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E-Book

Leiterschaft ist ... wenn der Leiter schaf(f)t

Ein Führungskräfte-Coaching

AutorHans-Werner Zöllner
VerlagBooks on Demand
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl312 Seiten
ISBN9783743148079
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis10,99 EUR
Leiterschaft ist ... wenn der Leiter schaf(f)t! Hinter diesem Titel verbirgt sich ein biblischer Gedanke, der in 1. Petrus 5,2 nachzulesen ist: "Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund". Dies zu leben bedeutet, dass eine Führungskraft in einer christlichen Gemeinde nicht dazu verpflichtet ist, alles selbst zu machen, sondern es darum geht, die Menschen innerhalb der Gemeinde dazu anzuleiten, gemeinsam auf den Auftrag Jesu einzugehen, die Güte Gottes - mit all ihren Facetten - in die Welt zu tragen (Epheser 4,11-14). Für alle Führungskräfte, die nicht alles alleine machen, sondern andere mit ins Boot nehmen wollen (sie weiden/"schafen"), soll dieses Buch als Coach dienen, der sie durch die wichtigsten Themen der Leitung einer christlichen Gemeinde führen wird: Führen mit Vision - Gemeinde mit Struktur und Strategie - Mitarbeiter-/Leiter-Nachwuchs - Teambuilding - Coaching - Kommunikation - Konfliktbewältigung - Sitzungen/Meetings - Selbstmanagement ...

Hans-Werner Zöllner fand nach einer handwerklichen Ausbildung und seiner achtjährigen Zeit als Berufssoldat seine Berufung in der Theologie. Nach einer zehnjährigen Tätigkeit als Pastor und Gemeindeberater leitete er in der Zeit seines Abschlusses an der Middlesex University London u.a. rund zehn Jahre als Geschäftsführer ein Masterprogramm in Praktischer Theologie in Marburg/Lahn. Danach übernahm er an der Internationalen Hochschule in Bad Liebenzell die Leitung der Bibliothek und ein Deputat als Lehrbeauftragter, bevor er sich seit 2014, nach zwei Jahren als Bereichsleiter in der freien Wirtschaft, nun wieder ganz seiner Berufung widmet. Seine umfangreichen Erfahrungen, sein Wissen und die Botschaft des Glaubens gibt er heute als Autor, Coach, Trainer und Gründer von HWZ Ministries weiter (www.hwz-ministries.de). Zöllner hat es sich mit diesem Dienst zur Aufgabe gemacht, Einzelpersonen, Führungskräfte und christliche Gemeinden in allen Fragen rund um Entwicklung und Veränderung zur Seite zu stehen. Leitend ist dabei das Motto: Menschen: menschlicher! Glauben: glaubwürdiger! Leben: lebenswerter! Gesellschaft: gesellschaftlicher! Er ist seit mehr als dreißig Jahren glücklich verheiratet mit Angelika; gemeinsam haben sie drei erwachsene Kinder, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Das Paar wohnt seit 2013 in Günzburg/Oberschwaben.

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Leseprobe

Nichts geht über ein gutes Fundament


„Menschen mit einem dienenden Herzen orientieren sich bei ihren Entscheidungen als Führungspersonen an bestimmten Kriterien und Werten. Ihr oberstes Ziel ist die Interessen derer, die sie führen, so gut wie möglich zu wahren.“2

„Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Matthäus 20,25-28)

Jesus schaffte es immer wieder, seine Zuhörer zu überraschen. Ich möchte dies zu Beginn dieses Führungskräfte-Coachings auch tun, indem ich Sie nicht mit Informationen in das Thema einführe, sondern Sie bitte, zunächst über folgende Aussage nachzudenken, die von mir aufgrund eigener Erfahrung so formuliert wurde:

»Es ist Gottes Gnade, wenn du Führungskraft hast, aber „Gnade dir Gott“, wenn du Führungskraft bist!«

Vielleicht können Sie sich über diese Aussage mit anderen Personen aus Ihrem Leitungsteam austauschen, oder Sie nehmen sich einfach ein wenig Zeit, um alleine darüber nachzudenken. Folgende Fragen können Ihnen dabei eine Hilfe sein:

  • Was sagt dieser Satz über die Führung von Menschen aus?
  • Welche Erfahrungen können sich hinter solch einem Satz verbergen?
  • Welches Gottes- bzw. Menschenbild verbirgt sich dahinter?

Führungsarbeit, auch in einer christlichen Gemeinde, wird immer auf etwas gegründet sein. Z.B. darauf, wie Sie Menschen sehen, oder auch, wer Gott für Sie ist. Entscheidend ist auch, welche Werte für Sie wichtig, und mit welchen natürlichen Fähigkeiten sie gesegnet sind, ganz unabhängig davon, ob Sie an Jesus Christus glauben oder nicht.

Denn auch gesellschaftliche Werte und natürliche Fähigkeiten können sich durchaus positiv auf eine geistliche Leitungsaufgabe auswirken. Dazu zählen z.B. Selbstbewusstsein, ohne die auch eine Führungskraft in der Gemeinde nicht auskommt, Menschenkenntnis, die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, oder gesunder Ehrgeiz und Kreativität, die auch sehr hilfreich sein können.

Wenn das jedoch alles ist, dann ist ein geistlicher Leiter nicht zu beneiden, denn ihm fehlt die geistliche Komponente, die für die Leitung einer Gemeinde unabdingbar ist. Jesus sagte in diesem Zusammenhang: „So soll es nicht sein unter euch“. Das heißt auch, dass wir einen anderen Stil pflegen müssen, wenn es um Führung und Leitung geht.

Geistliche Leiter kämpfen nicht um Kompetenz und Macht, sondern darum, dass sich alle Christen dessen bewusst sind, dass sie Glieder am geistlichen Leib sind und Jesus ihr Herr ist. Was bedeutet, dass Christen einander dienen, füreinander sorgen, das Wachstum des anderen im Blick haben und seine Weiterentwicklung fördern. Und dies mit dem Ziel, dass sie die Dinge umsetzen können, die Gott von ihnen möchte. Wobei es dabei vor allem um die Veränderung des Charakters geht, oder um es geistlich auszudrücken: Es geht darum, dass Christen Jesus immer ähnlicher werden, auch wenn der Prozess dahin vielleicht ihr ganzes Leben andauern wird.

Letztlich geht es darum, dass Christen geistlich authentisch sind. Sprich: Dass sie nicht nur große Sprüche machen, sondern dass sie auch das tun, was sie sagen bzw. sich so verhalten, wie es sich für die Kinder des Königs aller Könige gehört.

Dimensionen der Leiterschaft


Wie das in Bezug auf Leiterschaft aussehen kann, möchte ich aus drei verschiedenen Dimensionen beleuchten: Dabei geht es um Wissen, das Sie über Menschenführung bzw. Leiterschaft benötigen. Es geht um Ihre Persönlichkeit, die Sie nie ausklammern können, wenn es um die Führung von Menschen geht - Stichwort: Charakterbildung -. Und es geht um die Praxis, in der all die Dinge durch die Persönlichkeit umgesetzt werden können, die Sie sich als theoretisches Wissen angeeignet haben. Zusammen genommen nennt man das die „Dienstbefähigung“.

Ursprünglich stammt diese Dreiteilung von Dr. Stephen R. Covey, der z.B. den Bestseller „Die sieben Wege zur Effektivität“ geschrieben hat. Darin wird in der Einführung zu seinen Strategien die nebenstehende Grafik erläutert. Mittlerweile hat dieses Konzept Weltruhm erlangt. Es geht darum, dass in allen Bereichen von Leben und Arbeit diese drei Dimensionen zusammen gehören. Wenn im Rahmen einer Persönlichkeit, eines Willens bzw. eines Charakters Theorie und Praxis zusammenkommen, wird dies immer zu einem Ergebnis führen, ob das nun Lebensgewohnheiten oder irgendwelche andere Befähigungen sind. Nimmt man allerdings eine Dimension heraus, wird sich kein Gesamtbild ergeben.

Sehr gut vertiefen lässt sich dies mit einer Bibelstelle, die die angesprochenen Dimensionen aus biblischer Sicht beleuchtet. Es sind Sätze aus dem ersten Brief des Apostels Petrus, Kapitel 5,2-4:

„Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.“

Wir beginnen im oberen, linken Kreis des Diagramms, mit „Wissen“. Wenn Sie sich mit Wissen auseinandersetzen, steht dabei immer die Frage nach dem „Was?“ im Raum: Was muss ich wissen? Der Apostel Petrus gibt Ihnen ein paar Antworten, wenn es um die Grundanliegen von Leiterschaft geht. Folgende Fragen können Ihnen helfen, die Antworten selbst zu finden:

  • Wie weide ich die Herde?
  • Welche Bedürfnisse haben denn die Schafe?
  • Wie kann ich Vorbild sein?

Wenn Sie sich den Bibeltext für die Dimension „Persönlichkeit“ anschauen, begegnen Ihnen dazu Worte wie „freiwillig“, „wie es Gott gefällt“, „von Herzensgrund“ und „als Vorbilder der Herde“. Eigenschaften, die eine Persönlichkeit ausmachen, hier allerdings auf die Leitung einer Gemeinde bezogen.

Wenn Sie die beiden Dimensionen, Wissen und Persönlichkeit verbinden, ergeben sich Verbindungslinien bzw. Überschneidungen, die Sie als Leiter direkt beeinflussen werden. Beispiel: Sie eignen sich Wissen darüber an, wie Sie für andere Menschen Vorbild sein können, und versuchen dies auch umzusetzen. Das wird sowohl Ihren Wissensschatz erweitern als auch Ihre Persönlichkeit verändern.

Bei bewusster Umsetzung wird es deshalb auch Einfluss auf die „Praxis“ Ihrer Führungsarbeit nehmen. Denn Petrus bleibt in diesem kurzen Abschnitt nicht theoretisch, sondern beschreibt ein paar Aufgaben, die für Leiterschaft unersetzlich sind. Wenn ich es recht sehe, könnten dies folgende sein:

  • die Herde weiden
  • die Schafe führen
  • auf die Herde achten
  • Rechenschaft ablegen

In der Summe fördert ein Handeln entsprechend dieser Dimensionen Ihre Befähigung zum Dienst. Es ist also wichtig, dass Sie Ihre Lernbereitschaft niemals verlieren, sondern immer wissbegierig und neugierig bleiben. Dabei sollte es allerdings nicht nur beim Kopfwissen bleiben, sondern alles Wissen, das Sie sich aneignen, sollte auch Ihre Persönlichkeit prägen und formen dürfen. Wenn Sie dieses Anliegen zu Ihrem täglichen Gebet und Ihrer Bitte an den Heiligen Geist machen, wird es ganz sicher Auswirkungen auf die Praxis Ihrer Leiterschaft haben. Der Apostel Paulus bestätigt dies in Philipper 4,13: „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht!“

Und das alles unter der Vorgabe, die Jesus selbst seinen Jüngern mitgegeben hat. Meditieren Sie dazu über der Bibelstelle aus dem Matthäus-Evangelium, die ich weiter oben schon einmal angeführt habe:

„Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Matthäus 20,25-28)

Henry Nouwen schreibt in diesem Zusammenhang über die Leiter der Zukunft Folgendes:

„Die entscheidende Frage ist: Sind die Leiter der Zukunft wahre Männer und Frauen Gottes, Menschen mit einem brennenden Verlangen, in Gottes Gegenwart zu wohnen, auf Gottes Stimme zu hören, Gottes Schönheit zu betrachten, Gottes fleischgewordenes Wort zu berühren und die Fülle der...

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