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Leistungsmotivation im Sport anhand einer Basketballtrainingsgruppe

dargestellt am Beispiel einer Basketballtrainingsgruppe

AutorNina Lawitschka
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2003
Seitenanzahl79 Seiten
ISBN9783638222891
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,99 EUR
Examensarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Pädagogische Psychologie, Note: 2, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Institut für Pädagogische Psychologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Bereits seit meinem 12. Lebensjahr bis heute spiele ich in Wolfenbüttel im Verein Basketball. Durch mein Elternhaus wurde ich schon frühzeitig beeinflusst, da mein Vater seit 1991 im Management der Basketballabteilung in Wolfenbüttel tätig ist. Bereits nach 3 Jahren aktiven Basketballspielens kamen die ersten Erfolge. Ich wurde mit meiner Mannschaft 'Niedersachsenmeister'. Aufgrund dieses schnellen Erfolgs war ich motiviert meine Leistung weiter zu steigern und erhöhte die Intensität des Trainings von 2 auf 3 Mal wöchentlich. Meine Motivation war zu späterer Zeit, durch die eigens erlebten Erfolge so ausgeprägt, dass ich mich im Jahre 2000 dazu entschloss, eine weibliche C-Jugend Mannschaft eines Wolfenbütteler Vereins zu trainieren. Leider war es mir Anfang diesen Jahres, aufgrund des Mangels an Zeit, nicht mehr möglich diese Arbeit weiterzuführen. An dieser Stelle stellen sich für mich folgende Fragen: Wie ist bei mir die Motivation zur Leistungssteigerung beeinflusst worden? Anhand welcher Faktoren lassen sich Kinder und Jugendliche beeinflussen, um eine Leistungsmotivation zu erzielen und gegebenenfalls zu steigern? Wie sind Kinder heute? Untersuchungen beweisen, dass die Kinder heute neuartigen Gefährdungen und Belastungen ausgesetzt sind. Sie leiden unter verstärktem schulischem Leistungsdruck, unter dem Verlust von sozialen Bindungen, insbesondere Familie (zum Beispiel durch die Scheidung der Eltern oder Ähnliches) und unter Ausgrenzung als soziale oder ethnische Minderheitsgruppe. Die meisten Kinder reagieren auf diese Belastungen unter anderem mit Problemverhalten wie Überaktivität, Konzentrations- und Leistungsstörungen, passive Freizeitgestaltung und Bewegungsarmut. Kinder können ihren Bewegungsdrang aufgrund ihres außerschulischen Lebensraums, der von Asphalt und Beton beherrscht wird, oft nicht intensiv ausleben. Ein Sammeln von Erfahrungen mit natürlichen Materialen wie Erde, Holz und Stein findet so gut wie nicht statt. Zum anderen unterstützt die Schule die Tendenz zum gesundheitsgefährdenden Bewegungsmangel, indem sie die von den Kindern das lange Stillsitzen, die geistige Anspannung und die Konzentration auf einseitige kognitive Lernprozesse fordert. Dieser Bewegungsmangel führt dazu, dass die Kinder zunehmend weniger fähig werden Alltagssituationen zu bewältigen, in denen sie Grundfähigkeiten wie Ausdauer, Kraft und Reaktionsschnelligkeit benötigen.

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Leseprobe

3 Motivation


 

Im folgenden Kapitel möchte ich mich zunächst mit den Begriffen Motiv, Leistungsmotiv und Motivation auseinandersetzten, um darauf aufbauend mögliche Ansätze aufzuzeigen, um die Leistungsmotivation einer Basketballtrainingsgruppe zu steigern.

 

Hierzu werde ich verschiedene Definitionen von Psychologen, wie zum Beispiel Heinz Heckhausen[23], Walter Edelmann[24] und Bernard Weiner[25], heranziehen.

 

Anschießend zeige ich durch genaue Erläuterung die Wichtigkeit der Motivationstheorien für die Leistungsmotivation im schulischen und sportlichen Bereich auf.

 

Im letzten Unterpunkt dieses Kapitels werde ich selber zu den Definitionsversuchen und Motivationstheorien Stellung nehmen.

 

3.1 Definition des Begriffs Motiv

 

Der Begriff Motiv steht als Sammelbegriff für unterschiedliche Bezeichnungen wie Beweggrund, Bedürfnis, Neigung, Trieb und Bestreben.

 

Die folgenden Ausführungen zum Begriff Motiv beziehen sich, wenn nicht anders gekennzeichnet, auf Walter Edelmann[26].

 

Motive werden im weiteren Sinne als Persönlichkeitsdispositionen aufgefasst, die große individuelle Unterschiede aufweisen. Diese Motive werden zu einer ‚aktuellen Situation’,

 

wenn sie dazu von den Situationsfaktoren angeregt werden. Das heißt also, dass ein „[…] Motivationsgeschehen […] abhängig von einem Motiv und dem Aufforderungscharakter der Situation“ ist.

 

Nach Walter Edelmann lässt sich dabei in zwei Pole unterscheiden:

 

- der interne Pol, der als Personenfaktor bezeichnet wird (Motiv = Trieb, Bestrebung, Bedürfnis, Wunsch, Neigung usw.)

 

- der externe Pol, der als Situationsfaktor bezeichnet wird ( Anreizwert, Aufforderungscharakter, emotionale Valenz einer Sache)

 

Zwischen dem Motiv, bzw. dem internen Pol, und dem Aufforderungscharakter, bzw. externen Pol, besteht eine Wechselwirkung. Das Motiv bewirkt dabei eine allgemeine Aktivierung des Organismus und der Aufforderungscharakter der Situation bewerkstelligt die Ausrichtung dieses Bestrebens auf ein bestimmtes Objekt.

 

Laut Heinz Heckhausen[27] erhalten Motive einen so genannten Motivcharakter, wenn sie mit Eigenschaftsbezeichnungen wie ‚Hilfsbereitschaft’ oder ‚Streitlust’ belegt sind. Demzufolge sieht es so aus, als sei der Handelnde dazu bestrebt, sich so oft wie möglich in eine solche Situation zu begeben.

 

Weiterhin weist Heinz Heckhausen darauf hin, dass nicht alle Motive gleichzeitig Motivationsprozesse in Gang bringen können. Ein oder nur wenige Motive tragen zu einer aktuellen Motivation bei, die anderen bleiben latent.

 

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Weinert u.a.[28].

 

Die unterschiedlichen Reaktionen zweier Personen in ein und derselben Situation lassen auf die unterschiedliche Ausprägung der Motive hindeuten. Demnach ändert sich das Verhalten der verschiedenen Menschen, durch die unterschiedliche Aktivierung der verschiedenen Motive, obwohl der Aufforderungscharakter einer Situation gleich bleibt. Die Individuen fassen somit dieselbe Situation verschieden auf und bewerten den Ausgang und die Folgen ihres Handelns verschieden.

 

Denkbar wäre folgende Situation. Zwei Schülern von gleicher Fähigkeit wird eine schwere und eine leichte Aufgabe angeboten (beim Basketball zum Beispiel die Aufgabe aus 4 Meter Entfernung auf den Korb zu werfen – als schwere Aufgabe und von 1 Meter Entfernung zu werfen – als leichte Aufgabe). Schülerin bzw. Schüler A wählt die schwere und Schülerin bzw. Schüler B die leichte Aufgabe. Anhand des Motivs lässt sich erklären, warum dies so ist.

 

Der Motivbegriff gibt die Information, dass sich Personen in ihren Erwartungen über Erfolg und Misserfolg ihrer Handlung unterscheiden. Des Weiteren gibt er Auskunft über die, für die Person verbindlichen Normwerte und ihren bevorzugten Ursachenfaktoren, mit denen sie geneigt sind ihre Handlungsergebnisse zu begründen.

 

Natürlich gibt es nicht für jede Situation auch ein konkretes Motiv. Das heißt, dass die Motive so genannten Grundsituationen zugeordnet werden können. Mit diesen Grundsituationen sind Situationen, wie Hunger, Durst oder Streit gemeint, in denen sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens wieder befindet.

 

Laut Bernard Weiner[29] wird die frühe Kindheit als besonders wichtiger Lebensabschnitt für das Erlernen der Motive angesehen. Diese Motive können sich nicht von einem Moment auf den anderen ändern, sondern unterliegen, wenn überhaupt, längerfristigen Änderungen, wobei aber solche Änderungen des Motivs neu hinzukommende Erfahrungen voraussetzen.

 

Motive sind demnach wiederkehrend und im Laufe lebensgeschichtlicher Erfahrung vom Menschen gelernt.

 

3.1.1 Definition des Begriffs Leistungsmotiv

 

Im Anschluss an die allgemeine Betrachtung des Terminus Motiv soll im folgenden Abschnitt, mit Blick auf mein Thema Leistungsmotivation, auch der Begriff Motiv in Bezug auf die Leistung, also das Leistungsmotiv, näher betrachtet werden.

 

Laut Heinz Heckhausen[30] spricht man von einem individuellen Leistungsmotiv, wenn sich eine Person häufig in eine Leistungssituation begibt.

 

Die frühesten Belege für den Terminus Leistungsmotiv stammen jedoch von Murray[31].

 

Nach Murray zeichnet sich ein Leistungsmotiv dadurch aus, dass der Handelnde

 

- bestrebt ist etwas tendenziell so schnell und gut wie möglich zu machen,

 

- tendenziell bestrebt ist physikalische Objekte, Ideen und Menschen zu beherrschen,

 

- bestrebt ist Hindernisse zu überwinden,

 

- bestrebt ist hohe Standards zu erreichen,

 

- bestrebt ist sich selbst auszuzeichnen,

 

- bestrebt ist mit anderen zu konkurrieren und sie versucht zu überwinden und

 

- bestrebt ist durch den geschickten Einsatz seiner Begabung den Eigennutz zu erhöhen.

 

Zwischen den Aussagen von Heckhausen und Murray lassen sich somit Gemeinsamkeiten in Bezug auf das Leistungsmotiv feststellen, denn laut Murrays Definition, muss sich der Handelnde zunächst in eine Leistungssituation bringen, um die oben aufgeführten Bestrebungen und somit das Leistungsmotiv erfüllen zu können.

 

Von diesem Bestreben sich einer Leistungssituation auszusetzen spricht auch Heinz Heckhausen in seiner Definition vom Leistungsmotiv.

 

Um nun den Unterschied des Leistungsmotivs zum Motiv zu verdeutlichen, habe ich die Aussagen Falko Rheinbergs[32] für meine Definition hinzugezogen.

 

Falko Rheinberg umschreibt das Leistungsmotiv als bedürfnisähnlicher Faktor. Dies bedeutet, dass dieses Motiv als eine personenspezifische Konstante bezeichnet werden kann, aufgrund dieser sich die Menschen unterscheiden.

 

Wie unter Punkt 3.1 erwähnt, bestimmen die Motive wie eine Person die Klasse einer Handlungssituation aufnimmt und für sich bewertet.

 

Der Unterschied zwischen dem Motiv und dem Leistungsmotiv besteht darin, dass beim Leistungsmotiv die Klasse der Handlungssituation durch die Gütemaßstäbe definiert wird.

 

Bei einem Gütemaßstab handelt es sich beim Leistungshandeln laut Walter Edelmann[33] um einen Maßstab für Gelingen oder Misslingen einer Handlung. Diese Gütemaßstäbe lassen sich in fremdgesetzte Kriterien oder selbstgesetzte Standards unterscheiden. Dies bedeutet, dass der Gütemaßstab durch das Rivalisieren mit Anderen, durch die Setzung eigener Maßstäbe oder durch die Übernahme von Maßstäben der Lehrerin bzw. des Lehrers, der Trainerin bzw. des Trainers oder der Eltern bestimmt wird.

 

Demnach steht das Leistungsmotiv in Abhängigkeit vom Gütemaßstab.

 

Laut Falko Rheinberg[34] sind die Ausprägungen von Motiven stark von frühen Erfahrungen in der Kindheit abhängig.

 

Sie werden, wie unter Punkt 3.1 erwähnt, im Laufe lebensgeschichtlicher Erfahrung vom Menschen gelernt.

 

Bei der Entwicklung des Leistungsmotivs spielt die vorschulische Selbstständigkeitsanforderung der Mutter an das Kind eine bedeutende Rolle. Demnach muss das Kind vor Aufgaben gestellt werden, die es je nach dem eigenen Entwicklungsstand mit eigener Anstrengung bewältigen kann. Dadurch erfährt das Kind frühzeitig und nachhaltig den Zusammenhang zwischen der eigenen Bemühung und dem wertgeschätzten Erfolg. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die frühkindliche Prägung in Bezug auf das Leistungsmotiv als unveränderliche Prägung verstanden wird. Das Leistungsmotiv kann auch noch im Jugend- oder...

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