesse129
12.2.6 Interviewphase 2: Erhebung von Zeiten und Kosten130
12.2.7 Anlegen des Prozessmodells130
12.2.8 Auswertung132
12.3 Vorteile der Prozesskostenrechung135
13 Die integrierte Versorgung und ihr Einfluss auf das Leistungsmanagement im Krankenhaus138
13.1 Disease Management142
13.1.1 Disease Management Programme in Deutschland143
13.2 Medizinische Versorgungszentren145
13.3 Integrationsverträge (integrierte Versorgung)145
13.4 Direktverträge147
14 Leistungsmanagement und Ergebnisqualität150
14.1 Qualität im Krankenhaus151
14.2 Methoden zur Messung von Qualität im Krankenhaus152
14.3 Mindestmengen und Ergebnisqualität153
14.4 Wo und in welchen Fachgebieten werden Mindestfallzahlen im LBK Hamburg mit welchem Ergebnis schon heute erreicht?157
14.5 Klinisches Risikomanagement und Ergebnisqualität159
14.6 Qualitätsbericht159
15 Zusammenfassung und Ausblick162
Stichwortverzeichnis166

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